Statistiken zum Studienabbruch in Deutschland
Wie viele Studierende brechen ihr Studium tatsächlich ab? Welche Unterschiede gibt es zwischen Universitäten und HAWs – und in welchen Fächern ist die Quote besonders hoch? Belastbare Zahlen helfen dir, deinen eigenen Weg besser einzuordnen.
Wichtig: Statistiken zeigen Trends, aber sie entscheiden nicht über deinen persönlichen Weg. Sie geben Orientierung, ersetzen aber keine individuelle Abwägung – zum Beispiel im Rahmen einer Studienberatung für Studienabbrecher.
Ein Überblick in Zahlen
In der öffentlichen Diskussion ist häufig von „jedem Vierten“ die Rede. Tatsächlich zeigen Auswertungen des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), dass rund 28 % der Bachelor-Studierenden ihr Studium ohne Abschluss beenden.
Ein Studienabbruch ist kein Einzelfall, sondern ein verbreitetes Phänomen. Wichtig ist weniger das „Ob“, sondern wie gut der anschließende Weg zu den eigenen Zielen passt.
Studienabbruchquoten (Abschlussjahrgang 2020)
Quelle: DZHW-Brief „Die Entwicklung der Studienabbruchquoten in Deutschland“ (deutsche Studierende).Bachelor-Abbruchquote nach Hochschulart
Quelle: DZHW, Abschlussjahrgang 2020 (deutsche Studierende).
Universitäten vs. HAW
Die Quote unterscheidet sich deutlich: Während an Universitäten rund 35 % der Bachelorstudierenden ohne Abschluss bleiben, sind es an HAWs nur 20 %. Dieser Unterschied lässt sich auf verschiedene strukturelle Faktoren zurückführen:
Wo ist das Risiko besonders hoch?
Die Abbruchquoten hängen stark von der Fächergruppe ab. Besonders in den Mathematik- und Naturwissenschaften liegen die Quoten an einigen Universitäten sogar bei über 50 %.
Deutlich niedriger fällt das Risiko dagegen in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aus. Dies zeigt, dass Studienwahl und Organisation einen erheblichen Einfluss haben – ein Thema, das wir unter Gründe für einen Studienabbruch vertiefen.
Risiko-Vergleich nach Fächergruppe
Die kritische Anfangsphase
Ein relevanter Teil der Abbrüche findet bereits in den ersten Semestern statt. Statistiken zeigen: Der Einstieg entscheidet oft über den weiteren Verlauf.
Abbruch innerhalb der ersten 3 Semester
Häufige Ursachen für frühe Zweifel:
Jährlich in Deutschland
130.000Studierende verlassen die Hochschule ohne Abschluss.
Gesellschaftliche Dimension & Fachkräftemangel
Angesichts des Fachkräftemangels wird intensiv über bessere Orientierung und Mentoring diskutiert. Doch für den Einzelnen gilt: Ein Abbruch ist keine „verlorene Zeit“.
Was Statistiken für deine Entscheidung bedeuten
Zahlen geben Orientierung – aber sie sagen nichts darüber, welcher Weg für dich persönlich richtig ist. Nutze diese Impulse für deine Interpretation:
Hinweis auf Anforderungen
Hohe Quoten zeigen oft strukturelle Hürden auf. Hier ist eine gute Vorab-Orientierung der Schlüssel zum Erfolg.
Kein Tabu im Lebenslauf
Ein Wechsel ist heute kein Makel mehr. Entscheidend ist, wie schlüssig du deine Bewerbung begründest.
Vom Fall zur Entscheidung
Mache aus einem „Statistikfall“ eine bewusste Neuausrichtung durch eine individuelle Studienberatung.
Bist du bereit, deine statistische Unsicherheit in einen konkreten Plan zu verwandeln?
Jetzt Beratung anfragenWeiterführende Quellen & Daten
Zahlen sind nur der Anfang
Für deine persönliche Situation können diese Daten eine wertvolle Grundlage sein. Doch vergiss nicht: Die eigentliche Entscheidung entsteht erst im Zusammenspiel von Fakten, ehrlicher Selbstreflexion und individueller Beratung.
Wir begleiten dich dabei, deinen eigenen Weg jenseits der Statistik zu finden.
Weiterführende Themen & Services
Häufige Fragen zu den Statistiken
Aktuelle Auswertungen auf Basis des Abschlussjahrgangs 2020 zeigen Studienabbruchquoten von rund 28 % im Bachelorstudium für deutsche Studierende. Etwas mehr als jede vierte Person beendet ihr Bachelorstudium damit ohne Abschluss.
Ja. An Universitäten liegen die Abbruchquoten im Bachelor im Durchschnitt deutlich höher als an HAW. Für den Abschlussjahrgang 2020 werden an Universitäten Werte um 35 % und an HAW Werte um 20 % berichtet. Gründe sind unter anderem das unterschiedliche Fächerprofil und verschiedene Studienbedingungen.
Besonders hohe Abbruchquoten werden häufig für Mathematik- und Naturwissenschaften sowie Teile der Geisteswissenschaften berichtet, teilweise mit Werten um oder über 50 % im universitären Bachelor. Niedrigere Quoten finden sich unter anderem in Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Konkrete Werte unterscheiden sich je nach Jahrgang, Hochschule und Fachzuschnitt.
Nach aktuellem Forschungsstand haben sich die Studienabbruchquoten zu Beginn der Corona-Pandemie nicht drastisch verändert. Im Bachelorbereich bleiben die Quoten der Abschlussjahrgänge 2020 und 2021 ungefähr auf dem Niveau der Vorjahre, auch wenn sich Belastungen und Studienbedingungen deutlich verändert haben.
Viele Abbrüche erfolgen in den ersten Semestern, insbesondere in den ersten drei bis vier Semestern des Studiums. In dieser Phase werden falsche Erwartungen und fehlende Passungen besonders deutlich. Spätere Abbrüche kommen ebenfalls vor, sind aber seltener und oft mit speziellen Gründen verbunden, etwa nicht bestandenen Schlüsselprüfungen oder geänderten Lebensumständen.
Je nach Kohorte und Berechnungsweise wird von hochgerechnet etwa 120.000 bis 130.000 Studienabbrüchen pro Jahrgang ausgegangen. Die genaue Zahl hängt von den betrachteten Studiengängen, Zeiträumen und Definitionen ab (z. B. ob Fachwechsel mitgezählt werden).
In vielen Auswertungen liegen die Abbruchquoten von Männern etwas höher als die von Frauen – sowohl an Universitäten als auch an HAW. Die Unterschiede variieren jedoch je nach Fach und Hochschulart und lassen sich nicht pauschal auf alle Studiengänge übertragen.
Internationale Vergleiche sind schwierig, weil Länder Studienerfolg und -abbruch unterschiedlich definieren und erfassen. Insgesamt bewegt sich Deutschland im Mittelfeld: Die Abbruchquoten sind weder außergewöhnlich niedrig noch außergewöhnlich hoch, fallen aber je nach Fach, Hochschulart und Zugangsvoraussetzungen sehr unterschiedlich aus.
Statistiken können dir zeigen, dass ein Studienabbruch keine seltene Ausnahme ist und in manchen Fächern sogar eher die Regel als die Ausnahme. Die Zahlen können Anstoß sein, mit deinen Zweifeln bewusster umzugehen. Die Entscheidung selbst hängt jedoch von deiner Situation, deinen Zielen und deinen Alternativen ab – hier hilft eine individuelle Beratung oft mehr als jede Statistik.
Seriöse Daten bieten unter anderem das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), das Statistische Bundesamt (Destatis), das Datenportal des BMBF sowie thematische Dossiers beim Deutschen Bildungsserver. Auf dieser Seite findest du eine Auswahl relevanter Links als Einstieg.
Jan Bohlken & das Profiling Institut
Individuelle Studien- und Berufsberatung — an sieben Standorten in ganz Deutschland
Persönlich für Sie da: Wir bieten keine pauschale Online-Beratung an. Unsere Experten, die über langjährige Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt verfügen, führen Sie bei Ihrer Studien- oder Berufsorientierung sicher durch den „Dschungel“ der zahlreichen, möglichen Studiengänge und Ausbildungsberufe. Wählen Sie einfach einen unserer sieben Standorte in ganz Deutschland. Hier sind wir für Sie da. Persönlich und mit profundem Know-how.
Sie denken darüber nach, sich beim Profiling Institut beraten zu lassen? Oder Sie möchten uns kennenlernen?