Studienfeld
Lehramt
Grundschule, Sekundarstufe, Gymnasium, Berufskolleg, Sonderpädagogik – Fächerwahl, NC, Praxis und Berufsaussichten. Die Verbeamtung macht Lehramt zu einer der sichersten Karriereoptionen.
Alle 9 Studienfelder im Überblick
Wähle ein Feld oder starte mit dem Studienwahltest.
Strategischer Hinweis: Die Fächerwahl bestimmt deine Berufsaussichten mehr als alles andere. MINT-Fächer, Sonderpädagogik und berufliche Fachrichtungen haben massiven Lehrermangel – Deutsch, Geschichte und Sport sind überlaufen. Ein Fach nach Neigung, ein Fach nach Marktbedarf: Das ist die kluge Kombination.
Lehramt studieren – und was wirklich dahinter steckt
Lehramt bereitet auf die Arbeit an Schulen vor. Du kombinierst zwei Unterrichtsfächer mit Bildungswissenschaften und Didaktik. Die Inhalte variieren stark nach Schulform – von Grundschule bis Berufskolleg.
Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Grundvoraussetzung. Verbeamtung macht Lehramt zu einer der sichersten Karriereoptionen in Deutschland. Der Lehrermangel – besonders in MINT-Fächern und Sonderpädagogik – verschafft Absolventen exzellente Berufsaussichten. Diese Seite hilft dir, das Feld zu strukturieren und einen Studienabbruch zu vermeiden.
Lehramt ist nicht einfach „zwei Fächer studieren“. Es ist ein integriertes Studium aus Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften, das auf einen der anspruchsvollsten und wichtigsten Berufe vorbereitet. Du unterrichtest nicht nur dein Fach, sondern bist Bezugsperson, Konfliktlöser, Motivator und Autorität – für 25–30 Schüler gleichzeitig, 5 Stunden am Tag, 40 Wochen im Jahr.
Der Lehrermangel in Deutschland ist massiv und wird sich bis 2035 weiter verschärfen. Besonders betroffen: Grundschule, MINT-Fächer, Sonderpädagogik und Berufskolleg. Das bedeutet für Lehramtsstudierende: exzellente Berufsaussichten, Verbeamtung mit Pension und Wahlfreiheit beim Standort – vorausgesetzt, die Fächerkombination stimmt. Wer strategisch Mangelfeacher wählt, hat praktisch eine Jobgarantie. Wer Deutsch und Geschichte kombiniert, konkurriert dagegen mit einem Überschuss an Bewerbern. Die Studienberatung hilft dir, die optimale Kombination aus Neigung und Arbeitsmarkt zu finden.
Überblick: Die Schwerpunkte im Studienfeld Lehramt
Die konkreten Bezeichnungen variieren je nach Hochschule. Einen übergreifenden Vergleich bietet Studiengänge & Studienfelder.
Lehramt Grundschule
Arbeit mit Kindern (Klasse 1–4). Breiter Fächerkanon mit Fokus auf Lesen, Schreiben, Rechnen und soziales Lernen. Du bist primäre Bezugsperson.
Lehramt Sekundarstufe I
Haupt-, Real-, Gesamtschule. Fokus auf Allgemeinbildung und den Übergang in die Ausbildung. Hohe pädagogische Anforderungen bei heterogenen Lerngruppen.
Lehramt Gymnasium
Stark fachwissenschaftlich. Vorbereitung auf das Abitur. Du bist hier primär Fachperson für deine Disziplinen. Schnittstelle zu Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften.
Lehramt Berufskolleg
Kombination aus beruflichen Schwerpunkten (Wirtschaft, Technik, Gesundheit) und allgemeinbildenden Fächern. Hoher Bedarf in MINT-Berufsfächern.
Sonderpädagogik
Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Inklusion als zentrales Thema. Extrem hoher Bedarf. Schnittstelle zu Soziales & Pädagogik.
Lehramt Grundschule bereitet auf die Arbeit mit Kindern in Klasse 1–4 vor. Du bist hier weniger Fachlehrer als Bezugsperson: Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen, soziales Lernen fördern, individuelle Förderung leisten. Das Studium ist breiter als an anderen Schulformen – du studierst mehrere Fächer plus Pädagogik und Psychologie. Der Bedarf ist aktuell sehr hoch, die emotionale Belastung aber auch.
Lehramt Sekundarstufe I richtet sich auf Haupt-, Real- und Gesamtschulen. Du arbeitest mit heterogenen Lerngruppen, die unterschiedlichste Voraussetzungen mitbringen. Pädagogische Kompetenz und Klassenmanagement sind hier wichtiger als fachwissenschaftliche Tiefe. Der Übergang der Schüler in Ausbildung oder weiterführende Schulen ist ein zentrales Ziel.
Lehramt Gymnasium ist das fachwissenschaftlich anspruchsvollste Lehramtsstudium. Du studierst deine Fächer auf einem Niveau, das an das Fachstudium heranreicht. Vorbereitung auf das Abitur verlangt fachliche Tiefe und die Fähigkeit, komplexe Inhalte zugänglich zu vermitteln. Das Studium dauert 10 Semester (M.Ed.) plus Referendariat.
Lehramt Berufskolleg kombiniert berufliche Fachrichtungen (Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Sozialpädagogik) mit allgemeinbildenden Fächern. Der Bedarf an Berufsschullehrern ist enorm – besonders in MINT-Berufsfächern. Quereinstiege aus der Industrie sind möglich und werden aktiv gefördert.
Sonderpädagogik ist das Lehramtsfach mit dem höchsten Bedarf. Inklusion als bildungspolitisches Ziel hat den Bedarf an sonderpädagogisch ausgebildeten Lehrkräften massiv erhöht. Du arbeitest mit Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung. Die Arbeit ist emotional fordernd aber extrem sinnstiftend.
Uni, FH, dual oder privat?
Die Studienform bestimmt massiv über deinen Alltag. Vertiefter Vergleich: Hochschulwahl.
Universität
Forschungsorientiert, viel Freiheit, wissenschaftliche Tiefe. Breite Wahlmöglichkeiten.
FH / HAW
Praxisnähe, Projekte, kleinere Gruppen, engere Betreuung. Direkter Berufsbezug.
Privat
Spezielle Profile, kleine Gruppen. Qualität und Kosten prüfen.
Prüfe auch die Frage Studium oder Ausbildung und die Hochschullandschaft in Deutschland.
Lehramt wird fast ausschließlich an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen (in Baden-Württemberg) studiert. Das Studienmodell variiert zwischen den Bundesländern erheblich: In den meisten Ländern folgt auf den Bachelor of Education ein Master of Education plus Referendariat. In Bayern existiert noch das Staatsexamen-Modell. Die Regelstudienzeit beträgt 7–10 Semester je nach Schulform, das Referendariat weitere 18–24 Monate. Praxissemester und Schulpraktika sind in allen Bundesländern Pflicht und geben früh Einblick in die Berufsrealität.
Das Referendariat: Die härteste Phase – und wie du dich vorbereitest
Das Referendariat (18–24 Monate Vorbereitungsdienst) ist die intensivste und forderndste Phase des gesamten Lehrerberufswegs. Du unterrichtest eigenverantwortlich, wirst regelmäßig von Fachleitern besucht und bewertet, besuchst das Studienseminar und schreibst eine Abschlussarbeit. Die Belastung ist enorm – viele Referendare berichten von 60-Stunden-Wochen und ernsthaften Selbstzweifeln.
Der häufigste Fehler: ohne Praxiserfahrung ins Referendariat zu gehen. Wer vorher keine Schulpraktika absolviert, keine Nachhilfe gegeben und keine Jugendarbeit gemacht hat, erlebt einen Realitätsschock, der im schlimmsten Fall zum Abbruch führt. Frühe und regelmäßige Praxiserfahrung – am besten schon vor dem Studium – ist die beste Versicherung gegen diesen Schock.
Die gute Nachricht: Wer das Referendariat besteht, hat den anspruchsvollsten Teil hinter sich. Der Berufsalltag als verbeamtete Lehrkraft ist strukturiert, planbar und – anders als oft dargestellt – von den meisten Lehrkräften als erfüllend empfunden. Die Studienberatung hilft dir, realistisch einzuschätzen, ob du die Belastbarkeit für den Lehrerberuf mitbringst.
Was du im Studium wirklich können musst
Nutze den Studienwahltest oder eine Studienberatung, um dein Profil objektiv zu prüfen.
Lehrkräfte brauchen eine besondere Kombination aus fachlicher Expertise, pädagogischem Geschick und persönlicher Belastbarkeit. Fachwissen in mindestens zwei Fächern ist die Basis, Didaktik die Kunst der Vermittlung. Klassenmanagement – 30 Schüler mit unterschiedlichen Bedürfnissen gleichzeitig zu führen – ist eine Fähigkeit, die im Studium nur angebahnt und im Referendariat ernsthaft trainiert wird. Empathie, Gerechtigkeit, Konsequenz und die Fähigkeit zur Selbstreflexion sind Kernqualitäten. Digitale Kompetenz wird durch den Digitalpakt Schule zunehmend wichtig.
Zulassung: NC, Eignungstest & Alternativen
Kein passender NC? Es gibt Alternativen: Studium ohne NC. Die häufigsten Fehler bei der Studienwahl solltest du kennen.
Die NC-Werte im Lehramt variieren stark nach Fach und Schulform. Grundschullehramt und Sonderpädagogik haben an beliebten Standorten NCs um 1,8–2,5. Gymnasium mit Deutsch oder Geschichte kann ebenfalls eng sein. Mangelfeacher wie Physik, Informatik oder Chemie sind oft zulassungsfrei. Sport und Musik verlangen zusätzlich Eignungsprüfungen. Kunst im Lehramt erfordert eine Mappe. Strategische Fächerwahl – ein Fach nach Neigung, ein Fach nach Arbeitsmarktbedarf – erhöht die späteren Einstellungschancen enorm.
Berufsfelder, Gehälter & KI-Transformation
Einen Einblick in konkrete Berufsbilder findest du in unserer Berufsberatung.
Schuldienst (verbeamtet)
Grundschule, Sek I, Gymnasium, Berufskolleg. Gehalt A12–A13: ca. 42.000–56.000 €/Jahr. Verbeamtung mit Pension.
Sonderpädagogik
Förderschulen, Inklusion. Gehalt A13: ca. 48.000–56.000 €/Jahr. Extrem hoher Bedarf.
Erwachsenenbildung
Volkshochschulen, Sprachschulen, betriebliche Weiterbildung. Gehalt variabel.
Bildungsmanagement
Ministerien, Schulträger, Stiftungen. Gehalt A13+: ca. 50.000–62.000 €/Jahr.
Der Schuldienst mit Verbeamtung ist der Standardkarriereweg. Besoldung nach A12 (Grundschule, Sek I) oder A13 (Gymnasium, Sonderpädagogik, Berufskolleg): 42.000–56.000 €/Jahr. Dazu kommen Beihilfe und Pension statt gesetzlicher Krankenversicherung und Rente. Die finanzielle Absicherung ist über die gesamte Lebensarbeitszeit betrachtet schwer zu schlagen.
Sonderpädagogik bietet die höchste Nachfrage und die besten Einstellungschancen. A13 als Einstiegsbesoldung ist Standard. Die Arbeit ist emotional anspruchsvoll, aber für viele die erfüllendste Form des Lehrerberufs.
Erwachsenenbildung ist eine Alternative für Lehramtsabsolventen, die nicht in die Schule wollen. Volkshochschulen, Sprachschulen, betriebliche Weiterbildung und E-Learning-Plattformen suchen pädagogisch ausgebildete Fachkräfte. Die Bezahlung ist variabel, die Arbeitsbedingungen oft flexibler als im Schuldienst.
Bildungsmanagement in Ministerien, Schulträgern und Stiftungen bietet Lehramtsabsolventen mit Organisationstalent und Ambition Karrierewege in die Bildungspolitik und -verwaltung. Besoldung A13+ bis A16, die Einstellungsvoraussetzungen variieren.
Der Gamechanger: Künstliche Intelligenz
KI verändert den Lehrerberuf: Adaptive Lernplattformen (personalisierter Unterricht), KI-gestützte Diagnostik (Lernstandserhebung), automatische Korrekturtools. Lehrkräfte werden nicht ersetzt – aber digitale Kompetenz wird zur Kernqualifikation. Mehr unter Ist mein Beruf automatisierbar?
Der Lehrerberuf wird durch KI nicht ersetzt, aber fundamental transformiert. Adaptive Lernplattformen wie Bettermarks oder Scoyo passen Aufgaben automatisch an den Lernstand an. KI-gestützte Diagnosetools erkennen Lernlücken früher als traditionelle Tests. Automatische Korrekturhilfen entlasten bei Routine-Korrekturen. Die Rolle der Lehrkraft verschiebt sich: weniger Wissensvermittler, mehr Lernbegleiter und Coach. Digitale Kompetenz wird zur vierten Kernqualifikation neben Fachwissen, Didaktik und Pädagogik.
Wer nach dem Studium Karrierewege strategisch planen möchte, findet Unterstützung in der beruflichen Neuorientierung.
Typische Fehler vermeiden
Aus der Studienberatung: Diese Denkfallen kennen wir. Mehr auf Fehler bei der Studienwahl.
Lehramt als Verlegenheit
„Ich weiß nicht, was ich sonst machen soll“ ist die schlechteste Motivation für Lehramt. Das Referendariat filtert solche Fälle gnadenlos.
Fächerwahl nach Interesse statt Markt
Deutsch und Geschichte sind überlaufen. MINT-Fächer, Sonderpädagogik und Berufskolleg haben massiven Mangel. Strategische Fächerwahl erhöht die Chancen enorm.
Referendariat unterschätzen
Das Referendariat ist die härteste Phase – hohe Belastung, ständige Bewertung, Realitätsschock. Vorbereitung durch frühe Praxiserfahrung.
Alternativen nicht prüfen
Wer „etwas mit Menschen“ machen will, sollte auch Soziales & Pädagogik und Psychologie prüfen.
„Ich weiß nicht, was ich sonst machen soll“ ist die schlechteste Motivation für Lehramt. Das Referendariat ist die härteste Phase aller Studiengänge – ständige Bewertung, Unterrichtsbesuche, Realitätsschock. Wer nicht mit Überzeugung antritt, scheitert hier.
Deutsch, Geschichte und Sport sind massiv überlaufen. Absolventen mit dieser Kombination warten teilweise Jahre auf eine Planstelle. MINT-Fächer, Sonderpädagogik und berufliche Fachrichtungen haben dagegen mehr offene Stellen als Bewerber. Strategische Fächerwahl ist keine Verleugnung der eigenen Interessen, sondern Realismus.
Das Referendariat (18–24 Monate Vorbereitungsdienst) ist intensiv: eigener Unterricht unter Anleitung, Studienseminar, Prüfungsunterricht, permanente Bewertung. Frühe Praxiserfahrung – durch Schulpraktika, Nachhilfe oder Jugendarbeit – bereitet auf den Realitätsschock vor.
Wer „etwas mit Menschen“ machen will, hat Alternativen: Soziale Arbeit, Psychologie, Gesundheitsberufe und HR bieten ebenfalls Menschenkontakt mit anderen Anforderungsprofilen und Gehältern.
In 3 Schritten zum passenden Studiengang
Systematisch vorgehen – wie es die 19 Tipps zur Studienwahl empfehlen.
Selbstklärung & Analyse
Passt Lehramt wirklich zu deinen Stärken? Studienwahltest starten. Was soll ich studieren?
Studienfelder abgleichen
Vergleiche mit angrenzenden Bereichen: Studiengänge & Studienfelder.
Studienform wählen
Hochschulwahl und Duales Studium helfen bei der Entscheidung.
Weiterführende Themen
Häufige Fragen zu Lehramt
Antworten aus der Beratungspraxis. Allgemeine Fragen: Studienwahl FAQ.
Arbeitsmarkttrends 2026: Lehrermangel und Quereinsteiger
Der Lehrermangel in Deutschland verschärft sich weiter. Die Kultusministerkonferenz prognostiziert bis 2035 einen Bedarf von über 30.000 zusätzlichen Lehrkräften – vor allem in Grundschule, MINT-Fächern und Sonderpädagogik. Viele Bundesländer reagieren mit Quereinsteiger-Programmen: Ingenieure unterrichten Physik, Betriebswirte Wirtschaft, Informatiker Informatik – nach pädagogischer Nachqualifikation.
Für grundständige Lehramtsstudierende bedeutet der Mangel: Wahlfreiheit beim Standort, schnelle Verbeamtung und zunehmend bessere Arbeitsbedingungen. Manche Bundesländer zahlen Einstellungsprämien für Mangelfeacher. Die Gehaltslücke zwischen Grundschule (A12) und Gymnasium (A13) wird in mehreren Ländern geschlossen.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Digitalkompetenz (Tablets im Unterricht, Lernplattformen), Inklusion (Umgang mit heterogenen Lerngruppen) und Sprachförderung (DaZ, Mehrsprachigkeit) sind neue Kernaufgaben. Wer sich hier im Studium spezialisiert, hat einen Wettbewerbsvorteil. Mehr: Berufsberatung.
Fazit: Lehramt bewusst wählen
Lehramt ist einer der sichersten und gesellschaftlich wichtigsten Berufswege in Deutschland. Verbeamtung, Pension und der aktuelle Lehrermangel schaffen exzellente Rahmenbedingungen – wenn die Fächerkombination stimmt. Wer sich bewusst für den Lehrerberuf entscheidet, früh Praxiserfahrung sammelt und strategisch die richtigen Fächer wählt, findet hier eine erfüllende Karriere mit lebenslanger Sicherheit. Nutze den Studienwahltest, um zu prüfen, ob dein RIASEC-Profil zum Lehrerberuf passt, und die Studienberatung, um die optimale Fächerkombination und Schulform zu finden.