Reiss Motivation Profile – Individuelle Antriebskräfte sichtbar machen
Grundlagen, Dimensionen und Einsatzbereiche des RMP – das Verfahren beantwortet die Frage nach dem „Warum": Welche der 16 Lebensmotive treiben Sie tatsächlich an?
Reiss Motivation Profile® (RMP)
Das RMP ist eines der wenigen Verfahren, das gezielt die inneren Antriebe eines Menschen misst – und damit eine andere Frage stellt als klassische Persönlichkeitsdiagnostik.
Das RMP ist ein wissenschaftlich fundiertes Verfahren, das die inneren Antriebe eines Menschen misst. Während andere Tests oft nur das Verhalten beschreiben, beantwortet das RMP die Frage nach dem „Warum".
Basierend auf den Forschungen von Prof. Steven Reiss liefert es ein präzises Abbild der Motivationsstruktur und ist damit ein unverzichtbares Werkzeug für tiefgreifende Persönlichkeitsentwicklung und Coaching. Im Profiling Institut nutzen wir das RMP-Verständnis als Ergänzung zu psychometrisch belastbaren Hauptverfahren wie dem NEO-PI-R oder dem BIP – besonders dort, wo es um Karriereentscheidungen und langfristige Lebenszufriedenheit geht.
Vom Forschungsmodell zum Coaching-Standard
Die Entwicklung des Reiss-Motivationsmodells – von der breiten empirischen Untersuchung bis zur weltweiten Verbreitung als wissenschaftlich fundierte Motivationsdiagnostik.
Steven Reiss: Empirische Grundlagenforschung
Prof. Steven Reiss (Ohio State University) befragt mehr als 6.000 Menschen weltweit und destilliert daraus 16 universelle Lebensmotive – ein neuer Ansatz jenseits klassischer Verhaltensmodelle.
„Who Am I?"
Veröffentlichung des Standardwerks „Who Am I? The 16 Basic Desires that Motivate Our Actions and Define Our Personalities" – die Theorie wird einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Internationale Verbreitung
Lizensierung an die IDS Publishing Corporation, später RMP germany & international (rmp.eu). Das RMP wird in Coaching, Sportpsychologie und Personalentwicklung weltweit eingesetzt.
Etabliertes Coaching-Tool
Über 1 Mio. Anwendungen weltweit. RMP gilt als wertvolle Ergänzung zu Big-Five-Verfahren – besonders bei Sinnfragen, Karriereentscheidungen und Burnout-Prävention.
Die 16 Lebensmotive im Überblick
Jedes Motiv ist bei jedem Menschen individuell ausgeprägt – von „sehr stark" über „neutral" bis „sehr schwach". Diese Kombination macht unsere Persönlichkeit aus. Steven Reiss gruppierte die 16 universellen Motive in vier thematische Bereiche:
Selbstwirksamkeit & Einfluss
Motive für Status, Autonomie & Wettbewerb
Diese Motive steuern das Verhältnis zur eigenen Wirkkraft und Position in sozialen Hierarchien. Stark ausgeprägt zeigen sie sich besonders bei Führungskräften, Unternehmer:innen und Spitzensportler:innen.
Soziale Bindung & Werte
Motive für Zugehörigkeit, Sinn & Anerkennung
Diese Motive prägen unser Verhältnis zu anderen Menschen, zu Gemeinschaften und zu höheren Werten. Sie sind zentral für Sinnfragen, Familienorientierung und gesellschaftliches Engagement.
Erkenntnis & Ordnung
Motive für Wissen, Struktur & Sicherheit
Diese Motive bestimmen unser Verhältnis zur Welt der Ideen, zur Struktur und zum Bewahren. Stark ausgeprägt zeigen sie sich bei Forscher:innen, Strateg:innen und sorgfältigen Bewahrer-Typen.
Körper & Sinne
Motive für Sinnlichkeit, Bewegung & Wohlbefinden
Diese Motive betreffen unser Verhältnis zum Körper, zu sinnlichem Erleben und zu Ruhe oder Aktivität. Sie spielen eine zentrale Rolle in Fragen der Lebensqualität und Burnout-Prävention.
Ablauf und Auswertung des RMP
Ein typisches RMP dauert etwa 20–30 Minuten – die anschließende Coaching-Auswertung macht die individuelle Motivationsstruktur greifbar.
Fragebogen ausfüllen
Sie bewerten ca. 128 Aussagen zu Einstellungen, Werten und Präferenzen – auf einer mehrstufigen Skala von „trifft gar nicht zu" bis „trifft voll zu".
Profilgrafik erhalten
Die Auswertung liefert eine Profilgrafik mit der individuellen Ausprägung aller 16 Motive – von sehr stark bis sehr schwach im Vergleich zur Normstichprobe.
Coaching-Auswertung
In der Beratung übersetzen wir die Profilgrafik in konkrete Empfehlungen – für Karrierefragen, Beziehungen, Stressmanagement oder Lebensgestaltung.
Einsatzbereiche des Reiss Motivation Profile
Überall dort, wo die Frage „Was treibt mich (oder andere) wirklich an?" zentral ist – von Führung über Karriere bis Burnout-Prävention.
Führung & Teambildung
Optimierung des Führungsstils und tiefes Verständnis der Teamdynamik zur Konfliktprävention – inkl. Erkennung gegensätzlicher Motivstrukturen.
Für FührungskräftePersonalentwicklung & Recruiting
Gezielte Stärkenförderung und Prüfung der Passung zwischen Bewerber, Rolle und Kultur – ergänzend zu fundierter Eignungsdiagnostik.
Berufsbezogener TestGesundheit & Stressmanagement
Identifikation von Stressquellen und Ableitung von Strategien zur Resilienzsteigerung – Burnout-Prävention durch Motiv-Bewusstsein.
Coaching & Beratung
Begleitung bei persönlichen oder beruflichen Fragestellungen durch Kenntnis der Motivationsstruktur – als Türöffner zu tiefer Selbsterkenntnis.
KarriereberatungBerufliche Neuorientierung
Wenn das Bauchgefühl ruft, aber die Richtung unklar ist: RMP zeigt, welche Motive in der aktuellen Rolle frustriert werden – und welche neue Wege erfüllen würden.
Berufliche NeuorientierungSportpsychologie
Im Leistungs- und Spitzensport zeigt RMP, welche Motive den Athleten antreiben und wie individuelles Training und Mentaltraining optimal gestaltet werden.
RMP aus Headhunter-Sicht – wann das „Warum" entscheidet
Aus 25 Jahren Recruiting- und Coaching-Praxis: Wo das Reiss Motivation Profile echten Mehrwert liefert – und wie es sich am besten mit fundierter Persönlichkeitsdiagnostik kombiniert.
Wenn Manager in der Mitte ihrer Karriere zu mir kommen und sagen „Ich funktioniere – aber irgendetwas stimmt nicht", liefert das RMP-Verständnis fast immer den entscheidenden Befund: Ein zentrales Motiv wird in der aktuellen Rolle systematisch frustriert. Das kann der Wunsch nach Unabhängigkeit sein, nach Idealismus oder nach Ruhe. Klassische Persönlichkeitstests messen das nicht. Deshalb nutze ich RMP-Konzepte regelmäßig als Ergänzung zum NEO-PI-R und BIP – nicht als Ersatz. Die Kombination aus Persönlichkeit (NEO-PI-R), beruflicher Kompetenz (BIP) und Motivstruktur (RMP) gibt das vollständigste Bild für tragfähige Karriereentscheidungen.
RMP im Vergleich zu NEO-PI-R, BIP und DISG
RMP misst etwas grundsätzlich anderes als klassische Persönlichkeitsverfahren – nämlich Motive statt Eigenschaften. Der direkte Vergleich macht die Unterschiede greifbar.
Tabelle horizontal scrollbar →| Kriterium | RMP | NEO-PI-R | BIP | DISG |
|---|---|---|---|---|
| Was wird gemessen? | Innere Antriebe / Motive | Persönlichkeitsmerkmale | Berufsbezogene Kompetenz | Verhalten in Interaktion |
| Hauptfrage | „Warum?" | „Wer?" | „Wie im Beruf?" | „Wie im Kontakt?" |
| Modell | 16 Lebensmotive (Reiss) | Big Five (OCEAN) | 14 berufsbezogene Skalen | 4 Verhaltensstile |
| Wissenschaftliche Fundierung | Mittel–Hoch | Sehr hoch (Goldstandard) | Sehr hoch | Moderat |
| DIN 33430 geeignet | Eingeschränkt | Ja | Ja | Nein |
| Primärer Einsatz | Coaching, Sinnfragen, Burnout-Prävention | Persönlichkeitstiefe, Karriere | Personalauswahl, Führung | Teams, Vertrieb, Kommunikation |
Fazit: RMP ist die richtige Wahl, wenn es um Motive, Werte und tiefere Sinnfragen geht. Für die Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 nutzen wir NEO-PI-R und BIP. Die Kombination aller drei Perspektiven liefert das vollständigste Bild.
Ihr Nutzen vom Reiss Motivation Profile
Das RMP liefert tiefe Einblicke in individuelle Motivstrukturen und zeigt, warum Menschen in bestimmten Situationen so handeln, wie sie es tun. Diese Perspektive unterstützt die persönliche und berufliche Entwicklung auf einer fundierten Basis jenseits bloßer Verhaltensbeschreibungen.
Fazit: Das Reiss Motivation Profile ergänzt klassische Persönlichkeitstests ideal um die Dimension der inneren Antriebe. Es ist ein wertvolles Instrument für Coaches und Führungskräfte, die Menschen tiefer verstehen und individuell motivieren möchten. Im Profiling Institut kombinieren wir die Motiv-Perspektive mit psychometrisch belastbarer Persönlichkeitsdiagnostik (NEO-PI-R, BIP) für ein vollständiges Bild.
Wissenschaftliche Einordnung
Das RMP basiert auf einer eigenen empirischen Tradition, die sich klar von typologisierenden Modellen unterscheidet. Viele populäre Verfahren (wie DISG, MBTI oder Insights MDI) beruhen auf der Theorie weniger Kategorien. Die moderne Forschung ist davon abgerückt, Menschen in starre Schubladen einzuteilen. Dennoch bleiben diese Tools aufgrund ihrer hohen Praxisrelevanz und einfachen Anwendbarkeit in der Personalentwicklung äußerst beliebt. Das RMP nimmt eine Sonderstellung ein: Es ist kein Typenmodell, sondern misst alle 16 Motive auf einem Spektrum – ähnlich wie der NEO-PI-R mit den Big Five.
Für wen ist das RMP besonders aufschlussreich?
Sechs typische Anliegen, bei denen das Verständnis der eigenen Motive den entscheidenden Unterschied macht – meist in Kombination mit psychometrisch belastbarer Persönlichkeitsdiagnostik.
Wenn die aktuelle Rolle nicht mehr stimmt, hilft RMP zu verstehen, welche Motive systematisch frustriert werden – und wo Erfüllung möglich wäre.
Neuorientierung →Eigene Motivation verstehen und Teams individuell führen – statt One-Size-Fits-All-Strategien.
Für Führungskräfte →Strategische Karriereberatung mit Motiv-Perspektive – für Entscheidungen, die langfristig erfüllen.
Karriereberatung →RMP als Baustein einer ganzheitlichen Potenzialanalyse – kombiniert mit NEO-PI-R und BIP.
Zur Potenzialanalyse →Motivation neben Kompetenz: RMP-Logik ergänzt das BIP um die Frage, ob Kandidaten in der Rolle langfristig motiviert bleiben.
Berufsbezogener Test →RMP als Türöffner für tiefere Selbsterkenntnis – ergänzend zur Big-Five-Persönlichkeitsdiagnostik des NEO-PI-R.
NEO-PI-R im Vergleich →FAQ zum Reiss Motivation Profile
Häufige Fragen zu den 16 Lebensmotiven und ihrer praktischen Bedeutung.
Was misst das RMP?
Das RMP misst 16 grundlegende Lebensmotive, die das Verhalten und die Entscheidungen eines Menschen steuern. Anders als klassische Persönlichkeitstests (etwa NEO-PI-R oder BIP) beantwortet es die Frage nach dem „Warum".
Welche Motive gibt es?
Die 16 Reiss-Motive umfassen u. a. Macht, Unabhängigkeit, Familie, Anerkennung, Status, Ordnung, Neugier und Idealismus – sowie körper- und sinnbezogene Motive wie Eros, Essen, Körperliche Aktivität und Ruhe. Eine Übersicht aller 16 Motive finden Sie weiter oben auf dieser Seite.
Wie läuft der Test ab?
Teilnehmende bewerten ca. 128 Aussagen zu Einstellungen und Werten – auf einer mehrstufigen Skala. Die Auswertung ergibt ein individuelles Motivprofil mit den Ausprägungen aller 16 Motive im Vergleich zur Normstichprobe.
Wofür eignet es sich besonders?
Zur Analyse persönlicher Antriebskräfte, für Coaching, Führungskräfteentwicklung und Selbstreflexion. Besonders wertvoll in der beruflichen Neuorientierung, bei Burnout-Prävention und in der Sportpsychologie.
Ist das RMP fundiert?
Ja, es basiert auf empirischen Studien von Steven Reiss mit über 6.000 Befragten weltweit und ist international nach psychologischen Standards validiert. Für DIN 33430-konforme Eignungsdiagnostik nutzen wir dennoch primär NEO-PI-R und BIP, die für diesen Zweck spezifisch entwickelt wurden.
RMP vs. Persönlichkeitstests?
Das RMP misst Motive („Warum?"), klassische Persönlichkeitstests messen beobachtbares Verhalten oder stabile Eigenschaften („Wie?" oder „Wer?"). Beide Perspektiven ergänzen sich – im Profiling Institut kombinieren wir sie gezielt für ein vollständiges Bild.
Ändert sich mein Profil?
Lebensmotive sind relativ stabil, können sich aber mit bedeutenden Lebensphasen oder Prioritäten leicht verschieben. Etwa nach Familiengründung kann das Motiv „Familie" stärker werden, in Krisen das Motiv „Ruhe". Die Grundstruktur bleibt aber meist erhalten.
Wie werden Ergebnisse genutzt?
Im Coaching werden die Motive genutzt, um Ziele, Konflikte oder Arbeitszufriedenheit gezielt zu reflektieren. Speziell in der Karriereberatung hilft das Motivprofil, Stellenangebote oder Veränderungsschritte daraufhin zu prüfen, ob sie die persönlichen Antriebe tatsächlich bedienen.
Kann RMP die Eignungsdiagnostik ersetzen?
Nein. Für Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 sind Verfahren wie NEO-PI-R und BIP die richtige Wahl. RMP ergänzt diese Verfahren um die Motiv-Dimension – ideal in Coaching und Karriereberatung, weniger geeignet als alleinige Auswahl-Grundlage.
Unsere professionellen Testverfahren & Konditionen
Für tragfähige Karriere- und Lebensentscheidungen setzen wir im Profiling Institut auf wissenschaftlich validierte Hauptverfahren – RMP-Konzepte fließen in die Beratung ein.
Persönlichkeitstest für Jugendliche und Erwachsene (NEO PI-R)
16–60 Jahre · Big-Five-Goldstandard
- Für Personen zwischen 16 und 60 Jahren
- Wissenschaftlich hochgelobter NEO-PI-R
- Differenziertes Big-Five-Profil
- Ausführliches Gutachten (ca. 15 Seiten)
- Professionelles Nachgespräch inkludiert
Berufsbezogener Persönlichkeitstest für Erwachsene (BIP)
20–60 Jahre · Fach- & Führungskräfte
- Speziell für Fach- und Führungskräfte
- Bochumer Inventar (BIP)
- Analyse überfachlicher Kompetenzen
- Detailliertes Kompetenz-Gutachten (ca. 15 S.)
- Auswertung durch erfahrene Berater
7 Standorte plus Online
Persönliche Beratung in einer unserer Niederlassungen – oder vollständig online, datenschutzkonform und genauso fundiert.
Verstehen, was Sie wirklich antreibt.
Vereinbaren Sie jetzt einen Termin: Wir kombinieren die Motiv-Perspektive des RMP mit der psychometrischen Tiefe von NEO-PI-R und BIP – für Karriereentscheidungen, die nicht nur passen, sondern auch erfüllen.
Termin vereinbarenWeiterführende Themen rund um Persönlichkeitsdiagnostik
Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren Schwester-Beiträgen zu Persönlichkeitsmodellen, Testverfahren und Beratungsangeboten.
Quellen & weiterführende Literatur
- Reiss, S. (2000). Who Am I? The 16 Basic Desires that Motivate Our Actions and Define Our Personalities. Berkley Trade.
- Reiss, S. (2008). The Normal Personality: A New Way of Thinking about People. Cambridge University Press.
- Reiss, S., & Havercamp, S. M. (1998). Toward a comprehensive assessment of fundamental motivation. Psychological Assessment, 10(2), 97–106.
- Offizielle Quelle: rmp.eu
- DIN Deutsches Institut für Normung (Hrsg.). DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen.