Freiwilliger Wehrdienst nach dem Abitur – Dienen, lernen, wachsen

Du möchtest nach dem Abi Verantwortung übernehmen, Teamgeist erleben und dich körperlich wie persönlich weiterentwickeln? Im Freiwilligen Wehrdienst (FWD) lernst du den Soldatenberuf kennen – mit Grundausbildung (≈3 Monate), anschließender Verwendung und fairer Besoldung samt Leistungen. Hier findest du Dauer & Start, Wehrsold & Vorteile, Voraussetzungen & Bewerbung, Kindergeld-Hinweise sowie eine Checkliste für deinen Einstieg.

Was ist der Freiwillige Wehrdienst (FWD)?

Der FWD ermöglicht dir, den Soldatenberuf in einem klaren Zeitrahmen kennenzulernen. Du kannst dich in Heer, Luftwaffe, Marine, Sanitätsdienst, Streitkräftebasis oder Cyber/Informationsraum einsetzen lassen. Die reguläre Dienstzeit liegt zwischen 7 und 23 Monaten – ideal, um Fähigkeiten aufzubauen, Kameradschaft zu erleben und berufliche Perspektiven zu prüfen.

Dauer, Ablauf & Startzeitpunkt

  • Dienstzeit: üblich 7–23 Monate (einschließlich Grundausbildung und Verwendung).
  • Grundausbildung: ca. 3 Monate (≈12 Wochen, ~450 Ausbildungsstunden) mit militärischer Basisausbildung, Rechten & Pflichten, Sanitäts- und Schießausbildung.
  • Verwendungs-/Dienstpostenausbildung: im Anschluss i. d. R. weitere 2–3 Monate, danach Einsatz im Regelbetrieb der Einheit.
  • Start: ganzjährig, mehrere Einzüge pro Jahr (bewerbe dich idealerweise 3–6 Monate vorher).

Hinweis: Das BMVg arbeitet am Konzept „Neuer Wehrdienst“. Bis zur Umsetzung gelten die aktuellen FWD-Regeln (siehe Quellen).

Wehrsold, Zulagen & Leistungen

Der monatliche Wehrsold für FWD-Leistende liegt – je nach Dienstgrad, Familienstand und Zulagen – typischerweise etwa zwischen ~1.700 € und ~2.200 € netto. Dazu kommen freie Unterkunft (Gemeinschaftsunterkunft), Verpflegung, truppenärztliche Versorgung sowie kostenfreie 2.-Klasse-Fahrten zwischen Standort und Wohnort zu bestimmten Anlässen.

  • Beispielwerte: Einstiegsdienstgrad (Schütze/Flieger/Matrose) rund ~1.800 €; Hauptgefreiter etwa ~2.200 €.
  • Zulagen sind möglich (z. B. Erschwernisseinsätze, Familien-/Kinderzuschlag auf Antrag).
  • Urlaub: in der Regel bis zu ca. 30 Tage/Jahr (anteilig bei kürzerer Dienstzeit; während der GA i. d. R. Urlaubssperre).

Voraussetzungen & Bewerbung

  • Alter: ab 17 Jahren (mit Einwilligung der Sorgeberechtigten); volljährig ohne Einwilligung.
  • Schule: Vollzeitschulpflicht erfüllt; deutscher Pass; Verfassungstreue.
  • Eignung: medizinische Tauglichkeit, Sport-/Leistungsfähigkeit, Sicherheitsüberprüfung; bundesweite Versetzungsbereitschaft.
  • Bewerbung: Online über das Karriereportal, anschließend Eignungsverfahren im Karrierecenter (Tests, Untersuchung, Beratung).

Perspektiven nach dem FWD

Nach dem Dienst kannst du in eine längere militärische Laufbahn (Mannschaften, Unteroffizier/Offizier), eine zivile Ausbildung/Studium bei der Bundeswehr
oder in die private Wirtschaft wechseln. Der FWD zählt als wertvolle Praxiserfahrung – mit Nachweisen über Qualifikationen (z. B. Sanitäts-, Führerschein-, IT-Scheine je nach Verwendung).

Kindergeld & rechtliche Hinweise

Wichtig: Der FWD allein begründet keinen automatischen Kindergeldanspruch. Ein Anspruch kann z. B. bestehen, wenn du dich nachweisbar in Ausbildung/Studium befindest oder mangels Ausbildungsplatzes keiner beginnen kannst (Nachweise erforderlich). Für die Übergangszeit nach dem Abi gelten gesonderte Regeln. Bitte immer die Familienkasse/BA-Hinweise beachten.

Checkliste: Startklar für den FWD

  • Online-Bewerbung & Termin im Karrierecenter
  • Personalausweis/Reisepass, Schulabschluss, ggf. Einverständnis (unter 18)
  • Sport- und Gesundheitsnachweise laut Einladung
  • Packliste für die Grundausbildung (wird gestellt/mitgeteilt)
  • Finanzen/Bankverbindung, Notfallkontakte, digitale Dokumente

Häufig Fragen – FAQ´s

Üblich sind 7–23 Monate inklusive Grundausbildung und Verwendung.
Rund 3 Monate (≈12 Wochen, etwa 450 Ausbildungsstunden) mit militärischer Basisausbildung.
Je nach Dienstgrad/Familienstand/ Zulagen typischerweise ca. ~1.700–2.200 € netto; Einstiegsdienstgrad um ~1.800 €. Dazu Unterkunft, Verpflegung, truppenärztliche Versorgung und bestimmte Fahrtkosten.
Ab 17 Jahren mit Einwilligung der Sorgeberechtigten; ab 18 ohne Einwilligung.
Ja, für den Dienst als Soldatin/Soldat ist die deutsche Staatsbürgerschaft erforderlich.
Online bewerben, danach Eignungstests, medizinische Untersuchung, ggf. Sport-/Leistungstests und Beratung. Am Ende erfolgt die Einplanung.
Ja. Während der Grundausbildung i. d. R. Urlaubssperre; danach orientiert sich der Jahresurlaub häufig an ca. 30 Tagen (anteilig).
Nicht automatisch. Ein Anspruch kann bestehen, wenn du z. B. in Ausbildung bist oder mangels Ausbildungsplatz keiner beginnen kannst (Nachweise nötig). Übergangszeit nach dem Abi gesondert beachten.
Der FWD ist Vollzeit. Danach kannst du in eine militärische Laufbahn, ein Studium bei der Bundeswehr oder zivil wechseln – der FWD ist eine gute Grundlage.
Heer, Luftwaffe, Marine, Sanitätsdienst, Streitkräftebasis sowie Cyber/Informationsraum – Verwendungsentscheid durch die Bundeswehr nach Eignung/Bedarf.
Sicherheit hat Priorität; Einsatzmöglichkeiten richten sich nach Verwendung, Ausbildung und Rechtslage. Auslandseinsätze sind grundsätzlich keine typische FWD-Einstiegsstation, aber dienstpostenabhängig regelbar.
Das BMVg plant Anpassungen („Neuer Wehrdienst“). Bis zur Umsetzung gelten die FWD-Regeln. Prüfe kurz vor Bewerbung die aktuellen Vorgaben.

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