Viele Jugendliche haben vor kurzem wieder ihr Abitur geschrieben und sind damit fertig mit der Schule. Nach dem Abitur bieten sich häufig viele Möglichkeiten. Dabei stellt sich früher oder später die Frage: Was machen nach dem Abitur? Welche Möglichkeiten gibt es? Was wollen deutsche Schüler 2018 nach dem Abitur machen?

Möglichkeiten und Beliebtheit

Kurz vor oder nach dem Abitur stellt sich dich Frage „ Was machen nach dem Abitur? “ Endlich ist man fertig mit der Schule, doch was man danach machen möchte, ist vielen zuerst unklar. Durch die vielen Möglichkeiten kann es schwer sein, sich zu entscheiden. Wichtig ist, sich richtig zu informieren, um alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Die Frage „Was machst du nach dem Abitur?“ lief 2018 über mehrere Monate als Umfrage auf der Seite des Profiling Institut. Heraus kam folgendes:

  • 45 Prozent wollen ein Studium anfangen
  • 19 Prozent gaben an nichts tun zu wollen
  • 13 Prozent wollen eine Ausbildung beginnen
  • 10 Prozent wollen Work & Travel machen
  • 7 Prozent wollen ein FSJ/einen BFD oder ein FÖJ machen
  • 3 Prozent wollen als Au-Pair arbeiten
  • 2 Prozent wollen Praktika machen
  • 1 Prozent will den freiwilligen Wehrdienst ableisten

Ein Großteil der Abiturienten 2018 möchte also laut diesem Ergebnis direkt ein Studium beginnen, weniger eine Ausbildung. Die genannten Alternativen zum Studium, zur Ausbildung und zum nichts tun werden demnach eher von wenigen Abiturienten in Betracht gezogen. Dabei sollten diese Dinge auch bei der Beantwortung der Frage „Was machen nach dem Abitur?“ mit einbezogen werden. Was genau diese Alternativen sind, wie genau sie Ablaufen und was Voraussetzungen sind, erfahrt ihr im Folgenden.

Work & Travel

Work & Travel könnte die richtige Antwort auf die Frage „ Was machen nach dem Abitur? “ sein, wenn man ins Ausland möchte, ein anderes Land intensiv kennenlernen möchte, gerne unabhängig, flexibel und eigenständig ist und sich nicht sicher ist, wie so eine Reise finanzierbar ist. Beim Work & Travel reist man in ein anderes Land, reist innerhalb dieses Landes und sucht sich währenddessen immer wieder andere Jobs und Arbeitgeber, um sich seinen Aufenthalt zu finanzieren. Man lebt also in dem jeweiligen Land und finanziert sich das, zumindest in Teilen, durch das Jobben vor Ort. Dadurch ist es möglich, das Land besonders intensiv und von einer anderen Perspektive kennenzulernen, als es ein Tourist tut. Denn man lernt die Menschen nicht nur in der Freizeit, sondern eben auch bei der Arbeit kennen. Dadurch können sich die Sprachkenntnisse deutlich verbessern, man lernt viele Menschen kennen, baut ein Netzwerk auf und kann selbstbewusster und eigenständiger werden.

Solche Work & Travel Programme gibt es für viele Länder, besonders beliebt sind die USA, Australien und Neuseeland. Oft übernimmt die Organisation ein Veranstalter, der sich hierauf spezialisiert hat. Dieser hilft bei der Organisation von Flügen, Unterkünften, hilfreichen Adressen und bei allen weiteren Formalitäten, beispielsweise bei Versicherungen und dem Visum. Natürlich kann man sich sein Work & Travel auch selber organisieren. Dies ist aber mit mehr Aufwand und Zeit verbunden. Hierfür gibt es zahlreiche Checklisten im Internet, welche hilfreich sein könnten.

Voraussetzungen für Work & Travel sind meist ein Mindestalter und der Nachweis über genügend finanzielle Mittel. Denn das jobben während der Reise wird sehr wahrscheinlich nicht dafür ausreichen alle Kosten zu decken. Deshalb ist es nötig, sich im Vorfeld über die zu erwartenden Kosten zu informieren, um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Jobben kann man in allen möglichen Bereichen. Oft gibt es Jobs in der Landwirtschaft, die körperlich sehr anstrengend sein können. Es gibt aber auch Jobs in der Kinderbetreuung, Gastronomie oder anderen Bereichen, abhängig von dem Land, in das man möchte. Aber auch bei der Wahl der Jobs ist man beim Work & Travel frei und flexibel, ebenso wie beim Reisen. Und genau diese Flexibilität und Freiheit macht diese Möglichkeit auch aus.

FSJ/BFD/FÖJ

Ein freiwilliges soziales bzw. ökonomische Jahr oder ein Bundesfreiwilligendienst könnten die richtige Antwort auf die Frage „ Was machen nach dem Abitur? “ sein, wenn man gerne in einen sozialen oder ökologischen Bereich der Arbeitswelt hinein schnuppern möchte, um bereits erste Erfahrungen sammeln zu können. In der Regel bekommt man hierbei auch ein monatliches Taschengeld.

Ein FSJ ist in vielen Bereichen möglich, wie in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, in Krankenhäusern, im Sanitäts- und Rettungsdienst, in Senioren- und Pflegeheimen, in Kindertagesstätten und Förderschulen, in Kirchengemeinden und in Museen und Kulturvereinen. Ein BFD ist  im sozialen, kulturellen, ökologischen, sportlichen und integrativen Bereich, sowie im Zivil- und Katastrophenschutz möglich. Er ist hier eine praktische Hilfstätigkeit. Der BFD und das FSJ sind sich sehr ähnlich. Der Unterschied liegt darin, dass der BFD seit 2011 als Ersatz für den Wehr- und Zivildienst besteht, sich an Frauen und Männer jeden Alters richtet und auf Bundesebene geregelt ist. Ein FSJ ist hingegen nur bis zum 27. Lebensjahr möglich und ist auf Länderebene geregelt. Gleiches gilt für das FÖJ. Dieses kann im Natur- und Umweltschutz abgeleistet werden. Beispiele sind Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft, Umweltbildung, Lebensmittelverarbeitung, Unweltschutzbehörden und –Verbände und der wissenschaftliche Umweltschutz.

Die Dienste gehen mindestens 6 Monate, in der Regel aber 12 Monate lang. Sie können in Ausnahmefällen auch verlängert werde. Ergänzend zu der Arbeit in dem jeweiligen Träger gehören auch Seminare in mehreren Seminarwochen zum Dienst dazu. Hier werden Kenntnisse und Wissen vermittelt.

Ein FSJ, FÖJ oder einen BFD kann man auch zur Überbrückung bis zu einem Studium nutzen, um so Wartesemester zu sammeln, ebenso wie erste praktische Erfahrungen. Je nach Fach kann das soziale oder ökonomische Jahr auch in dem Bewerbungsverfahren der Hochschule mit einbezogen werden. Um eine geeignete Stelle zu finden, sollte man rechtzeitig aktiv werden, denn es gibt meistens Bewerbungsfristen und die Plätze können schnell besetzt sein.

Au-Pair

Wie auch beim Work & Travel kann das arbeiten als Au-Pair die richtige Antwort auf die Frage „ Was machen nach dem Abitur? “ sein, wenn man gerne ins Ausland möchte. Hierbei reist man in ein anderes Land, wohnt bei einer Gastfamilie und passt dort auf die Kinder auf und unterstützt im Haushalt. So kann man das Familienleben und den Alltag der Menschen hautnah miterleben und so das Land auf eine andere Weise kennen lernen, als man es als Tourist tut. Besonders wenn man später in dem sozialen Bereich oder der Pädagogik arbeiten möchte, ist es sinnvoll, als Au-Pair zu arbeiten. Außerdem kann man so die Sprachkenntnisse aufbessern. In der Regel erhält man von der Gastfamilie für die Hilfe neben Unterkunft und Verpflegung auch ein Gehalt bzw. Taschengeld. Was genau Aufgaben sein können, ist dabei sehr individuell und hängt von den Lebensumständen der Gastfamilie ab. Die wöchentliche Arbeitszeit liegt meist zwischen 30 und 45 Stunden. In der Freizeit kann man dann machen, was man möchte. So kann man das Land kennenlernen, Freunde finden, ausgehen, etc.

Wie auch ein Freiwilligendienst dauert ein Au-Pair Aufenthalt zwischen 6 und 12 Monaten, wobei 12 Monate häufiger sind. Auch hier sind Verlängerungen unter Umständen möglich. Als Au-Pair kann man in viele Länder wie die USA, fast alle europäischen Länder, Südamerika, Australien, usw. Besonders beliebt ist die USA. Hier gibt es auch besonders viele Gastfamilien. Vermittelt werden Au-Pair Stellen durch eine Agentur. Sie helfen in der Bewerbungsphase, Vermittlung und auch während des Aufenthalts bei allen Fragen und Problemen. Außerdem sorgen sie dafür, dass man regelmäßigen Kontakt zu den anderen Au-Pairs in der Umgebung hat. Die Kosten für einen Aufenthalt als Au-Pair variieren von Agentur zu Agentur. Meist belaufen sie sich auf 150 bis 500 Euro.

Voraussetzungen für den Einsatz als Au-Pair sind die Volljährigkeit, ein Schulabschluss, ledig und kinderlos zu sein, sowie nachweisbare Erfahrungen in der Kinderbetreuung zu haben. In der Regel muss man mindestens 200 Stunden Kinderbetreuung nachweisen, davon mindestens 150 Stunden außerhalb der eigenen Familie. Oft wird auch ein Führerschein vorausgesetzt, um Fahrdienste übernehmen zu können. Ebenfalls wird häufig ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis gefordert, sowie Grundkenntnisse in der Landessprache.

Bewerben sollte man sich für ein Au-Pair so früh wie möglich. Die Bewerbungsphase und Vermittlung einer Gastfamilie kann unter Umständen nämlich langwierig sein und dauern. Außerdem gibt es meist Bewerbungsfristen.

Praktika

Praktika können die richtige Antwort auf die Frage „ Was machen nach dem Abitur? “ sein, wenn man in verschiedene Bereiche des Arbeitsmarktes hinein schnuppern will, um so eine Orientierungshilfe für die eigene Zukunft zu haben.  Ein Praktikum kann dafür außerdem ein Türöffner für Karrierechancen sein, vor allem bei großen Unternehmen. Außerdem kann man auch hier wieder erste berufliche Erfahrungen sammeln, die einem im späteren Berufsleben helfen können. Praktika können als Orientierung dienen, zum Kennenlernen von Branchen, Betrieben und Unternehmen und als erster Einstieg ins Berufsleben. Praxiserfahrungen sind im späteren Berufsleben von großer Bedeutung, welche Praktika bieten. So kann man später Vorteile gegenüber anderen Bewerbern ohne solche Erfahrungen haben. Bei der Berufsorientierung können Praktika insofern helfen, dass man hierbei die berufliche und betriebliche Realität des jeweiligen Berufsfeldes kennen lernt. Dadurch kann man dann entweder sich bestätigt sehen in seiner Berufswahl oder aber sich neu orientieren, da einem das Feld doch nicht zusagt. So kommt es erst gar nicht dazu, dass man ein Studium oder eine Ausbildung anfängt und dann erst merkt, dass einem der Bereich doch nicht zusagt. Ein weiterer Vorteil von Praktika ist, dass man bereits Kontakte knüpft und ein Netzwerk aufbaut, welches man später wieder nutzen kann. Außerdem können Praktika auch als Überbrückung bis zu einem Studium genutzt werden, um so Wartesemester zu sammeln.

Praktika können unbezahlt und bezahlt sein. Ob eine Praktikumsstelle aber bezahlt wird oder nicht, sollte eher eine untergeordnete Rolle bei der Suche spielen. Wichtiger ist der persönliche Nutzen aus dem Praktikum. Praktikumsstellen findet man im Internet. Es ist aber auch möglich Initiativbewerbungen an Unternehmen zu schicken, bei denen man gerne ein Praktikum absolvieren möchte.

Freiwilliger Wehrdienst

Der freiwillige Wehrdienst könnte die richtige Antwort auf die Frage „ Was machen nach dem Abitur? “ sein, wenn man für einen definierten Zeitraum einen Einblick in die Bundeswehr erlangen möchte. In dieser Zeit arbeitet man intensiv mit Zeit- und Berufssoldaten zusammen. Teil des freiwilligen Wehrdienstes ist die Grundausbildung. In dieser lernt man etwas über die Rechte und Pflichten von Soldat/innen, sowie die Grundlagen des Wehrdienstes. Dabei sind Theorie und Praxis miteinander verbunden. Es gibt sowohl politische Bildung und Unterrichte, als auch Gefechtsdienst, Waffen- und Schießübungen und körperliche Trainingseinheiten. Abhängig davon, in welchem Bereich man ist, kommen dann noch spezifische Anteile dazu.

Voraussetzungen für den freiwilligen Wehrdienst ist ein Mindestalter von 17 Jahren, die Erfüllung der Vollzeitschulpflicht, die deutsche Staatsbürgerschaft, die Bereitschaft sich bundesweit versetzen zu lassen und die Bereitschaft an Auslandseinsätzen der Bundeswehr teilzunehmen. Die Zeit der Verpflichtung ist dabei abhängig von den angestrebten Zielen der Laufbahn. In der Laufbahn des freiwilligen Wehrdienstleistenden beträgt sie 7 bis 23 Monate. Von zentraler Bedeutung sind die eigenen Erfahrungen, Befähigungen, zivilberuflichen Qualifikationen, sowie das persönliches Engagement.

Als freiwillig Wehrdienstleistende/r erhält man einen Wehrsold und einen Wehrdienstzuschlag. Außerdem erhält man auch ein Entlassungsgeld. Wie hoch die einzelnen Beträge sind, ist abhängig von der Verpflichtungszeit.  Außerdem bekommt man die Unterkunft und Verpflegung gestellt, ebenso wie die truppenärztliche Versorgung.

Fazit – Was machen nach dem Abitur?

Es gibt viele mögliche Antworten auf die Frage „ Was machen nach dem Abitur? “. In Frage kommen neben Studium, Ausbildung und nichts tun noch viele weitere Möglichkeiten, die hier vorgestellt wurden. Was für einen das richtige ist, ist dabei sehr individuell und kann nur selbst entschieden werden. Dabei gibt es kein richtig oder falsch, jede dieser Möglichkeiten bietet Vor- und Nachteile. Wichtig ist nur sich frühzeitig zu informieren und sich auch frühzeitig zu bewerben, da viele der Dinge Bewerbungsfristen haben und einige Planung voraussetzen.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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