Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr (FWJ) nach dem Abitur – Forschung erleben & Orientierung finden

Du interessierst dich für Naturwissenschaften, Medizin, Technik oder Forschung und willst vor dem Studium praktische Erfahrungen sammeln? Das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr (FWJ) bietet dir die Möglichkeit, ein Jahr in Laboren, Instituten oder Universitäten mitzuarbeiten, Projekte zu begleiten und herauszufinden, ob ein wissenschaftliches Studium oder eine Forschungskarriere das Richtige für dich ist.

Was ist das Freiwillige Wissenschaftliche Jahr (FWJ)?

Das FWJ ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD). Es richtet sich an junge Erwachsene nach dem Abitur, die sich für Forschung und Wissenschaft interessieren. Du arbeitest in Laboren, Bibliotheken oder Forschungsgruppen und unterstützt wissenschaftliche Mitarbeitende in realen Projekten.

Träger & Einsatzorte

1. Allgemeine Träger & Programme

Diese Organisationen koordinieren oder vermitteln FWJ-Stellen in ganz Deutschland:

  • Helmholtz-Gemeinschaft www.helmholtz.de – großes Netzwerk von Forschungszentren (z. B. in Umwelt, Physik, Medizin, Informatik)
  • Max-Planck-Gesellschaft www.mpg.de – Spitzenforschung in Biologie, Chemie, Physik, Gesellschaftswissenschaften
  • Fraunhofer-Gesellschaft www.fraunhofer.de- angewandte Forschung, z. B. Materialwissenschaften, IT, Medizintechnik
  • Leibniz-Gemeinschaft www.leibniz-gemeinschaft.de – interdisziplinäre Forschungsinstitute in Natur-, Lebens- und Sozialwissenschaften
  • Deutsches Jugendherbergswerk / FSJ-Wissenschaft www.freiwilliges-wissenschaftsjahr.de – offizielles Programm für FWJ mit Stellenbörse
  • Naturwissenschaftlicher Verein für Jugendliche (NaWi e. V.) – vermittelt FWJ-Plätze, besonders im biologisch-naturwissenschaftlichen Bereich

2. Naturwissenschaften & Technik

Biologie, Chemie, Physik, Umweltwissenschaften, Medizin, Informatik

Universitäten & Forschungsinstitute

  • Universität Heidelberg – Fakultät für Biowissenschaften
  • Technische Universität München (TUM) – Life Science Campus Weihenstephan
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin (Forschungslabore)
  • Max-Planck-Institut für Biochemie (Martinsried)
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR, Köln & Oberpfaffenhofen)
  • Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ, Leipzig)
  • Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE, Freiburg)

Weitere Einrichtungen

  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ, Heidelberg)
  • Robert Koch-Institut (RKI, Berlin)
  • Alfred-Wegener-Institut (AWI, Bremerhaven) – Meeres- & Polarforschung
  • Friedrich-Loeffler-Institut (Insel Riems) – Tiergesundheit
  • Leibniz-Institut für Astrophysik (AIP, Potsdam)

3. Umwelt, Ökologie & Nachhaltigkeit

  • Umweltforschungszentrum Leipzig (UFZ)
  • Bundesamt für Naturschutz (BfN, Bonn)
  • Naturschutzstationen und Biologische Stationen (z. B. NRW, Bayern)
  • Deutscher Wetterdienst (Offenbach)
  • Forschungsverbund Berlin – Ökologie-Institute
  • WWF Deutschland, NABU oder BUND (wissenschaftliche Mitarbeit möglich)

4. Medizin & Gesundheitswissenschaften

  • Universitätsklinika (z. B. Charité, LMU, Uniklinik Freiburg, Kiel) – Forschungslabore in Molekularbiologie, Neurowissenschaften
  • Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
  • Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
  • Paul-Ehrlich-Institut (Langen) – Impfstoffe & Biomedizin
  • Institut für Virologie oder Pathologie an Universitäten

5. Informatik, Mathematik & Technik

  • DFKI – Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (Kaiserslautern, Saarbrücken, Bremen)
  • Fraunhofer-Institute für IT, Robotik, oder Produktion
  • Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf – High Performance Computing
  • CERN (Schweiz, internationale Bewerbung möglich)
  • Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme (Tübingen)

6. Geistes- & Sozialwissenschaften

  • Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (Berlin)
  • Leibniz-Institut für Psychologie (ZPID, Trier)
  • GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (Köln/Mannheim)
  • Institut für Zeitgeschichte (München/Berlin)
  • Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW, Berlin)

7. Wo man Stellen findet

Warum das FWJ nach dem Abitur sinnvoll ist

  • Praxis statt Theorie: Du erlebst den Forschungsalltag hautnah – von Experimenten bis Datenauswertung.
  • Orientierung: Finde heraus, ob ein Studium in Natur-, Ingenieur- oder Lebenswissenschaften zu dir passt.
  • Vorteil im Lebenslauf: Hochschulen und Arbeitgeber schätzen frühe wissenschaftliche Erfahrung.
  • Netzwerke & Referenzen: Kontakte zu Forschenden, potenzielle Empfehlungsschreiben für Bewerbungen.

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Das FWJ ist ein Freiwilligendienst im Bereich Forschung und Wissenschaft – vergleichbar mit FSJ oder BFD. Du arbeitest nach dem Abitur ein Jahr lang in Laboren, Instituten oder Universitäten und sammelst praktische Erfahrung im Forschungsumfeld.
Teilnehmen können junge Erwachsene mit (Fach-)Abitur, die Interesse an Naturwissenschaften, Medizin, Technik oder Forschung haben. Du solltest sorgfältig, neugierig und zuverlässig sein.
In der Regel dauert das FWJ 12 Monate, teilweise auch 6 bis 18 Monate. Der Beginn ist meist im Spätsommer oder Herbst nach dem Abitur.
Einsatzstellen gibt es an Universitäten, Kliniken, Forschungsinstituten, Behörden oder Laboren – etwa bei Max-Planck- oder Helmholtz-Instituten, Hochschulen oder medizinischen Einrichtungen.
Du bewirbst dich direkt bei den Trägern oder Einrichtungen. Meist sind Lebenslauf, Motivationsschreiben, Schulzeugnisse und ggf. Empfehlungsschreiben erforderlich. Die Bewerbungsphase startet häufig im Frühjahr (Februar bis Mai).
Freiwillige erhalten ein Taschengeld zwischen 350 und 500 Euro monatlich, abhängig von Träger und Einsatzort. Zusätzlich bist du während des FWJ sozialversichert und hast Anspruch auf Urlaubstage.
Du unterstützt Forschungsprojekte, führst Experimente durch, wertest Daten aus, recherchierst Literatur oder übernimmst Aufgaben in Labororganisation und Dokumentation – je nach Fachrichtung und Einsatzort.
Das FWJ verschafft dir praktische Erfahrung, Einblicke in den Wissenschaftsbetrieb und Orientierung bei der Studienwahl. Viele Universitäten und Arbeitgeber bewerten FWJ-Erfahrung als wertvolle Zusatzqualifikation.
Ja, während eines anerkannten Freiwilligendienstes wie dem FWJ bleibt der Anspruch auf Kindergeld in der Regel bis zum 25. Lebensjahr bestehen.
Wir helfen dir, deine Interessen und Potenziale zu erkennen, und zeigen, ob ein FWJ zu deinem Profil passt – inklusive passender Alternativen oder Studienrichtungen. Beratung anfragen.

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