BORS: Berufsorientierung an der Realschule
BORS steht für Berufsorientierung an Realschulen – ein in Baden-Württemberg eingeführtes Verfahren, das Schülerinnen und Schüler über ein Betriebspraktikum, eine schriftliche Dokumentation und eine Präsentation an die Berufswahl heranführt. Es ist Teil des Unterrichts, nicht ein Zusatzangebot.
BORS
| Begriff | BORS |
|---|---|
| Themenbereich | Schule & Ausbildung |
| Kurzdefinition | BORS steht für Berufsorientierung an Realschulen – ein in Baden-Württemberg eingeführtes Verfahren, das Schülerinnen und Schüler über ein Betriebspraktikum, eine schri... |
| Herausgeber | Profiling Institut, Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 |
| Stand | August 2026 |
Wie das Verfahren aufgebaut ist
BORS besteht aus drei aufeinander aufbauenden Teilen, die über mehrere Monate laufen.
Vorbereitung im Unterricht.
Erkundung von Berufsfeldern, Auseinandersetzung mit eigenen Interessen und Stärken, Bewerbungstraining, Klärung der Anforderungen des gewählten Berufs. Häufig gehört ein Besuch im Berufsinformationszentrum dazu.
Das Betriebspraktikum.
Meist eine Woche, üblicherweise in Klasse 9, in einem selbst gesuchten Betrieb. Während des Praktikums werden Beobachtungen, Tätigkeiten und Gespräche dokumentiert – das ist keine Formsache, sondern die Materialgrundlage für alles Weitere.
Dokumentation und Präsentation.
Aus dem Praktikum entsteht eine schriftliche Arbeit über den Betrieb, das Berufsbild, die Ausbildungswege und die eigenen Erfahrungen. Sie wird anschließend präsentiert, in der Regel mit anschließendem Fachgespräch.
Die Bewertung fließt in die Schullaufbahn ein; wie genau und in welchem Verhältnis, richtet sich nach der aktuellen Regelung des Landes und der jeweiligen Schule. Weil sich die Vorgaben – auch die Verzahnung mit dem Fach Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung – über die Jahre geändert haben, gilt für den konkreten Jahrgang immer das, was die Schule mitteilt. Vergleichbare Verfahren gibt es unter anderen Namen an weiteren Schularten, etwa BOGY am Gymnasium.
Wie man das Praktikum so wählt, dass es etwas bringt
Der Praktikumsplatz entscheidet über den Ertrag des ganzen Verfahrens – und wird meistens nach den falschen Kriterien ausgesucht.
Nicht nach Erreichbarkeit und Freundeskreis.
Der Betrieb um die Ecke, in dem schon zwei Klassenkameraden sind, ist die bequemste und uninteressanteste Wahl. Ein Praktikum, das nur bestätigt, was man ohnehin zu wissen glaubte, hat nichts erbracht.
Einen echten Kontrast suchen.
Wer zwischen zwei Richtungen schwankt, sollte die weniger vertraute wählen – über die naheliegende erfährt man auch ohne Praktikum genug. Wer gar keine Vorstellung hat, nimmt bewusst etwas, das nicht dem eigenen Bild von sich selbst entspricht.
Vorher Fragen aufschreiben.
Wie sieht ein normaler Tag aus, nicht ein besonderer? Was ist der unangenehmste Teil der Arbeit? Was verdient man in der Ausbildung, was danach? Welche Schulfächer braucht man wirklich? Wer diese Fragen nicht mitbringt, bekommt eine Betriebsführung statt eines Einblicks.
Von Tag eins dokumentieren.
Wer erst am Wochenende danach mit dem Schreiben beginnt, erinnert nur noch die Höhepunkte. Zehn Minuten Notizen am Ende jedes Tages ersparen später Stunden.
Ein Praktikum zeigt einen Betrieb und einen Beruf – nicht, welche Richtung insgesamt passt. Für diese Frage gibt es standardisierte Verfahren; der Berufswahltest für Schülerinnen und Schüler setzt bei Interessen und Fähigkeiten an und liefert die Kandidaten, die man dann im Praktikum überprüfen kann.
Aus der Beratungspraxis: Die häufigste Rückmeldung nach einem Praktikum lautet „war ganz okay“. Das ist kein Ergebnis. Brauchbar wird es erst mit der Anschlussfrage, was an diesen fünf Tagen man freiwillig wieder tun würde – und was auf keinen Fall.
Häufige Fragen
Wofür steht die Abkürzung BORS?
Für Berufsorientierung an Realschulen. Gemeint ist ein Verfahren aus Unterrichtsvorbereitung, Betriebspraktikum, schriftlicher Dokumentation und Präsentation, das in Baden-Württemberg an Realschulen eingeführt wurde. An anderen Schularten gibt es vergleichbare Verfahren unter eigenen Namen, etwa BOGY am Gymnasium.
Wie findet man einen guten Praktikumsplatz für BORS?
Nicht nach Nähe oder danach, wo Freunde hingehen. Sinnvoll ist der Bereich, über den man am wenigsten weiß – der bringt den größten Erkenntnisgewinn. Vor dem ersten Tag sollten konkrete Fragen feststehen: wie ein gewöhnlicher Arbeitstag aussieht, was der unangenehmste Teil ist, welche schulischen Voraussetzungen wirklich gebraucht werden.
Was bedeutet das für Ihre Situation?
Begriffe erklären den Rahmen – die Entscheidung treffen Sie im eigenen Kontext. Unsere Beraterinnen und Berater ordnen ein, was für Ihren Weg wirklich zählt: in der Schul-, Studien- und Berufsberatung ebenso wie in der beruflichen Neuorientierung.