Beruf · Klassisches Bauhandwerk⚡ HWK-Beruf · Höchste Bauhandwerk-Vergütung · Neu geordnet seit August 2026

Maurer/in: Ausbildung, Gehalt und Karriere

Maurer ist der klassische Bauhandwerksberuf Deutschlands – einer der ältesten und traditionsreichsten Berufe überhaupt. Vom Einfamilienhaus über den mehrgeschossigen Wohnungsbau bis zur Industriehalle: Maurer errichten die Rohbauten unserer gebauten Welt. Mit ~5.500 Neuverträgen 2025 leidet das Bauhandwerk unter dramatischem Fachkräftemangel – die Karrierechancen sind exzellent. Der zweistufige Aufbau ist eine Besonderheit: Nach 2 Jahren kann man bereits als Hochbaufacharbeiter abschließen, das 3. Jahr führt zum vollwertigen Maurer-Gesellen. Mit dem allgemeinverbindlichen Bautarif ist die Vergütung eine der höchsten im Handwerk – schon in der Ausbildung 950–1.640 €. Wir zeigen Aufgaben, sechs Branchen, das RIASEC-Profil RC und Karrierewege bis zum Maurermeister mit eigenem Bauunternehmen.

Neuordnung
Der Ausbildungsberuf Maurer/in wurde neu geordnet: Ab dem 1. August 2026 gilt eine modernisierte Ausbildungsordnung – mit neuer Struktur, gemeinsamem Grundjahr und mehr Durchlässigkeit zwischen den Bauberufen. Alle modernisierten Ausbildungsberufe 2025/26 im Überblick →
~5.500
Neue Verträge 2025
950–1.640€
Ø Ausbildungsvergütung Monat
3 Jahre
Reguläre Ausbildungsdauer
95,8%
Übernahmequote (Fachkräftemangel)
Steckbrief

Kurzüberblick: Maurer/in

Maurer/innen errichten Bauwerke aus Steinen, Beton und Mörtel – Außen- und Innenwände, Geschossdecken, Treppen, Fundamente, Schornsteine. Anders als der Tischler (Holz) oder der Maler (Oberflächen) ist der Maurer der Rohbau-Spezialist. Mit der neuen Ausbildungsordnung (in Kraft seit dem 1. August 2026) ist die Maurer-Ausbildung weiterhin in zwei Stufen aufgebaut: nach 2 Jahren Abschluss als Hochbaufacharbeiter, nach 3 Jahren als vollwertiger Maurer-Geselle. Wer sich selbstständig machen will, muss den Maurermeister haben – Maurer steht auf der Anlage A der Handwerksordnung („zulassungspflichtiges Handwerk"). Mit dem allgemeinverbindlichen Bautarif und Wachstumsmarkt (Wohnungsbau-Mangel, Sanierungs-Welle) sind die Aussichten exzellent.

Maurer: Die Ausbildung dauert 3 Jahre und wird mit 950–1.640 € im Monat vergütet. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt bei 36.000–48.000 € brutto im Monat. Der Beruf steht 2025 unter Beobachtung der Bundesagentur für Arbeit. Im Beruf liegt das Medianentgelt bei 3.894 € brutto im Monat (Vollzeit, Bundesagentur für Arbeit).

Auf einen Blick

Alle Eckdaten

BerufMaurer/in
Ausbildungsdauer3 Jahre, gestreckte Prüfung (2+1)
Ausbildungsvergütung950–1.640 € (allgemeinverbindlicher Bautarif)
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung36.000–48.000 € brutto im Monat
Medianentgelt im Beruf3.894 € brutto im Monat (Median, Vollzeit; mittlere 50 Prozent 3.280 bis 4.401 €), Bundesagentur für Arbeit
ZugangHauptschule (65 %), mittlere Reife (25 %)
Abschluss und PrüfungHWK (Handwerk, nicht IHK!)
LernorteBaustellen, Bauunternehmen, Tiefbau, Sanierung
RIASEC-InteressencodeRC – Realistic · Conventional
KI-Risiko21 Prozent automatisierbar, Platz 429 von 478
Fachkräftelagelaut Bundesagentur für Arbeit unter Beobachtung (2025)
Neue Ausbildungsverträge 20252.721 (BIBB)
ZukunftsscoreNote B, 60 von 100
Was macht ein Maurer?

Aufgaben & Arbeitsalltag

Maurer errichten den Rohbau – das tragende Skelett jedes Gebäudes. Sie arbeiten überwiegend draußen auf Baustellen, bei Wind und Wetter, mit verschiedensten Baustoffen: Klinkersteine, Kalksandsteine, Porenbeton, Hochlochziegel, Beton, Stahlbeton, Mörtel. Während Maler die Oberflächen gestalten, baut der Maurer die Bausubstanz selbst. Die Ausbildungsordnung definiert neun zentrale Tätigkeitsfelder im Maurer-Beruf.

1

Mauerwerksbau

Wände aus Mauersteinen errichten: Klinker, Kalksandstein, Porenbeton, Lochziegel. Verbände kennen (Läufer-, Binder-, Blockverband), Lot und Flucht halten.

2

Betonarbeiten

Schalungen bauen, Bewehrung verlegen, Beton einbringen, verdichten, nachbehandeln. Stahlbetonbauteile herstellen.

3

Putzarbeiten

Innen- und Außenputz auftragen: Kalkputz, Zementputz, Gipsputz, Edelputz. Glätten, abreiben, strukturieren.

4

Estrich- & Bodenarbeiten

Estriche herstellen (Zement-, Anhydrit-, Gussasphalt-Estrich), Untergründe für Bodenbeläge vorbereiten, Trittschalldämmung einbauen.

5

Wärmedämmung & Schallschutz

Wärmedämmung einbauen (WDVS, Kerndämmung), Schallschutz nach DIN 4109, Feuchteschutz, Sperrschichten.

6

Treppen, Schornsteine, Sonderbauteile

Geschosstreppen aus Mauerwerk oder Beton, Schornsteine, Kamine, Erker, gewölbte Bauteile, Sonderkonstruktionen.

7

Sanierung & Restaurierung

Altbau-Sanierung, Mauerwerksrestaurierung, Trockenlegungen, Risssanierung, Denkmalpflege (Sonderqualifikation).

8

Baustellen-Organisation

Materiallisten erstellen, Baustellen-Logistik, mit anderen Gewerken abstimmen (Zimmerer, Elektriker, Heizungsbauer), Pläne lesen.

9

Sicherheit & Arbeitsschutz

BG BAU-Vorschriften einhalten, Absturzsicherung, Gerüstbau-Grundlagen, Ladungssicherung. Bauberuf hat eine der höchsten Unfallraten.

Neuordnung 2026 · zwei Stufen, eine gestreckte Prüfung

Neu geordnet seit August 2026: Hochbaufacharbeiter (2 J.) → Maurer (3 J.)

Die Maurer-Ausbildung folgt seit dem 1. August 2026 einer neuen Ausbildungsordnung, die die Stufenausbildungsverordnung von 1999 ablöst – die zwei Stufen bleiben erhalten. Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung liegt am Ende des zweiten Jahres und ist zugleich der Abschluss als Hochbaufacharbeiter; Teil 2 folgt am Ende des dritten Jahres und führt zum Maurer-Gesellen.

Mit der Neuordnung kommen drei Schwerpunkte dazu: Nachhaltigkeit und Klimaschutz (Wärmedämmung, Energieeffizienz), das Bauen im Bestand – Sanierung, Umbau und energetische Ertüchtigung machen einen wachsenden Teil der Aufträge aus – und digitale Methoden wie Building Information Modeling (BIM) und digitales Aufmaß. Die Ordnungen sind zudem materialoffen formuliert, damit neue, nachhaltige Baustoffe eingesetzt werden können. Alle 19 neu geordneten Bauberufe stehen in der Übersicht der modernisierten Ausbildungsberufe. Diese Konstruktion ermöglicht es, schon nach 2 Jahren mit einem anerkannten Berufsabschluss zu arbeiten – wer früh Geld verdienen will oder unsicher ist, hat eine Ausstiegsoption. Die meisten Auszubildenden gehen aber direkt durch zum vollwertigen Maurer.

Stufe 1: Hochbaufacharbeiter (Jahre 1-2)

Grundlagen aller Hochbauberufe gemeinsam: Mauerwerksbau, Betonarbeiten, Schalung, Putz, Baustofflehre. Nach 2 Jahren vollwertiger Berufsabschluss möglich.

Stufe 2: Maurer-Spezialisierung (Jahr 3)

Vertiefung Maurer-Schwerpunkte: komplexe Mauerwerkskonstruktionen, Sanierung, Sonderbauteile, Treppen, Restaurierung. Abschluss als Maurer-Geselle.

Verwandte Bauberufe nach Stufe 1

Nach dem Hochbaufacharbeiter sind auch andere Spezialisierungen möglich: Beton- und Stahlbetonbauer, Feuerungs- und Schornsteinbauer, Trockenbaumonteur.

Branchen

In welcher Branche soll ich anfangen?

Die Wahl des Bauunternehmens prägt die Karriere fundamental. Wer im klassischen Mittelstands-Bauunternehmen anfängt, lernt Breite (Wohnungsbau, Sanierung, kleinere Gewerbebauten). Wer bei einem Konzern anfängt, lernt Großprojekte. Wer in der Denkmalpflege anfängt, lernt höchste Handwerkskunst. Hier die sechs wichtigsten Branchen.
WOHN

Wohnungsbau (Mittelstand)

Klassischer Wohnungsbau, Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser. Familienbetriebe mit 10-50 Mitarbeitern. Klassischer Lehrbetrieb (~50 %).

GEWERB

Gewerbe- & Industriebau

Industriehallen, Bürogebäude, Lagerhallen. Größere Baustellen mit längerer Bauzeit, oft Generalunternehmer-Strukturen.

KONZ

Bau-Konzerne

Strabag, Hochtief, Goldbeck, Max Bögl. Großprojekte (Hochhäuser, Tunnel, Brücken, Stadien). Tarifvergütung Top-Niveau, internationale Karriere möglich.

SAN

Sanierung & Modernisierung

Altbau-Sanierung, Denkmalschutz, energetische Sanierung. Wachstumsmarkt durch Sanierungs-Welle und KfW-Förderung. Hohe Wertschöpfung.

DENK

Denkmalpflege / Restaurierung

Burgen, Schlösser, Kirchen, denkmalgeschützte Altbauten. Höchste handwerkliche Tiefe, oft mit Restaurator-Weiterbildung. Sehr spezialisiert.

SELB

Selbstständiger Mittelstand

Eigener Maurermeister-Betrieb mit 1–15 Mitarbeitern. Lokale Bauvorhaben, sehr lukrativ in Wachstumsregionen. Ziel vieler Meister-Absolventen.

Voraussetzungen & Eignung

Passt dieser Beruf zu dir?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bringen laut BIBB 52 % höchstens einen Hauptschulabschluss mit, 33 % einen mittleren Abschluss und 13 % Abitur oder Fachhochschulreife. Bei größeren Bauunternehmen und in Konzernen wird tendenziell Realschule erwartet. Wichtiger als Schulnoten sind körperliche Belastbarkeit, Wetterhärte und Schwindelfreiheit – Maurer arbeiten bei jedem Wetter draußen und teils auf Gerüsten in großer Höhe.

Formale Voraussetzungen

  • Hauptschulabschluss ist der häufigste Abschluss der neuen Azubis (52 %), mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss starten 52 % (BIBB)
  • Bei Bau-Konzernen meist Realschule oder mehr erwartet
  • Gute Noten in Mathematik (Bauphysik), Werken/Technik
  • Räumliches Vorstellungsvermögen (Baupläne lesen)
  • Gesundheitliche Eignung (G42-Untersuchung bei Asbest-Sanierung)
  • Schwindelfreiheit für Arbeiten auf Gerüsten
  • Keine Allergie gegen Zement (Chromat-Ekzem-Risiko)

Persönliche Eigenschaften

  • Hohe körperliche Belastbarkeit – heben (Steine bis 25 kg), schweres Werkzeug
  • Wetterhärte – draußen arbeiten bei Hitze, Kälte, Regen, Schnee
  • Schwindelfreiheit – Gerüst-Arbeit Pflicht
  • Handwerkliches Geschick – Lot, Wasserwaage, präzises Arbeiten
  • Räumliches Vorstellungsvermögen – Baupläne in 3D umsetzen
  • Teamfähigkeit – Bauen ist Teamarbeit
  • Sicherheitsbewusstsein – Bauunfälle haben oft schwere Folgen
  • Frühaufsteher-Mentalität – Baustellen starten um 7 Uhr
R
C

RIASEC-Profil: RC – Realistic · Conventional

Das wissenschaftlich validierte RIASEC-Profil des Maurers ist klar definiert: Realistic (handwerklich-praktisches Arbeiten mit Steinen, Mörtel, Werkzeugen, körperlicher Einsatz auf Baustellen) als dominante Primärdimension. Ergänzt durch Conventional (exakt nach Bauplan arbeiten, DIN-Normen einhalten, Lot und Flucht beachten, strukturierte Bauabläufe). Im Vergleich zum Tischler (RAI) ist C statt A dominant – Maurer arbeiten weniger gestalterisch-kreativ, mehr nach festen Plänen. Im Vergleich zum Anlagenmechaniker SHK (RIC) ist die I-Komponente schwächer – weniger analytische Problemlösung, mehr körperliche Routine. Maurer ist einer der „reinsten" R-Berufe – wer gerne ohne viel theoretische Analyse mit den Händen arbeitet, ist hier richtig.

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Money Talk

Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt

Die Maurer-Vergütung ist eine der höchsten im Handwerk – deutlich höher als Tischler, Maler, Bäcker oder Friseur. Der Tarifvertrag Bauwirtschaft (Bundesrahmentarif) ist allgemeinverbindlich – das heißt, alle Bauunternehmen in Deutschland müssen mindestens nach Tarif zahlen. Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Handwerksbranchen mit niedriger Tarifbindung. Im 3. Lehrjahr verdienen Maurer-Azubis schon bis zu 1.640 € – das ist Top-Niveau aller Ausbildungsberufe. Nach dem Meister explodieren die Möglichkeiten – als Bauunternehmer 60.000–300.000 € jährlicher Gewinn realistisch.

Ausbildungsvergütung 2025 (allgemeinverbindlicher Bautarif)

Lehrjahr
Tarif West
Tarif Ost
Bandbreite real
1. Jahr
~950 €
~920 €
880–1.050 €
2. Jahr
~1.330 €
~1.300 €
1.250–1.430 €
3. Jahr
~1.640 €
~1.580 €
1.530–1.750 €

Werte gerundet. Quellen: Bundesrahmentarifvertrag Bauwirtschaft 2025 (allgemeinverbindlich), Mindestausbildungsvergütung 2025, BIBB-Vergütungserhebung 2025. Wichtig: Allgemeinverbindlichkeit schützt vor Untertarif. Zusätzlich: Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, witterungsbedingter Lohnausgleich (Saison-Kurzarbeitergeld).

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Maurer-Geselle
36.000–48.000 €
Brutto/Jahr nach Bautarif
Polier / Vorarbeiter
45.000–62.000 €
Mit Personalverantwortung
Maurermeister / Bauunternehmer
55.000–300.000 €
Eigener Betrieb: hohe Bandbreite
Verlauf

Ausbildungsablauf: Was passiert in den 3 Jahren?

Die Ausbildung folgt der seit dem 1. August 2026 geltenden Ausbildungsordnung der Bauwirtschaft mit überbetrieblicher Ausbildung: 3–4 Tage pro Woche im Bauunternehmen, 1 Tag in der Berufsschule plus zusätzliche Blockwochen im überbetrieblichen Ausbildungszentrum (z.B. AGV BAU, Bauindustrie-Akademien). Eine Besonderheit: Nach 2 Jahren erfolgt eine Prüfung mit vollwertigem Abschluss als Hochbaufacharbeiter, danach das 3. Spezialisierungsjahr zum Maurer.

1. Jahr

Grundlagen aller Bauberufe

Baustofflehre (Steine, Mörtel, Beton), einfaches Mauerwerk, Schalungsbau, Baustellen-Sicherheit, überbetriebliche Lehrgänge (8–12 Wochen).

Mitte 2. J.

Keine separate Zwischenprüfung mehr

Die frühere Zwischenprüfung entfällt: Der Leistungsstand wird über Teil 1 der Abschlussprüfung am Ende des zweiten Jahres erfasst.

Ende 2. J.

Teil 1 der Abschlussprüfung: Hochbaufacharbeiter

Schriftliche und praktische Prüfung. Vollwertiger Berufsabschluss nach 2 Jahren möglich – Ausstiegsoption für unentschlossene Auszubildende.

3. Jahr

Maurer-Spezialisierung

Komplexere Mauerwerks-Konstruktionen, Treppen, Schornsteine, Sanierung, Altbau-Restaurierung, Sonderbauteile.

Ende

Teil 2 der Abschlussprüfung: Gesellenprüfung Maurer

Schriftliche Prüfungen (Bautechnik, Baustoffe, Bauphysik, WiSo) plus praktische Prüfung: Mauer-Werkstück mit allen Kompetenzen in 8 Stunden vor HWK-Prüfungsausschuss. Abschluss: „Maurer/in".

Wann ist deine Prüfung? Läuft deine Ausbildung über die IHK, schreibst du die schriftliche Zwischen- und Abschlussprüfung meist an bundesweit festen Terminen – alle Termine bis Winter 2027/28 stehen in unserer Übersicht IHK-Prüfungstermine 2026/2027. Ist eine andere Stelle zuständig, etwa die Handwerkskammer, legt sie die Termine selbst fest.

Nach der Ausbildung

Karrierewege: Vom Maurer zum Bauunternehmer

Die Maurer-Ausbildung ist einer der unternehmerischsten Bauberufe – viele Maurer werden später selbstständig mit eigenem Bauunternehmen. Vier Hauptwege sind typisch: die Polier-Karriere auf der Baustelle, die Selbstständigkeits-Karriere mit Maurermeister, die Bauleiter-Karriere (mit Studium oder Techniker), und die Konzern-Karriere in großen Bauunternehmen.

Selbstständigkeits-Karriere

Klassischer und finanziell stärkster Weg im Bauhandwerk.

  • Maurermeister (HWK, DQR 6 = Bachelor)
  • Eigener Bauunternehmen (1–5 Mitarbeiter)
  • Mittelständisches Bauunternehmen (10–50 MA)
  • Generalunternehmer mit Nachunternehmern
  • Inhaber-Gewinn 55.000–300.000 €

Polier-Karriere

Klassischer Aufstieg auf der Baustelle mit Personalverantwortung.

  • Vorarbeiter
  • Werkpolier (BG BAU-Lehrgang)
  • Geprüfter Polier (IHK, DQR 5)
  • Bauleiter (mit Polier oder Techniker)
  • Oberbauleitung Großbaustellen

Studium nach der Ausbildung

Mit Meister oder 3 Jahren Berufserfahrung uneingeschränkte Hochschulzugangsberechtigung.

  • Bauingenieurwesen (B.Eng.)
  • Architektur (B.A./B.Sc.)
  • Bautechnik / Bauwirtschaft
  • Holz- und Bautechnik
  • Restaurierung (HAWK Hildesheim, FH Potsdam)

Spezialisierungen & Konzern-Karriere

Mit Maurer-Hintergrund öffnen sich viele Spezialgebiete.

Sie sind bereits in der Ausbildung und planen den nächsten Schritt? Eine berufliche Neuorientierung oder Studienberatung hilft bei der fundierten Karriereplanung.

Ehrlicher Blick

Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen

Maurer ist einer der traditionsreichsten und sichersten Handwerksberufe – aber auch einer der körperlich anspruchsvollsten und gefährlichsten.

Was für den Beruf spricht

  • Höchste Vergütung im Handwerk-Bereich (3. Lehrjahr 1.640 €!)
  • Allgemeinverbindlicher Bautarif schützt vor Untertarif
  • Sehr hohe Selbstständigkeits-Aussichten (eigener Betrieb)
  • Inhaber-Einkommen bis 300.000 € möglich
  • Sichtbare Ergebnisse – Gebäude bleibt 80+ Jahre stehen
  • Krisensicher – Wohnungsbau-Mangel, Sanierungs-Welle
  • Wachstumsmarkt durch Energiewende und KfW-Förderung
  • Aufstiegs-BAföG übernimmt Meisterkurs-Kosten

Was Sie wissen sollten

  • Sehr körperlich anstrengend – Maurer haben die höchste Verschleißrate aller Berufe
  • Wetterabhängig – Arbeiten bei Hitze, Kälte, Regen, Wind
  • Hohes Unfall-Risiko (Absturz, Quetschungen, Lärm)
  • Saison-Kurzarbeit im Winter (witterungsbedingt)
  • Zementekzem-Risiko (Chromat-Allergie)
  • Frauenanteil laut BIBB: 2 % der neuen Azubis
  • Berufsunfähigkeitsrisiko hoch (Rückenleiden ab 50)
  • Konkurrenz durch Bauarbeiter aus EU-Ostländern
Berufsvergleich

Maurer vs. ähnliche Bauhandwerks-Berufe

Drei verwandte Bauberufe werden häufig mit dem Maurer verglichen. Diese Tabelle zeigt die zentralen Unterschiede.

Kriterium
Maurer/in
Beton- und Stahlbetonbauer
Zimmerer/in
Schwerpunkt
Mauerwerk, Putz, Sanierung
Stahlbeton, Schalung, Bewehrung
Dachstühle, Holzbau
Aufsicht
HWK (Handwerk)
HWK (Handwerk)
HWK (Handwerk)
Dauer
3 Jahre (zweistufig)
3 Jahre (zweistufig)
3 Jahre
Empfohlener Abschluss
Hauptschule (65%)
Hauptschule (60%)
Hauptschule/Realschule
Ø Vergütung 1. J.
~950 €
~950 €
~900 €
Werkstoff
Stein, Mörtel, Putz
Stahlbeton
Holz
Selbstständigkeit
Meisterzwang
Meisterzwang
Meisterzwang
RIASEC-Profil
RC
RC (sehr ähnlich)
RI (mehr Statik)
Höchster Karriereweg
Maurermeister, Bauunternehmer
Polier, Spezialist Hochhausbau
Zimmerermeister, Holzbau-Unternehmer
Expertenstimmen

Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken

Jan Bohlken

Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom

„Maurer ist arbeitsmarkt-strategisch ein unterschätzter Karriere-Beruf: Während der Akademisierungswahn alle in den Hörsaal treibt, leidet das Bauhandwerk unter dramatischem Fachkräftemangel. Maurermeister mit eigenem Bauunternehmen verdienen oft mehr als promovierte Akademiker. In meiner Praxis sehe ich Maurermeister mit 6 Mitarbeitern, die 150.000–250.000 € Inhaber-Gewinn jährlich erzielen – steuerlich optimiert sogar mehr. Mein Rat aus Beratungspraxis: Direkt nach 2–3 Gesellenjahren den Maurermeister machen (Aufstiegs-BAföG zahlt fast alles!), eine Nische besetzen (Sanierung, Denkmalpflege, Premium-Einfamilienhausbau) und sich auf Wachstumsregionen konzentrieren. Mit dieser Strategie ist eine sechsstellige Vergütung absolut realistisch. Aber: Der Beruf ist körperlich extrem fordernd – wer mit 50 noch maurern muss, ist im Karriereplan gescheitert. Bis Mitte 40 sollte man im Büro/Bauleitung angekommen sein."

Raphaela Peitsch

Raphaela Peitsch

Diplom-Psychologin · Fachlicher Beirat

Einstellungstest

Einstellungstest Maurer/in: Was im Auswahlverfahren geprüft wird

In Handwerk und Industrie prüft der Einstellungstest vor allem, ob die Grundlagen für die Berufsschule sitzen: Rechnen mit Einheiten und Formeln, technisches Verständnis und räumliches Denken. Größere Industriebetriebe testen oft online, kleinere Betriebe setzen eher auf ein Probearbeiten.

RechnenhochSprachegeringLogikmittelKonzentrationmittelAllgemeinwissengeringTechnikhochPersönlichkeitgering

Typische Schwerpunkte im Einstellungstest für Maurer/in – redaktionelle Einschätzung nach Berufsfeld. Verbindlich ist, was der Betrieb in der Einladung mitteilt.

Diese Testteile sollten Sie üben

  • Rechnen – Typisch für diesen Beruf: Maßeinheiten, Umrechnungen, Dreisatz und Formeln. Meist ohne Taschenrechner und mit knapper Zeit.
  • Technisches Verständnis und räumliches Denken – Zahnräder, Hebel, Stromkreise und Figurenaufgaben – mit eigenem Trainer für Matrizen, Würfelaufgaben und Zahnräder.
  • Logik – Zahlenreihen und Buchstabenreihen, Analogien und Schlussfolgerungen – der Testteil, der einem Intelligenztest am nächsten kommt.
  • Konzentration und Merkfähigkeit – Zeichen zählen, Daten abgleichen, Listen merken – einfache Aufgaben in großer Zahl, bei denen Tempo und Sorgfalt zählen.

Typischer Zugang: Hauptschule (65 %), mittlere Reife (25 %). Die Aufgaben orientieren sich meist am Stoff bis zur 9. oder 10. Klasse – wer Bruchrechnung, Dreisatz und Prozent sicher beherrscht, ist gut aufgestellt.

Der Ausbildungsmarkt spricht für Bewerberinnen und Bewerber: 2025 blieben bundesweit 837 Plätze unbesetzt, dem standen 105 unversorgte Bewerber ohne Alternative gegenüber. Der Test dient hier oft eher der Einstufung als dem harten Aussieben – eine solide Vorbereitung verschafft trotzdem die bessere Ausgangsposition bei beliebten Betrieben. (Quelle: BIBB, Erhebung zum 30.09.2025)

Das typische Interessenprofil für diesen Beruf ist RC – vor allem praktisch-technisch und ordnend-verwaltend. Genau solche Interessen fragen viele Betriebe im Persönlichkeits- und Interessenteil des Einstellungstests ab. Ob Ihr eigenes Profil passt, zeigt der kostenlose Berufswahltest.

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Zukunftsprofil

Zukunftsaussichten Maurer/in: Wie robust ist der Beruf?

Vier belastbare Kennzahlen statt Bauchgefühl – und ein daraus errechneter Zukunftsscore. Alle Werte stammen aus amtlichen Quellen oder aus unserer eigenen, offengelegten Auswertung.

BZukunftsscore 60 von 100drei gewichtete Dimensionen, Methodik unten offengelegt
KI-Risiko21 %der Kerntätigkeiten sind automatisierbar · Platz 429 von 478 Berufen · geringe Automatisierbarkeit
FachkräftelageUnter BeobachtungBA-Engpassanalyse 2025 · Berufe im Maurerhandwerk (Fachkräfte) · 2,7 Arbeitsuchende je gemeldete Stelle · Vakanzzeit 103 Tage
Neue Ausbildungsverträge 20252.721BIBB, Stichtag 30. September · gegenüber 2024 +6,6 % · gegenüber 2019 -25,5 %
Ausbildungsmarkt837unbesetzte Ausbildungsplätze 2025 · dazu 105 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber · Stellenüberhang 29,6 % der Nachfrage

Dieser Beruf gehört zu den robusteren im Vergleich. Der Kern der Arbeit besteht aus Tätigkeiten, die sich schlecht in Regeln fassen lassen: Handarbeit am Objekt, Arbeit an und mit Menschen oder Entscheidungen unter wechselnden Bedingungen. Software übernimmt hier vor allem Dokumentation und Planung, nicht die Tätigkeit selbst. Wichtig bleibt die Leserichtung: Der Wert misst, was technisch möglich wäre, nicht was ein Betrieb tatsächlich tut. Kosten, Tarif, Regulierung und Kundenerwartung entscheiden mit. Die Bundesagentur für Arbeit führt die Berufsgruppe „Berufe im Maurerhandwerk“ 2025 nicht als Engpassberuf, aber unter Beobachtung – auf eine gemeldete Stelle kommen rechnerisch 2,7 Arbeitsuchende. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist seit 2019 um 25,5 % gesunken – der Jahrgang schrumpft schneller als der Ausbildungsmarkt insgesamt.

Methodik. Zukunftsscore: KI-Risiko (invertiert) 45 %, Fachkräftelage 35 %, Entwicklung der Ausbildungsverträge 20 %; A+ ab 85, A ab 76, B+ ab 68, B ab 60, C+ ab 52, C ab 44, darunter D. Der Ausbildungsmarkt wird bewusst nur informativ ausgewiesen und fließt nicht in den Score ein.
Quellen: Automatisierbarkeit – eigene Auswertung von 478 Berufen auf Basis von IAB, ZEW/Frey-Osborne und WEF, Methodik im Automatisierbarkeits-Check. Fachkräftelage – Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. Ausbildungsverträge und Ausbildungsmarkt – BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2025. Stand: September 2026.

Ausbildung in Zahlen

Maurer/in: wie viele durchhalten, wie viele bestehen und wer die Ausbildung macht

Die drei Fragen, die Eltern und Schüler am häufigsten stellen – beantwortet mit den amtlichen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Vorzeitig gelöste Verträge29 %Von 100 begonnenen Ausbildungsverträgen werden rund 29 vor dem Ende gelöst · Schnitt aller Berufe 29 %. Nicht jede Lösung ist ein Abbruch – viele wechseln nur den Betrieb oder den Beruf.
Abschlussprüfung bestanden85 %der Prüfungsteilnehmenden haben die Abschlussprüfung 2024 bestanden · Schnitt aller Berufe 91 %
Frauenanteil2 %der neuen Azubis 2024 sind Frauen · 2.667 neue Verträge · Schnitt aller Berufe 36 %

Mit welchem Schulabschluss Azubis wirklich starten

  • Ohne oder mit Erstem Schulabschluss (Hauptschule): 52 %
  • Mittlerer Schulabschluss: 33 %
  • Abitur oder Fachhochschulreife: 13 %
  • Im Ausland erworben: 2 %

Die meisten neuen Azubis starten ohne oder mit Erstem Schulabschluss (52 %). Diese Zahlen zeigen, mit welchem Abschluss Betriebe tatsächlich einstellen – nicht, was die Ausbildungsordnung verlangt.

Damit du nicht zu den 29 % gehörst

Ein großer Teil der Vertragslösungen passiert früh, oft schon in der Probezeit – meist, weil Beruf oder Betrieb nicht passen. Prüfe vorher, ob dieser Beruf zu deinen Interessen und Stärken passt: kostenlos im Berufswahltest oder persönlich in unserer Berufsberatung.

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Quelle. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024; Werte für „Maurer/-in“. Vertragslösungsquote nach dem Schichtenmodell des BIBB; Prüfungserfolg als Erfolgsquote II (Anteil der Prüfungsteilnehmenden mit bestandener Abschlussprüfung); Schulabschluss und Frauenanteil bezogen auf die neu abgeschlossenen Verträge. Schnitt aller Berufe: eigene Berechnung, gewichtet nach Neuverträgen.

Häufige Fragen

Maurer-Ausbildung – FAQ

Zum 1. August 2026 gelten für 19 Bauberufe neue Ausbildungsordnungen – 16 dreijährige und drei zweijährige. Die wichtigsten Änderungen: die gestreckte Abschlussprüfung (Teil 1 am Ende des zweiten Jahres, zugleich Abschluss als Hochbaufacharbeiter; Teil 2 am Ende des dritten Jahres), mehr Nachhaltigkeit und Bauen im Bestand sowie digitale Methoden wie BIM. Die zwei Stufen bleiben erhalten: Wer nach zwei Jahren aufhört, hat einen vollwertigen Abschluss; wer weitermacht, wird Maurer-Geselle. Verwandte Spezialisierungen nach Teil 1: Beton- und Stahlbetonbauer, Feuerungs- und Schornsteinbauer, Trockenbaumonteur.

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bringen 65 % der Auszubildenden Hauptschulabschluss mit, 25 % mittlere Reife, 10 % Abitur. Bei Bau-Konzernen (Strabag, Hochtief, Goldbeck) und größeren Unternehmen wird tendenziell Realschule erwartet. Wichtig: gesundheitliche Eignung mit Hauttest auf Chromat-Allergie (Zementekzem-Risiko). Schwindelfreiheit für Gerüst-Arbeiten. Gute Noten in Mathematik (Bauphysik, Mengenermittlung) und Werken/Technik.

Maurer hat die höchste Ausbildungsvergütung im Handwerk: nach allgemeinverbindlichem Bautarif West 2025 ~950 € im 1., 1.330 € im 2. und 1.640 € im 3. Lehrjahr. Im Osten ~30–60 € niedriger. Das ist Top-Niveau aller Ausbildungsberufe – damit verdient ein Maurer-Azubi im 3. Jahr mehr als ein Bankkaufmann oder Industriekaufmann. Vorteil: Der Tarifvertrag ist allgemeinverbindlich – alle Bauunternehmen müssen mindestens nach Tarif zahlen. Zusätzlich: Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, witterungsbedingter Lohnausgleich.

Beide sind HWK-Bauberufe mit zweistufigem Aufbau (3 Jahre), gleicher Vergütung, Meisterzwang. Der Unterschied: Maurer konzentriert sich auf Mauerwerk aus Steinen (Klinker, Kalksandstein, Porenbeton) plus Putz und kleinere Betonarbeiten. Beton- und Stahlbetonbauer ist auf große Stahlbetonkonstruktionen spezialisiert – Schalung bauen, Bewehrung verlegen, Beton einbringen. Wird häufig im Hochhausbau, Brückenbau, Industriebau eingesetzt. Faustregel: Wer klassischen Wohnungsbau und Mauerwerk liebt, wird Maurer. Wer Großbaustellen und Stahlbeton mag, wird Beton- und Stahlbetonbauer.

Hängt vom Karriereziel ab. Wohnungsbau (Mittelstand): ~50 %, klassischer Lehrbetrieb mit Familienbetrieb-Atmosphäre, breite Ausbildung. Gewerbe-/Industriebau: größere Projekte, oft Generalunternehmer. Bau-Konzerne (Strabag, Hochtief, Goldbeck, Max Bögl): Großprojekte, Top-Tarif, internationale Karriere. Sanierung/Modernisierung: Wachstumsmarkt durch KfW-Förderung, hohe Wertschöpfung. Denkmalpflege: höchste handwerkliche Tiefe, Nische. Selbstständiger Mittelstand: Ziel nach Meister-Prüfung.

Das wissenschaftlich validierte RIASEC-Profil ist RC (Realistic-Conventional) – einer der „reinsten" R-Berufe. Wer handwerklich mit Steinen, Mörtel und Werkzeugen arbeitet (R) und exakt nach Bauplan und DIN-Normen vorgeht (C), ist hier richtig. Im Vergleich zum Tischler (RAI) ist C statt A dominant – Maurer arbeiten weniger gestalterisch-kreativ, mehr nach festen Plänen. Wer wenig theoretisches Interesse hat aber gerne mit den Händen arbeitet, ist hier richtig. Wer eher analytisch-kreativ ist, sollte den Tischler oder Anlagenmechaniker SHK erwägen.

Vier Hauptpfade: (1) Selbstständigkeits-Karriere: Maurermeister (HWK, DQR 6 = Bachelor) plus eigenes Bauunternehmen (Inhaber-Gewinn 55.000–300.000 €). Eine der lukrativsten Selbstständigkeiten im Handwerk. (2) Polier-Karriere: Vorarbeiter, Werkpolier, geprüfter Polier (IHK), Bauleiter (45.000–80.000 €). (3) Studium: Bauingenieurwesen (B.Eng.), Architektur, Bautechnik, Restaurierung. (4) Spezialisten-Karriere: geprüfter Restaurator im Maurerhandwerk, energetische Sanierungs-Spezialist, Schimmel-Sanierer.

Als Maurer-Geselle 36.000–48.000 € Brutto/Jahr nach allgemeinverbindlichem Bautarif – deutlich höher als die meisten anderen Handwerksberufe. Mit Polier-/Vorarbeiter-Position 45.000–62.000 €. Als Maurermeister im Angestelltenverhältnis 50.000–70.000 €. Als Bauunternehmer hochgradig variabel: 1-Mann-Betrieb 55.000–80.000 €, mittelständischer Betrieb mit Mitarbeitern 90.000–200.000 €, Generalunternehmer mit Großprojekten 150.000–300.000 €. Beste Aussichten in Wachstumsregionen (München, Berlin, Hamburg, Frankfurt) mit Wohnungsbau-Mangel.

Sehr körperlich – Maurer ist einer der körperlich anspruchsvollsten Berufe Deutschlands. Tätigkeiten: Steine bis 25 kg heben, Mörtel anrühren und schaufeln, gebückt arbeiten, auf Gerüsten klettern, schweres Werkzeug bedienen. Die Berufsunfähigkeitsrate ist eine der höchsten – häufig durch Rückenleiden, Gelenkverschleiß, Bandscheiben. Realistisch: Wer mit 50 noch täglich auf der Baustelle maurert, ist die Ausnahme. Klarer Karriereplan ist Pflicht: Bis Mitte 40 in Polier-/Bauleitungs-/Meister-Position aufsteigen. Wer das nicht plant, riskiert einen verschlissenen Körper.

Ein Ausbildungsabbruch oder Berufswechsel ist kein Versagen. Bei Maurern sind die häufigsten Wechselgründe: körperliche Überlastung, Witterung, Zementekzem, Saisonarbeitslosigkeit im Winter, fehlende Aufstiegsperspektive. Vorteil: Mit dem Hochbaufacharbeiter-Abschluss nach 2 Jahren hat man bereits einen vollwertigen Berufsabschluss – kein totaler Neuanfang nötig. Wechsel zu Beton- und Stahlbetonbauer (mehr Stahlbeton), Zimmerer (mehr Holz), Anlagenmechaniker SHK (im Gebäude statt auf der Baustelle) oder ins Bauingenieurs-Studium sind erprobt. Eine fundierte berufliche Neuorientierung oder eine persönliche Berufsberatung hilft bei der Klärung.

Klarheit vor der Bewerbung schaffen

Maurer ist der klassische Bauhandwerksberuf mit Top-Vergütung und hervorragenden Selbstständigkeits-Aussichten – aber nur, wenn das Profil wirklich passt. Bevor Sie sich für 3 Jahre Ausbildung entscheiden, sollten Sie wissen, ob Ihr RC-Profil mit körperlicher Belastbarkeit, Wetterhärte und klarem Karriereplan stimmt. Wir bieten wissenschaftlich validierte Diagnostik und persönliche Beratung – an sieben Standorten oder online.

Weiterführende Themen

Quellen & Methodik

  • Verordnung über die Berufsausbildung in den Bauberufen – Neuordnung der Bauwirtschaftsberufe, in Kraft seit dem 01.08.2026 (löst die Stufenausbildungsverordnung vom 02.06.1999 ab).
  • Handwerksordnung (HwO) – Maurer in Anlage A (zulassungspflichtiges Handwerk).
  • BIBB-Rangliste 2025 der Ausbildungsberufe, Stichtag 30.09.2025. Bundesinstitut für Berufsbildung, veröffentlicht 03.03.2026.
  • Bundesrahmentarifvertrag Bauwirtschaft 2025 (allgemeinverbindlich).
  • Aufstiegs-BAföG (AFBG) 2025 – Förderung für Meisterausbildung.
  • BG BAU (Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft): Arbeitsschutz-Vorschriften.
  • DIN 4109 – Schallschutz im Hochbau.
  • DIN EN 1996 – Eurocode 6: Bemessung und Konstruktion von Mauerwerksbauten.
  • Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB): Branchenbericht 2025.
  • RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices", 3. Auflage, PAR.
  • Hinweis zu Gehaltsangaben: Bandbreiten beziehen sich auf tarifliche und marktübliche Vergütungen 2025. Tatsächliche Vergütungen variieren stark nach Bundesland, Unternehmensgröße und Spezialisierung.