Feldwebel/-in bei der Bundeswehr: Ausbildung als Soldat auf Zeit, Gehalt und Karriere
Feldwebel ist die Laufbahn für alle, die bei der Bundeswehr Führung und Fachverantwortung übernehmen wollen, ohne Abitur und ohne Studium. Anders als Polizei und Zoll ist das keine Beamtenausbildung: Sie verpflichten sich als Soldatin oder Soldat auf Zeit, meist für acht bis dreizehn Jahre, und erhalten vom ersten Tag an volle Dienstbezüge statt Anwärterbezügen. Im Fachdienst erwerben viele während der Dienstzeit zusätzlich einen zivilen Berufsabschluss. Wir zeigen Voraussetzungen, Auswahlverfahren, Ablauf, Bezahlung und was nach dem Dienst kommt.
Kurzüberblick: Feldwebel/-in bei der Bundeswehr
Feldwebel bilden nach den Offizieren die zweithöchste Laufbahngruppe der Bundeswehr, die Unteroffiziere mit Portepee. Im Truppendienst führen sie kleinere Einheiten und bilden Soldaten aus. Im allgemeinen Fachdienst, im Sanitätsdienst und im Geoinformationsdienst sind sie zugleich militärische und fachliche Vorgesetzte, etwa als Mechatroniker, IT-Fachkraft, Notfallsanitäter oder Logistiker in Uniform. Der Weg dorthin führt über Grundausbildung, Unteroffizier- und Feldwebellehrgänge sowie die Fachausbildung.
Feldwebel/-in: Der Einstieg erfolgt als Feldwebelanwärter/-in mit einer Verpflichtung als Soldat auf Zeit, üblicherweise mindestens acht Jahre im Truppendienst und mindestens dreizehn Jahre in den Fachdiensten. Bezahlt wird ab dem ersten Tag nach Bundesbesoldung, als Feldwebel in Besoldungsgruppe A 7. Nach dem Dienst haben Soldaten auf Zeit Anspruch auf Berufsförderung, bei zwölf und mehr Dienstjahren bis zu 60 Monate.
Alle Eckdaten
| Beruf | Feldwebel/-in bzw. Bootsmann/-frau (Marine), Laufbahn der Unteroffiziere mit Portepee |
|---|---|
| Status | Soldat/-in auf Zeit, kein Beamtenverhältnis |
| Verpflichtungszeit | üblicherweise mindestens 8 Jahre (Truppendienst) bzw. 13 Jahre (Fachdienste) |
| Bezahlung | Dienstbezüge ab dem ersten Tag, während der Ausbildung A 3 bis A 6, als Feldwebel A 7 |
| Zugang | Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit Berufsausbildung bzw. Berufserfahrung; Sanitäts- und Geoinformationsdienst: mittlerer Abschluss |
| Alter | ab 17 Jahren; ohne verwertbaren Berufsabschluss nach Laufbahnübersichten bis 29 Jahre |
| Staatsangehörigkeit | deutsch (Pflicht nach Soldatengesetz), eine weitere ist kein Ausschluss |
| Auswahl | 2 bis 2,5 Tage im Karrierecenter: ärztliche Untersuchung, Computertest CAT, Sporttest, Gespräche |
| Nach dem Dienst | Berufsförderungsdienst: Bildungsmaßnahmen, Übergangsgebührnisse und Übergangsbeihilfe |
| RIASEC-Interessencode | RES – Realistic · Enterprising · Social (redaktionelle Einschätzung) |
| Fachkräftelage | Soldatenlaufbahn, daher nicht Teil der BA-Engpassanalyse |
Aufgaben & Arbeitsalltag
Was ein Feldwebel tut, hängt stark von der Verwendung ab. Gemeinsam ist allen Verwendungen die Doppelrolle: Sie sind für eine Aufgabe fachlich verantwortlich und zugleich Vorgesetzte der Soldatinnen und Soldaten, die sie dabei unterstützen.
Führen einer Gruppe
Im Truppendienst eine Gruppe oder einen Trupp führen, Aufträge planen und Verantwortung für Menschen und Material tragen.
Ausbildung von Soldaten
Neue Soldatinnen und Soldaten in Grundfertigkeiten, Waffen und Gerät ausbilden und Übungen anleiten.
Technik und Instandsetzung
Im Fachdienst Fahrzeuge, Luftfahrzeuge, Waffensysteme oder Elektronik warten und instand setzen.
IT und Führungsunterstützung
Netzwerke, Funk- und IT-Systeme betreiben und sichern, bis hin zu Aufgaben im Cyber- und Informationsraum.
Sanitätsdienst
Als Fachpersonal im Sanitätsdienst Verwundete und Kranke versorgen, in Sanitätseinrichtungen und im Einsatz.
Logistik und Versorgung
Material, Munition, Verpflegung und Transport planen und steuern, damit die Truppe einsatzbereit bleibt.
Stab und Verwaltung
Personal- und Geschäftszimmerarbeit, Lagebearbeitung und Organisation in Kompanie, Bataillon und Stäben.
Einsatz und Landesverteidigung
Teilnahme an Übungen, mandatierten Auslandseinsätzen und Aufgaben der Bündnis- und Landesverteidigung.
Kompaniefeldwebel
Mit Erfahrung als Kompaniefeldwebel (Spieß) oder stellvertretender Zugführer Verantwortung für den Dienstbetrieb einer ganzen Einheit übernehmen.
Mannschaft, Unteroffizier, Feldwebel oder Offizier?
Die Bundeswehr kennt vier Laufbahngruppen, und welche für Sie infrage kommt, entscheidet vor allem der Schulabschluss. Mannschaften brauchen nur die erfüllte Schulpflicht. Unteroffiziere ohne Portepee brauchen mindestens den Hauptschulabschluss. Feldwebel brauchen einen mittleren Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss plus Berufsausbildung beziehungsweise Berufserfahrung. Offiziere brauchen Fachhochschulreife oder Abitur und studieren in der Regel an einer Universität der Bundeswehr. Wer sich noch nicht festlegen will, kann mit dem Freiwilligen Wehrdienst beginnen.
Unteroffizier ohne Portepee
Zugang mit Hauptschulabschluss. Fachlich ausgebildete Unteroffiziere, Dienstgrade Unteroffizier und Stabsunteroffizier, Besoldung A 5 und A 6.
Feldwebel
Zugang mit mittlerem Abschluss oder Hauptschule plus Beruf. Führung und Fachverantwortung, Besoldung A 7 bis A 9 mit Amtszulage.
Offizier
Zugang mit Abitur oder Fachhochschulreife. Studium und Führungslaufbahn, Besoldung ab A 9; mehr dazu im Berufsbild Offizier.
Passt dieser Beruf zu dir?
Über die Einstellung entscheidet ein Auswahlverfahren von zwei bis zweieinhalb Tagen in einem Karrierecenter der Bundeswehr. Dort folgen ärztliche Untersuchung, der computergestützte Test CAT, der Sporttest, ein Gespräch mit einer Psychologin oder einem Psychologen und meist einem Offizier sowie das Gespräch mit dem Einplaner über Standort und Verwendung. Wie Sie den CAT üben, zeigt unsere Seite zum Einstellungstest Bundeswehr.
Formale Voraussetzungen
- Mittlerer Schulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung bzw. Berufserfahrung
- Im Sanitäts- und Geoinformationsdienst mittlerer Abschluss oder gleichwertig
- Deutsche Staatsangehörigkeit, eine zusätzliche schließt die Bewerbung nicht aus
- Mindestalter 17 Jahre, unter 18 nur mit schriftlicher Zustimmung der Erziehungsberechtigten
- Ohne verwertbaren Berufsabschluss nach Laufbahnübersichten höchstens 29 Jahre
- Tauglichkeit nach ärztlicher Untersuchung
- Bestandener Sporttest mit Sprint, Klimmhang und Fahrradergometer
- Bereitschaft zu Auslandseinsätzen
Persönliche Eigenschaften
- Führungswille – Verantwortung für eine Gruppe übernehmen
- Belastbarkeit körperlich und psychisch, auch unter Schlafmangel und Stress
- Disziplin und Zuverlässigkeit
- Teamfähigkeit in engen Gemeinschaften
- Technisches oder fachliches Interesse für die gewählte Verwendung
- Bereitschaft zu Versetzungen und längerer Abwesenheit
- Klare Haltung zum Auftrag der Streitkräfte
- Langfristige Planung über acht bis dreizehn Jahre
RIASEC-Profil: RES – Realistic · Enterprising · Social
Unsere redaktionelle Einschätzung des Interessenprofils: Realistic für den praktischen, körperlichen und technischen Kern des Soldatenberufs. Enterprising für das Führen von Menschen und das Entscheiden unter Zeitdruck, das die Feldwebel- von der Mannschaftslaufbahn unterscheidet. Social für das Ausbilden und Fürsorgen für die eigenen Leute. Im Fachdienst kann je nach Verwendung ein stärker technisches oder investigatives Profil gefragt sein.
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Gehalt: Dienstbezüge in der Ausbildung & als Feldwebel
Hier liegt der größte Unterschied zu Polizei und Zoll: Soldaten auf Zeit erhalten keine Anwärterbezüge, sondern von Anfang an volle Dienstbezüge nach ihrem Dienstgrad. Mit jeder Beförderung steigt die Besoldungsgruppe. Soldatinnen und Soldaten sind nicht sozialversicherungspflichtig, die truppenärztliche Versorgung ist unentgeltlich. Wer dienstlich in der Gemeinschaftsunterkunft wohnen muss, bekommt einen Abzug vom Grundgehalt.
Bezügebeispiele der Bundeswehr (Stand März 2024)
Musterberechnungen der Bundeswehr für die Laufbahn der Feldwebel, gültig ab 1. März 2024, Lohnsteuertabelle 2024, Steuerklasse I, Kirchensteuer NRW. Die Bundesbesoldung ist seither angehoben worden; aktuelle Werte liefert der Bezügerechner des Bundesverwaltungsamts.
Nach der Ausbildung
Ausbildungsablauf: Vom Feldwebelanwärter zum Feldwebel
Die Feldwebelausbildung ist keine Ausbildung mit festem Rahmenplan wie im dualen System, sondern eine Folge von militärischen und fachlichen Lehrgängen, deren Reihenfolge und Dauer von Teilstreitkraft und Verwendung abhängen. Im Truppendienst steht die Führungsausbildung im Vordergrund, im Fachdienst kommt die Fachausbildung hinzu, oft mit einem zivil anerkannten Abschluss. Den genauen Ausbildungsgang nennt das Karrierecenter bei der Einplanung.
Grundausbildung
Rund drei Monate militärische Grundlagen: Formaldienst, Waffen- und Schießausbildung, Geländeausbildung, Sanitätsausbildung, Recht und Sport. Hier beginnt die Laufbahn für alle Soldatinnen und Soldaten.
Unteroffizierausbildung
Erste Führungslehrgänge und die Beförderung zum Unteroffizier. Ab hier führen Sie kleinere Teams und übernehmen erste Ausbilderaufgaben.
Fachausbildung
Ausbildung für die konkrete Verwendung. Im allgemeinen Fachdienst gehört dazu häufig eine zivilberufliche Aus- oder Weiterbildung mit anerkanntem Abschluss, etwa vor einer Industrie- und Handels- oder Handwerkskammer.
Feldwebellehrgang
Die Qualifikation für die Laufbahn mit Portepee: Führung, Ausbildung, Organisation und Verantwortung für den Dienstbetrieb.
Beförderung zum Feldwebel
Nach erfolgreichem Abschluss aller Lehrgänge folgt die Beförderung zum Feldwebel bzw. Bootsmann in Besoldungsgruppe A 7. Danach beginnt die eigentliche Verwendung in der Truppe oder im Fachdienst.
Karrierewege: Vom Feldwebel bis zur zweiten Karriere
Als Feldwebel stehen drei Richtungen offen: Aufstieg in der Laufbahn, Wechsel in eine längere oder dauerhafte Verpflichtung und der geplante Übergang in einen zivilen Beruf nach der Dienstzeit. Gerade der dritte Weg wird unterschätzt, weil die Bundeswehr ihn mit dem Berufsförderungsdienst aktiv unterstützt.
Aufstieg in der Laufbahn
Beförderungen nach Eignung und Beurteilung.
- Feldwebel, A 7
- Oberfeldwebel und Hauptfeldwebel, A 8
- Stabsfeldwebel, A 9
- Oberstabsfeldwebel, A 9 mit Amtszulage
Führungsfunktionen
Mit Erfahrung mehr Verantwortung.
- Gruppenführer/-in
- Ausbilder/-in
- Kompaniefeldwebel (Spieß)
- Fachverantwortung in Stäben
Länger bleiben
Wege über die erste Verpflichtung hinaus.
- Weiterverpflichtung als Soldat auf Zeit
- Übernahme als Berufssoldat/-in
- Offizier des militärfachlichen Dienstes nach Truppenerfahrung
- Wechsel in die Offizierlaufbahn
Zweite Karriere zivil
Geplanter Übergang mit Förderung.
- Ziviler Abschluss aus der Fachausbildung
- Meister, Techniker oder Studium über den Berufsförderungsdienst
- Einstieg in den öffentlichen Dienst
- Wechsel in die Wirtschaft mit Führungserfahrung
Was kommt nach acht oder zwölf Jahren?
Soldatinnen und Soldaten auf Zeit haben nach dem Soldatenversorgungsgesetz Anspruch auf Berufsförderung. Wie viel, hängt direkt von der Dienstzeit ab. Die Förderung umfasst die Kosten für Bildungsmaßnahmen bis zu einem Höchstbetrag, dazu laufen Übergangsgebührnisse von grundsätzlich 75 Prozent der letzten Dienstbezüge, bei einer geförderten Vollzeitmaßnahme erhöht um einen Bildungszuschuss von 25 Prozent. Am Ende steht eine einmalige Übergangsbeihilfe. Wichtig: Die Förderung gibt es nur auf Antrag vor Maßnahmebeginn und nach einer Beratung durch den Berufsförderungsdienst.
Werte für Soldaten auf Zeit mit Dienstverhältnis ab dem 26. Juli 2012 laut Merkblatt der Bundeswehr zur Berufsförderung nach neuem Recht; Sonderfälle, etwa mit Studium, weichen ab. Die Förderung kann sich nach den gesetzlichen Bestimmungen verringern oder entfallen.
Pro & Contra: Stärken und Herausforderungen des Berufs
Die Feldwebellaufbahn bietet frühe Verantwortung, gute Bezahlung und eine geförderte zweite Karriere. Sie verlangt dafür eine lange Bindung, Versetzungsbereitschaft und die Bereitschaft, im Ernstfall den Auftrag der Streitkräfte mitzutragen.
Was für den Beruf spricht
- Volle Dienstbezüge ab dem ersten Tag, deutlich über einer Ausbildungsvergütung
- Führungsverantwortung schon Anfang zwanzig
- Im Fachdienst häufig ein ziviler Berufsabschluss inklusive
- Berufsförderung nach dem Dienst, bei zwölf Jahren bis zu 60 Monate
- Keine Sozialversicherungsbeiträge, unentgeltliche truppenärztliche Versorgung
- Große Auswahl an technischen und fachlichen Verwendungen
- Kameradschaft und klare Strukturen
Was Sie wissen sollten
- Lange Bindung von meist acht bis dreizehn Jahren
- Versetzungen und Standort nach Bedarf
- Auslandseinsätze und längere Abwesenheiten von Familie und Freunden
- Körperliche und psychische Belastung, auch in Übungen
- Hierarchie und Befehl und Gehorsam
- Kein Beamtenstatus auf Lebenszeit, außer bei Übernahme als Berufssoldat
- Ethische Grundfrage: Dienst an der Waffe
Feldwebel vs. Polizeimeister und Zollbeamter
Die drei Wege ohne Abitur in den Staatsdienst mit Uniform unterscheiden sich vor allem im Status und in der Bindung.
Einschätzung unserer Berater

Jan Bohlken
Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut · Dipl.-Sozioökonom
„Aus Sicht der Personalberatung ist ein ehemaliger Feldwebel mit Fachausbildung ein interessantes Profil: Führungserfahrung mit Mitte zwanzig, ein anerkannter Abschluss und gelernte Belastbarkeit. Das Entscheidende passiert aber vor der Unterschrift. Acht oder dreizehn Jahre sind eine lange Bindung, und die Wahl der Verwendung prägt, was Sie danach auf dem zivilen Arbeitsmarkt wert sind. Wer klärt, welcher Fachdienst zu den eigenen Stärken passt, und den Berufsförderungsdienst früh in die Planung einbezieht, nutzt die Zeit bei der Bundeswehr als Sprungbrett statt als Umweg.“

Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · Fachlicher Beirat
Einstellungstest Bundeswehr: Was im Karrierecenter geprüft wird
Kern des Auswahlverfahrens ist der computergestützte adaptive Test CAT: Die Aufgaben passen sich Ihrem Leistungsniveau an. Dazu kommen Sporttest, ärztliche Untersuchung und Gespräche. Aufgabentypen, Beispielaufgaben und einen Trainer mit 102 Aufgaben finden Sie auf der Seite Einstellungstest Bundeswehr.
Typische Schwerpunkte im Auswahlverfahren für die Feldwebellaufbahn – redaktionelle Einschätzung. Die Anforderungen hängen von der angestrebten Verwendung ab.
Diese Testteile sollten Sie üben
- Logik – Zahlenreihen, Figurenmatrizen und Wortanalogien als Kern des CAT.
- Rechnen – Grundrechenarten, Dreisatz, Prozente und Textaufgaben.
- Technisches Verständnis – Hebel, Zahnräder, Stromkreise; besonders wichtig für technische Verwendungen im Fachdienst.
- Konzentration – Sorgfalt und Tempo unter Zeitdruck.
- Deutsch und Englisch – Rechtschreibung, Wortschatz und Grundkenntnisse.
Der Sporttest braucht den längsten Vorlauf. Wer Sprint, Klimmhang und Ausdauer auf dem Ergometer mehrere Monate vorher trainiert, geht entspannter in die zwei Tage im Karrierecenter.
Das typische Interessenprofil für diesen Beruf ist RES – praktisch, führungsstark und sozial. Ob Ihr eigenes Profil passt, zeigt der kostenlose Berufswahltest.
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Zukunftsaussichten: Wie sicher ist die Feldwebellaufbahn?
Für die meisten Ausbildungsberufe zeigen wir hier einen Zukunftsscore aus KI-Risiko, Fachkräftelage und Ausbildungsmarkt. Für Soldatinnen und Soldaten gibt es diese Daten nicht, weil sie weder in die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit noch in die Ausbildungsstatistik des BIBB einfließen. Wir ordnen die drei Fragen deshalb einzeln ein.
Der Beruf: gefragt
Die Bundeswehr baut ihr Personal für Landes- und Bündnisverteidigung aus und hat den Wehrdienst 2026 neu geordnet. Technische Verwendungen verändern sich mit neuen Systemen, die Führung von Menschen bleibt der Kern der Feldwebellaufbahn.
Die Stelle: sicher auf Zeit
Während der Verpflichtungszeit ist der Dienst gesichert. Danach endet er, sofern Sie nicht weiterverpflichtet oder als Berufssoldat übernommen werden. Die Sicherheit liegt deshalb weniger im Arbeitsplatz als in der Berufsförderung danach.
Die zweite Karriere: planbar
Wer eine Fachverwendung mit zivil anerkanntem Abschluss wählt und die Förderung nutzt, wechselt mit Führungserfahrung und Qualifikation in den zivilen Arbeitsmarkt. Das sollte von Anfang an Teil der Planung sein.
Feldwebel bei der Bundeswehr – FAQ
Ja. Für die Laufbahn der Feldwebel genügt ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung beziehungsweise Berufserfahrung. Im Sanitäts- und Geoinformationsdienst ist der mittlere Abschluss Voraussetzung. Abitur oder Fachhochschulreife braucht erst die Offizierlaufbahn.
Üblicherweise mindestens acht Jahre im Truppendienst und mindestens dreizehn Jahre im allgemeinen Fachdienst, Sanitätsdienst, Geoinformationsdienst und Militärmusikdienst. Die längere Zeit im Fachdienst hängt mit der umfangreicheren Fachausbildung zusammen.
Feldwebelanwärter erhalten von Anfang an volle Dienstbezüge nach ihrem Dienstgrad, keine Anwärterbezüge. Nach den Bezügebeispielen der Bundeswehr mit Stand März 2024 waren das als Schütze in A 3 rund 2.707 Euro brutto, als Unteroffizier in A 5 rund 2.778 Euro und als Feldwebel in A 7 rund 3.051 Euro. Die Bundesbesoldung ist seither angehoben worden.
Das Verfahren dauert zwei bis zweieinhalb Tage. Es umfasst eine ärztliche Untersuchung, den computergestützten adaptiven Test CAT mit Deutsch, Englisch, Mathematik, technischem Verständnis, Logik und Konzentration, einen Sporttest, ein Gespräch mit einer Psychologin oder einem Psychologen und das Gespräch mit dem Einplaner über Standort und Verwendung.
Der Basis-Fitness-Test besteht aus einem 11 mal 10 Meter Sprinttest, dem Klimmhang und einem Ausdauertest auf dem Fahrradergometer. Er lässt sich gut vorbereiten, braucht aber mehr Vorlauf als der Computertest.
Im allgemeinen Fachdienst häufig ja: Zur Fachausbildung gehört dort oft eine zivilberufliche Aus- oder Weiterbildung mit anerkanntem Abschluss, etwa vor einer Industrie- und Handels- oder Handwerkskammer. Im Truppendienst steht die militärische Führungsausbildung im Vordergrund; ein ziviler Abschluss kann später über den Berufsförderungsdienst folgen.
Soldaten auf Zeit haben Anspruch auf Berufsförderung. Nach acht Dienstjahren sind das zum Beispiel 36 Monate Förderung mit bis zu 13.000 Euro für Bildungsmaßnahmen, nach zwölf Jahren 60 Monate mit bis zu 21.000 Euro. Während der Förderung laufen Übergangsgebührnisse von grundsätzlich 75 Prozent der letzten Dienstbezüge, am Ende gibt es eine Übergangsbeihilfe.
Die Bereitschaft zur Teilnahme an Auslandseinsätzen gehört zu den Einstellungsvoraussetzungen. Ob und wie oft Sie tatsächlich in einen Einsatz gehen, hängt von Verwendung, Einheit und Lage ab. Dazu kommen Aufgaben in der Landes- und Bündnisverteidigung.
Alle drei sind Wege ohne Abitur in den Staatsdienst mit Bezahlung ab A 7. Polizei und Zoll sind Beamtenausbildungen auf Lebenszeit, die Bundeswehr verpflichtet in der Regel auf Zeit, zahlt aber von Anfang an volle Dienstbezüge und fördert danach den Übergang in einen zivilen Beruf. Wer unsicher ist, sollte vor der Bewerbung die eigenen Interessen und Stärken klären, etwa in einer persönlichen Berufsberatung.
Klarheit vor der Verpflichtung schaffen
Eine Verpflichtung über acht oder dreizehn Jahre ist eine der größten Entscheidungen am Anfang des Berufslebens. Bevor Sie unterschreiben, sollten Sie wissen, welche Verwendung zu Ihren Interessen und Stärken passt und was Sie danach daraus machen wollen. Wir bieten wissenschaftlich fundierte Diagnostik und persönliche Beratung – an sieben Standorten oder online.
Weiterführende Themen
Quellen & Methodik
- Bundeswehr, Voraussetzungen für den Dienst: Schulabschluss je Laufbahn, Alter, Staatsangehörigkeit, Tauglichkeit (abgerufen Oktober 2026).
- Bundeswehr, Bezügebeispiele für die Laufbahn der Feldwebel, gültig ab 1. März 2024.
- Bundeswehr, Merkblatt Berufsförderung für Soldaten auf Zeit nach neuem Recht (Soldatenversorgungsgesetz).
- Soldatengesetz, § 37 (Voraussetzung der Berufung).
- Laufbahnübersichten zu Verpflichtungszeiten und Ablauf des Auswahlverfahrens; verbindlich sind die Angaben des Karrierecenters.
- RIASEC-Modell nach John L. Holland (1997): Making Vocational Choices, 3. Auflage, PAR.