Studienfeld 9 von 9 · RIASEC S + A

Studienfeld
Lehramt

Grundschule, Sekundarstufe, Gymnasium, Berufskolleg, Sonderpädagogik – Fächerwahl, NC, Praxis und Berufsaussichten. Die Verbeamtung macht Lehramt zu einer der sichersten Karriereoptionen.

250.000+Studierende in DE
7–10 + Ref.Semester Bachelor
S + ARIASEC-Profil
Zentrales Portal

Studienwahl – Der große Ratgeber 2026

In unserem Hub zur Studienwahl bündeln wir alle Ressourcen. Die Übersicht Studiengänge & Studienfelder zeigt alle zehn Felder mit RIASEC-Zuordnung im Direktvergleich.

Jetzt Studienwahl-Zentrum entdecken →

Strategischer Hinweis: Die Fächerwahl bestimmt Ihre Berufsaussichten mehr als alles andere. MINT-Fächer, Sonderpädagogik und berufliche Fachrichtungen haben massiven Lehrermangel – Deutsch, Geschichte und Sport sind überlaufen. Ein Fach nach Neigung, ein Fach nach Marktbedarf: Das ist die kluge Kombination.

Lehramt studieren – und was wirklich dahinter steckt

Lehramt bereitet auf die Arbeit an Schulen vor. Sie kombinieren zwei Unterrichtsfächer mit Bildungswissenschaften und Didaktik. Die Inhalte variieren stark nach Schulform – von Grundschule bis Berufskolleg.

Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Grundvoraussetzung. Verbeamtung macht Lehramt zu einer der sichersten Karriereoptionen in Deutschland. Der Lehrermangel – besonders in MINT-Fächern und Sonderpädagogik – verschafft Absolventen exzellente Berufsaussichten. Diese Seite hilft Ihnen, das Feld zu strukturieren und einen Studienabbruch zu vermeiden.

Lehramt ist nicht einfach „zwei Fächer studieren“. Es ist ein integriertes Studium aus Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften, das auf einen der anspruchsvollsten und wichtigsten Berufe vorbereitet. Sie unterrichten nicht nur Ihr Fach, sondern sind Bezugsperson, Konfliktlöser, Motivator und Autorität – für 25–30 Schüler gleichzeitig, 5 Stunden am Tag, 40 Wochen im Jahr.

Der Lehrermangel in Deutschland ist massiv und wird sich bis 2035 weiter verschärfen. Besonders betroffen: Grundschule, MINT-Fächer, Sonderpädagogik und Berufskolleg. Das bedeutet für Lehramtsstudierende: exzellente Berufsaussichten, Verbeamtung mit Pension und Wahlfreiheit beim Standort – vorausgesetzt, die Fächerkombination stimmt. Wer strategisch Mangelfächer wählt, hat praktisch eine Jobgarantie. Wer Deutsch und Geschichte kombiniert, konkurriert dagegen mit einem Überschuss an Bewerbern. Die Studienberatung hilft Ihnen, die optimale Kombination aus Neigung und Arbeitsmarkt zu finden.

S A Social + Artistic – Social steht für kommunikativ-pädagogisches Arbeiten, Artistic für kreativ-vermittelnden Ausdruck.

Überblick: Die Schwerpunkte im Studienfeld Lehramt

Die konkreten Bezeichnungen variieren je nach Hochschule. Einen übergreifenden Vergleich bietet Studiengänge & Studienfelder.

Lehramt Grundschule

Arbeit mit Kindern (Klasse 1–4). Breiter Fächerkanon mit Fokus auf Lesen, Schreiben, Rechnen und soziales Lernen. Sie sind primäre Bezugsperson.

Lehramt Sekundarstufe I

Haupt-, Real-, Gesamtschule. Fokus auf Allgemeinbildung und den Übergang in die Ausbildung. Hohe pädagogische Anforderungen bei heterogenen Lerngruppen.

Lehramt Gymnasium

Stark fachwissenschaftlich. Vorbereitung auf das Abitur. Sie sind hier primär Fachperson für Ihre Disziplinen. Schnittstelle zu Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften.

Lehramt Berufskolleg

Kombination aus beruflichen Schwerpunkten (Wirtschaft, Technik, Gesundheit) und allgemeinbildenden Fächern. Hoher Bedarf in MINT-Berufsfächern.

Sonderpädagogik

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Inklusion als zentrales Thema. Extrem hoher Bedarf. Schnittstelle zu Soziales & Pädagogik.

Lehramt Grundschule bereitet auf die Arbeit mit Kindern in Klasse 1–4 vor. Sie sind hier weniger Fachlehrer als Bezugsperson: Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen, soziales Lernen fördern, individuelle Förderung leisten. Das Studium ist breiter als an anderen Schulformen – Sie studieren mehrere Fächer plus Pädagogik und Psychologie. Der Bedarf ist aktuell sehr hoch, die emotionale Belastung aber auch.

Lehramt Sekundarstufe I richtet sich auf Haupt-, Real- und Gesamtschulen. Sie arbeiten mit heterogenen Lerngruppen, die unterschiedlichste Voraussetzungen mitbringen. Pädagogische Kompetenz und Klassenmanagement sind hier wichtiger als fachwissenschaftliche Tiefe. Der Übergang der Schüler in Ausbildung oder weiterführende Schulen ist ein zentrales Ziel.

Lehramt Gymnasium ist das fachwissenschaftlich anspruchsvollste Lehramtsstudium. Sie studieren Ihre Fächer auf einem Niveau, das an das Fachstudium heranreicht. Vorbereitung auf das Abitur verlangt fachliche Tiefe und die Fähigkeit, komplexe Inhalte zugänglich zu vermitteln. Das Studium dauert 10 Semester (M.Ed.) plus Referendariat.

Lehramt Berufskolleg kombiniert berufliche Fachrichtungen (Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sozialpädagogik) mit allgemeinbildenden Fächern. Der Bedarf an Berufsschullehrern ist enorm – besonders in MINT-Berufsfächern. Quereinstiege aus der Industrie sind möglich und werden aktiv gefördert.

Sonderpädagogik ist das Lehramtsfach mit dem höchsten Bedarf. Inklusion als bildungspolitisches Ziel hat den Bedarf an sonderpädagogisch ausgebildeten Lehrkräften massiv erhöht. Sie arbeiten mit Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung. Die Arbeit ist emotional fordernd aber extrem sinnstiftend.

Uni, FH, dual oder privat?

Die Studienform bestimmt massiv über Ihren Alltag. Vertiefter Vergleich: Hochschulwahl.

Theorie

Universität

Forschungsorientiert, viel Freiheit, wissenschaftliche Tiefe. Breite Wahlmöglichkeiten.

Praxis

FH / HAW

Praxisnähe, Projekte, kleinere Gruppen, engere Betreuung. Direkter Berufsbezug.

Karriere

Duales Studium

Studium + Job in Unternehmen, Gehalt ab Tag 1. Mehr erfahren.

Spezialisiert

Privat

Spezielle Profile, kleine Gruppen. Qualität und Kosten prüfen.

Tipp

Prüfen Sie auch die Frage Studium oder Ausbildung und die Hochschullandschaft in Deutschland.

Lehramt wird fast ausschließlich an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen (in Baden-Württemberg) studiert. Das Studienmodell variiert zwischen den Bundesländern erheblich: In den meisten Ländern folgt auf den Bachelor of Education ein Master of Education plus Referendariat. In Bayern existiert noch das Staatsexamen-Modell. Die Regelstudienzeit beträgt 7–10 Semester je nach Schulform, das Referendariat weitere 18–24 Monate. Praxissemester und Schulpraktika sind in allen Bundesländern Pflicht und geben früh Einblick in die Berufsrealität.

Das Referendariat: Die härteste Phase – und wie Sie sich vorbereiten

Das Referendariat (18–24 Monate Vorbereitungsdienst) ist die intensivste und forderndste Phase des gesamten Lehrerberufswegs. Sie unterrichten eigenverantwortlich, werden regelmäßig von Fachleitern besucht und bewertet, besuchen das Studienseminar und schreiben eine Abschlussarbeit. Die Belastung ist enorm – viele Referendare berichten von 60-Stunden-Wochen und ernsthaften Selbstzweifeln.

Der häufigste Fehler: ohne Praxiserfahrung ins Referendariat zu gehen. Wer vorher keine Schulpraktika absolviert, keine Nachhilfe gegeben und keine Jugendarbeit gemacht hat, erlebt einen Realitätsschock, der im schlimmsten Fall zum Abbruch führt. Frühe und regelmäßige Praxiserfahrung – am besten schon vor dem Studium – ist die beste Versicherung gegen diesen Schock.

Die gute Nachricht: Wer das Referendariat besteht, hat den anspruchsvollsten Teil hinter sich. Der Berufsalltag als verbeamtete Lehrkraft ist strukturiert, planbar und – anders als oft dargestellt – von den meisten Lehrkräften als erfüllend empfunden. Die Studienberatung hilft Ihnen, realistisch einzuschätzen, ob Sie die Belastbarkeit für den Lehrerberuf mitbringen.

Was Sie im Studium wirklich können müssen

Nutzen Sie den Studienwahltest oder eine Studienberatung, um Ihr Profil objektiv zu prüfen.

Pädagogisches Geschick Fachwissen in 2 Fächern Kommunikationsstärke Belastbarkeit Empathie Organisationstalent Reflexionsfähigkeit

Lehrkräfte brauchen eine besondere Kombination aus fachlicher Expertise, pädagogischem Geschick und persönlicher Belastbarkeit. Fachwissen in mindestens zwei Fächern ist die Basis, Didaktik die Kunst der Vermittlung. Klassenmanagement – 30 Schüler mit unterschiedlichen Bedürfnissen gleichzeitig zu führen – ist eine Fähigkeit, die im Studium nur angebahnt und im Referendariat ernsthaft trainiert wird. Empathie, Gerechtigkeit, Konsequenz und die Fähigkeit zur Selbstreflexion sind Kernqualitäten. Digitale Kompetenz wird durch den Digitalpakt Schule zunehmend wichtig.

Zulassung: NC, Eignungstest & Alternativen

1,8–3,0Typischer NC
7–10 + Ref.Semester Bachelor
M.Ed. + Staatsex.Abschluss
Sehr gut – LehrermangelBerufsaussichten

Kein passender NC? Es gibt Alternativen: Studium ohne NC. Die häufigsten Fehler bei der Studienwahl sollten Sie kennen.

Die NC-Werte im Lehramt variieren stark nach Fach und Schulform. Grundschullehramt und Sonderpädagogik haben an beliebten Standorten NCs um 1,8–2,5. Gymnasium mit Deutsch oder Geschichte kann ebenfalls eng sein. Mangelfächer wie Physik, Informatik oder Chemie sind oft zulassungsfrei. Sport und Musik verlangen zusätzlich Eignungsprüfungen. Kunst im Lehramt erfordert eine Mappe. Strategische Fächerwahl – ein Fach nach Neigung, ein Fach nach Arbeitsmarktbedarf – erhöht die späteren Einstellungschancen enorm.

NC im Lehramt: das Bundesland entscheidet, nicht die Schulform

Beim Lehramt ist die verbreitete Frage „welcher NC für Grundschule?“ die falsche. Ob es überhaupt einen NC gibt, hängt vor allem vom Bundesland ab – und innerhalb einer Hochschule oft stärker vom gewählten Unterrichtsfach als von der Schulform.

43,4 %
der Grundschul-Lehramtsstudiengänge sind beschränkt
14,3 %
bei Sonderpädagogik
1,3–4,0
Spannweite innerhalb desselben Lehramtsstudiums

Auswahlgrenzen zum Wintersemester 2025/26:

  • 1,3 bis 1,5 – Universität Halle, Lehramt Gymnasium (Medienbildung 1,3, Biologie 1,4, Geographie, Geschichte und Sozialkunde je 1,5)
  • 1,8 bis 2,2 – FU Berlin, Sonderpädagogik in verschiedenen Fächerkombinationen
  • 2,2 – Universität Osnabrück, Lehramt Grund-, Haupt- und Realschule mit Deutsch
  • 2,6 / 2,7 – Goethe-Universität Frankfurt, Lehramt Grundschule und Lehramt Gymnasium
  • 2,8 – FU Berlin, Lehramt Grundschule

Vollständig zulassungsfrei waren im selben Semester alle Lehramts-Bachelor der Universität Duisburg-Essen, das gesamte Lehramt an der Universität Bremen sowie Sekundar- und Förderschullehramt an der Universität Halle. LMU München und FAU Erlangen-Nürnberg führen Lehramt gar nicht als zulassungsbeschränkt.

Einordnung aus der BeratungDas Muster ist bemerkenswert: Wo der Lehrkräftemangel am größten ist, öffnen die Länder den Zugang – Sekundarstufe I und Förderschule sind vielerorts frei, das Gymnasium bleibt beschränkt. In Berlin wirkt der Mangel dagegen paradoxerweise NC-verschärfend, weil Plätze knapp und Bewerberzahlen hoch sind. An der FU Berlin liegen im selben Lehramtsstudium Werte zwischen 1,8 und 4,0 nebeneinander – je nach Unterrichtsfach. Wer flexibel beim Bundesland ist, findet für fast jeden Schnitt einen Platz. Zulassungsfreie Wege sammelt Studium ohne NC, das Verfahren erklärt Zulassung und Bewerbung.

Berufsfelder, Gehälter & KI-Transformation

Einen Einblick in konkrete Berufsbilder finden Sie in unserer Berufsberatung.

Schuldienst (verbeamtet)

Grundschule, Sek I, Gymnasium, Berufskolleg. Gehalt A12–A13: ca. 42.000–56.000 €/Jahr. Verbeamtung mit Pension.

Sonderpädagogik

Förderschulen, Inklusion. Gehalt A13: ca. 48.000–56.000 €/Jahr. Extrem hoher Bedarf.

Erwachsenenbildung

Volkshochschulen, Sprachschulen, betriebliche Weiterbildung. Gehalt variabel.

Bildungsmanagement

Ministerien, Schulträger, Stiftungen. Gehalt A13+: ca. 50.000–62.000 €/Jahr.

Der Schuldienst mit Verbeamtung ist der Standardkarriereweg. Besoldung nach A12 (Grundschule, Sek I) oder A13 (Gymnasium, Sonderpädagogik, Berufskolleg): 42.000–56.000 €/Jahr. Dazu kommen Beihilfe und Pension statt gesetzlicher Krankenversicherung und Rente. Die finanzielle Absicherung ist über die gesamte Lebensarbeitszeit betrachtet schwer zu schlagen.

Sonderpädagogik bietet die höchste Nachfrage und die besten Einstellungschancen. A13 als Einstiegsbesoldung ist Standard. Die Arbeit ist emotional anspruchsvoll, aber für viele die erfüllendste Form des Lehrerberufs.

Erwachsenenbildung ist eine Alternative für Lehramtsabsolventen, die nicht in die Schule wollen. Volkshochschulen, Sprachschulen, betriebliche Weiterbildung und E-Learning-Plattformen suchen pädagogisch ausgebildete Fachkräfte. Die Bezahlung ist variabel, die Arbeitsbedingungen oft flexibler als im Schuldienst.

Bildungsmanagement in Ministerien, Schulträgern und Stiftungen bietet Lehramtsabsolventen mit Organisationstalent und Ambition Karrierewege in die Bildungspolitik und -verwaltung. Besoldung A13+ bis A16, die Einstellungsvoraussetzungen variieren.

Der Gamechanger: Künstliche Intelligenz

KI verändert den Lehrerberuf: Adaptive Lernplattformen (personalisierter Unterricht), KI-gestützte Diagnostik (Lernstandserhebung), automatische Korrekturtools. Lehrkräfte werden nicht ersetzt – aber digitale Kompetenz wird zur Kernqualifikation. Mehr unter Ist mein Beruf automatisierbar?

Der Lehrerberuf wird durch KI nicht ersetzt, aber fundamental transformiert. Adaptive Lernplattformen wie Bettermarks oder Scoyo passen Aufgaben automatisch an den Lernstand an. KI-gestützte Diagnosetools erkennen Lernlücken früher als traditionelle Tests. Automatische Korrekturhilfen entlasten bei Routine-Korrekturen. Die Rolle der Lehrkraft verschiebt sich: weniger Wissensvermittler, mehr Lernbegleiter und Coach. Digitale Kompetenz wird zur vierten Kernqualifikation neben Fachwissen, Didaktik und Pädagogik.

Wer nach dem Studium Karrierewege strategisch planen möchte, findet Unterstützung in der beruflichen Neuorientierung.

Besoldung: A12, A13 und die Frage von rund 700 Euro

Lehramt taucht in Ranglisten zu Einstiegsgehältern nach Fachrichtung nicht auf – der Weg führt über Staatsexamen und Referendariat in die Beamtenbesoldung. Dort entscheidet eine einzige Frage über mehrere hundert Euro monatlich: A12 oder A13.

rund 720 €
Differenz A12 zu A13 in Bayern, monatlich
rund 670 €
dieselbe Differenz in Hessen
3
Bundesländer zahlen Grundschullehrkräften noch A12

Traditionell wurden Grundschullehrkräfte nach A12 besoldet, Gymnasiallehrkräfte nach A13. Diese Ungleichbehandlung wird derzeit bundesweit abgebaut:

  • A13 bereits umgesetzt: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen, Niedersachsen sowie Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein
  • Stufenweise Angleichung: Nordrhein-Westfalen bis zum Schuljahr 2026/27, Hessen und Bayern bis 2028
  • Noch bei A12: Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland

Konkret bedeutet das in Bayern rund 4.527 Euro nach A12 gegenüber rund 5.248 Euro nach A13, in Hessen rund 4.087 gegenüber 4.757 Euro. Wer Grundschullehramt studiert und beim Bundesland flexibel ist, trifft mit der Wahl des Referendariatsortes eine finanziell relevantere Entscheidung als mit fast jeder anderen im Studium.

Wichtige Einschränkung: Die Besoldungstabellen gelten für verbeamtete Lehrkräfte. Wer angestellt unterrichtet – etwa als Quer- oder Seiteneinsteiger oder in Bundesländern mit eingeschränkter Verbeamtung – wird nach Tarifvertrag vergütet und liegt bei vergleichbarer Tätigkeit netto spürbar darunter.

Typische Fehler vermeiden

Aus der Studienberatung: Diese Denkfallen kennen wir. Mehr auf Fehler bei der Studienwahl.

Lehramt als Verlegenheit

„Ich weiß nicht, was ich sonst machen soll“ ist die schlechteste Motivation für Lehramt. Das Referendariat filtert solche Fälle gnadenlos.

Fächerwahl nach Interesse statt Markt

Deutsch und Geschichte sind überlaufen. MINT-Fächer, Sonderpädagogik und Berufskolleg haben massiven Mangel. Strategische Fächerwahl erhöht die Chancen enorm.

Referendariat unterschätzen

Das Referendariat ist die härteste Phase – hohe Belastung, ständige Bewertung, Realitätsschock. Vorbereitung durch frühe Praxiserfahrung.

Alternativen nicht prüfen

Wer „etwas mit Menschen“ machen will, sollte auch Soziales & Pädagogik und Psychologie prüfen.

„Ich weiß nicht, was ich sonst machen soll“ ist die schlechteste Motivation für Lehramt. Das Referendariat ist die härteste Phase aller Studiengänge – ständige Bewertung, Unterrichtsbesuche, Realitätsschock. Wer nicht mit Überzeugung antritt, scheitert hier.

Deutsch, Geschichte und Sport sind massiv überlaufen. Absolventen mit dieser Kombination warten teilweise Jahre auf eine Planstelle. MINT-Fächer, Sonderpädagogik und berufliche Fachrichtungen haben dagegen mehr offene Stellen als Bewerber. Strategische Fächerwahl ist keine Verleugnung der eigenen Interessen, sondern Realismus.

Das Referendariat (18–24 Monate Vorbereitungsdienst) ist intensiv: eigener Unterricht unter Anleitung, Studienseminar, Prüfungsunterricht, permanente Bewertung. Frühe Praxiserfahrung – durch Schulpraktika, Nachhilfe oder Jugendarbeit – bereitet auf den Realitätsschock vor.

Wer „etwas mit Menschen“ machen will, hat Alternativen: Soziale Arbeit, Psychologie, Gesundheitsberufe und HR bieten ebenfalls Menschenkontakt mit anderen Anforderungsprofilen und Gehältern.

Abbruchquote 28 Prozent – und was diese Zahl nicht misst

Lehramt liegt mit 28 Prozent leicht unter dem Durchschnitt aller Fächer an Universitäten. Die Zahl ist solide – aber sie erfasst nur einen Teil des Weges.

28 %
Lehramt an Universitäten – Rang 6 von 10
29 %
Durchschnitt aller Fächer an Universitäten
63 %
nennen eine falsche Studienwahl als Abbruchgrund

Zum Vergleich: Mathematik und Naturwissenschaften 44 Prozent, Informatik 41 Prozent, Wirtschaftswissenschaften 30 Prozent, Medizin 8 Prozent. Lehramt liegt damit im Mittelfeld.

Der entscheidende Vorbehalt: Die Quote misst den Abbruch des Studiums. Der Lehrberuf hat aber eine zweite Hürde, die in keiner Studienabbruchstatistik auftaucht – das Referendariat mit voller Unterrichtsverantwortung, Prüfungsdruck und dem ersten echten Kontakt zum Berufsalltag. Wer die Entscheidung für das Lehramt allein an der Studienabbruchquote festmacht, betrachtet nur die erste Hälfte der Strecke.

Als häufigste Abbruchursachen gelten feldübergreifend Leistungsprobleme (69 Prozent) und eine falsche Studien- oder Berufswahl (63 Prozent). Gerade beim Lehramt lohnt es sich, den zweiten Punkt früh zu prüfen – durch Praktika an unterschiedlichen Schulformen, nicht nur an der eigenen ehemaligen Schule. Orientierung bietet der Ratgeber Hochschulwahl, bei Zweifeln im Studium Studienabbruch, den Gesamtvergleich die Abbruchquoten nach Fach.

QuellenNC-Werte: Auswahlgrenzen der genannten Hochschulen zum Wintersemester 2025/26. Anteile zulassungsbeschränkter Studiengänge: Fachübersichten, Stand 2026. Besoldungsangaben und Angleichungsfahrpläne: Deutsches Schulportal, Stand 2026; die Beträge beziehen sich auf die Eingangsstufe und ändern sich mit Erfahrungsstufe und Familienzuschlag. Abbruchquoten: Heublein et al. (2023), DZHW-Studienabbruchstudie.

In 3 Schritten zum passenden Studiengang

Systematisch vorgehen – wie es die 19 Tipps zur Studienwahl empfehlen.

1

Selbstklärung & Analyse

Passt Lehramt wirklich zu Ihren Stärken? Studienwahltest starten. Was soll ich studieren?

2

Studienfelder abgleichen

Vergleichen Sie mit angrenzenden Bereichen: Studiengänge & Studienfelder.

3

Studienform wählen

Hochschulwahl und Duales Studium helfen bei der Entscheidung.

Immer noch unsicher?

Die Studienberatung hilft Ihnen – DIN-33430-zertifiziert, an 7 Standorten.

Arbeitsmarkttrends 2026: Lehrermangel und Quereinsteiger

Der Lehrermangel in Deutschland verschärft sich weiter. Die Kultusministerkonferenz prognostiziert bis 2035 einen Bedarf von über 30.000 zusätzlichen Lehrkräften – vor allem in Grundschule, MINT-Fächern und Sonderpädagogik. Viele Bundesländer reagieren mit Quereinsteiger-Programmen: Ingenieure unterrichten Physik, Betriebswirte Wirtschaft, Informatiker Informatik – nach pädagogischer Nachqualifikation.

Für grundständige Lehramtsstudierende bedeutet der Mangel: Wahlfreiheit beim Standort, schnelle Verbeamtung und zunehmend bessere Arbeitsbedingungen. Manche Bundesländer zahlen Einstellungsprämien für Mangelfächer. Die Gehaltslücke zwischen Grundschule (A12) und Gymnasium (A13) wird in mehreren Ländern geschlossen.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Digitalkompetenz (Tablets im Unterricht, Lernplattformen), Inklusion (Umgang mit heterogenen Lerngruppen) und Sprachförderung (DaZ, Mehrsprachigkeit) sind neue Kernaufgaben. Wer sich hier im Studium spezialisiert, hat einen Wettbewerbsvorteil. Mehr: Berufsberatung.

Häufige Fragen zu Lehramt

Antworten aus der Beratungspraxis. Allgemeine Fragen: Studienwahl FAQ.

Grundschule, wenn Sie breite Fächer unterrichten und Kinder begleiten wollen. Gymnasium, wenn Sie fachliche Tiefe und Jugendliche ansprechen wollen. Berufskolleg, wenn Sie Fachunterricht mit beruflicher Orientierung verbinden wollen. Studienwahltest hilft.
MINT-Fächer (Mathe, Physik, Informatik, Chemie), Sonderpädagogik und berufliche Fächer haben den höchsten Bedarf. Deutsch, Geschichte und Sport sind überlaufen.
Sehr gut. Lehrermangel in fast allen Bundesländern – besonders in MINT, Grundschule und Sonderpädagogik. Verbeamtung bietet maximale Jobsicherheit.
Verbeamtet: A12–A13, ca. 42.000–56.000 €/Jahr. Gymnasium und Sonderpädagogik oft A13+ (48.000–56.000 €). Plus Pension statt gesetzlicher Rente.
S + A (Social + Artistic). Sozial-kommunikativ plus kreativ-vermittelnd. Ermitteln Sie Ihr Profil: Studienwahltest.
Je nach Fach und Schulform 1,8–3,0. In Mangelfeachern oft zulassungsfrei. Kunst, Musik und Sport haben zusätzlich Eignungsprüfungen. Studium ohne NC.
7–10 Semester (Bachelor + Master of Education) plus 1,5–2 Jahre Referendariat. Insgesamt ca. 6–7 Jahre bis zum vollen Berufseinstieg.
Ja, in Mangelfeachern gibt es Quereinstiegsprogramme. Voraussetzung ist meist ein fachlich passender Hochschulabschluss plus pädagogische Nachqualifikation.
18–24 Monate Vorbereitungsdienst an einer Schule. Unterricht unter Anleitung, Studienseminar, Prüfungsunterricht. Die anspruchsvollste Phase der Lehrerausbildung.
Wenn Sie zwischen Schulformen oder Fächern schwanken, unsicher sind, ob Lehramt überhaupt passt, oder strategisch die richtige Kombination wählen wollen. Beratung anfragen.

Fazit: Lehramt bewusst wählen

Lehramt ist einer der sichersten und gesellschaftlich wichtigsten Berufswege in Deutschland. Verbeamtung, Pension und der aktuelle Lehrermangel schaffen exzellente Rahmenbedingungen – wenn die Fächerkombination stimmt. Wer sich bewusst für den Lehrerberuf entscheidet, früh Praxiserfahrung sammelt und strategisch die richtigen Fächer wählt, findet hier eine erfüllende Karriere mit lebenslanger Sicherheit. Nutzen Sie den Studienwahltest, um zu prüfen, ob Ihr RIASEC-Profil zum Lehrerberuf passt, und die Studienberatung, um die optimale Fächerkombination und Schulform zu finden.

Jan Bohlken
Jan Bohlken
Diplom-Sozioökonom · Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut
DIN 33430RIASEC-Experte nfbDGfK dvb25+ Jahre

25 Jahre Praxiserfahrung als Headhunter und Eignungsdiagnostiker. Mehr als 10.000 Beratungen. Die Inhalte dieser Seite basieren auf direkter Beratungserfahrung.

Raphaela Peitsch
Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert

Expertin für psychologische Diagnostik und systemische Beratung beim Profiling Institut.

Diese Studiengänge im Detail