Was soll ich studieren, was kann man studieren, welches Studium passt?

Studienwahl und Studienorientierung als Herausforderung

Was soll ich studieren? – die Verzeiflung bei dem Thema Studienentscheidung ist oft groß

 

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Das Abitur ist in der Tasche, die Pläne für eine Weltreise sind gemacht und irgendwann geht es ab an die Uni – so der Plan. „Was soll ich studieren?“, fragt sich so mancher Abiturient. Manchmal ist es auch weniger die Frage nach dem „Was soll ich studieren?“, als vielmehr die Frage „Was kann ich studieren?“ und vor allem, „Wo kann ich studieren?“ oder „Welches Studium passt zu mir?“ oder „Welcher Studiengang verspricht mir einen spannenden Job und eine sichere Zukunft?“ Es ist gar nicht so einfach den Durchblick bei der Studienwahl zu bekommen. Es gibt zwar Fachbeschreibungen, ein Hochschulranking und eine Studiengangsdatenbank, doch ob einen das weiterbringt, darf schon ab und an bezweifelt werden.

Auch ein Studienwahltest bringt nicht immer Licht ins Dunkel von Universitäten, Fachhochschulen, Bachelor- und Master-Studiengängen oder beantwortet gar schnell und konkret die Frage nach dem „Was soll ich studieren?“. Online-Studienwahltests bzw. Selbsttests gibt es vermehrt seit einigen Jahren. Hier unterscheidet man verschiedene Formen und Varianten. Manchen Schülern helfen diese Online-Orientierungstest, andere wiederum verwirren die Test. Selbst wenn der ein oder andere Abiturient mehrere Studiengänge gefunden hat, die ihm scheinbar gefallen, stellen sich die meisten dann die Frage: „In welchen Beruf führt mich dieser Studiengang?

Wie funktioniert überhaupt Studieren in Deutschland bzw. welche Möglichkeiten bei der Studienwahl gibt es überhaupt?

Was kann man studieren?

MIt der Bologna-Reform hat sich das Studiensystem in Deutschland weg von einem einstufigen hin zum zweistufigen System entwickelt. Die 1998 neu eingeführten Studienabschlüsse heißen Bachelor und Master. Ziel der Einführung des neuen Studiensystems war  die Erhöhung der Flexibilität und Wahlmöglichkeit für die Studierenden im Rahmen der Verfolgung individueller Lernziele.

 

Wo kann man studieren?

In Deutschland kann man einen Abschluss an drei verschiedenen Hochschultypen erwerben. Es handelt sich dabei um Universitäten, Hochschulen sowie den Kunst- und Musikhochschulen. Darüber hinaus gibt es Unterschiede hinsichtlich der Träger der Hochschulen. So unterscheidet man  staatliche, private und duale Hochschulen.

Was sind Bachelor- Studiengänge?

Was ist eigentlich ein Bachelor Studiengang? In der Regel handelt es sich dabei um einen Studiengang mit ein oder zwei Fächern. Es gibt Hochschulen, die bieten ein Hauptfach an, das mit mehreren Nebenfächern kombiniert werden kann. Dieser erste akademische Grad genügt für den Berufseinstieg, mit dem auch ein Master Studium absolviert werden kann.

Im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich, in der Gesundheitsbranche, in der Pflege und vielen weiteren Fachrichtungen wird auch das duale Studium angeboten. Das bedeutet, dass die Studenten, neben dem Studium eine Berufsausbildung durchlaufen werden. Insgesamt dauerte diese Form des Studierens drei bis vier Jahre, also sechs bis acht Semester. Am Ende bekommt man den Bachelor verliehen. Welche Abschlüsse kann man mit einem Bachelor erreichen und wie lautet der Titel dann?

  • Bachelor of Arts (B.A.)
  • Bachelor of Science (B.Sc.)
  • Bachelor of Engineering (B.Eng.)
  • Bachelor of Laws (LL.B.)
  • Bachelor of Fine Arts (B.F.A.)
  • Bachelor of Music (B.Mus.) (Studiengänge an Kunst- und Musikhochschulen)
  • Bachelor of Education (B.Ed.) (Studiengänge für Lehramt)

Wie ist ein Bachelor Studium aufgebaut?

Während des Studiums müssen die Studenten ECTS-Punkte sammeln. Das sind Punkte, die den Arbeitsaufwand wiedergeben. Diese Leistungspunkte sind in Europa einheitlich und heißen European Credit Transfer System. Punkte gibt es für verschiedene Referate, Klausuren und Hausarbeiten, die in einem Modul gefordert und zu bestehen sind. Ein Modul gliedert sich in Vorlesungen, Seminaren und Übungen. Die Endnote errechnet sich aus den ECTS-Punkten und der Bachelor Arbeit.

Im Vergleich zu Studiengängen in den 80ern oder 90ern sind die heutigen Bachelor und Master Studiengänge nicht mehr, durch bloße Anwesenheit und wenigen Hausarbeiten zu bewältigen. Wer nebenher Geld verdienen muss, um das Studium zu finanzieren, muss sich darüber im Klaren sein, dass sehr viel Arbeit anstehen wird. Das Bachelor-Studium im der Regelstudienzeit zu absolvieren, setzt einen Arbeitsaufwand von rund 40 Arbeitsstunden pro Woche voraus. Praktika, die bei einem Studium an der Universität angesetzt werden, sind in den Semesterferien zu leisten. Wer an einer Fachhochschule studiert, muss für das Praktikum ein ganzes Semester aufwenden. Es bietet sich zudem die Möglichkeit an, ein Auslandssemester zu belegen oder ein Praktikum im Ausland zu machen.

Wie kann man sich für den Bachelor bewerben?

Zunächst muss geklärt werden, ob ein Studiengang zulassungsbeschränkt ist. Das bedeutet, dass sich sehr viele Bewerber für wenige Studienplätze interessieren und die Auswahl meist über die Noten getroffen wird. Die genauen Zulassungskriterien erfährt man von den Hochschulen und Universitäten direkt. Wichtig ist es, die Fristen für die Bewerbung und die Einschreibung einzuhalten.

 

Was soll ich studieren

Was kann man studieren? – Fachbereiche oder Fächergruppen der Studiengänge

Die Problematik der Beantwortung der Frage nach „Was soll ich studieren?“ wird deutlich druch die riesige Anzahl an verfügbaren Studiengängen. Die in Deutschland aktuell verfügbaren etwa 19.000 Studiengänge gliedern sich in verschiedene Fächergruppen auf. Diese geben einen ersten Anhaltspunkt für eine Studienorientierung.

  • Agrar- und Forstwissenschaften
  • Gesellschafts- und Sozialwissenschaften
  • Ingenieurwissenschaften
  • Kunst, Musik und Design
  • Lehramt
  • Mathematik und Naturwissenschaften
  • Medizin und Gesundheitswissenschaften
  • Sprach- und Kulturwissenschaften
  • Wirtschafts- und Rechtswissenschaften

Was ist ein Master Studiengang?

Mit einem Masterstudium erlangt man im Anschluss an einen Bachelor, ein Diplom-Studiengang oder einen Magister, einen zweiten akademischen Grad. Wer sich in einem Fachgebiet weiter spezialisieren und vertiefen möchte, kann nach ein paar Jahren im Job, den Master machen. Im Durchschnitt dauert das Masterstudium zwei bis vier Semester. In Einzelfällen gibt es die Möglichkeit den Master, nach einem Teilzeitstudium zu  bekommen, was je nach Studium deutlich länger dauert. Für den Berufseinstieg reicht ein Bachelor für gewöhnlich aus. Wer zu Höherem berufen ist und promovieren möchte, braucht ein Masterstudium. Folgende Titel erhält man nach einem erfolgreichen Master-Studium:

  • Master of Arts (M.A.)
  • Master of Science (M.Sc.)
  • Master of Engineering (M.Eng.)
  • Master of Laws (LL.M.)
  • Master of Fine Arts (M.F.A.)
  • Master of Music (M.Mus.) (Studiengänge an Kunst- und Musikhochschulen)
  • Master of Education (M.Ed.) (Studiengänge für Lehramt)

Arten von Masterstudiengängen

Es gibt den konsekutiven Master, der inhaltlich auf das Bachelorstudium aufbaut. Kennzeichnend ist dafür die Vertiefung einzelner Fächer, um sich im Fachbereich zu spezialisieren. Unterschieden wird zwischen dem grundständigen Studium des Bachelors und dem anschließenden postgradualen Studium des Masters.

Der Nicht-konsektuive oder weiterbildenden Master ist von Interesse für Studenten, die nach dem Bachelor-Abschluss Berufserfahrung gesammelt haben. Studiert wird dann ein anderes Fach mit neuen Studieninhalten, also Fähigkeiten und Kenntnisse werden in einem sogenannten interdisziplinären Spezialgebiet vertieft. Unerheblich ist dabei, welchen Bachelor-Abschluss man zuvor gemacht hat. Von Vorteil für dieses Masterstudium ist das Erweitern fachübergreifender Kenntnisse, die in bestimmten beruflichen Positionen unerlässlich sind.

Dann gibt es noch den „Weiterbildenden Master“ für den drei Jahre Berufserfahrung Voraussetzung sind. Der wohl bekannteste Studiengang dazu ist der Master of Business Administration (MBA), der für Positionen im Top-Management mit hoher Führungs- und Budgetverantwortung notwendig ist.
Die dazugehörigen weiterbildenden Master-Studiengänge setzten qualifizierte und berufspraktische Erfahrung voraus. Sie werden oft berufsbegleitend studiert, mitunter gibt es auch die Möglichkeit eines Fernstudiums oder des E-Learnings. In diesen Fällen muss man fokussiert sein und im Auge behalten, dass das Selbststudium viel Disziplin verlangt und Präsenzbesuche an der jeweiligen Einrichtung zu leisten sind. Entsprechende Veranstaltungen an den Hochschulen finden dann an den Wochenenden oder als wöchentliche Blockseminare statt. Die Prüfung muss immer an der Hochschule absolviert werden.

Wer den Master an den Bachelor anschließen möchte, steht vor einer riesigen Auswahl an Angeboten und die Frage, welches Master-Studium passend sein könnte, wird zur richtigen Herausforderung. Helfen kann dabei ein Angebot des „Zeit Campus“. Befragt wurden Studenten, Professoren und Hochschulen zu fast 4000 Masterstudiengängen. Es lohnt sich also einen Blick auf diesen Link zu werfen: https://ranking.zeit.de/che/de/masterranking

Wie kann man sich für das Master-Studium bewerben?

Neben der fachlichen Ausrichtung des Bachelorstudiums bestimmen die  ECTS-Punkte und die Abschlussnote, ob die Voraussetzung für den Masterstudiengang gegeben sind. Es gibt Universitäten, die zudem ein Empfehlungsschreiben und ein Motivationsschreiben anfordern. Empfehlungsschreiben können bei früheren Dozenten angefragt werden. Wie beim Bachelor-Studium auch, gelten Fristen, die unbedingt einzuhalten sind. Und nicht zu vergessen ist die Frage, ob der Studiengang auch staatlich anerkannt ist und welchen Ruf die Hochschule hat.

Helfen kann bei dieser Frage ein Hochschulranking, das ebenfalls die „Zeit Campus“ zur Verfügung stellt. Dort werden die Hochschulen nach 37 unterschiedlichen Bewertungskriterien erfasst, die in folgende acht Themenbereiche eingeteilt sind:

  • Arbeitsmarkt- und Berufsbezug
  • Ausstattung
  • Forschung
  • Internationale Ausrichtung
  • Studienergebnis
  • Studienort und Hochschule
  • Studierende
  • Studium und Lehre

Das Hochschulranking ist über diesen Link einsehbar: https://ranking.zeit.de/che/de/ueberdasranking/kriterien

Neben diesem Ranking gibt es noch eine Reihe anderer Rankings. Aber alle Informationen helfen vielen Abiturienten nicht weiter bei der Entscheidung das richtige passende Studienfach zu wählen.

Was soll ich studieren – eine komplexe Fragstellung!

Neben den harten Fakten, sind es in der Regel die weichen Faktoren, die die Entscheidung für das richtige Studium so schwermachen und die Frage „Was soll ich studieren“ so besonders schwer lösbar erscheinen lassen. Es sind es häufig charakterliche Probleme, die bei der Studienwahl auftreten und diese Entscheidung zur großen Herausforderung werden lassen. Neben diesem Faktor spielen häufig externe Einflüsse auf die Entscheidung eine wesentliche Rolle. Eltern, Freunde, Verwandte, unausgesprochene oder ausgesprochene Erwartungen seitens des sozialen Umfelds machen die Entscheidung für den richtigen Studiengang zu einer echten Herausforderung.

Fragen die bei der Suche nach dem passenden Studiengang hilfreich sein können:

  • Welche Interessen habe ich?
  • Was sind meine beruflichen Ziele?
  • Gibt es Hobbies mit denen ich im Beruf zu tun haben möchte? Was mache ich in meiner Freizeit?
  • Welche Talente und Begabungen habe ich?
  • Welche Schulfächer haben mich besonders interessiert?
  • Worin bin ich gut?
  • Gibt es einen Beruf den ich mir vorstellen kann?
  • Wo will ich studieren?
  • Welcher Beruf oder welches Studium hat Zukunft?
  • Traue ich mir ein Studium zu?
  • Wie finanziere ich ein Studium?
  • Wer kann mir helfen und steht zu Gesprächen bereit?
  • Wie wichtig ist mir der Ruf einer Hochschule?
  • Was kann ich studieren hinsichtlich der Zulassung zum Studium (NC)
  • Was macht mir Spaß?
  • Wofür engagiere ich mich oder setze ich mich ein?
  • Welche Traumberufe hatte ich?
  • Womit habe ich gern zu tun oder beschäftige ich mich gerne?
  • Womit wollte ich nie zu tun haben, was hat mir nie gelegen?
  • Welche Neigungen habe ich?
  • Wofür stehe ich ein, welche Ideale verfolge ich?
  • Was sind meine beruflichen und privaten Ziele?
  • Was empfehlen Eltern, Freunde und Bekannte?

Konkrete Tipps zur Studienwahl

Die Frage nach der Wahl des richtigen Studiengangs und die Beantwortung der Frage Was soll ich studieren? kann einem ganz schön Kopfschmerzen bereiten. Jeder findet auf seine Art und Weise eine Lösung, der Eine schneller, der Andere braucht etwas länger dafür. Neben den oben aufgeslisteten Informationen hier nun abschließend ganz konkrete Tipps die bei der Entscheidung hilfreich sein können.

  1. Sprechen Sie mit ganz vielen Menschen! Löchern und nerven Sie alle Menschen in Ihrem näheren und weiteren Umfeld und fragen sie, wie deren Entscheidung bei der Studienwahl abgelaufen ist, welche Erfahrungen sie gemacht haben und welche Empfehlungen sie aufgrund ihrer Erfahrung an sie weitergeben können. So erscheinen manche Dinge anders und vielleicht gar nicht mehr so dramatisch wie sie ohne Gespräche erschienen sind. Sie werden zumindest erkennen, dass die Frage nach Was soll ich studieren? alle Abiturienten früher wie heute bewegt hat und dass alle eine gute Lösung gefunden haben.
  2. Besuchen Sie Berufsmessen und Studienmessen! Diese Messen sind eine weitere gute Möglichkeit breitgefächerte Informationen zu sammeln. Dort treffen Sie auf Hochschulen, potentielle Arbeitgeber, Verbände, NGO´s, Sozialverbände, Beratungsunternehmen … Hier auf diesen Schülermessen ist ein direkter Austausch mit Vertretern der Aussteller möglich.
  3. Nutzen Sie die Möglichkeit zu einem Schnupperstudium oder Studium auf Probe! Ein Schnupperstudium bietet die Möglichkeit das Studentenleben und das Leben auf dem Campus kennenzulernen und erste tiefergehende Informationen zum Traumfach zu bekommen. Auch hier gilt: nehmen Sie die Chance wahr und sprechen Sie mit vielen Studierenden und fragen nach deren Erfahrungen, Tipps und Empfehlungen!
  4. Machen Sie einen Online-Studienwahltest! Eine Online-Test wird Ihnen wahrscheinlich keine 100% Lösung bieten, aber vielleicht dient er einer ersten groben Orientierung. Vielleicht können Sie dadurch eine Reihe von Ideen ausschließen oder kommen auf einen Weg, an den Sie bisher noch nicht gedacht haben!
  5. Machen Sie eine Studienberatung! Nutzen Sie die Angebote der Hochschulen oder der Agentur für Arbeit und lassen sich beraten. Wenn Sie bereit sind auch Geld für die Beratung zu investieren, sollten Sie über eine private kostenpflichtige Beratung nachdenken.

Als Experten bei Fragestellung „Was soll ich studieren?“ können wir Ihnen gerne dabei behilflich sein. Mit unserer professionellen Studienberatung helfen wir jährlich vielen Abiturienten zielführend bei dieser Entscheidung. Sprechen Sie uns an! Gleiches gilt auch für eine professionelle Berufsberatung bei der Herausforderung: Was soll ich werden!

 

Thema dieses Beitrags: Was soll ich studieren? Abitur und dann? Welches Studium passt zu mir?