Ranking · Datenstand DZHW 2022 · geprüft Oktober 2026

Studienabbruchquoten nach Fach:
Welches Studium bricht man am häufigsten ab?

Mathematik und Naturwissenschaften 50 %, Informatik 42 %, Medizin nur 6 %: die Abbruchquoten nach Fach und Hochschulart auf Basis der jüngsten DZHW-Berechnung (Absolventenjahrgang 2020).

35 %Ø Abbruchquote Uni
(Bachelor)
20 %Ø Abbruchquote FH/HAW
(Bachelor)
50 %Höchste Quote
Mathematik/NW (Uni)
6 %Niedrigste Quote
Medizin (Staatsexamen)
Auf einen Blick

Stand und Methodik dieses Rankings

DatengrundlageDZHW Brief 05/2022 (Absolventenjahrgang 2020); Ursachen: DZHW 2017
Stand dieser SeiteOktober 2026
HerausgeberProfiling Institut
HinweisOhne Gewähr. Maßgeblich sind die Veröffentlichungen der genannten Datenquellen.

Studienabbruch in Deutschland: Was sagen die Zahlen wirklich?

Ein häufiger Grund für den Abbruch ist eine Fachwahl, die auf Erwartungen statt auf Passung beruht. Welche Tätigkeiten hinter den Studiengängen tatsächlich stehen und wie stark sie von KI berührt werden, zeigt Studienwahl mit KI.

Rund 28 % aller Bachelorstudierenden mit deutscher Staatsangehörigkeit verlassen die Hochschule ohne Abschluss. An Universitäten sind es 35 %, an Fachhochschulen und HAW 20 %. Diese Durchschnittswerte verdecken enorme Unterschiede zwischen den Fächern: In der Humanmedizin brechen nur 6 % ab, in Mathematik und Naturwissenschaften an Universitäten jeder Zweite.

Grundlage ist die jüngste bundesweite Berechnung des DZHW (Heublein, Hutzsch, Schmelzer: DZHW Brief 05/2022) auf Basis des Absolventenjahrgangs 2020. Eine neuere Berechnung nach Fächern lag bei der Prüfung im Oktober 2026 nicht vor.

Methodischer Hinweis: Das DZHW setzt einen Absolventenjahrgang ins Verhältnis zu den zugehörigen Anfängerjahrgängen (Kohortenvergleich). Als Studienabbruch zählt nur, wer das Hochschulsystem ohne ersten Abschluss verlässt. Ein Fach- oder Hochschulwechsel ist kein Abbruch; wer das Fach wechselt und später abbricht, wird dem ursprünglich begonnenen Fach zugerechnet. Wegen der Pandemie weist das DZHW zwei Werte aus; hier stehen die Werte mit berücksichtigtem längeren Studienverbleib.

Quellen: Heublein, U., Hutzsch, C., Schmelzer, R. (2022): Die Entwicklung der Studienabbruchquoten in Deutschland. DZHW Brief 05/2022. Ursachen und Zeitpunkt: Heublein et al. (2017): Zwischen Studienerwartungen und Studienwirklichkeit. Forum Hochschule 1/2017.

Studienabbruchquoten nach Fach an Universitäten

Bachelor und Staatsexamen · deutsche Studierende · Absolventenjahrgang 2020 · Quelle: DZHW Brief 05/2022

#Fach / FächergruppeAbbruchquoteVisualisierungRisikostufe
1Mathematik / Naturwissenschaften50 %
Sehr hoch
2Geisteswissenschaften49 %
Sehr hoch
3Elektrotechnik44 %
Sehr hoch
4Informatik42 %
Sehr hoch
5Ingenieurwissenschaften (gesamt)35 %
Hoch
6Rechtswissenschaft (Staatsexamen)35 %
Hoch
7Maschinenbau33 %
Hoch
8Biologie31 %
Mittel
9Kunst / Kunstwissenschaft30 %
Mittel
10Wirtschaftswissenschaften27 %
Mittel
11Sozialwissenschaften24 %
Mittel
12Agrar-, Forst-, Ernährungswiss.18 %
Niedrig
13Pädagogik11 %
Niedrig
14Lehramt10 %
Niedrig
15Medizin (Staatsexamen)6 %
Sehr niedrig

Quelle: DZHW Brief 05/2022 (Heublein, Hutzsch, Schmelzer), Werte mit berücksichtigtem längeren Studienverbleib. In Mathematik, Chemie sowie Physik/Geowissenschaften liegt die Quote jeweils über 50 %. Lehramt: Bachelor- und Staatsexamensstudiengänge je 10 %.

Studienabbruchquote nach Fach: Universität vs. Fachhochschule (Bachelor, Absolventenjahrgang 2020)
0 %10 %20 %30 %40 %50 %5039Mathe/Nawi4444Elektrotechnik4230Informatik3530Ingenieurwiss.3332Maschinenbau2717Wirtschaft2113Recht/Wirt./Soz.UniversitätFH / HAWAbbruchquote Bachelor in Prozent · deutsche Studierende · DZHW Brief 05/2022

Uni vs. Fachhochschule: Abbruchquoten im Direktvergleich

Fachhochschulen und HAW liegen in fast allen Fächern niedriger. Ausnahme ist die Elektrotechnik: Dort bricht an beiden Hochschularten fast jeder Zweite ab (44 %).

UNI Universität (Bachelor)
Mathematik / Naturwiss.50 %
Geisteswissenschaften49 %
Elektrotechnik44 %
Informatik42 %
Ingenieurwiss. (gesamt)35 %
Wirtschaftswiss.27 %
Sozialwissenschaften24 %
Durchschnitt35 %
FH Fachhochschule / HAW (Bachelor)
Elektrotechnik44 %
Mathematik / Naturwiss.39 %
Maschinenbau32 %
Informatik30 %
Bauingenieurwesen30 %
Gesundheitswiss.26 %
Wirtschaftswiss.17 %
Sozialwesen4 %
Durchschnitt20 %

Die häufigsten Gründe für einen Studienabbruch

Anteil der Studienabbrecher, für die dieser Grund den Ausschlag gab · Quelle: DZHW, Heublein et al. 2017

30 % ausschlaggebend01
Leistungsprobleme
Nicht bestandene Prüfungen oder das Gefühl, den fachlichen Anforderungen dauerhaft nicht gerecht zu werden. Mit Abstand der häufigste ausschlaggebende Grund.
17 % ausschlaggebend02
Mangelnde Studienmotivation
Fehlende Identifikation mit dem Fach und enttäuschte Erwartungen: Inhalte und Alltag passen nicht zu den eigenen Interessen. Dieser Grund lässt sich am ehesten vermeiden, wenn die Studien- und Berufswahl vorab geprüft wird.
15 % ausschlaggebend03
Wunsch nach praktischer Tätigkeit
Viele wollen lieber praktisch arbeiten als weiter theoretisch lernen und wechseln in eine Berufsausbildung oder direkt in den Beruf.
11 % ausschlaggebend04
Finanzielle Situation
Finanzielle Engpässe und die Schwierigkeit, Studium und Erwerbstätigkeit zu vereinbaren.
11 % ausschlaggebend05
Persönliche Gründe
Krankheit, psychische Belastungen oder andere persönliche Umstände, die ein Weiterstudieren erschweren.
6 % ausschlaggebend06
Berufliche Alternative
Ein konkretes Jobangebot oder eine attraktive Alternative führt zum bewussten Ausstieg.

Wann bricht man ab? Studienabbruch nach Semester

Nach den Befunden des DZHW fällt rund die Hälfte der Abbrüche in die ersten beiden Semester. Die kritische Phase ist der Studienbeginn.

1.–2. Semester
Orientierungsphase – höchste Abbruchgefährdung rund die Hälfte aller Abbrüche
Die Diskrepanz zwischen Erwartungen und Realität wird sichtbar. Erste Prüfungen wirken ernüchternd, und im Massenstudium fehlt oft der Anschluss.
3.–4. Semester
Entscheidungsphase
Vertiefende Inhalte und Prüfungen machen klar, ob die Wahl tragfähig ist. Viele entscheiden sich hier bewusst für einen Wechsel oder Ausstieg.
5.–6. Semester
Krisenphase – Leistungsprobleme kumulieren
Nicht bestandene Wiederholungsprüfungen, Erschöpfung durch Nebenjobs oder Überlastung führen zum späten Abbruch, oft nach langem Zögern.
Ab 7. Semester
Spätabbrüche – häufig äußere Gründe
Konkrete Jobangebote, Familiengründung oder der Wechsel in eine Ausbildung. Auch Erschöpfung nach langer Studienzeit zählt hierzu.
Fazit: Ein großer Teil der Abbrüche hängt mit Motivation und Passung zusammen und lässt sich durch eine fundierte Studienwahl vor der Immatrikulation vermeiden. Die Frage „Passt das Studium zu mir?“ sollte beantwortet sein, bevor das erste Semester beginnt.

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Eine hohe Abbruchquote in Ihrem Wunschfach ist kein Urteil über Sie – sie ist ein Signal, dass die persönliche Passung entscheidend ist. Unsere wissenschaftlich fundierte Potenzialanalyse gibt Ihnen Klarheit, bevor Sie eine teure Fehlentscheidung treffen.

Sie stecken bereits mittendrin und zweifeln an Ihrem Fach? Dann ist die Beratung bei Studienzweifeln und Studienabbruch der passende Einstieg – sie klärt, ob Weitermachen, Wechseln oder ein bewusster Abbruch der richtige Weg ist.

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Jan Bohlken, Profiling Institut
Jan Bohlken
Diplom-Sozioökonom · Geschäftsführer Profiling Institut · Mitglied: nfb, DGfK, dvb
Jan Bohlken ist Gründer und Geschäftsführer des Profiling Instituts und verfügt über fast 20 Jahre Erfahrung in der Berufs- und Studienberatung sowie im Executive Search. Das Profiling Institut arbeitet mit normierten, validierten Testverfahren. Alle Rankings und Analysen auf dieser Seite basieren auf öffentlich zugänglichen, wissenschaftlich anerkannten Quellen (DZHW, Destatis, Bundesagentur für Arbeit) und werden fortlaufend aktualisiert.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026 · Alle Angaben ohne Gewähr · Quellen: Heublein, U., Hutzsch, C., Schmelzer, R. (2022): Die Entwicklung der Studienabbruchquoten in Deutschland. DZHW Brief 05/2022; Heublein et al. (2017): Forum Hochschule 1/2017; Statistisches Bundesamt, Hochschulstatistik 2024; Bundesagentur für Arbeit, Bildung in Zahlen 2024.

Weiterlesen im Studienabbruch-Ratgeber

Diese Tabelle zeigt, wie hoch die Quoten sind. Was daraus folgt – Fristen, Geld, Alternativen und der Weg zurück – steht im Studienabbruch-Ratgeber.

Einordnung der Zahlen: Studienabbruch-Statistiken · Studienabbruch in MINT-Fächern · Alternativen nach dem Abbruch

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