Persönlichkeitstest · Testverfahren

Reiss Motivation Profile Individuelle Antriebskräfte sichtbar machen

Grundlagen, Dimensionen und Einsatzbereiche des RMP – das Verfahren beantwortet die Frage nach dem „Warum": Welche der 16 Lebensmotive treiben Sie tatsächlich an?

DIN 33430-zertifizierte Diagnostik
7 Standorte in Deutschland
25 Jahre Headhunter-Praxis
Auf einen Blick

Reiss Motivation Profile® (RMP)

Das RMP ist eines der wenigen Verfahren, das gezielt die inneren Antriebe eines Menschen misst – und damit eine andere Frage stellt als klassische Persönlichkeitsdiagnostik.

Das RMP ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren, das die inneren Antriebe eines Menschen misst. Während andere Tests oft nur das Verhalten beschreiben, beantwortet das RMP die Frage nach dem „Warum".

Basierend auf den Forschungen von Prof. Steven Reiss liefert es ein präzises Abbild der Motivationsstruktur und ist damit ein unverzichtbares Werkzeug für tiefgreifende Persönlichkeitsentwicklung und Coaching. Im Profiling Institut nutzen wir das RMP-Verständnis als Ergänzung zu psychometrisch belastbaren Hauptverfahren wie dem NEO-PI-R oder dem BIP – besonders dort, wo es um Karriereentscheidungen und langfristige Lebenszufriedenheit geht.

16
Lebensmotive
~128
Items (Fragen)
~25
Minuten Dauer
2000
Reiss-Veröffentlichung
Geschichte & Methodik

Vom Forschungsmodell zum Coaching-Standard

Die Entwicklung des Reiss-Motivationsmodells – von der breiten empirischen Untersuchung bis zur weltweiten Verbreitung als wissenschaftlich fundierte Motivationsdiagnostik.

1995–1998

Steven Reiss: Empirische Grundlagenforschung

Prof. Steven Reiss (Ohio State University) befragt mehr als 6.000 Menschen weltweit und destilliert daraus 16 universelle Lebensmotive – ein neuer Ansatz jenseits klassischer Verhaltensmodelle.

2000

„Who Am I?"

Veröffentlichung des Standardwerks „Who Am I? The 16 Basic Desires that Motivate Our Actions and Define Our Personalities" – die Theorie wird einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

2002+

Internationale Verbreitung

Lizensierung an die IDS Publishing Corporation, später RMP germany & international (rmp.eu). Das RMP wird in Coaching, Sportpsychologie und Personalentwicklung weltweit eingesetzt.

Heute

Etabliertes Coaching-Tool

Über 1 Mio. Anwendungen weltweit. RMP gilt als wertvolle Ergänzung zu Big-Five-Verfahren – besonders bei Sinnfragen, Karriereentscheidungen und Burnout-Prävention.

Die Struktur des RMP

Die 16 Lebensmotive im Überblick

Jedes Motiv ist bei jedem Menschen individuell ausgeprägt – von „sehr stark" über „neutral" bis „sehr schwach". Diese Kombination macht unsere Persönlichkeit aus. Steven Reiss gruppierte die 16 universellen Motive in vier thematische Bereiche:

Selbstwirksamkeit & Einfluss

Motive für Status, Autonomie & Wettbewerb

Diese Motive steuern das Verhältnis zur eigenen Wirkkraft und Position in sozialen Hierarchien. Stark ausgeprägt zeigen sie sich besonders bei Führungskräften, Unternehmer:innen und Spitzensportler:innen.

01
Macht Bedürfnis, Einfluss auszuüben, Verantwortung zu tragen und andere zu führen.
02
Unabhängigkeit Streben nach Selbstbestimmung, Autonomie und Freiheit von äußerer Kontrolle.
11
Status Wunsch nach Prestige, gesellschaftlichem Ansehen und Symbolen gehobener Stellung.
12
Rache / Wettkampf Bedürfnis, sich zu messen, Konkurrenz zu erleben und zu gewinnen.

Soziale Bindung & Werte

Motive für Zugehörigkeit, Sinn & Anerkennung

Diese Motive prägen unser Verhältnis zu anderen Menschen, zu Gemeinschaften und zu höheren Werten. Sie sind zentral für Sinnfragen, Familienorientierung und gesellschaftliches Engagement.

04
Anerkennung Bedürfnis nach Bestätigung, Akzeptanz und positivem Selbstbild durch andere.
07
Ehre Loyalität gegenüber Tradition, Werten und der Gruppe, der man sich zugehörig fühlt.
08
Idealismus Engagement für soziale Gerechtigkeit, höhere Ziele und das Gemeinwohl.
09
Beziehungen Geselligkeit, Freude an Freundschaften und sozialen Kontakten.
10
Familie Bindung an die eigene Familie und Fürsorge insbesondere für die eigenen Kinder.

Erkenntnis & Ordnung

Motive für Wissen, Struktur & Sicherheit

Diese Motive bestimmen unser Verhältnis zur Welt der Ideen, zur Struktur und zum Bewahren. Stark ausgeprägt zeigen sie sich bei Forscher:innen, Strateg:innen und sorgfältigen Bewahrer-Typen.

03
Neugier Wissensdurst, intellektuelle Auseinandersetzung und das Streben nach Erkenntnis.
05
Ordnung Bedürfnis nach Struktur, Planbarkeit und klaren Regeln im Alltag.
06
Sparen Drang, materielle Werte zu sammeln, zu bewahren und finanzielle Sicherheit aufzubauen.

Körper & Sinne

Motive für Sinnlichkeit, Bewegung & Wohlbefinden

Diese Motive betreffen unser Verhältnis zum Körper, zu sinnlichem Erleben und zu Ruhe oder Aktivität. Sie spielen eine zentrale Rolle in Fragen der Lebensqualität und Burnout-Prävention.

13
Eros / Schönheit Sinnlichkeit, ästhetisches Empfinden und Sexualität als Lebensbereich.
14
Essen Genuss und kulinarische Erfahrungen als Quelle der Lebensfreude.
15
Körperliche Aktivität Bewegungsdrang, sportliche Betätigung und körperliche Auslastung.
16
Ruhe Bedürfnis nach Entspannung, emotionaler Sicherheit und stressfreien Phasen.
So funktioniert der Test

Ablauf und Auswertung des RMP

Ein typisches RMP dauert etwa 20–30 Minuten – die anschließende Coaching-Auswertung macht die individuelle Motivationsstruktur greifbar.

1

Fragebogen ausfüllen

Sie bewerten ca. 128 Aussagen zu Einstellungen, Werten und Präferenzen – auf einer mehrstufigen Skala von „trifft gar nicht zu" bis „trifft voll zu".

2

Profilgrafik erhalten

Die Auswertung liefert eine Profilgrafik mit der individuellen Ausprägung aller 16 Motive – von sehr stark bis sehr schwach im Vergleich zur Normstichprobe.

3

Coaching-Auswertung

In der Beratung übersetzen wir die Profilgrafik in konkrete Empfehlungen – für Karrierefragen, Beziehungen, Stressmanagement oder Lebensgestaltung.

Anwendungsfelder

Einsatzbereiche des Reiss Motivation Profile

Überall dort, wo die Frage „Was treibt mich (oder andere) wirklich an?" zentral ist – von Führung über Karriere bis Burnout-Prävention.

Führung & Teambildung

Optimierung des Führungsstils und tiefes Verständnis der Teamdynamik zur Konfliktprävention – inkl. Erkennung gegensätzlicher Motivstrukturen.

Für Führungskräfte

Personalentwicklung & Recruiting

Gezielte Stärkenförderung und Prüfung der Passung zwischen Bewerber, Rolle und Kultur – ergänzend zu fundierter Eignungsdiagnostik.

Berufsbezogener Test

Gesundheit & Stressmanagement

Identifikation von Stressquellen und Ableitung von Strategien zur Resilienzsteigerung – Burnout-Prävention durch Motiv-Bewusstsein.

Coaching & Beratung

Begleitung bei persönlichen oder beruflichen Fragestellungen durch Kenntnis der Motivationsstruktur – als Türöffner zu tiefer Selbsterkenntnis.

Karriereberatung

Berufliche Neuorientierung

Wenn das Bauchgefühl ruft, aber die Richtung unklar ist: RMP zeigt, welche Motive in der aktuellen Rolle frustriert werden – und welche neue Wege erfüllen würden.

Berufliche Neuorientierung

Sportpsychologie

Im Leistungs- und Spitzensport zeigt RMP, welche Motive den Athleten antreiben und wie individuelles Training und Mentaltraining optimal gestaltet werden.

Praxis-Perspektive

RMP aus Headhunter-Sicht – wann das „Warum" entscheidet

Aus 25 Jahren Recruiting- und Coaching-Praxis: Wo das Reiss Motivation Profile echten Mehrwert liefert – und wie es sich am besten mit fundierter Persönlichkeitsdiagnostik kombiniert.

Insider-Perspektive

Wenn Manager in der Mitte ihrer Karriere zu mir kommen und sagen „Ich funktioniere – aber irgendetwas stimmt nicht", liefert das RMP-Verständnis fast immer den entscheidenden Befund: Ein zentrales Motiv wird in der aktuellen Rolle systematisch frustriert. Das kann der Wunsch nach Unabhängigkeit sein, nach Idealismus oder nach Ruhe. Klassische Persönlichkeitstests messen das nicht. Deshalb nutze ich RMP-Konzepte regelmäßig als Ergänzung zum NEO-PI-R und BIP – nicht als Ersatz. Die Kombination aus Persönlichkeit (NEO-PI-R), beruflicher Kompetenz (BIP) und Motivstruktur (RMP) gibt das vollständigste Bild für tragfähige Karriereentscheidungen.

Jan Bohlken, Gründer Profiling Institut & Bohlken Consulting · 25 Jahre Headhunting in Automotive, Maschinenbau und Chemie

Verfahren im Vergleich

RMP im Vergleich zu NEO-PI-R, BIP und DISG

RMP misst etwas grundsätzlich anderes als klassische Persönlichkeitsverfahren – nämlich Motive statt Eigenschaften. Der direkte Vergleich macht die Unterschiede greifbar.

Tabelle horizontal scrollbar →
Kriterium RMP NEO-PI-R BIP DISG
Was wird gemessen? Innere Antriebe / Motive Persönlichkeitsmerkmale Berufsbezogene Kompetenz Verhalten in Interaktion
Hauptfrage „Warum?" „Wer?" „Wie im Beruf?" „Wie im Kontakt?"
Modell 16 Lebensmotive (Reiss) Big Five (OCEAN) 14 berufsbezogene Skalen 4 Verhaltensstile
Wissenschaftliche Fundierung Mittel–Hoch Sehr hoch (Goldstandard) Sehr hoch Moderat
DIN 33430 geeignet Eingeschränkt Ja Ja Nein
Primärer Einsatz Coaching, Sinnfragen, Burnout-Prävention Persönlichkeitstiefe, Karriere Personalauswahl, Führung Teams, Vertrieb, Kommunikation

Fazit: RMP ist die richtige Wahl, wenn es um Motive, Werte und tiefere Sinnfragen geht. Für die Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 nutzen wir NEO-PI-R und BIP. Die Kombination aller drei Perspektiven liefert das vollständigste Bild.

Was Sie konkret gewinnen

Ihr Nutzen vom Reiss Motivation Profile

Das RMP liefert tiefe Einblicke in individuelle Motivstrukturen und zeigt, warum Menschen in bestimmten Situationen so handeln, wie sie es tun. Diese Perspektive unterstützt die persönliche und berufliche Entwicklung auf einer fundierten Basis jenseits bloßer Verhaltensbeschreibungen.

Fazit: Das Reiss Motivation Profile ergänzt klassische Persönlichkeitstests ideal um die Dimension der inneren Antriebe. Es ist ein wertvolles Instrument für Coaches und Führungskräfte, die Menschen tiefer verstehen und individuell motivieren möchten. Im Profiling Institut kombinieren wir die Motiv-Perspektive mit psychometrisch belastbarer Persönlichkeitsdiagnostik (NEO-PI-R, BIP) für ein vollständiges Bild.

Wissenschaftliche Einordnung

Das RMP basiert auf einer eigenen empirischen Tradition, die sich klar von typologisierenden Modellen unterscheidet. Viele populäre Verfahren (wie DISG, MBTI oder Insights MDI) beruhen auf der Theorie weniger Kategorien. Die moderne Forschung ist davon abgerückt, Menschen in starre Schubladen einzuteilen. Dennoch bleiben diese Tools aufgrund ihrer hohen Praxisrelevanz und einfachen Anwendbarkeit in der Personalentwicklung äußerst beliebt. Das RMP nimmt eine Sonderstellung ein: Es ist kein Typenmodell, sondern misst alle 16 Motive auf einem Spektrum – ähnlich wie der NEO-PI-R mit den Big Five.

Für wen ist das RMP besonders aufschlussreich?

Sechs typische Anliegen, bei denen das Verständnis der eigenen Motive den entscheidenden Unterschied macht – meist in Kombination mit psychometrisch belastbarer Persönlichkeitsdiagnostik.

Häufig gestellte Fragen

FAQ zum Reiss Motivation Profile

Häufige Fragen zu den 16 Lebensmotiven und ihrer praktischen Bedeutung.

Was misst das RMP?

Das RMP misst 16 grundlegende Lebensmotive, die das Verhalten und die Entscheidungen eines Menschen steuern. Anders als klassische Persönlichkeitstests (etwa NEO-PI-R oder BIP) beantwortet es die Frage nach dem „Warum".

Welche Motive gibt es?

Die 16 Reiss-Motive umfassen u. a. Macht, Unabhängigkeit, Familie, Anerkennung, Status, Ordnung, Neugier und Idealismus – sowie körper- und sinnbezogene Motive wie Eros, Essen, Körperliche Aktivität und Ruhe. Eine Übersicht aller 16 Motive finden Sie weiter oben auf dieser Seite.

Wie läuft der Test ab?

Teilnehmende bewerten ca. 128 Aussagen zu Einstellungen und Werten – auf einer mehrstufigen Skala. Die Auswertung ergibt ein individuelles Motivprofil mit den Ausprägungen aller 16 Motive im Vergleich zur Normstichprobe.

Wofür eignet es sich besonders?

Zur Analyse persönlicher Antriebskräfte, für Coaching, Führungskräfteentwicklung und Selbstreflexion. Besonders wertvoll in der beruflichen Neuorientierung, bei Burnout-Prävention und in der Sportpsychologie.

Ist das RMP fundiert?

Ja, es basiert auf empirischen Studien von Steven Reiss mit über 6.000 Befragten weltweit und ist international nach psychologischen Standards validiert. Für DIN 33430-konforme Eignungsdiagnostik nutzen wir dennoch primär NEO-PI-R und BIP, die für diesen Zweck spezifisch entwickelt wurden.

RMP vs. Persönlichkeitstests?

Das RMP misst Motive („Warum?"), klassische Persönlichkeitstests messen beobachtbares Verhalten oder stabile Eigenschaften („Wie?" oder „Wer?"). Beide Perspektiven ergänzen sich – im Profiling Institut kombinieren wir sie gezielt für ein vollständiges Bild.

Ändert sich mein Profil?

Lebensmotive sind relativ stabil, können sich aber mit bedeutenden Lebensphasen oder Prioritäten leicht verschieben. Etwa nach Familiengründung kann das Motiv „Familie" stärker werden, in Krisen das Motiv „Ruhe". Die Grundstruktur bleibt aber meist erhalten.

Wie werden Ergebnisse genutzt?

Im Coaching werden die Motive genutzt, um Ziele, Konflikte oder Arbeitszufriedenheit gezielt zu reflektieren. Speziell in der Karriereberatung hilft das Motivprofil, Stellenangebote oder Veränderungsschritte daraufhin zu prüfen, ob sie die persönlichen Antriebe tatsächlich bedienen.

Kann RMP die Eignungsdiagnostik ersetzen?

Nein. Für Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 sind Verfahren wie NEO-PI-R und BIP die richtige Wahl. RMP ergänzt diese Verfahren um die Motiv-Dimension – ideal in Coaching und Karriereberatung, weniger geeignet als alleinige Auswahl-Grundlage.

Unsere professionellen Testverfahren

Unsere professionellen Testverfahren & Konditionen

Für tragfähige Karriere- und Lebensentscheidungen setzen wir im Profiling Institut auf wissenschaftlich validierte Hauptverfahren – RMP-Konzepte fließen in die Beratung ein.

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Quellen & weiterführende Literatur

  • Reiss, S. (2000). Who Am I? The 16 Basic Desires that Motivate Our Actions and Define Our Personalities. Berkley Trade.
  • Reiss, S. (2008). The Normal Personality: A New Way of Thinking about People. Cambridge University Press.
  • Reiss, S., & Havercamp, S. M. (1998). Toward a comprehensive assessment of fundamental motivation. Psychological Assessment, 10(2), 97–106.
  • Offizielle Quelle: rmp.eu
  • DIN Deutsches Institut für Normung (Hrsg.). DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen.