Duale Ausbildung · 3 JahrePflanzenzüchtung · Klimaanpassung

Pflanzentechnologe/in: Ausbildung, Gehalt und Karriere

Welche Sorten wachsen noch, wenn die Sommer trockener werden? Diese Frage beantworten Züchtungsunternehmen und Forschungsinstitute – und Pflanzentechnologinnen und Pflanzentechnologen machen die Arbeit dahinter: kreuzen, aussäen, bonitieren, auswerten. Ein sehr kleiner Beruf mit großer Bedeutung.

3 Jahre
Duale Ausbildung
Züchtung
Sorten für veränderte Bedingungen
sehr klein
Wenige Ausbildungsplätze
IRC
RIASEC-Interessencode
Steckbrief

Kurzüberblick: Pflanzentechnologe/Pflanzentechnologin

Pflanzentechnologinnen und Pflanzentechnologen führen Versuche in der Pflanzenzüchtung und -forschung durch: Sie legen Versuchsflächen an, säen nach Plan aus, kreuzen Pflanzen gezielt, beobachten und bewerten Merkmale (Bonitur), ernten getrennt nach Parzellen, prüfen Saatgut und dokumentieren alle Daten.

Pflanzentechnologe/-in: Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die Vergütung ist tariflich geregelt. Die Bundesagentur für Arbeit führt den Beruf 2025 nicht als Engpassberuf. Im Beruf liegt das Medianentgelt bei 4.032 € brutto im Monat (Vollzeit, Bundesagentur für Arbeit).

Auf einen Blick

Alle Eckdaten

BerufPflanzentechnologe/-in
Ausbildungsdauer3 Jahre, bei guten Leistungen verkürzbar
AusbildungsvergütungBetrieblich oder öffentlicher Dienst
Medianentgelt im Beruf4.032 € brutto im Monat (Median, Vollzeit; mittlere 50 Prozent 3.409 bis 4.746 €), Bundesagentur für Arbeit
ZugangMeist mittlerer Schulabschluss
Abschluss und PrüfungAbschlussprüfung vor der zuständigen Stelle
LernorteZüchtungsunternehmen, Forschungsinstitut oder Universität plus Berufsschule
RechtsgrundlageAusbildungsverordnung nach BBiG
RIASEC-InteressencodeIRC
KI-Risiko39 Prozent automatisierbar, Platz 267 von 478
Fachkräftelagelaut Bundesagentur für Arbeit kein Engpassberuf (2025)
Neue Ausbildungsverträge 202572 (BIBB)
ZukunftsscoreNote C+, 57 von 100
Arbeitsalltag

Aufgaben & Arbeitsalltag

Der Beruf folgt dem Vegetationsjahr: Im Frühjahr Aussaat, im Sommer Bonitur und Kreuzung, im Herbst Ernte und Auswertung, im Winter Labor- und Gewächshausarbeit. Entscheidend ist lückenlose Genauigkeit – ein vertauschtes Etikett kann Versuchsergebnisse eines ganzen Jahres entwerten.

01

Versuche anlegen

Parzellen abstecken, Versuchspläne umsetzen, Saatgut vorbereiten und aussäen.

02

Kreuzen

Blüten kastrieren, bestäuben, isolieren und Nachkommen kennzeichnen.

03

Bonitieren

Merkmale wie Wuchs, Reife, Krankheitsbefall und Ertrag systematisch bewerten.

04

Ernten und aufbereiten

Parzellenweise ernten, dreschen, reinigen, trocknen und einlagern.

05

Saatgut prüfen

Keimfähigkeit, Reinheit und Tausendkornmasse bestimmen.

06

Daten erfassen

Beobachtungen digital dokumentieren, aufbereiten und für die Auswertung bereitstellen.

Zukunftsthema

Warum Pflanzenzüchtung wichtiger wird

Trockenheit, neue Krankheiten und veränderte Vegetationszeiten stellen die Landwirtschaft vor Probleme, die sich nicht allein technisch lösen lassen. Ein zentraler Hebel ist die Züchtung angepasster Sorten – und jede neue Sorte durchläuft Jahre an Versuchen, die dieser Beruf durchführt.

Bonitur ist die Kernkompetenz

Das systematische Bewerten von Merkmalen – Wuchshöhe, Reifezeitpunkt, Krankheitsbefall, Standfestigkeit – liefert die Daten, auf denen Züchtungsentscheidungen beruhen. Das verlangt geschultes Auge und absolute Konsequenz.

Genauigkeit ohne Toleranz

Versuche laufen über mehrere Jahre und Standorte. Ein Fehler bei Kennzeichnung, Ernte oder Erfassung macht die Arbeit einer ganzen Saison wertlos – und ist nicht wiederholbar.

Sehr kleines Berufsfeld

Ausgebildet wird bei Züchtungsunternehmen, Forschungsinstituten und Universitäten. Die Zahl der Plätze ist klein, die Konkurrenz aber ebenfalls – rechnen Sie mit überregionaler Suche.

Lerninhalte

Ausbildungsinhalte: Was in den drei Jahren vermittelt wird

Die Ausbildung verbindet Botanik, Genetik und Versuchsmethodik mit Labor- und Datenarbeit.
01

Botanik

Bau, Entwicklung, Blütenbiologie und Bestäubung.

02

Genetik und Züchtung

Vererbung, Selektion, Kreuzungsmethoden und Sortenschutz.

03

Versuchswesen

Versuchspläne, Wiederholungen, Randomisierung und Fehlerquellen.

04

Kulturführung

Anbau, Düngung, Pflanzenschutz und Gewächshaustechnik.

05

Bonitur

Merkmalserfassung, Skalen, Krankheitsbonituren und Ertragsermittlung.

06

Saatgutprüfung

Keimfähigkeit, Reinheit, Feuchte und Tausendkornmasse.

07

Labormethoden

Probenaufbereitung, einfache molekulare Verfahren und Sterilarbeit.

08

Dokumentation

Digitale Erfassung, Datenqualität, Auswertung und Recht.

Selbstcheck

Passt dieser Beruf zu dir?

Der Beruf verlangt Genauigkeit, Beobachtungsgabe und naturwissenschaftliches Interesse. Wer Pflanzen mag und exakt arbeitet, findet einen seltenen Beruf mit Forschungsbezug. Wer unsicher ist, ob das eigene Profil zu diesen Anforderungen passt, gewinnt in einer individuellen Berufsberatung Klarheit – auf Basis diagnostischer Verfahren statt subjektiver Einschätzung.

Formale Voraussetzungen

  • Meist mittlerer Schulabschluss erwartet
  • Gute Noten in Biologie und Mathematik
  • Normales Farbsehen für Boniturmerkmale
  • Wetterfestigkeit für Feldarbeit
  • Keine Pollenallergie
  • Sorgfältiger Umgang mit Daten

Persönliche Eigenschaften

  • Genauigkeit – ein Etikettfehler entwertet ein Jahr
  • Beobachtungsgabe für feine Unterschiede
  • Geduld bei wiederholten Erhebungen
  • Zuverlässigkeit bei der Dokumentation
  • Ausdauer bei Feldarbeit im Sommer
  • Interesse an Naturwissenschaft
I
R
C

RIASEC-Profil: IRC – Investigative · Realistic · Conventional

Der Beruf führt mit naturwissenschaftlicher Beobachtung und Versuchsarbeit (I), verbindet sie mit praktischer Feld- und Gewächshausarbeit (R) sowie streng plan- und dokumentationsgebundenem Vorgehen (C).

Ungewöhnlich ist die Mischung aus Forschung und Feldarbeit. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest für Schüler.

Forschung mit Pflanzen?

Sehr klein, sehr genau, mit Zukunftsthema. Der Berufswahltest hilft weiter.

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Kurzcheck · 8 Fragen · unter 1 Minute

Passt der Beruf zu deinen Interessen?

Beantworte acht Aussagen ehrlich. Der Check gleicht deine Antworten mit dem Interessenprofil des Berufs (IRC) ab und zeigt dir, ob er passt – und welche Berufe sonst in Frage kommen.

1. Ich schraube, baue oder repariere gern Dinge mit meinen Händen.

2. Ich will verstehen, warum etwas funktioniert, und tüftle gern an kniffligen Problemen.

3. Ich gestalte gern etwas Eigenes – Texte, Bilder, Musik oder Design.

4. Ich helfe, erkläre oder betreue gern andere Menschen.

5. Ich überzeuge gern andere, verhandle und übernehme die Führung.

6. Ich arbeite gern genau und geordnet – mit Zahlen, Listen und klaren Abläufen.

7. Auch bei Wind, Kälte oder Hitze zu arbeiten, macht mir nichts aus.

8. Sehr genau nach Vorschriften zu arbeiten und alles sauber zu dokumentieren, liegt mir.

Verdienst

Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt

Die Vergütung hängt vom Arbeitgeber ab – Züchtungsunternehmen zahlen betrieblich, Universitäten und Institute nach dem öffentlichen Dienst.

Vergütung und Rahmenbedingungen

Arbeitgeber
Schwerpunkt
Vergütungsniveau
Hinweis
Züchtungsunternehmen
Sortenentwicklung
betrieblich, oft gut
größte Arbeitgebergruppe
Forschungsinstitut
Grundlagen und Angewandtes
TVöD-nah
mit Zusatzversorgung
Universität
Lehre und Forschung
TVöD
planbare Bedingungen
Gesetzliches Minimum 2026
–
724 / 854 / 977 €
nach § 17 BBiG

Fragen Sie, welche Kulturarten bearbeitet werden und ob auch Labormethoden zum Einsatz kommen. Betriebe mit mehreren Kulturen und Laboranteil bilden deutlich breiter aus – das erhöht Ihre spätere Beweglichkeit erheblich.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung ist das Feld klein, die Nachfrage aber stabil, weil Züchtung ein langfristiges Geschäft ist. Wege führen zum Versuchstechniker, in die Versuchsleitung sowie über ein Studium in die Züchtungsforschung.

Einstieg
betrieblich oder TVöD
Mit saisonalen Spitzen
Mit Erfahrung
höher
Eigenverantwortliche Versuchsbetreuung
Versuchsleitung oder Studium
oberes Segment
Planung und Auswertung
Ausbildungsablauf

Ausbildungsablauf: Ein Vegetationsjahr nach dem anderen

Die dreijährige Ausbildung folgt dem Jahresrhythmus der Pflanzen: Aussaat, Kreuzung, Bonitur, Ernte, Auswertung – jedes Jahr mit wachsender Eigenverantwortung.

1. Jahr

Grundlagen

Botanik, Kulturführung, Versuchsanlage, Geräte und Arbeitssicherheit.

2. Jahr

Züchtungsmethoden

Genetik, Kreuzungstechnik, Bonitur, Ernte und Saatgutaufbereitung.

Zwischenprüfung

Etwa nach der Hälfte

Praktische und schriftliche Aufgaben über die bisherigen Inhalte.

3. Jahr

Prüfung und Auswertung

Saatgutprüfung, Labormethoden, Datenauswertung, Sortenschutz und Recht.

Abschluss

Abschlussprüfung

Praktische Aufgaben sowie schriftliche Teile.

Perspektiven

Karrierewege: Versuchsleitung, Labor, Studium

Der Beruf ist eine ausgezeichnete Grundlage für ein Studium der Agrar- oder Pflanzenwissenschaften. Welche dieser Richtungen die richtige ist, lässt sich früh klären: Eine Berufsberatung ordnet Neigungen, Stärken und Lebensplanung zu einem tragfähigen Weg.

Versuchsleitung

Der klassische Aufstiegsweg.

  • Versuchstechniker/in
  • Versuchsleitung
  • Standortverantwortung
  • Ausbildungsberechtigung

Fachlich spezialisieren

Gefragte Vertiefungen.

  • Kreuzungstechnik und Blütenbiologie
  • Resistenzbonitur
  • Saatgutprüfung und Zertifizierung
  • Gewächshaus- und Klimakammertechnik

Labor und Daten

Weg vom Feld.

  • Molekulare Marker und Probenaufbereitung
  • Datenmanagement im Versuchswesen
  • Qualitätssicherung
  • Sortenprüfung bei Behörden

Studium

Sehr naheliegender Weg.

  • B.Sc. Agrarwissenschaften
  • Pflanzenzüchtung
  • Biologie
  • Gartenbauwissenschaften
Ehrliche Bilanz

Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs

Ein sehr kleiner Beruf mit Forschungsbezug und Zukunftsthema – und der Anforderung, absolut genau zu arbeiten.

Was für den Beruf spricht

  • Klimaanpassung macht Züchtung wichtiger
  • Verbindung von Feldarbeit und Forschung
  • Sehr geringe Bewerberkonkurrenz
  • Ausgezeichnete Grundlage für ein Studium
  • Abwechslung durch Jahresrhythmus
  • Arbeit mit Zukunftsbezug

Was Sie wissen sollten

  • Sehr wenige Ausbildungsplätze
  • Saisonale Arbeitsspitzen im Sommer
  • Keine Fehlertoleranz bei Dokumentation
  • Viel wiederholende Erhebungsarbeit
  • Feldarbeit bei Hitze und Witterung
  • Beruf ist praktisch unbekannt
Abgrenzung

Pflanzentechnologe vs. Landwirt vs. Biologielaborant

Drei Berufe mit Pflanzen- oder Laborbezug und klarer Abgrenzung.

Kriterium
Pflanzentechnologe/in
Landwirt/in
Biologielaborant/in
Ziel
Versuche und Züchtung
Produktion
Laboranalytik
Feldarbeit
hoch
sehr hoch
keine
Laboranteil
mittel
gering
sehr hoch
Datenarbeit
sehr hoch
mittel
hoch
Arbeitgeber
Züchter, Institut
Landwirtschaft
Industrie, Forschung
Berufsfeldgröße
sehr klein
groß
mittel
RIASEC-Profil
IRC
RIE
ICR
Expertenstimmen

Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken

Jan Bohlken

Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom

„Dieser Beruf ist praktisch unbekannt und steht doch an einem der wichtigsten Zukunftsthemen der Landwirtschaft. Trockenheit und neue Krankheiten lassen sich nicht allein technisch lösen – angepasste Sorten sind der zentrale Hebel, und jede Sorte durchläuft Jahre an Versuchen. Achten Sie bei der Betriebswahl auf die Zahl der Kulturarten und darauf, ob auch Labormethoden vermittelt werden.“

Raphaela Peitsch

Raphaela Peitsch

Diplom-Psychologin · Fachlicher Beirat

Einstellungstest

Einstellungstest Pflanzentechnologe/in: Was im Auswahlverfahren geprüft wird

In grünen Berufen ist ein schriftlicher Einstellungstest eher die Ausnahme; wo er vorkommt, prüft er Rechnen mit Mengen und Flächen, Naturwissen und praktisches Verständnis. Häufiger entscheidet ein Praktikum.

RechnenmittelSprachegeringLogikmittelKonzentrationgeringAllgemeinwissenmittelTechnikmittelPersönlichkeitgering

Typische Schwerpunkte im Einstellungstest für Pflanzentechnologe/in – redaktionelle Einschätzung nach Berufsfeld. Verbindlich ist, was der Betrieb in der Einladung mitteilt.

Diese Testteile sollten Sie üben

  • Rechnen – Typisch für diesen Beruf: Mengen, Flächen und Dreisatz. Meist ohne Taschenrechner und mit knapper Zeit.
  • Logik – Zahlenreihen und Buchstabenreihen, Analogien und Schlussfolgerungen – der Testteil, der einem Intelligenztest am nächsten kommt.
  • Allgemeinwissen – Politik, Wirtschaft, Geografie und Naturwissenschaft auf dem Niveau aktueller Nachrichten.
  • Technisches Verständnis und räumliches Denken – Zahnräder, Hebel, Stromkreise und Figurenaufgaben – mit eigenem Trainer für Matrizen, Würfelaufgaben und Zahnräder.

Typischer Zugang: Meist mittlerer Schulabschluss. Die Aufgaben orientieren sich meist am Stoff der Mittelstufe: Dreisatz, Prozent, Bruchrechnung, Rechtschreibung und Grundwissen.

Das typische Interessenprofil für diesen Beruf ist IRC – vor allem forschend-analytisch und praktisch-technisch. Genau solche Interessen fragen viele Betriebe im Persönlichkeits- und Interessenteil des Einstellungstests ab. Ob Ihr eigenes Profil passt, zeigt der kostenlose Berufswahltest.

Einstellungstest Pflanzentechnologe/in kostenlos üben

Trainer mit über 160 Aufgaben aus allen Testteilen, voreingestellt auf das passende Berufsfeld. Ohne Anmeldung, mit Lösungsweg zu jeder Aufgabe.

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Zukunftsprofil

Zukunftsaussichten Pflanzentechnologe/-in: Wie robust ist der Beruf?

Vier belastbare Kennzahlen statt Bauchgefühl – und ein daraus errechneter Zukunftsscore. Alle Werte stammen aus amtlichen Quellen oder aus unserer eigenen, offengelegten Auswertung.

C+Zukunftsscore 57 von 100drei gewichtete Dimensionen, Methodik unten offengelegt
KI-Risiko39 %der Kerntätigkeiten sind automatisierbar · Platz 267 von 478 Berufen · mittlere Automatisierbarkeit
FachkräftelageKein EngpassberufBA-Engpassanalyse 2025 · Berufe landwirtsch.-techn. Laboratorium (Fachkräfte) · Vakanzzeit 50 Tage
Neue Ausbildungsverträge 202572BIBB, Stichtag 30. September · gegenüber 2024 +26,3 % · gegenüber 2019 +50,0 %

Der Beruf liegt im unteren Mittelfeld. Ein Teil der Aufgaben ist standardisiert und damit grundsätzlich automatisierbar, der fachliche Kern bleibt jedoch an Menschen gebunden. Realistisch verschiebt sich die Arbeit, statt zu verschwinden: weniger Routine, mehr Prüfen, Entscheiden und Ausnahmefälle. Wichtig bleibt die Leserichtung: Der Wert misst, was technisch möglich wäre, nicht was ein Betrieb tatsächlich tut. Kosten, Tarif, Regulierung und Kundenerwartung entscheiden mit. Als Engpassberuf ist die Berufsgruppe „Berufe landwirtsch.-techn. Laboratorium“ 2025 nicht ausgewiesen. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge liegt über dem Niveau von 2019 – gegen den Trend des Gesamtmarkts.

Methodik. Zukunftsscore: KI-Risiko (invertiert) 45 %, Fachkräftelage 35 %, Entwicklung der Ausbildungsverträge 20 %; A+ ab 85, A ab 76, B+ ab 68, B ab 60, C+ ab 52, C ab 44, darunter D. Der Ausbildungsmarkt wird bewusst nur informativ ausgewiesen und fließt nicht in den Score ein.
Quellen: Automatisierbarkeit – eigene Auswertung von 478 Berufen auf Basis von IAB, ZEW/Frey-Osborne und WEF, Methodik im Automatisierbarkeits-Check. Fachkräftelage – Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. Ausbildungsverträge und Ausbildungsmarkt – BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2025. Stand: September 2026.

Ausbildung in Zahlen

Pflanzentechnologe/-in: wie viele durchhalten, wie viele bestehen und wer die Ausbildung macht

Die drei Fragen, die Eltern und Schüler am häufigsten stellen – beantwortet mit den amtlichen Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung.

Vorzeitig gelöste Verträge26 %Von 100 begonnenen Ausbildungsverträgen werden rund 26 vor dem Ende gelöst · Schnitt aller Berufe 29 %. Nicht jede Lösung ist ein Abbruch – viele wechseln nur den Betrieb oder den Beruf.
Abschlussprüfung bestanden94 %der Prüfungsteilnehmenden haben die Abschlussprüfung 2024 bestanden · Schnitt aller Berufe 91 %
Frauenanteil50 %der neuen Azubis 2024 sind Frauen · 60 neue Verträge · Schnitt aller Berufe 36 %

Mit welchem Schulabschluss Azubis wirklich starten

  • Mittlerer Schulabschluss: 47 %
  • Abitur oder Fachhochschulreife: 53 %

Die meisten neuen Azubis bringen Abitur oder Fachhochschulreife mit (53 %). Mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss beginnen nur 0 % – ohne höheren Abschluss wird es schwer. Diese Zahlen zeigen, mit welchem Abschluss Betriebe tatsächlich einstellen – nicht, was die Ausbildungsordnung verlangt.

Damit du nicht zu den 26 % gehörst

Ein großer Teil der Vertragslösungen passiert früh, oft schon in der Probezeit – meist, weil Beruf oder Betrieb nicht passen. Prüfe vorher, ob dieser Beruf zu deinen Interessen und Stärken passt: kostenlos im Berufswahltest oder persönlich in unserer Berufsberatung.

Berufswahltest starten →

Quelle. Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024; Werte für „Pflanzentechnologe/-technologin“. Vertragslösungsquote nach dem Schichtenmodell des BIBB; Prüfungserfolg als Erfolgsquote II (Anteil der Prüfungsteilnehmenden mit bestandener Abschlussprüfung); Schulabschluss und Frauenanteil bezogen auf die neu abgeschlossenen Verträge. Schnitt aller Berufe: eigene Berechnung, gewichtet nach Neuverträgen.

Häufige Fragen

Pflanzentechnologe/Pflanzentechnologin – FAQ

Er führt die praktische Arbeit in der Pflanzenzüchtung und -forschung durch: Versuchsflächen anlegen und aussäen, Pflanzen gezielt kreuzen, Merkmale systematisch bonitieren, parzellenweise ernten und aufbereiten, Saatgut prüfen und alle Daten lückenlos erfassen. Auf diesen Daten beruhen spätere Züchtungsentscheidungen.

Die systematische Bewertung von Pflanzenmerkmalen nach festgelegten Skalen – etwa Wuchshöhe, Reifezeitpunkt, Standfestigkeit oder Krankheitsbefall. Weil viele Merkmale nicht messbar, sondern nur einschätzbar sind, verlangt die Bonitur ein geschultes Auge und konsequente Maßstäbe. Sie ist die Kernkompetenz des Berufs.

Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten und 977 € im dritten Ausbildungsjahr. Im Handwerk gelten häufig Innungstarife, die darüber liegen; die Unterschiede zwischen Gewerken und Regionen sind allerdings erheblich.

Weil Züchtungsversuche über mehrere Jahre und Standorte laufen und nicht wiederholbar sind. Ein vertauschtes Etikett, eine falsch zugeordnete Parzelle oder eine unsauber erfasste Bonitur entwertet die Arbeit einer ganzen Vegetationsperiode. Deshalb gehören Kennzeichnung, Dokumentation und Datenqualität zum fachlichen Kern.

Meist einen mittleren Schulabschluss. Wichtig sind gute Noten in Biologie und Mathematik, weil Genetik und Versuchsauswertung den fachlichen Kern bilden, sowie normales Farbsehen für Boniturmerkmale. Hinzu kommen Wetterfestigkeit für die Feldarbeit und Sorgfalt im Umgang mit Daten.

Je nach Betrieb unterschiedlich viel. Zum Standard gehören Saatgutprüfungen auf Keimfähigkeit, Reinheit und Tausendkornmasse sowie die Probenaufbereitung. Größere Züchtungsunternehmen und Institute setzen zusätzlich molekulare Markermethoden ein. Fragen Sie im Bewerbungsgespräch gezielt nach dem Laboranteil.

Stabil, weil Pflanzenzüchtung ein langfristiges Geschäft ist: Von der ersten Kreuzung bis zur zugelassenen Sorte vergehen viele Jahre, und die Versuche laufen unabhängig von der Konjunktur weiter. Zusätzlichen Bedarf schafft die Klimaanpassung, weil angepasste Sorten dringend gebraucht werden. Weil der Beruf nahezu unbekannt ist, sind Fachkräfte dauerhaft knapp.

Bei Pflanzenzüchtungsunternehmen, Forschungsinstituten und Universitäten mit agrar- oder pflanzenwissenschaftlichen Einrichtungen, daneben bei Saatgutfirmen. Die Zahl der Plätze ist klein und regional konzentriert – rechnen Sie mit überregionaler Suche. Dafür ist die Bewerberkonkurrenz sehr gering.

Stark vom Vegetationsjahr geprägt. Im Frühjahr und Sommer liegen die Spitzen: Aussaat, Kreuzung und Bonitur sind termingebunden und dulden keinen Aufschub. Im Winter verlagert sich die Arbeit ins Gewächshaus, ins Labor und an die Datenauswertung – mit deutlich ruhigerem Rhythmus.

Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen

Ein sehr kleiner Beruf mit Forschungsbezug und Zukunftsthema. Ob das Profil passt, klären wir mit wissenschaftlich validierter Diagnostik. An sieben Standorten oder online.

Weiterführende Themen

Quellen & Methodik

  • Ausbildungsverordnung Pflanzentechnologe/Pflanzentechnologin nach dem Berufsbildungsgesetz; dreijährige duale Ausbildung.
  • Tätigkeitsfeld: Pflanzenzüchtungsunternehmen, Forschungsinstitute, Universitäten und Saatgutfirmen; Durchführung von Züchtungs- und Prüfversuchen.
  • Kernmethoden: Versuchsanlage, Kreuzungstechnik, Bonitur nach festgelegten Skalen, parzellenweise Ernte sowie Saatgutprüfung auf Keimfähigkeit, Reinheit und Tausendkornmasse.
  • Marktumfeld: Züchtung klimaangepasster Sorten als zentraler Hebel gegen Trockenheit, neue Krankheiten und veränderte Vegetationszeiten.
  • § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 / 977 €).
  • RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.