Duale Ausbildung · BauhauptgewerbeTarifvergütung 1.610 € im 3. Lehrjahr

Straßenbauer/in: Ausbildung, Gehalt und Karriere

Kaum ein Ausbildungsberuf wird besser vergütet: Im dritten Lehrjahr sind es nach Bautarif 1.610 Euro – seit April 2026 bundesweit einheitlich. Straßenbauer bauen und sanieren Verkehrswege, Plätze und Leitungstrassen. Wir zeigen Aufgaben, die neuen Tarifzahlen, die Neuordnung ab August 2026 und die Karrierewege.

Neuordnung
Der Ausbildungsberuf Straßenbauer/in wurde neu geordnet: Ab dem 1. August 2026 gilt eine modernisierte Ausbildungsordnung – mit neuer Struktur, gemeinsamem Grundjahr und mehr Durchlässigkeit zwischen den Bauberufen. Alle modernisierten Ausbildungsberufe 2025/26 im Überblick →
3 Jahre
Duale Ausbildung im Bauhauptgewerbe
1.122–1.610 €
Tarifvergütung ab 01.04.2026
bundeseinheitlich
Ost-West-Angleichung seit April 2026
RCE
RIASEC-Interessencode
Steckbrief

Kurzüberblick: Straßenbauer/in

Straßenbauerinnen und Straßenbauer bauen Straßen, Wege, Plätze und Verkehrsanlagen – vom Erdbau über den Unterbau bis zur Deckschicht aus Asphalt, Beton oder Pflaster. Sie sanieren bestehende Verkehrsflächen, stellen Entwässerungen her und sichern Baustellen. Der Beruf gehört zum Bauhauptgewerbe, das durch einen der stärksten Tarifverträge Deutschlands geregelt ist.

Straßenbauer/in: Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Die Vergütung ist tariflich geregelt. Die Bundesagentur für Arbeit führt den Beruf 2025 als Engpassberuf. Im Beruf liegt das Medianentgelt bei 4.267 € brutto im Monat (Vollzeit, Bundesagentur für Arbeit).

Auf einen Blick

Alle Eckdaten

BerufStraßenbauer/in
Ausbildungsdauer3 Jahre, Stufenausbildung möglich
AusbildungsvergütungBautarif 1.122 / 1.351 / 1.610 € ab 01.04.2026
Medianentgelt im Beruf4.267 € brutto im Monat (Median, Vollzeit; mittlere 50 Prozent 3.718 bis 4.791 €), Bundesagentur für Arbeit
ZugangFormal keiner, praktisch Hauptschulabschluss
Abschluss und PrüfungGestreckte Abschlussprüfung
LernorteBaubetrieb, überbetriebliche Ausbildungsstätte, Berufsschule
RechtsgrundlageAusbildungsverordnung nach BBiG, neu geordnet ab 01.08.2026
RIASEC-InteressencodeRCE
KI-Risiko41 Prozent automatisierbar, Platz 249 von 478
Fachkräftelagelaut Bundesagentur für Arbeit Engpassberuf (2025)
Neue Ausbildungsverträge 20251.674 (BIBB)
ZukunftsscoreNote A, 77 von 100
Arbeitsalltag

Aufgaben & Arbeitsalltag

Der Alltag findet draußen statt, im Team und mit schwerem Gerät. Gearbeitet wird im Kolonnenverbund: Jeder Handgriff greift in den nächsten, und am Abend ist sichtbar, was entstanden ist. Die Arbeit ist körperlich fordernd und wird tariflich entsprechend vergütet.

01

Baustellen einrichten und sichern

Absperrungen, Verkehrsführung und Beschilderung nach Verkehrszeichenplan aufbauen – oft bei laufendem Verkehr.

02

Erdarbeiten ausführen

Boden abtragen, profilieren, verdichten und Tragschichten einbauen. Die Grundlage jeder dauerhaften Verkehrsfläche.

03

Vermessen und abstecken

Höhen und Fluchten übertragen, Gefälle herstellen, mit Nivelliergerät und zunehmend mit digitalen Systemen arbeiten.

04

Decken einbauen

Asphalt einbauen und verdichten, Betondecken herstellen oder Pflaster und Platten verlegen – je nach Bauweise und Belastung.

05

Entwässerung herstellen

Rinnen, Einläufe, Schächte und Leitungen setzen und anschließen, damit Wasser kontrolliert abfließt.

06

Sanieren und instand setzen

Schäden beurteilen, Flächen aufnehmen, Fugen und Risse instand setzen und Flächen wiederherstellen.

Tarif & Neuordnung

Historische Ost-West-Angleichung und neue Ausbildungsordnung

Für das Bauhauptgewerbe ist 2026 ein besonderes Jahr. Zum 1. April 2026 trat die dritte und letzte Stufe des Entgelt-Tarifvertrags in Kraft: Die Löhne stiegen um 3,9 Prozent, und die Ost-West-Angleichung wurde vollzogen – über 35 Jahre nach der Wiedervereinigung. Auszubildende in den neuen Bundesländern erhalten seither dieselbe Vergütung wie im Westen. Zum 1. August 2026 folgt die Neuordnung der Bauberufe.

Bundeseinheitliche Vergütung

Seit April 2026 gelten die Ausbildungsvergütungen im Bauhauptgewerbe bundesweit einheitlich: 1.122 € im ersten, 1.351 € im zweiten und 1.610 € im dritten Ausbildungsjahr.

Neuordnung ab August 2026

Die Bauberufe werden neu geordnet: 16 dreijährige und drei zweijährige Berufe, gestreckte Abschlussprüfung mit 40 Prozent Gewichtung von Teil 1 und modernisierte Lehrpläne.

Allgemeinverbindliche Untergrenzen

Die unteren Lohngruppen haben den Status eines allgemeinverbindlichen Mindestlohns und gelten für alle Betriebe der Branche – auch ohne Tarifbindung.

Lerninhalte

Ausbildungsinhalte: Was in den drei Jahren vermittelt wird

Die Ausbildung verbindet Erd- und Tiefbau, Baustoffkunde und Vermessung. Ein wachsender Teil entfällt auf digitale Vermessungs- und Maschinensteuerungstechnik – moderne Baumaschinen arbeiten satellitengestützt.
01

Baustoffkunde

Boden, Schotter, Asphalt, Beton, Pflaster und Bindemittel mit ihren Eigenschaften und Einsatzgrenzen.

02

Erd- und Tiefbau

Bodenklassen, Abtrag, Auftrag, Verdichtung und Frostschutz – die tragende Grundlage jeder Verkehrsfläche.

03

Vermessung

Nivellieren, Höhen und Fluchten übertragen, Gefälle herstellen, Umgang mit digitalen Vermessungssystemen.

04

Asphalt- und Betonbauweise

Mischgutarten, Einbautemperaturen, Verdichtung, Fugenausbildung und Qualitätsprüfung.

05

Pflaster- und Plattenbauweise

Bettung, Verlegemuster, Randeinfassung und dauerhaft belastbare Ausführung.

06

Entwässerung und Leitungsbau

Rinnen, Schächte, Rohrleitungen, Gefälle und Anschluss an die öffentliche Entwässerung.

07

Baumaschinen

Bedienung und Sicherheit von Verdichtungs-, Fräs- und Fördergeräten sowie satellitengestützte Maschinensteuerung.

08

Arbeitssicherheit und Verkehrssicherung

Baustellenabsicherung nach Verkehrszeichenplan, persönliche Schutzausrüstung, Verhalten im fließenden Verkehr.

Selbstcheck

Passt dieser Beruf zu dir?

Der Beruf verlangt körperliche Belastbarkeit, Teamfähigkeit und Wetterfestigkeit. Wer das mitbringt, bekommt eine der höchsten Ausbildungsvergütungen überhaupt und einen klar strukturierten Aufstiegsweg bis zum Polier. Ob Ihr Interessen- und Fähigkeitsprofil tatsächlich zu diesen Anforderungen passt, lässt sich in einer Berufsberatung objektiv klären – mit validierten Testverfahren statt mit Bauchgefühl.

Formale Voraussetzungen

  • Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
  • In der Praxis genügt häufig ein Hauptschulabschluss
  • Solide Grundkenntnisse in Mathematik (Flächen, Mengen, Gefälle)
  • Körperliche Eignung für schwere Arbeit im Freien
  • Bereitschaft zu Montage und wechselnden Einsatzorten
  • Führerschein wird in vielen Betrieben erwartet oder gefördert

Persönliche Eigenschaften

  • Körperliche Belastbarkeit – schweres Material, jedes Wetter
  • Teamfähigkeit: Gearbeitet wird in der Kolonne
  • Zuverlässigkeit – Bauabläufe hängen voneinander ab
  • Sorgfalt bei Höhen, Gefällen und Verdichtung
  • Verantwortungsbewusstsein bei der Verkehrssicherung
  • Bereitschaft zu frühem Arbeitsbeginn und Saisonarbeit
R
C
E

RIASEC-Profil: RCE – Realistic · Conventional · Enterprising

Der Beruf verbindet körperlich-handwerkliches Arbeiten mit schwerem Gerät (R) mit normgebundener, maßgenauer Ausführung (C) und eigenverantwortlicher Baustellenorganisation (E).

Das C wird unterschätzt: Verdichtungsgrade, Schichtdicken und Gefälle sind exakt vorgegeben und werden geprüft. Wer „ungefähr“ arbeitet, produziert Schäden, die Jahre später auftreten. Ihren persönlichen Code ermitteln Sie kostenlos im Berufswahltest für Schüler.

Welcher Bauberuf passt zu Ihnen?

Straßenbau, Hochbau oder Ausbau: ähnliche Vergütung, sehr unterschiedlicher Arbeitsalltag. Der Berufswahltest hilft bei der Eingrenzung.

Berufswahltest für Schüler starten →
Verdienst

Gehalt: Vergütung in der Ausbildung & Einstiegsgehalt

Hier liegt die größte Stärke des Berufs. Das Bauhauptgewerbe hat einen der stärksten Tarifverträge Deutschlands – die Ausbildungsvergütung gehört zu den höchsten aller Ausbildungsberufe und ist seit April 2026 bundesweit einheitlich.

Tarifvergütung im Bauhauptgewerbe ab 01.04.2026

Ausbildungsjahr
Bautarif (bundesweit)
Gesetzliches Minimum 2026
Differenz
1. Ausbildungsjahr
1.122,00 €
724 €
+ 398 €
2. Ausbildungsjahr
1.351,00 €
854 €
+ 497 €
3. Ausbildungsjahr
1.610,00 €
977 €
+ 633 €
Besonderheit
Ost-West-Angleichung
seit 01.04.2026
bundeseinheitlich

Die Werte gelten für tarifgebundene Betriebe des Bauhauptgewerbes und sind seit dem 1. April 2026 bundesweit einheitlich – die Ost-West-Angleichung wurde damit über 35 Jahre nach der Wiedervereinigung vollzogen. Nicht tarifgebundene Betriebe müssen mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung zahlen, den allgemeinverbindlichen Branchenmindestlohn allerdings in jedem Fall einhalten.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung richtet sich das Gehalt nach den Lohngruppen des Bundesrahmentarifvertrags. Zum Tarifstundenlohn kommt ein Bauzuschlag von 5,9 Prozent hinzu, der im Gesamttarifstundenlohn enthalten ist. Die unteren Lohngruppen haben den Status eines allgemeinverbindlichen Mindestlohns und gelten damit für alle Betriebe der Branche. Der wirksamste Aufstiegshebel ist der Weg über Vorarbeiter, Werkpolier und Polier – jede Stufe ist tariflich eigenständig eingruppiert.

Einstieg
nach Lohngruppe
Zzgl. Bauzuschlag von 5,9 Prozent
Vorarbeiter / Werkpolier
deutlich höher
Eigene tarifliche Eingruppierung
Polier oder Meister
oberes Segment
Bauleitung und Personalverantwortung
Ausbildungsablauf

Ausbildungsablauf: Erdbau, Decke, Verantwortung

Die dreijährige Ausbildung verbindet Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätte – letztere ist im Bauhauptgewerbe fester Bestandteil. Mit der Neuordnung ab August 2026 zählt Teil 1 der Abschlussprüfung mit 40 Prozent.

1. Jahr

Grundlagen und Erdbau

Baustoffe, Bodenklassen, Verdichtung, Vermessungsgrundlagen und Arbeitssicherheit. Überbetriebliche Lehrgänge.

2. Jahr

Bauweisen und Einbau

Asphalt, Beton, Pflaster, Entwässerung und Baumaschineneinsatz. Zunehmend eigenständige Arbeitsschritte.

Prüfungsteil 1

Im 2. Ausbildungsjahr

Mit der Neuordnung ab August 2026 fließt dieser Teil bereits mit 40 Prozent in die Abschlussnote ein.

3. Jahr

Vertiefung und Eigenverantwortung

Komplexe Bauweisen, Sanierung, Vermessung, selbstständige Ausführung von Teilbereichen.

Abschluss

Prüfungsteil 2

Praktische Prüfungsstücke, schriftliche Teile und Fachgespräch. Die Übernahmequote in der Branche ist hoch.

Perspektiven

Karrierewege: Vorarbeiter, Polier, Meister

Das Bauhauptgewerbe hat einen der klarsten Aufstiegswege im gesamten Handwerk: Vom Facharbeiter über Vorarbeiter und Werkpolier zum Polier – jede Stufe mit eigener tariflicher Eingruppierung und wachsender Verantwortung. Welcher dieser Wege zu Ihnen passt, hängt von Interessen, Belastbarkeit und Lebensplanung ab – und genau das ist Gegenstand einer Berufsberatung.

Der Polierweg

Der klassische und tariflich klar geregelte Aufstieg auf der Baustelle.

  • Vorarbeiter/in
  • Werkpolier/in
  • Geprüfte/r Polier/in
  • Ausbildereignung (AEVO)

Fachlich spezialisieren

Bestimmte Bereiche sind besonders gefragt und besser vergütet.

  • Asphalttechnik und Einbauqualität
  • Vermessung und Maschinensteuerung
  • Kanal- und Leitungsbau
  • Gleisbau und Sonderbauweisen

Aufstiegsfortbildungen

Berufsbegleitend und über Aufstiegs-BAföG förderfähig.

  • Straßenbauermeister/in
  • Staatlich geprüfte/r Techniker/in Bautechnik
  • Bauleitung
  • Kalkulation und Aufmaß

Studium

Mit Meister oder Techniker ist ein Studium auch ohne Abitur möglich.

  • B.Eng. Bauingenieurwesen
  • Verkehrswegebau
  • Infrastrukturmanagement
  • Wirtschaftsingenieurwesen Bau
Ehrliche Bilanz

Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs

Straßenbau gehört zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen überhaupt und bietet einen klaren Aufstiegsweg. Die Belastungen sind körperlich und witterungsbedingt – das sollte jede Entscheidung kennen.

Was für den Beruf spricht

  • Eine der höchsten Ausbildungsvergütungen aller Berufe
  • Seit April 2026 bundesweit einheitliche Tarifvergütung
  • Klarer Aufstiegsweg vom Vorarbeiter bis zum Polier
  • Nur drei Jahre Ausbildungsdauer
  • Krisensichere Nachfrage durch Infrastruktursanierung
  • Zugang auch mit einfacherem Schulabschluss möglich

Was Sie wissen sollten

  • Körperlich sehr fordernd – schwere Arbeit bei jedem Wetter
  • Lärm, Staub, Hitze beim Asphalteinbau
  • Arbeiten im fließenden Verkehr mit entsprechendem Risiko
  • Montage und wechselnde Einsatzorte sind verbreitet
  • Saisonale Schwankungen im Winter
  • Früher Arbeitsbeginn ist die Regel
Abgrenzung

Straßenbauer vs. Tiefbaufacharbeiter vs. Maurer

Drei Bauberufe mit gemeinsamer Tarifgrundlage und unterschiedlichem Schwerpunkt.

Kriterium
Straßenbauer
Tiefbaufacharbeiter
Maurer
Schwerpunkt
Verkehrsflächen
Kanal, Leitungen, Erdbau
Hochbau und Mauerwerk
Ausbildungsdauer
3 Jahre
2 Jahre
3 Jahre
Tarifvergütung
sehr hoch
sehr hoch
sehr hoch
Arbeit im Freien
durchgehend
durchgehend
durchgehend
Maschineneinsatz
sehr hoch
sehr hoch
mittel
Aufstiegsweg
Polier, Meister
Übergang in 3-jährigen Beruf
Polier, Meister
RIASEC-Profil
RCE
RCE
RCE
Expertenstimmen

Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken

Jan Bohlken

Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom

„Wenn Jugendliche sagen, sie wollen etwas verdienen und nicht im Büro sitzen, nenne ich das Bauhauptgewerbe. Im dritten Lehrjahr sind es 1.610 Euro – das erreicht in Deutschland kaum eine andere Ausbildung. Seit April 2026 gilt das bundesweit einheitlich, die Ost-West-Angleichung ist vollzogen. Und der Aufstiegsweg über Vorarbeiter und Polier ist tariflich klar geregelt, nicht von Zufällen abhängig.“

Raphaela Peitsch

Raphaela Peitsch

Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert

„Ich prüfe bei den Bauberufen immer die körperliche Perspektive auf lange Sicht. Mit achtzehn ist schwere Arbeit im Freien meist kein Problem – mit fünfundvierzig sieht das anders aus. Wer früh den Weg zum Polier oder Meister mitdenkt, hat eine Perspektive, die trägt. Wer das verdrängt, gerät in der Lebensmitte unter Druck. Diese Frage gehört in jede Beratung zu Bauberufen.“

Zukunftsprofil

Zukunftsaussichten Straßenbauer/in: Wie robust ist der Beruf?

Vier belastbare Kennzahlen statt Bauchgefühl – und ein daraus errechneter Zukunftsscore. Alle Werte stammen aus amtlichen Quellen oder aus unserer eigenen, offengelegten Auswertung.

AZukunftsscore 77 von 100drei gewichtete Dimensionen, Methodik unten offengelegt
KI-Risiko41 %der Kerntätigkeiten sind automatisierbar · Platz 249 von 478 Berufen · mittlere Automatisierbarkeit
FachkräftelageEngpassberufBA-Engpassanalyse 2025 · Berufe im Straßen- und Asphaltbau (Fachkräfte) · 1,5 Arbeitsuchende je gemeldete Stelle · Vakanzzeit 80 Tage
Neue Ausbildungsverträge 20251.674BIBB, Stichtag 30. September · gegenüber 2024 +7,3 % · gegenüber 2019 +0,2 %
Ausbildungsmarkt483unbesetzte Ausbildungsplätze 2025 · dazu 63 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber · Stellenüberhang 27,8 % der Nachfrage

Der Beruf liegt im unteren Mittelfeld. Ein Teil der Aufgaben ist standardisiert und damit grundsätzlich automatisierbar, der fachliche Kern bleibt jedoch an Menschen gebunden. Realistisch verschiebt sich die Arbeit, statt zu verschwinden: weniger Routine, mehr Prüfen, Entscheiden und Ausnahmefälle. Wichtig bleibt die Leserichtung: Der Wert misst, was technisch möglich wäre, nicht was ein Betrieb tatsächlich tut. Kosten, Tarif, Regulierung und Kundenerwartung entscheiden mit. Die Bundesagentur für Arbeit führt die Berufsgruppe „Berufe im Straßen- und Asphaltbau“ 2025 als Engpassberuf – auf eine gemeldete Stelle kommen rechnerisch 1,5 Arbeitsuchende. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge liegt über dem Niveau von 2019 – gegen den Trend des Gesamtmarkts.

Methodik. Zukunftsscore: KI-Risiko (invertiert) 45 %, Fachkräftelage 35 %, Entwicklung der Ausbildungsverträge 20 %; A+ ab 85, A ab 76, B+ ab 68, B ab 60, C+ ab 52, C ab 44, darunter D. Der Ausbildungsmarkt wird bewusst nur informativ ausgewiesen und fließt nicht in den Score ein.
Quellen: Automatisierbarkeit – eigene Auswertung von 478 Berufen auf Basis von IAB, ZEW/Frey-Osborne und WEF, Methodik im Automatisierbarkeits-Check. Fachkräftelage – Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025. Ausbildungsverträge und Ausbildungsmarkt – BIBB-Erhebung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September 2025. Stand: September 2026.

Häufige Fragen

Straßenbauer/in – FAQ

Die Vergütung im Bauhauptgewerbe ist tariflich geregelt und seit dem 1. April 2026 bundesweit einheitlich: 1.122 € im ersten, 1.351 € im zweiten und 1.610 € im dritten Ausbildungsjahr. Damit zählt sie zu den höchsten aller Ausbildungsberufe. Nicht tarifgebundene Betriebe müssen mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung zahlen.

Bis 2026 lagen die tariflichen Löhne und Ausbildungsvergütungen im Bauhauptgewerbe in den neuen Bundesländern unter den westdeutschen Werten. Mit der dritten Stufe des Entgelt-Tarifvertrags zum 1. April 2026 wurde diese Differenz vollständig aufgehoben – über 35 Jahre nach der Wiedervereinigung. Auszubildende erhalten seither unabhängig vom Bundesland dieselbe Vergütung.

Zum 1. August 2026 treten neue Ausbildungsordnungen für die Berufe der Bauwirtschaft in Kraft: 16 dreijährige und drei zweijährige Berufe. Die wichtigsten Änderungen sind die gestreckte Abschlussprüfung in den dreijährigen Berufen – Teil 1 im zweiten Ausbildungsjahr fließt bereits mit 40 Prozent in die Abschlussnote ein –, ein Anrechnungsmodell für den Übergang von zweijährigen in dreijährige Ausbildungen sowie modernisierte Lehrpläne mit stärkerer Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Arbeitsschutz und Digitalisierung.

Für Ausbildungsverhältnisse, die 2026 beginnen, beträgt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG 724 € im ersten, 854 € im zweiten und 977 € im dritten Ausbildungsjahr. Sie darf nie unterschritten werden. Nicht tarifgebundene Betriebe dürfen eine einschlägige Tarifvergütung um höchstens 20 Prozent unterschreiten – sie müssen also mindestens 80 Prozent zahlen.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und verbindet Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätte – letztere ist im Bauhauptgewerbe fester Bestandteil. Mit der Neuordnung ab August 2026 gilt die gestreckte Abschlussprüfung: Teil 1 im zweiten Ausbildungsjahr zählt bereits mit 40 Prozent zur Endnote.

Rechtlich keinen bestimmten. In der Praxis genügt häufig ein Hauptschulabschluss – das macht den Beruf zu einem der wirtschaftlich attraktivsten Wege für Jugendliche ohne mittlere Reife. Wichtig sind solide Grundkenntnisse in Mathematik für Flächen, Mengen und Gefälle sowie körperliche Eignung.

Sehr sicher. Die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur ist eine Daueraufgabe mit erheblichem Nachholbedarf, und die Arbeit lässt sich weder verlagern noch automatisieren. Der Fachkräftemangel im Bauhauptgewerbe ist ein wesentlicher Grund für die deutlichen Tariferhöhungen der letzten Jahre – die Betriebe konkurrieren aktiv um Auszubildende.

Deutlich. Gearbeitet wird ganzjährig im Freien, mit schwerem Material, unter Lärm und beim Asphalteinbau bei hohen Temperaturen – häufig im fließenden Verkehr. Wer den Beruf wählt, sollte den Aufstiegsweg über Vorarbeiter, Werkpolier und Polier von Anfang an mitdenken: Er ist tariflich klar geregelt und führt zu deutlich geringerer körperlicher Belastung bei höherem Einkommen.

Vor der Bewerbung Klarheit gewinnen

Straßenbau bietet Spitzenvergütung und einen klaren Aufstiegsweg – verlangt aber körperliche Belastbarkeit und Wetterfestigkeit. Ob das Profil passt und welche langfristige Perspektive trägt, klären wir mit wissenschaftlich validierter Diagnostik nach DIN 33430. An sieben Standorten oder online.

Weiterführende Themen

Quellen & Methodik

  • Verordnung über die Berufsausbildung in der Bauwirtschaft nach dem Berufsbildungsgesetz; Neuordnung mit Inkrafttreten zum 01.08.2026 (16 dreijährige und drei zweijährige Berufe, gestreckte Abschlussprüfung mit 40 Prozent Gewichtung von Teil 1).
  • Entgelt-Tarifvertrag Bauhauptgewerbe (IG BAU, ZDB, HDB, Beschluss vom 14.06.2024): dritte Stufe ab 01.04.2026 mit 3,9 Prozent Erhöhung und vollständiger Ost-West-Angleichung; Ausbildungsvergütungen 1.122 / 1.351 / 1.610 €.
  • Bundesrahmentarifvertrag Bau: Lohngruppen, Bauzuschlag von 5,9 Prozent, allgemeinverbindliche Untergrenzen.
  • § 17 BBiG zur Mindestausbildungsvergütung 2026 (724 / 854 / 977 €).
  • Handwerkskammern: Übersichten zu Ausbildungsvergütungen, Stand 2026.
  • RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): „Making Vocational Choices“, 3. Auflage, PAR.
  • Hinweis: Die Tarifwerte gelten für tarifgebundene Betriebe. Allgemeinverbindliche Branchenmindestlöhne gelten darüber hinaus für alle Betriebe der Branche.