Diploma Supplement

Diploma Supplement: Der Abschluss international erklärt

Das Diploma Supplement ist eine standardisierte, meist englischsprachige Ergänzung zum Abschlusszeugnis. Es beschreibt Art, Ebene und Inhalt des Abschlusses sowie das Hochschulsystem, in dem er erworben wurde – damit Stellen im Ausland einordnen können, was ein deutsches Zeugnis nicht von selbst erklärt.

Was darin steht und wie es sich von anderen Dokumenten unterscheidet

Das Format geht auf eine gemeinsame Entwicklung von Europäischer Kommission, Europarat und UNESCO zurück und ist im Zuge des Bologna-Prozesses zum Standard geworden. Es gliedert sich in acht Abschnitte: Angaben zur Person, Angaben zum Abschluss, Angaben zur Ebene des Abschlusses, Angaben zu Inhalt und erzielten Ergebnissen, Angaben zum beruflichen Status – also welche Berechtigungen der Abschluss eröffnet –, ergänzende Informationen, Beglaubigung sowie eine Beschreibung des nationalen Hochschulsystems.

Der letzte Abschnitt ist der eigentliche Zweck: Er erklärt einer ausländischen Stelle, wie das deutsche System aufgebaut ist – Hochschularten, Abschlussebenen, Notensystem, Zugangswege. Ohne diese Einordnung ist ein Zeugnis im Ausland schwer zu lesen.

Abgrenzung zu den beiden anderen Dokumenten: Das Abschlusszeugnis nennt Abschluss und Note. Das Transcript of Records listet die einzelnen Module mit Noten und Credit Points auf. Das Diploma Supplement erklärt, was das alles im Systemzusammenhang bedeutet. Die drei ersetzen einander nicht.

In Deutschland ist die Ausstellung seit den Beschlüssen der Kultusministerkonferenz zum Bologna-Prozess vorgesehen – gebührenfrei und ohne gesonderten Antrag, gemeinsam mit dem Zeugnis. In der Praxis wird das nicht überall gleich gehandhabt.

Wann man es braucht – und was tun, wenn es fehlt

Gebraucht wird es bei Bewerbungen auf Stellen im Ausland, bei der Bewerbung um einen Studienplatz an einer ausländischen Hochschule, in Anerkennungsverfahren für reglementierte Berufe und regelmäßig auch bei international tätigen Arbeitgebern in Deutschland, deren Personalabteilung im Ausland sitzt. Innerhalb Deutschlands verlangt es kaum jemand.

Wenn es fehlt, lässt es sich beim Prüfungsamt oder Studierendensekretariat der Hochschule nachfordern – auch Jahre nach dem Abschluss. Hochschulen stellen es in aller Regel nach; je älter der Abschluss, desto eher kann es allerdings dauern oder in einer knapperen Fassung ausfallen, weil die Systembeschreibung des damaligen Jahrgangs rekonstruiert werden muss.

Wenn die Hochschule keines ausstellt – etwa bei sehr alten Abschlüssen oder aufgelösten Einrichtungen –, ist die Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen die übliche Alternative. Sie ordnet einen Abschluss offiziell ein und wird von Behörden und Arbeitgebern anerkannt; sie ist allerdings kostenpflichtig und braucht Bearbeitungszeit.

Ein praktischer Hinweis: Wer ins Ausland geht, sollte Zeugnis, Transcript of Records und Diploma Supplement gemeinsam als beglaubigten Satz vorhalten. Einzelne Dokumente später nachzureichen, verzögert Bewerbungen regelmäßig um Wochen.

Wie sich ein deutscher Abschluss in einer internationalen Bewerbung überhaupt darstellen lässt – jenseits der Formalien –, ist Gegenstand einer Karriereberatung.

Aus der Beratungspraxis: Das Diploma Supplement liegt fast immer im Ordner, ist aber nie gelesen worden. Dabei steht im Abschnitt zum beruflichen Status oft genau die Formulierung, die man in einer Auslandsbewerbung braucht, um den eigenen Abschluss einzuordnen.

Häufige Fragen

Was steht im Diploma Supplement?

Angaben zur Person und zum Abschluss, die Ebene des Abschlusses, Inhalte und Ergebnisse des Studiums, die damit verbundenen Berechtigungen sowie eine Beschreibung des nationalen Hochschulsystems mit Hochschularten, Abschlussebenen und Notensystem. Der letzte Punkt ist der eigentliche Zweck: Er macht ein deutsches Zeugnis im Ausland lesbar.

Kann man das Diploma Supplement nachträglich bekommen?

In der Regel ja. Prüfungsamt oder Studierendensekretariat der Hochschule stellen es auch Jahre nach dem Abschluss aus. Bei sehr alten Abschlüssen oder aufgelösten Einrichtungen ist die kostenpflichtige Zeugnisbewertung der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen die übliche Alternative.

Persönliche Beratung

Was bedeutet das für Ihre Situation?

Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.