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Talent-Assessment: Potenzialträger erkennen, bevor es der Wettbewerb tut

In den meisten Unternehmen gilt als Talent, wer seiner Führungskraft auffällt. Das begünstigt die Lauten und übersieht die Stillen. Ein Talent-Assessment ersetzt die Nominierung nach Eindruck durch Kriterien, die für alle gleich sind.

BIP, LMI und IST 2000 RGutachten je PersonFeedbackgespräch mit EntwicklungsempfehlungVerfahren nach DIN 33430

Das Wichtigste in Kürze

  • Leistung ist nicht Potenzial. Wer heute sehr gut arbeitet, ist nicht automatisch geeignet für die nächste Ebene – und umgekehrt.
  • Potenzial hat drei Bestandteile: Lernfähigkeit, Antrieb und die Bereitschaft, Verantwortung für andere zu übernehmen.
  • Ein Talent-Assessment macht diese drei messbar: IST 2000 R für die Lernfähigkeit, LMI für den Antrieb, BIP für Führungs- und Gestaltungsmotivation.
  • Das Ergebnis ist kein Etikett, sondern ein Entwicklungsplan: je Person ein Gutachten mit Stärken, Risiken und nächsten Schritten.
  • Preise: 250 € netto je Verfahren und Person, Potenzialanalyse mit Interview ab 500 € netto, Mengenrabatt ab fünf Testungen.

Was ein Talent-Assessment ist

Ein Talent-Assessment ist eine systematische Beurteilung von Beschäftigten mit dem Ziel, Potenzial für weiterführende Aufgaben zu erkennen und gezielt zu entwickeln.

Auf einen Blick

Alle Eckdaten

LeistungTalent-Assessment für Nachwuchs- und Potenzialträger
VerfahrenIST 2000 R, LMI und BIP, auf Wunsch mit biografischem Interview
ZielgruppeNachwuchsführungskräfte, High Potentials, Fachexpert:innen
ErgebnisGutachten je Person, auf Wunsch Übersicht über die Gruppe
EinsatzTalentpool, Förderprogramm, Nachfolgeplanung
Kosten250 € netto je Verfahren, Potenzialanalyse ab 500 € netto
GrundlageEignungsbeurteilung nach DIN 33430

Der Begriff wird im Markt für sehr Verschiedenes verwendet – von der Online-Testung für Bewerber bis zum mehrtägigen Development Center. Wir verstehen darunter die Beurteilung vorhandener Beschäftigter mit normierten Testverfahren und, wo sinnvoll, einem biografischen Interview. Für die Auswahl externer Bewerber gibt es eigene Seiten, etwa zur Trainee-Auswahl und zur Führungskräfteauswahl.

Aufbau eines Talentpools

Sie wollen wissen, wer in den nächsten Jahren für Führungs- oder Schlüsselaufgaben infrage kommt – nach Kriterien, die für alle Bereiche gleich sind.

Auswahl für ein Förderprogramm

Zwölf Plätze, dreißig Nominierte. Das Assessment macht aus einer politischen Entscheidung eine begründbare.

Standortbestimmung für Leistungsträger

Eine gute Fachkraft soll gehalten werden. Das Assessment zeigt, ob der nächste Schritt in die Führung, in die Expertenlaufbahn oder ins Projektgeschäft führt.

Vorbereitung der Nachfolge

Wer aus dem Talentpool kommt für welche Rolle infrage? Hier schließt die Nachfolgeplanung an.

Leistung ist nicht Potenzial

Der häufigste Fehler im Talentmanagement: Die besten Fachkräfte werden als Talente für Führung nominiert.

MerkmalLeistungPotenzial
BlickrichtungVergangenheit und GegenwartZukunft
BeurteiltErgebnisse in der heutigen RolleVoraussetzungen für eine andere, größere Rolle
QuelleZielerreichung, Beurteilung durch die Führungskraftnormierte Verfahren, Interview, Beobachtung
Typischer FehlerSympathie färbt die Beurteilungwird aus der Leistung einfach hochgerechnet
Folge bei Verwechslung–der beste Fachmann wird eine unglückliche Führungskraft
Woraus sich Potenzial zusammensetzt – und womit wir es erfassen
Lernfähigkeit – IST 2000 Rkognitive Leistungsfähigkeit
Antrieb – LMILeistungsmotivation, 17 Dimensionen
Führungs- und Gestaltungsmotivation – BIPberufliche Orientierung
Belastbarkeit – BIPpsychische Konstitution
Soziale Kompetenzen – BIPSensitivität, Durchsetzung, Teamorientierung
Schaubild zur Zuordnung von Merkmalen und Verfahren, keine Messdaten. Welche Merkmale wie stark gewichtet werden, legt die Anforderungsanalyse fest.

Kriterien: woran wir Potenzial festmachen

Sechs Merkmale, die in Anforderungsanalysen für Potenzialträger regelmäßig genannt werden.

1

Lernfähigkeit

Wie schnell erfasst die Person neue Zusammenhänge? Der IST 2000 R misst sprachliches, rechnerisches und figurales Denken – die beste Einzelinformation für Aufgaben, die noch niemand kennt.

2

Leistungsmotivation

Setzt sie sich eigene Ziele, bleibt sie dran, sucht sie Schwierigkeit? Das LMI unterscheidet 17 Dimensionen, darunter Beharrlichkeit, Zielsetzung und Lernbereitschaft.

3

Führungsmotivation

Will die Person andere führen – oder will sie Status? Das BIP trennt Führungsmotivation von Gestaltungs- und Leistungsmotivation.

4

Belastbarkeit und emotionale Stabilität

Größere Rollen bedeuten mehr Druck und weniger Rückmeldung. Wer hier heute an der Grenze ist, wird es eine Ebene höher nicht leichter haben.

5

Soziale Kompetenzen

Sensitivität, Kontaktfähigkeit, Durchsetzungsstärke und Teamorientierung – nicht als Summe, sondern als Profil. Hohe Durchsetzung bei geringer Sensitivität ist ein Risiko, kein Talent.

6

Veränderungsbereitschaft

Offenheit für Neues und Flexibilität. Wer in zehn Jahren dieselbe Aufgabe möchte, ist wertvoll – aber kein Kandidat für den Talentpool.

So sieht ein Potenzialprofil aus
123456789DurchschnittsbereichLernfähigkeitLeistungsmotivationFührungsmotivationBelastbarkeitSoziale KompetenzenVeränderungsbereitschaft
Beispielprofil auf einer neunstufigen Skala, keine Messdaten. Hohe Lernfähigkeit und Veränderungsbereitschaft bei durchschnittlicher Führungsmotivation: ein Profil, das eher für eine Experten- oder Projektlaufbahn spricht als für eine Führungsrolle.

Ablauf eines Talent-Assessments

Fünf Schritte. Der wichtigste ist der zweite: die Kommunikation an die Teilnehmenden.

1

Zielklärung und Anforderungsanalyse

Wofür wird Potenzial gesucht – Führung, Expertenlaufbahn, internationale Aufgaben? Daraus entsteht das Soll-Profil. Kostenlos.

2

Information und Einwilligung

Die Teilnehmenden erfahren, worum es geht, was erhoben wird, wer das Ergebnis sieht und was daraus folgt. Der Betriebsrat wird eingebunden.

3

Online-Testung

BIP und LMI online im eigenen Zeitfenster. Der IST 2000 R online oder vor Ort in Düsseldorf, Hannover, Frankfurt und Stuttgart.

4

Auswertung und Gutachten

Diplom-Psycholog:innen werten gegen das Soll-Profil aus. Je Person entsteht ein Gutachten, auf Wunsch eine Übersicht über die Gruppe.

5

Feedback und Entwicklungsplan

Jede Person erhält ein Feedbackgespräch. Erst danach sprechen wir mit Ihnen über Entwicklungsmaßnahmen – in dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt.

Ein Talent-Assessment ohne Rückmeldung schadet

Wer getestet wird und nie erfährt, was dabei herauskam, zieht den naheliegenden Schluss. Die Rückmeldung an jede Person ist keine Höflichkeit, sondern Voraussetzung dafür, dass die Nicht-Nominierten bleiben.

Wann wir von einem Talent-Assessment abraten

Nicht jede Fragestellung braucht ein Assessment. Drei Fälle, in denen wir es nicht empfehlen.

Wenn die Entscheidung schon gefallen ist

Soll das Assessment eine feststehende Nominierung nachträglich legitimieren, ist es Geldverschwendung und für die Teilnehmenden unfair.

Wenn es keine Entwicklungsangebote gibt

Potenzial festzustellen und danach nichts anzubieten, erzeugt Erwartungen, die niemand erfüllt. Dann lieber erst das Programm, dann das Assessment.

Wenn es um eine Leistungsbeurteilung geht

Normierte Verfahren messen Voraussetzungen, nicht Arbeitsergebnisse. Für Leistungsprobleme ist das Mitarbeitergespräch das richtige Instrument.

Preise

Einzelverfahren

Ein Verfahren je Person

250 €netto je Person
  • BIP, LMI oder IST 2000 R
  • Gutachten mit Bezug auf das Soll-Profil
  • schriftliche Rückmeldung an die Person
Verfahren anfragen
Empfohlen

Potenzialanalyse

ab 500 €netto je Person
  • Testbatterie und biografisches Interview
  • Gutachten mit rund 15 Seiten
  • Feedbackgespräch mit Entwicklungsempfehlung
Potenzialanalyse anfragen
Gruppe

Talentpool oder Förderprogramm

auf AnfrageMengenrabatt ab fünf Testungen
  • ein Soll-Profil für das Programm
  • Gutachten je Person und Gruppenübersicht
  • Rahmenvertrag für wiederkehrende Durchgänge
Angebot anfordern

Alle Konditionen: Preise der Eignungsdiagnostik.

Häufige Fragen zum Talent-Assessment

Eine systematische Beurteilung von Beschäftigten mit normierten Verfahren, um Potenzial für weiterführende Aufgaben zu erkennen. Im Unterschied zur Leistungsbeurteilung blickt es nach vorn: Es fragt nicht, wie gut jemand heute arbeitet, sondern was er künftig übernehmen kann.

An der Kombination aus Lernfähigkeit, Leistungsmotivation und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – ergänzt um Belastbarkeit und soziale Kompetenzen. Hohe aktuelle Leistung allein reicht als Kriterium nicht.

Die Potenzialanalyse ist unser Format für die vertiefte Beurteilung einer einzelnen Person mit Testbatterie, Interview und ausführlichem Gutachten. Ein Talent-Assessment wendet Verfahren auf eine Gruppe an und kann je nach Zielsetzung schlanker ausfallen.

250 € netto je Verfahren und Person, die Potenzialanalyse mit Interview ab 500 € netto. Ab fünf Testungen gelten Mengenrabatte.

Nein. Wir arbeiten mit normierten Testverfahren und Interviews. Wenn Verhaltensbeobachtung in Gruppen oder ein Rundum-Feedback zur Fragestellung gehört, sagen wir das im Vorgespräch.

Beurteilungsgrundsätze und Personalfragebögen unterliegen der Mitbestimmung nach dem Betriebsverfassungsgesetz. Wir empfehlen, den Betriebsrat vor dem Start einzubinden, und unterstützen mit Unterlagen zu Verfahren und Datenschutz.

Das wird vor Beginn festgelegt und den Teilnehmenden mitgeteilt. Die Daten sind zweckgebunden und werden nicht ohne Einwilligung für andere Entscheidungen verwendet.

Autor und Quellen

Jan Bohlken, Gründer des Profiling Instituts

Jan Bohlken

Diplom-Sozioökonom, Gründer des Profiling Instituts und Inhaber der Executive-Search-Beratung Bohlken Consulting. Aus 25 Jahren Personalauswahl in Automotive, Chemie und Maschinenbau kennt er beide Seiten des Tisches: die Konstruktion von Auswahlverfahren für Betriebe ebenso wie die Beratung junger Menschen, die vor der Berufswahl stehen.

DIN 33430 Mitglied nfb · DGfK · dvb > 10.000 Beratungen 7 Standorte

Fachliche Grundlagen

  • Hossiep, R. & Paschen, M.: Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP), Hogrefe.
  • Schuler, H. & Prochaska, M.: Leistungsmotivationsinventar (LMI), Hogrefe.
  • Liepmann, D., Beauducel, A., Brocke, B. & Amthauer, R.: Intelligenz-Struktur-Test 2000 R (I-S-T 2000 R), Hogrefe.
  • DIN 33430: Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik.

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