Berufsfeld · 20 Ausbildungen

Agrar- und Naturberufe: Alle Ausbildungen im Überblick

Das Berufsfeld der Outdoor-Arbeit mit gesellschaftlichem Strukturwandel: Während die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe seit 2000 von 600.000 auf rund 250.000 gesunken ist, sind die einzelnen Betriebe größer und professioneller geworden. Gleichzeitig verändert die GAP-Reform 2023 die Förderlogik der EU radikal Richtung Klima- und Biodiversität, und der Forst erlebt mit dem Klimawald-Umbau eine Renaissance. Heute umfasst das Feld 20 anerkannte Agrar- und Naturberufe – vom Landwirt (~5.700 Neuverträge, größter Beruf) über Gärtner mit 7 Fachrichtungen, Forstwirt, Tierpfleger bis hin zu Milchtechnologe und Fischwirt. Gemeinsames RIASEC-Profil: RIE.

20
Agrar- und Naturberufe
~5.700
Größter Beruf: Landwirt/in
~250.000
Landw. Betriebe Deutschland (–58 % seit 2000)
RIE
Gemeinsames RIASEC-Profil
Berufsfeld im Überblick

Was eint Agrar- und Naturberufe?

Agrar- und Naturberufe sind die Berufsfelder der Outdoor-Arbeit – ob auf dem Feld mit Schleppern und Maschinen, im Wald mit Motorsäge und Forstmaschine, in der Pferdebox oder im Glashaus. Wer hier eine Ausbildung absolviert, hat Anschluss an einen Wirtschaftszweig mit ~940.000 Beschäftigten in Deutschland und einer besonderen Eigenheit: rund 60 % aller Landwirte und Gärtner sind selbstständig (eigene Betriebe, Höfe) – die zweithöchste Quote nach Medien & Gestaltung.

Das Feld steht im doppelten Strukturwandel: 1. Konsolidierung – die Zahl der Höfe ist seit 2000 von 600.000 auf rund 250.000 gesunken, die durchschnittliche Betriebsgröße hat sich verdoppelt. 2. Klima-Transformation – Forst-Umbau von Fichten- zu Laubwäldern, Trockenheits-resistente Sorten, Tierwohl-Reformen und die GAP-Reform 2023 (Gemeinsame Agrarpolitik der EU) verändern Förderlogik und Betriebsausrichtung. Eine Agrar-Ausbildung dauert 3 Jahre dual mit anschließendem Meister-Pfad als klassischem Aufstieg. Tarif-Lage: deutlich unterhalb der Industrie – Landwirte verdienen in der Ausbildung 700–900 €, während Milchtechnologen mit Industrie-Tarif 1.000–1.300 € bekommen.

Gemeinsame Kernkompetenzen

Körperliche Belastbarkeit, Wetter-Resistenz (Outdoor-Arbeit bei Wind, Regen, Kälte, Hitze), technisches Verständnis für Landmaschinen, biologisches Grundwissen, Tierliebe (für Tier-/Pferd-Berufe), unternehmerisches Denken (Hofübernahme, Selbstständigkeit), saisonales Denken (Anbau, Ernte, Forst-Schlag-Saison).

Klimawandel & Forst-Umbau

Der Klimawandel hat Fichten-Bestände in Deutschland zerstört – Trockenheit, Borkenkäfer und Stürme haben Millionen Bäume zum Absterben gebracht. Der Klimawald-Umbau (Mischwälder mit Eiche, Buche, Douglasie) schafft Jahrzehnte langfristige Arbeit für Forstwirte und Forstwirtschaftsmeister.

Galabau-Boom

Garten- und Landschaftsbau (Galabau) ist die wachstumsstärkste Gartenbau-Sparte – urbane Begrünung, Klimagärten, Regenwasser-Management und Dach-Begrünung treiben die Nachfrage. Galabau-Tarife sind deutlich besser als klassische Gartenbau-Tarife.

Alle Berufe im Feld

Die 20 Agrar- und Naturberufe in Deutschland

Fünf Untergruppen strukturieren das Feld. Berufe mit „Übersicht"-Badge haben eigene Detail-Subpage mit RIASEC, Gehalt und Karriere. Einige Berufe sind auch in anderen Berufsfeldern gelistet (Hauswirtschafter doppel mit Soziales, Wasserbauer doppel mit Bau) – ein Hinweis in der Beschreibung kennzeichnet das.

Landwirtschaft & Tierhaltung

4 Berufe
RCI Übersicht

Landwirt/in

Kernberuf der deutschen Landwirtschaft mit modernem Profil: Tierhaltung, Pflanzenbau, Maschinenpark, Vermarktung, Direktverkauf, regenerative Energien (Biogas, Photovoltaik auf Stallflächen). Aufgaben: Pflanzenproduktion (Ackerbau, Grünland), Tierproduktion (Milchvieh, Schweine, Geflügel), Bedienung moderner Landmaschinen mit GPS und Precision Farming, Hofmanagement und Vermarktung. Stark digitalisiert mit Smart Farming, Drohnen-Monitoring, autonomen Landmaschinen. Karriere als Landwirtschaftsmeister mit eigenem Hof oder Bachelor Agrarwirtschaft.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCI (Realistic · Conventional · Investigative)
  • Vergütung 1. LJ: 750–950 €/Monat (Landwirtschafts-Tarif)
  • Einstieg: 28.000–36.000 €/Jahr (Angestellt)
  • Hofübernahme/Senior: Eigener Hof: stark variabel je nach Betriebsgröße (40.000–120.000+ €)
  • Top-Arbeitgeber: Landwirtschaftliche Familienbetriebe, Agrargenossenschaften, Großbetriebe Ostdeutschland, Bio-Höfe
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RCI Berufsbild

Tierwirt/in

Klassischer Agrarberuf mit fünf Fachrichtungen: Rinderhaltung, Schweinehaltung, Geflügelhaltung, Schäferei, Imkerei. Aufgaben: Tiere züchten, füttern, versorgen, Ställe einrichten und reinigen, Krankheiten erkennen, Geburten betreuen, tierische Produkte (Milch, Eier, Fleisch, Honig) vermarkten. Stark digitalisiert mit automatischen Fütterungssystemen, Melkrobotern, Sensorik zur Tiergesundheitsüberwachung. Wachsender Bio-Markt mit höheren Anforderungen an Tierwohl. Klassische Karriere als Tierwirtschaftsmeister mit eigenem Betrieb oder Bachelor Agrarwissenschaften.

  • Dauer: 3 Jahre dual (5 Fachrichtungen)
  • RIASEC: RCI (Realistic · Conventional · Investigative)
  • Vergütung 1. LJ: 750–950 €/Monat (Landwirtschafts-Tarif)
  • Einstieg: 26.000–34.000 €/Jahr
  • Meister/Hofnachfolge: Variabel je nach Betriebsgröße (35.000–80.000+ €)
  • Top-Arbeitgeber: Familienbetriebe (Rinder, Schweine, Geflügel), Bio-Höfe, Agrargenossenschaften, Großbetriebe Ostdeutschland
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF
RSC Berufsbild

Pferdewirt/in

Spezialberuf mit fünf Fachrichtungen: Pferdehaltung und Service (häufigste), Klassische Reitausbildung, Pferdezucht, Pferderennen, Spezialreitweisen (Western, Gangpferde). Aufgaben: Pferde versorgen, pflegen, ausbilden, Reitunterricht, Stallmanagement, Turnierorganisation. Sehr leidenschaftsgetriebener Beruf mit körperlichem Anspruch und Wochenend-Arbeit. Klassische Karriere als Pferdewirtschaftsmeister mit eigenem Reitstall oder als Trainer/Bereiter. Mit Studium auch Tierwissenschaften / Pferdewissenschaften möglich.

  • Dauer: 3 Jahre dual (5 Fachrichtungen seit 2014)
  • RIASEC: RSC (Realistic · Social · Conventional)
  • Vergütung 1. LJ: 700–900 €/Monat
  • Einstieg: 24.000–32.000 €/Jahr (oft mit freier Kost/Logis)
  • Meister/Selbstständigkeit: 32.000–50.000 €/Jahr (eigener Reitstall deutlich höher)
  • Top-Arbeitgeber: Reitställe, Gestüte, Pferderennvereine, Reit- und Fahrvereine, Pferdezuchtbetriebe
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF
RCE Berufsbild

Fachkraft Agrarservice

Erbringen landwirtschaftliche Dienstleistungen wie Aussaat, Ernte und Pflanzenschutz mit Großmaschinen und warten die Landtechnik. Fachrichtungen Pflanzenproduktion oder Landtechnik.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCE (Realistic · Conventional · Enterprising)
  • Vergütung 1. LJ: 900–1.100 €/Monat
  • Einstieg: 30.000–40.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Lohnunternehmen, Agrarservice-Betriebe
Vertiefende Quellen meinBERUF BERUFE.TV

Forst & Jagd

2 Berufe
RCI Berufsbild

Forstwirt/in

Spezialist für Waldbewirtschaftung und Naturschutz: Holzernte mit der Motorsäge, Pflanzung von Setzlingen, Pflege von Jungbeständen, Jagdunterstützung, Bauarbeiten im Wald (Wege, Brücken, Hochsitze), Brandschutz. Stark im Wandel durch Klimakrise — Waldumbau zu Mischwäldern ist die Hauptaufgabe der Branche. Hohe Bedeutung von Sicherheit (PSA, Kettensägen-Lehrgänge). Hauptarbeitgeber sind Staatsforsten, Kommunalforsten und Forstunternehmen. Karriere als Forstwirtschaftsmeister oder mit Studium Forstwirtschaft / Holztechnik.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCI (Realistic · Conventional · Investigative)
  • Vergütung 1. LJ: 1.050–1.220 €/Monat (TVAöD-Forst)
  • Einstieg: 32.000–42.000 €/Jahr
  • Meister/Senior: 42.000–55.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Landesforstbetriebe (BaySF, ForstBW, HessenForst), Bundesforst, Kommunalforsten, private Forstunternehmen
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF
RCI Berufsbild

Revierjäger/in

Sehr seltener Spezialberuf mit nur etwa 20 Auszubildenden pro Jahr in Deutschland — kombiniert Wald- und Wildbewirtschaftung. Aufgaben: Hege und Pflege des Wildbestands, Jagd auf Schalenwild (Rotwild, Rehwild, Wildschwein), Bekämpfung von Schädlingen, Wildschadenprävention, Zucht von Jagdhunden, Trophäenpräparation, Wildbret-Verarbeitung und -Vermarktung. Hauptarbeitgeber sind Staatsforsten und große private Reviere. Karrierepfade als Berufsjäger mit Pachtrevieren oder Wildmeister.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCI (Realistic · Conventional · Investigative)
  • Vergütung 1. LJ: 850–1.050 €/Monat
  • Einstieg: 30.000–38.000 €/Jahr
  • Senior/Berufsjäger: 38.000–52.000 €/Jahr (Pachtreviere variabel)
  • Top-Arbeitgeber: Staatsforsten, große private Reviere, Wildgehege, Jagdgenossenschaften
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF

Gartenbau, Floristik & Pflanzenbau

4 Berufe
RAC Übersicht

Gärtner/in

Vielseitiger 'Grüner Beruf' mit sieben Fachrichtungen: Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau, häufigste), Zierpflanzenbau, Gemüsebau, Obstbau, Baumschule, Staudengärtnerei, Friedhofsgärtnerei. Aufgaben: Gestaltung und Pflege von Gärten, Anbau von Pflanzen, Pflanzenschutz, Bewässerungstechnik, Bedienung von Maschinen (Mäher, Bagger, Trimmer). Massiv wachsender Markt durch Klimaanpassung städtischer Räume und biodiverse Pflanzungen. Karriere als Gärtnermeister mit eigenem GaLaBau-Betrieb oder Bachelor Landschaftsarchitektur.

  • Dauer: 3 Jahre dual (7 Fachrichtungen)
  • RIASEC: RAC (Realistic · Artistic · Conventional)
  • Vergütung 1. LJ: 850–1.050 €/Monat (GaLaBau-Tarif)
  • Einstieg: 30.000–38.000 €/Jahr
  • Meister/Senior: 40.000–55.000 €/Jahr (eigener GaLaBau-Betrieb 70.000+)
  • Top-Arbeitgeber: GaLaBau-Betriebe, Stadtgärtnereien, Baumschulen, Friedhofsverwaltungen, Schlossgärten, Botanische Gärten
→ Zur ausführlichen Berufsseite
ARS Berufsbild

Florist/in

Kreativer Beruf rund um Schnittblumen und Floristik: Anfertigung von Sträußen, Brautschmuck, Trauerkränzen, Hochzeitsdekoration, Eventfloristik. Aufgaben: Beratung von Kunden, Sortimentsgestaltung, Pflege der Blumenware, Schaufenstergestaltung, kreative Gesteck-Erstellung, kaufmännische Tätigkeiten. Klassischer Frauenberuf mit über 90% weiblichen Auszubildenden. Stark Selbstständigkeit-orientiert — viele eröffnen eigene Blumenläden oder spezialisieren sich auf Hochzeitsfloristik. Karriere als Floristmeisterin mit eigenem Geschäft.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: ARS (Artistic · Realistic · Social)
  • Vergütung 1. LJ: 650–850 €/Monat (Handwerks-Tarif)
  • Einstieg: 22.000–28.000 €/Jahr
  • Meister/Selbstständigkeit: 28.000–42.000 €/Jahr (eigenes Geschäft deutlich höher)
  • Top-Arbeitgeber: Blumenläden, Friedhofsfloristik, Hochzeits- und Eventfloristen, Floristik-Großhandel, Online-Shops
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IRC Berufsbild

Pflanzentechnologe/-in

NEUER Beruf seit 2013 — ersetzte den 'Landwirtschaftlich-technischen Assistenten'. Aufgaben: Anbau- und Pflanzenversuche in Forschungsbetrieben planen und durchführen, Pflanzen klassifizieren, Sortenversuche durchführen, Saatgut-Qualitätsprüfung, Versuchsdokumentation und Datenauswertung. Hauptarbeitgeber sind Saatgutfirmen, Pflanzenzuchtbetriebe, landwirtschaftliche Versuchsanstalten. Stark wissenschaftlich orientierter Agrarberuf mit Verbindung zur Pflanzenforschung. Karriere als Pflanzentechnologie-Meister oder mit Studium Pflanzenwissenschaften / Phytomedizin.

  • Dauer: 3 Jahre dual (NEU 2013)
  • RIASEC: IRC (Investigative · Realistic · Conventional)
  • Vergütung 1. LJ: 850–1.080 €/Monat
  • Einstieg: 30.000–40.000 €/Jahr
  • Senior/Meister: 40.000–55.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: KWS Saat, Syngenta, Bayer CropScience, BASF Agricultural Solutions, Julius-Kühn-Institut, landwirtschaftliche Versuchsanstalten
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF
RCE Berufsbild

Schädlingsbekämpfer/in

Bekämpfen Schadnager, Insekten und Vorratsschädlinge in Gebäuden und Betrieben mit chemischen, physikalischen und biologischen Verfahren und beraten zur Prävention.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCE (Realistic · Conventional · Enterprising)
  • Vergütung 1. LJ: 950–1.150 €/Monat
  • Einstieg: 30.000–40.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Schädlingsbekämpfungs- und Hygienebetriebe
Vertiefende Quellen meinBERUF BERUFE.TV

Fischerei & Wasserbau

5 Berufe
RCI Berufsbild

Fischwirt/in

Sehr seltener Beruf mit drei Fachrichtungen: Aquakultur und Binnenfischerei (Süßwasserfische in Teichen, Garnelen in Tanks, Muschelzucht an Küsten), Fischhaltung und Fischzucht (industrielle Aquakultur), Kleine Hochsee- und Küstenfischerei (Seefischerei mit Kutter). Aufgaben: Fische züchten oder fangen, Wasserqualität überwachen, Anlagen warten, Vermarktung. Stark wachsender Markt durch nachhaltige Aquakultur und Seafood-Trend. Klassische Karriere als Fischwirtschaftsmeister oder mit Studium Fischerei und Aquakultur.

  • Dauer: 3 Jahre dual (3 Fachrichtungen)
  • RIASEC: RCI (Realistic · Conventional · Investigative)
  • Vergütung 1. LJ: 750–950 €/Monat
  • Einstieg: 26.000–34.000 €/Jahr
  • Meister/Senior: 34.000–48.000 €/Jahr (eigene Aquakultur höher)
  • Top-Arbeitgeber: Fischzucht-Betriebe, Forellenzuchtanlagen, Karpfenteichwirtschaft, Hochseefischerei, Fischverarbeiter (Frosta, Iglo)
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF
RCI Berufsbild

Wasserbauer/in

Spezialist für den Bau und die Erhaltung von Wasserbauwerken: Schleusen, Wehre, Deiche, Kanäle, Flussverbauungen, Sturmflutschutz, Talsperren. Aufgaben: Vermessungsarbeiten, Bedienung schwerer Wasserbaumaschinen, Steinpackungen anlegen, Pfahlrammen, Unterhaltung von Wasserstraßen. Wachsender Markt durch Klimaanpassung (Hochwasserschutz nach Ahr-Katastrophe), Renaturierung von Flüssen und Hafenausbau. Hauptarbeitgeber sind die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) und Wasserbauunternehmen.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCI (Realistic · Conventional · Investigative)
  • Vergütung 1. LJ: 1.000–1.200 €/Monat (TVAöD)
  • Einstieg: 32.000–42.000 €/Jahr
  • Meister/Senior: 42.000–55.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), Bayerische Wasserbau-Behörden, Wasserbau-Spezialfirmen
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF
RCE Berufsbild

Fachkraft für Wasserwirtschaft

Bewirtschaften und unterhalten Gewässer, Deiche und wasserwirtschaftliche Anlagen, messen Pegel und sichern den Hochwasserschutz.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCE (Realistic · Conventional · Enterprising)
  • Vergütung 1. LJ: 1.000–1.200 €/Monat
  • Einstieg: 32.000–42.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Wasserverbände
Vertiefende Quellen meinBERUF BERUFE.TV
RCE Berufsbild

Umwelttechnologe/-technologin für Abwasserbewirtschaftung

Betreiben und überwachen Kläranlagen und Kanalnetze, steuern die Abwasserreinigung und sichern den Gewässerschutz (Reform 2024).

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCE (Realistic · Conventional · Enterprising)
  • Vergütung 1. LJ: 1.068–1.250 €/Monat
  • Einstieg: 34.000–44.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Kläranlagen, Stadtwerke, Abwasserverbände
Vertiefende Quellen meinBERUF BERUFE.TV
RCE Berufsbild

Umwelttechnologe/-technologin für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Steuern Sammlung, Sortierung und Verwertung von Abfällen, bedienen Anlagen und sichern Recycling und Umweltschutz (Reform 2024).

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCE (Realistic · Conventional · Enterprising)
  • Vergütung 1. LJ: 1.068–1.250 €/Monat
  • Einstieg: 34.000–44.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Entsorger, Recyclinghöfe, Kommunen
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Tierpflege & Lebensmittel-Spezial

5 Berufe
SRC Berufsbild

Tierpfleger/in

Beruf mit drei Fachrichtungen: Forschung und Klinik (in Forschungsinstituten und Tierkliniken), Zoo (in zoologischen Gärten und Tierparks), Tierheim und Tierpension (für Haustiere). Aufgaben: Tiere füttern und versorgen, Reinigung von Gehegen, medizinische Betreuung, Verhaltensbeobachtung, Pflege traumatisierter Tiere, Kundenberatung. Sehr begehrter Beruf — Zoo-Stellen sind extrem rar. Karrierepfade als Zooinspektor oder mit Studium Biologie / Tierwissenschaften zum Kurator.

  • Dauer: 3 Jahre dual (3 Fachrichtungen)
  • RIASEC: SRC (Social · Realistic · Conventional)
  • Vergütung 1. LJ: 950–1.150 €/Monat (TVAöD bei Forschung/Zoo)
  • Einstieg: 28.000–36.000 €/Jahr
  • Senior/Inspektor: 36.000–48.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Zoologische Gärten (Berlin, Köln, Leipzig, Hagenbeck), Tierheime, Forschungsinstitute (Max-Planck, Helmholtz), Tierkliniken
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF
RCI Berufsbild

Milchtechnologe/-in

Industrieberuf der Milchverarbeitung — ersetzte 2010 den 'Molkereifachmann'. Aufgaben: Verarbeitung von Rohmilch zu Produkten (Milch, Joghurt, Käse, Butter, Quark, Milchpulver), Bedienung großer Verarbeitungsanlagen (Pasteurisierung, Homogenisierung, Trocknung), Hygienemanagement, Qualitätssicherung. Stark digitalisierte Industrie mit MES-Systemen und Predictive Maintenance. Klassische Karriere als Milchtechnologie-Meister, Industriemeister Lebensmittel oder Bachelor Milch- und Molkereiwirtschaft.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCI (Realistic · Conventional · Investigative)
  • Vergütung 1. LJ: 1.000–1.200 €/Monat (Milch-Tarif)
  • Einstieg: 32.000–42.000 €/Jahr (+ Schichtzulagen)
  • Meister/Senior: 42.000–55.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Arla Foods, Müller Milch, DMK Deutsches Milchkontor, Hochwald, Bauer (Wasserburg), Zott, Friesland Campina
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF
ICR Berufsbild

Milchwirtschaftliche/r Laborant/in

Spezialisierter Laborberuf der Milchwirtschaft: chemische, physikalische und mikrobiologische Untersuchung von Milch und Milchprodukten. Aufgaben: Probenahme, Laboranalysen (Fett-, Eiweiß-, Bakteriengehalt), Qualitätskontrolle nach Lebensmittelrecht, Dokumentation, Bedienung moderner Analysegeräte. Hauptarbeitgeber sind Molkereien, Käsereien, milchwirtschaftliche Untersuchungsanstalten, Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel. Klassische Karriere als Labortechniker oder mit Studium Lebensmittelchemie / Milchwissenschaft.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: ICR (Investigative · Conventional · Realistic)
  • Vergütung 1. LJ: 1.000–1.200 €/Monat
  • Einstieg: 30.000–40.000 €/Jahr
  • Senior/Techniker: 40.000–55.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Arla, DMK, Müller, Hochwald, milchwirtschaftliche Untersuchungsanstalten, BfEL, Max-Rubner-Institut
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF
SCR Berufsbild

Hauswirtschafter/in

Reform-Hinweis: Modernisiert 2020 — von 2-jähriger Ausbildung zur 3-jährigen mit höheren Anforderungen an Personenorientierung, Hauswirtschaftsmanagement und Service. Aufgaben: Hauswirtschaftliche Versorgung in Senioreneinrichtungen, Kindergärten, landwirtschaftlichen Großbetrieben — Mahlzeitenzubereitung, Wäschepflege, Reinigung, Personenbetreuung, Einkaufsmanagement. Wachsender Markt durch demografischen Wandel (Pflegeheime) und Tagesbetreuung. Klassische Karriere als Hauswirtschaftsmeister mit eigener Hauswirtschafts-Dienstleistung.

  • Dauer: 3 Jahre dual (Reform 2020)
  • RIASEC: SCR (Social · Conventional · Realistic)
  • Vergütung 1. LJ: 850–1.050 €/Monat
  • Einstieg: 26.000–34.000 €/Jahr
  • Meister/Senior: 34.000–48.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Senioreneinrichtungen, Kindertagesstätten, landwirtschaftliche Großbetriebe, hauswirtschaftliche Dienstleistungsbetriebe
Vertiefende Quellen BERUFENET BERUFE.TV meinBERUF
RCI Berufsbild

Brenner/in

Stellen Spirituosen und Alkohol her: maischen, vergären, destillieren und veredeln Rohstoffe und überwachen die Brennanlagen. Lebensmitteltechnischer Spezialberuf.

  • Dauer: 3 Jahre dual
  • RIASEC: RCI (Realistic · Conventional · Investigative)
  • Vergütung 1. LJ: 850–1.050 €/Monat
  • Einstieg: 28.000–38.000 €/Jahr
  • Top-Arbeitgeber: Brennereien, Spirituosenhersteller
Vertiefende Quellen meinBERUF BERUFE.TV
Persönlichkeitsprofil

Wer passt zu Agrar- und Naturberufen?

Praktisch alle Agrar-Berufe teilen ein klares RIASEC-Profil: RIE (Realistic · Investigative · Enterprising). Wer hier dominant punktet, ist echter Hands-on-Typ, will Tiere und Pflanzen verstehen, mag Outdoor-Arbeit und denkt unternehmerisch – wichtig wegen der hohen Selbstständigen-Quote (Hofübernahme). Tierwirt, Pferdewirt und Tierpfleger haben ein leicht anderes Profil mit höherem S-Anteil (Social) für Tier-/Mensch-Interaktion. Florist hat dominant A (Artistic) für Floral-Design.

R
I
E

RIE — Realistic · Investigative · Enterprising

Das wissenschaftlich validierte RIASEC-Profil nach Holland-Code ordnet Agrar-Berufen dominant R zu: Hands-on-Arbeit mit Maschinen, Tieren, Pflanzen, Outdoor-Tätigkeit bei jedem Wetter. Sekundär I: biologisches Verständnis für Tier- und Pflanzenkunde, Bodenkunde, Klimakunde, Tier-Verhalten, Pflanzenschutz. Tertiär E: unternehmerisch denken (Hofübernahme, Selbstständigkeit), Betriebsführung, Vermarktung der eigenen Produkte.

R – Realistic

Sie arbeiten gerne im Freien, mit Maschinen, Tieren oder Pflanzen. Sie sind körperlich belastbar und sehen Erfolg an konkreten Ergebnissen: einer guten Ernte, einem gesunden Tier, einem schönen Garten.

I – Investigative

Sie wollen biologische Zusammenhänge verstehen – warum gedeiht diese Sorte hier nicht, wieso wird ein Kalb krank, wie reagiert der Wald auf Trockenheit? Sie lesen Fachzeitschriften und folgen aktuellen Entwicklungen.

E – Enterprising

Sie denken unternehmerisch und können einen Betrieb selbst führen. Sie planen Investitionen, kalkulieren Erträge und verkaufen Ihre Produkte – ob auf dem Markt, bei Großhändlern oder Direktvermarktung.

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Gehalt in Agrar & Natur: Hofübernahme als Spitzen-Verdienst

Die Gehalts-Landschaft in Agrar & Natur ist klar zweigeteilt: Klassische Landwirtschaft (Landwirt, Tierwirt, Pferdewirt) zahlt in der Ausbildung mit 700–960 € deutlich unter dem Industrie-Durchschnitt. Industrie-nahe Berufe (Milchtechnologe, Pflanzentechnologe, Wasserbauer) liegen mit 1.080–1.380 € klar darüber. Spitzenverdiener sind Hofbesitzer mit erfolgreichem Betrieb (60.000–250.000 € Gewinn, sehr variabel je Größe und Spezialisierung), Galabau-Selbstständige (65.000–150.000 € Umsatz), Forstwirtschaftsmeister im öffentlichen Dienst (62.000–85.000 €) und Zoodirektoren (75.000–120.000 €).

Beruf
Ausb. 1. Jahr
Einstieg p. a.
Meister / Selbst. / Lead
Wasserbauer/in
1.080 €
36.000–46.000 €
52.000–68.000 €
Milchtechnologe/-in
1.080 €
38.000–48.000 €
55.000–72.000 € (Industriemstr.)
Milchwirtschaftl. Laborant/in
1.080 €
36.000–46.000 €
52.000–68.000 €
Pflanzentechnologe/-in
1.080 €
36.000–46.000 €
52.000–68.000 € (Bayer/KWS)
Forstwirt/in (TVöD)
1.020 €
32.000–42.000 €
62.000–85.000 € (Forstmstr.)
Tierpfleger/in (Zoo)
980 €
32.000–42.000 €
48.000–62.000 € (Revierltg.)
Hauswirtschafter/in
880 €
30.000–40.000 €
45.000–58.000 €
Fischwirt/in
880 €
28.000–38.000 €
42.000–58.000 €
Gärtner Galabau-Spezial.
820 €
32.000–42.000 €
52.000–95.000 € (Galabau-Mstr.)
Revierjäger/in
820 €
28.000–38.000 €
42.000–55.000 €
Landwirt/in
770 €
28.000–38.000 €
Hof: 60.000–250.000 € Gewinn
Tierwirt/in
770 €
26.000–36.000 €
42.000–62.000 €
Pferdewirt/in
730 €
22.000–32.000 €
35.000–55.000 € (Reitlehrer/Mstr.)
Florist/in
650 €
22.000–30.000 €
35.000–55.000 € (Floristmstr.)

Bandbreiten gerundet. Quellen: BIBB-Vergütungserhebung 2025, Landwirtschaftliche Tarifgruppen 2025 (IG BAU, DBV), Galabau-Tarif 2025 (BGL), TVöD-Forst 2025, Industrietarif Lebensmittelindustrie 2025 (NGG), Floristik-Branchenverband BVE 2025. Hofübernahme: Gewinn stark abhängig von Betriebsgröße – Kleinbetriebe (50 ha) oft nur 30.000–60.000 €, Großbetriebe (300+ ha) 100.000–250.000 €. Galabau-Selbstständige erreichen 65.000–150.000 € Umsatz.

Karriere

Drei Karrierewege nach Agrar- oder Natur-Ausbildung

Agrar-Karrieren sind klar strukturiert: Hofübernahme oder Selbstständigkeit als klassischer Weg, Meister-Pfad für Karriere als Betriebsleiter, Studium für Agrarwissenschaft oder Landschaftsarchitektur.

1. Hofübernahme / Selbstständigkeit

Klassischer Weg in der Landwirtschaft, Gartenbau, Floristik und Pferdewirtschaft. Hofübernahme oft Familien-tradiert, Galabau-Selbstständigkeit mit Meister-Brief.

  • Hofübernahme (Eltern / Familienbetrieb)
  • Neugründung mit Junglandwirte-Förderung
  • Galabau-Selbstständigkeit (Meister-Pflicht)
  • Eigene Reitschule / Pferdepension / Floristik-Laden
Gewinn: 60.000–250.000 € als Hofbesitzer; Galabau-Selbst. 65.000–150.000 €

2. Meister-Pfad

Klassische Aufstiegsfortbildung – Landwirtschaftsmeister, Forstwirtschaftsmeister, Gärtnermeister, Galabau-Meister, Tierwirtmeister mit Aufstiegs-BAföG bis 75 % gefördert.

  • Landwirtschaftsmeister (LWK, DQR 6)
  • Forstwirtschaftsmeister (TVöD Aufstieg)
  • Gärtnermeister / Galabau-Meister (HwK)
  • Tierwirtmeister / Pferdewirtmeister
Gehalt: 52.000–95.000 € als Meister

3. Studium-Pfad

Berufsbegleitendes oder anschließendes Studium – Türöffner zu Behörden (Landwirtschaftskammer, Veterinäramt) und großen Agrar-Konzernen (Bayer, BASF, KWS).

  • B.Sc. Agrarwissenschaften
  • B.Sc. Landschaftsarchitektur
  • B.Sc. Forstwissenschaften / Forstwirtschaft
  • Veterinärmedizin (mit Zugangs-Hürde)
Gehalt: 55.000–95.000 € als Agraringenieur / Landschaftsarchitekt

Sie planen die Hofübernahme oder das Agrarwissenschafts-Studium? Eine berufliche Neuorientierung oder Studienberatung hilft bei der fundierten Karriereplanung.

Expertenstimmen

Was sagen unsere Berater zu Agrar- und Naturberufen?

Jan Bohlken

Jan Bohlken

Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom

„Agrar- und Naturberufe sind oft unterschätzt – und gleichzeitig mit den höchsten Einkommens-Bandbreiten aller Berufsfelder. Mein Rat aus 25 Jahren Headhunting: 1. Realismus zur Landwirtschaft: Ohne Hofübernahme oder Heirat in einen Hof ist Selbstständigkeit als Landwirt schwierig – Investitionen 2–10 Mio. € sind üblich. 2. Galabau ist der Boom: Garten- und Landschaftsbau wächst zweistellig durch urbane Begrünung, Klimagärten, Dachbegrünung. Galabau-Meister-Selbstständige erreichen 95.000–150.000 € Umsatz. 3. Industrie-nahe Berufe als sichere Alternative: Milchtechnologe (DMK, Müller), Pflanzentechnologe (KWS, Bayer) mit Industrietarif statt Landwirtschafts-Tarif – 15–25 % mehr Lohn. 4. Forst-Klimawald-Umbau: 30-Jahres-Job-Garantie wegen massiver Wald-Umbau-Notwendigkeit. Pferdewirt nüchtern betrachten: Schöner Beruf, aber niedrige Tarif-Lage – nur bei eigener Reitanlage profitabel."

Raphaela Peitsch

Raphaela Peitsch

Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert

„Agrar- und Naturberufe brauchen ein besonderes Persönlichkeitsprofil: echte Outdoor-Liebe (nicht nur Wochenend-Camper-Romantik), körperliche Belastbarkeit (Tragen, Bücken, Knien stundenlang), Wetter-Toleranz (Hitze, Regen, Kälte – jeden Tag) und – ganz wichtig – unternehmerisches Denken. Romantik vs Realität: Pferdewirt klingt traumhaft, ist aber körperlich extrem anstrengend mit niedriger Bezahlung und 50-Stunden-Wochen ohne Wochenende. Wer das mit dem Wunsch „mit Pferden arbeiten" verwechselt, ist nach 6 Monaten frustriert. Wichtige Selbstprüfung: Haben Sie schon ein Praktikum auf einem Hof, im Forst oder Zoo gemacht? Wer das nicht ausgehalten hat, sollte nicht in die Ausbildung gehen. Frauen-Anteil: Tierpfleger 70 %, Florist 90 %, Pferdewirt 75 %, Landwirt 30 % (steigend), Forstwirt 15 %, Galabau 12 %."

Häufige Fragen

Agrar- und Natur-Ausbildung – FAQ

In der Ausbildung führen Industrie-nahe Berufe mit Industrietarif: Milchtechnologe, Milchwirtschaftlicher Laborant, Pflanzentechnologe, Wasserbauer mit 1.080–1.380 € im 1. Lehrjahr. Im Berufsleben: Hofbesitzer mit erfolgreichem großen Betrieb (300+ Hektar) verdienen 100.000–250.000 € Gewinn pro Jahr (sehr variabel je Marktlage). Galabau-Selbstständige mit eigenem Betrieb erreichen 95.000–150.000 € Umsatz. Forstwirtschaftsmeister im öffentlichen Dienst 62.000–85.000 € (TVöD). Zoodirektoren 75.000–120.000 €. Im Einstieg verdienen Milchtechnologen und Wasserbauer am besten (36.000–48.000 € als Angestellter), die niedrigsten Einstiegsgehälter haben Pferdewirte (22.000–32.000 €) und Floristen (22.000–30.000 €).

In den meisten Berufen reicht der Hauptschulabschluss: Landwirt, Tierwirt, Pferdewirt, Forstwirt, Gärtner, Florist, Tierpfleger, Hauswirtschafter, Revierjäger, Fischwirt. Mittlere Reife empfohlen für Industrie-nahe Berufe: Milchtechnologe, Milchwirtschaftlicher Laborant, Pflanzentechnologe, Wasserbauer (hohe Konkurrenz wegen Industrietarif). Mittlere Reife oder höher für Tierpfleger Zoo (Hagenbeck, Berlin, Wilhelma) wegen hoher Bewerberzahlen – 10–30 Bewerber pro Platz. Wichtig: Gute Noten in Biologie sind in fast allen Berufen wichtiger als der formale Abschluss. Praktikum vor Bewerbung: Im Agrar-Bereich entscheidet praktische Vorerfahrung (Hofpraktikum, Reitstall, Forst-Praktikum) oft mehr als Schulnoten.

Drei Wege in die selbstständige Landwirtschaft: 1. Familienhof-Übernahme: Der klassische Weg. Voraussetzung: Familienbetrieb mit übergebenden Eltern. Vorteil: bestehende Infrastruktur, eingespielter Kundenstamm, Land- und Tierbestand. Nachteil: emotionale Familien-Dynamik, oft Ablösungen für Geschwister. 2. Neugründung mit Junglandwirte-Förderung: EU-Programm „Junglandwirte" zahlt erhöhte Direktzahlungen für 5 Jahre. Voraussetzung: Übernahme oder Neugründung unter 40 Jahre. Investitionsbedarf: 1–10 Mio. €. 3. Einheirat oder Pacht: Pacht von Höfen alteingesessener Familien ohne Nachfolge. Vorteil: kein Eigenkapital nötig. 4. Quereinstieg: Schwierig, aber möglich – meist über Kleinst-Höfe mit Spezial-Produktion (Bio-Direktvermarktung, Demeter, Slow Food). Wichtig: Ohne Familienhof ist die Selbstständigkeit als Landwirt extrem investitionsintensiv – im Schnitt 2–5 Mio. € Anfangsinvestition.

Eindeutig ja. Die Klimakrise hat in Deutschland massive Wald-Schäden verursacht: Trockenheit 2018–2020, Borkenkäfer-Plagen, Stürme. Rund 500.000 Hektar Fichtenwald sind in den letzten 10 Jahren abgestorben. Das schafft 30-Jahres-Job-Garantie für Forstwirte und Forstwirtschaftsmeister durch den notwendigen Klimawald-Umbau: 1. Pflanzung von Mischwäldern mit Eiche, Buche, Douglasie statt Fichten-Monokulturen. 2. Forstmaschinen-Spezialisierung für Aufforstung im großen Maßstab. 3. Tariflage: Forstwirte sind meist im öffentlichen Dienst (Bundesforst, Landesforst) mit TVöD-Tarif – sehr stabile Beschäftigung. 4. Aufstieg zum Forstwirtschaftsmeister: 62.000–85.000 € Gehalt, oft mit eigener Revier-Zuständigkeit als Quasi-Selbstständigkeit.

Vier Leitfragen helfen bei der Eingrenzung:

1. Eher Tier oder Pflanze? Tier: Tierwirt, Pferdewirt, Tierpfleger, Fischwirt. Pflanze: Landwirt, Gärtner, Florist, Pflanzentechnologe, Forstwirt.
2. Klassisch landwirtschaftlich oder industriell? Klassisch (kleine Tarife, hohe Selbstständigkeit): Landwirt, Tierwirt, Gärtner, Florist. Industriell (Industrietarif, gut bezahlt): Milchtechnologe, Pflanzentechnologe, Wasserbauer.
3. Outdoor-Schwerpunkt oder Innen-/Stall-Schwerpunkt? Outdoor: Landwirt, Forstwirt, Gärtner Galabau. Innen/Stall: Tierwirt, Pferdewirt, Tierpfleger, Florist.
4. Wahrscheinlich anstellbar oder selbstständig orientiert? Anstellung: Tierpfleger Zoo, Milchtechnologe, Forstwirt TVöD. Selbstständig: Landwirt mit Hof, Gärtner Galabau, Florist.

Ein wissenschaftlicher Berufswahltest klärt das Profil in unter 20 Minuten.

Ja – aber mit klarem Realismus. Der Beruf ist romantisch geprägt, hat aber harte ökonomische Realitäten: Niedrige Tarife (730 € im 1. Lehrjahr, 22.000–32.000 € Einstiegsgehalt), 50-Stunden-Wochen ohne klassisches Wochenende (Pferde brauchen täglich Versorgung), hohe körperliche Belastung (Stallreinigung, Misten, Sattlung). Wer profitiert: 5 Fachrichtungen ermöglichen Spezialisierung – Klassische Reitausbildung (am vielseitigsten, Schritt zum Reitlehrer), Pferdezucht (Stutenhaltung, Aufzucht), Pferdehaltung und Service (Pension, Hof), Pferderennen (Rennstall), Spezialreitweisen (Western, Iberischer Reitstil). Beste Karriere-Strategie: 1) Ausbildung in Klassischer Reitausbildung, 2) Reitlehrer-Lizenz (Trainer A oder B), 3) eigene Reitschule oder Pferdepension – mit eigener Anlage Einkommen 50.000–85.000 € möglich. Nüchtern: Wer ohne eigene Anlage angestellt bleibt, verdient meist unter Mindestlohn-Tarif. Eigene Reitanlage erfordert 500.000–2 Mio. € Investition.

Differenziert: Der Bio-Anteil in Deutschland liegt 2025 bei rund 11 % der Agrarfläche – mit Wachstum, aber langsamer als 2010–2020. Vorteile Bio: Höhere Erlöse pro Hektar (Bio-Milch 60 ct/Liter vs konventionell 42 ct), Förderung durch EU-Bio-Prämie, Direktvermarktung ermöglicht oft 30–50 % bessere Margen. Nachteile: Längere Umstellungs-Phase (3 Jahre ohne Bio-Erlöse), höhere Produktions-Risiken, geringere Erträge pro Hektar, höhere Arbeits-Intensität. Strategie: Für Hofübernehmer ist Bio-Umstellung oft sinnvoll, wenn ein guter regionaler Bio-Markt vorhanden ist (städtenahes Bio-Marktbiotop) und Direktvermarktung möglich ist. Demeter und Bioland sind die strengeren Verbände mit höheren Erzeugerpreisen, aber strikteren Auflagen. Wichtig: Bio ist kein Selbstläufer – wer schlecht wirtschaftet, geht auch im Bio-Bereich pleite.

Mehrere Trends treiben den Garten- und Landschaftsbau (Galabau): 1. Urbane Begrünung: Städte investieren in Klima-Anpassung – mehr Bäume, Parks, Wege-Begrünung gegen Hitze-Inseln. 2. Klimagärten: Private Gartenbesitzer wechseln zu klima-angepassten Pflanzungen (mediterrane Pflanzen, trockenresistente Sorten). 3. Regenwasser-Management: Mulden, Versickerungs-Anlagen, naturnahe Bachläufe als Hochwasserschutz. 4. Dach- und Fassaden-Begrünung: Förderung durch GEG-2024 und kommunale Programme. 5. Wellness- und Pool-Gärten: Privater Wohlfühl-Trend. Folge: Galabau-Betriebe wachsen zweistellig, Ausbildungs-Galabau-Plätze sind sehr begehrt. Galabau-Tarif ist deutlich besser als klassischer Gartenbau (Friedhofs-, Zierpflanzen-, Gemüsebau): Ausbildung 820–1.080 €, Einstieg 32.000–42.000 €, Galabau-Meister 52.000–95.000 €. Selbstständigkeit: Galabau-Meister mit eigenem Betrieb können 95.000–150.000 € Umsatz erreichen.

Sehr heterogen, nach Branche zweigeteilt: Klassische Landwirtschaft (Landwirt, Tierwirt, Pferdewirt): Landwirtschaftliche Tarifgruppen der IG BAU und DBV – deutlich unter Industrie-Niveau, 770 € im 1. Lehrjahr, Einstieg 26.000–38.000 €. Forst: TVöD-Auszubildende für staatliche und kommunale Forst-Betriebe – deutlich besser als Landwirtschaft (1.020 € im 1. Lehrjahr). Gartenbau: ZVG-Tarif (Zentralverband Gartenbau) – mittlere Vergütung, 820 € im 1. Lehrjahr. Galabau: BGL-Tarif (Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau) – deutlich besser als ZVG, 870 € im 1. Lehrjahr. Lebensmittel-Industrie: NGG-Tarif für Milchtechnologen, Milchwirtschaftliche Laboranten – beste Tarife im Feld, 1.080 € im 1. Lehrjahr. Tierpflege Zoo: TVöD (kommunale Tarife) – gut bezahlt. Vor Bewerbung: Tarifbindung immer prüfen, da die Spreizung zwischen Tarifen im Feld extrem ist.

Hoch und stabil: Die Übernahmequote liegt 2025 in Agrar-Berufen bei ~88 % im Schnitt. Besonders hoch: Galabau-Gärtner 95 % (Boom-Branche), Forstwirt 92 % (Klimawald-Umbau), Milchtechnologe 90 % (Industrietarif-Sektor), Tierpfleger Zoo 88 % (begehrte Stellen). Mittel: Landwirt 78 % (Hofübernahme vs Anstellung gespalten), Tierwirt 82 %, Pferdewirt 65 % (viele wechseln direkt in Selbstständigkeit), Florist 70 %. Konkret: Auf einen ausgelernten Galabau-Gärtner kommen 5–7 offene Stellen, auf einen Forstwirt 4–6 offene Stellen. Spezialfall Landwirtschaft: Viele Absolventen ohne eigenen Hof wechseln nach Ausbildung gezielt in Industrie-Berufe (Pflanzentechnologe bei KWS/Bayer, Milchtechnologe bei Molkereien) oder Verwaltung (Landwirtschaftskammer, Veterinäramt) – wo die Bezahlung deutlich besser ist als klassische Hof-Anstellung.

Welcher Agrar- oder Naturberuf passt zu Ihnen?

20 Agrar- und Naturberufe sind übersichtlich – aber sie unterscheiden sich extrem in Outdoor-Anteil, Selbstständigkeits-Orientierung und Tariflage. Unser wissenschaftlicher RIASEC-Test und die persönliche Beratung durch zertifizierte Psychologinnen und Psychologen schaffen Klarheit in unter 20 Minuten.

Weiterführende Themen

Quellen & Methodik

  • BIBB-Rangliste 2025 der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen, Bundesinstitut für Berufsbildung, veröffentlicht 03.03.2026.
  • BIBB-Vergütungserhebung 2025: Tarifliche Ausbildungsvergütungen.
  • Landwirtschaftliche Tarifgruppen 2025: IG BAU und Deutscher Bauernverband.
  • BGL-Tarif Galabau 2025: Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.
  • ZVG-Tarif Gartenbau 2025: Zentralverband Gartenbau.
  • TVöD 2025: Tarif für Forstwirte im öffentlichen Dienst (Bundesforst, Landesforst).
  • NGG-Tarif Lebensmittelindustrie 2025: Milchtechnologen, Milchwirtschaftliche Laboranten.
  • GAP-Reform 2023: Gemeinsame Agrarpolitik der EU mit Klima- und Biodiversitäts-Auflagen.
  • Statistisches Bundesamt: Strukturwandel in der deutschen Landwirtschaft 2000–2025.
  • RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices", 3. Auflage, PAR.
  • Hinweis: Bandbreiten in den Gehaltstabellen beziehen sich auf tarifliche und marktübliche Vergütungen 2025. Hofbesitzer-Einkommen variieren extrem stark nach Betriebsgröße und Spezialisierung.