Persönlichkeitstest · Testverfahren

Golden Profiler of Personality MBTI weitergedacht

Grundlagen, Dimensionen und Einsatzbereiche des GPOP – das Verfahren verbindet die eingängige Typologie des MBTI mit den psychometrischen Standards des Big-Five-Modells.

DIN 33430-zertifizierte Diagnostik
7 Standorte in Deutschland
25 Jahre Headhunter-Praxis
Wissenschaftliche Weiterentwicklung

Der Golden Profiler of Personality (GPOP)

Eine moderne, wissenschaftlich fundierte Brücke zwischen klassischer MBTI-Typologie und dem empirisch validierten Big-Five-Modell.

Der Golden Profiler of Personality (GPOP) repräsentiert eine moderne, wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung des klassischen MBTI-Ansatzes. Während traditionelle Typenindikatoren oft für ihre binäre Einteilung kritisiert werden, schlägt der GPOP eine Brücke zur akademischen Psychologie. Er integriert wesentliche Elemente des Big-Five-Modells und liefert dadurch ein präziseres, empirisch validiertes Bild von Persönlichkeitspräferenzen und tiefliegenden Verhaltensstrukturen.

Im Gegensatz zum reinen Typen-Reporting nutzt der GPOP ein kontinuierliches Messmodell. Das bedeutet, dass nicht nur die Richtung einer Präferenz (z. B. Extraversion), sondern auch deren Ausprägung und Stabilität präzise quantifiziert werden. Damit nähert sich der GPOP methodisch dem NEO-PI-R an – behält aber die intuitive Sprache der MBTI-Tradition.

5
Hauptdimensionen
116
Items (Fragen)
20–30
Minuten Dauer
+1
Dimension gegenüber MBTI
Geschichte & Methodik

Vom MBTI zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung

Die Entwicklung des GPOP vereint zwei Stränge der Persönlichkeitspsychologie: die jungianische Typologie und die empirische Big-Five-Tradition.

1921

Jung: Psychologische Typen

Carl Gustav Jung beschreibt grundlegende Typen menschlichen Denkens und Verhaltens – die theoretische Basis aller späteren typologischen Verfahren.

1944

Myers & Briggs: MBTI

Katharine Briggs und Isabel Myers operationalisieren Jungs Theorie zum MBTI mit 16 Typen – populär, aber psychometrisch umstritten.

1980er

Big Five als Standard

Costa & McCrae etablieren das Fünf-Faktoren-Modell als wissenschaftlichen Goldstandard – Grundlage für die Integration in den GPOP.

2003+

Hossiep & Bloemers: GPOP

Das Bochumer Team um Rüdiger Hossiep adaptiert den US-amerikanischen Golden Profiler für den deutschsprachigen Raum – als wissenschaftliche MBTI-Alternative.

Interessante Verbindung: Prof. Rüdiger Hossiep (Ruhr-Universität Bochum) ist auch der Entwickler des Bochumer Inventars zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP). Beide Verfahren teilen den Anspruch psychometrischer Strenge und praxisnaher Aufbereitung – allerdings mit unterschiedlichem Fokus: BIP auf berufsbezogene Kompetenzen, GPOP auf Persönlichkeitstypen mit emotionaler Stabilität.

Modellstruktur

Struktur und die 5 Hauptdimensionen

Der GPOP basiert auf einer fünfdimensionalen Architektur. Jede dieser Dimensionen wird zusätzlich durch mehrere Subskalen (Facetten) unterfüttert, was eine differenzierte Analyse individueller Verhaltensmuster ermöglicht. Vier Dimensionen entstammen der MBTI-Tradition – die fünfte ist der entscheidende Big-Five-Zugewinn.

E – I

Extraversion vs. Introversion

Fokus der Energie

Kontaktfreudigkeit, Aktivitätsniveau und soziale Orientierung. Extravertierte ziehen Energie aus dem Außen, Introvertierte aus der Innenwelt.

S – N

Sensing vs. Intuition

Informationsaufnahme

Realitätssinn und Detailfokus versus Mustererkennung und Möglichkeiten. Sensorische Typen vertrauen Fakten, intuitive Typen Zusammenhängen.

T – F

Thinking vs. Feeling

Entscheidungsfindung

Logische Analyse und Objektivität versus Werteorientierung und Empathie. Beides sind rationale Entscheidungswege mit unterschiedlichem Bezugssystem.

O – F

Organized vs. Flexible

Lebensstil

Struktur, Planung und Verlässlichkeit versus Spontaneität, Offenheit und Anpassung. Bestimmt, ob die äußere Welt geordnet oder offen gestaltet wird.

USP gegenüber MBTI T – C

Tense vs. Calm (Spannung vs. Gelassenheit)

Emotionale Stabilität

Diese entscheidende Ergänzung stammt direkt aus dem Big-Five-Faktor „Neurotizismus". Sie erfasst die emotionale Stabilität und Stressreaktion. Damit erhöht sie die psychologische Aussagekraft massiv, da sie aufzeigt, wie stabil die anderen Präferenzen unter Druck bleiben.

Warum GPOP?

Der Mehrwert für Coaching und Karriere

Warum wir im Profiling Institut den GPOP schätzen? Die Antwort liegt in der Tiefe der Auswertung. Der Report liefert nicht nur einen Vier-Buchstaben-Code, sondern vier konkrete Erkenntnisebenen:

Individuelle Facetten

Erkenntnisse darüber, warum zwei Personen mit dem gleichen „Typ" (z. B. INTJ) im Alltag dennoch völlig unterschiedlich agieren können.

📚

Lern- und Arbeitsstil

Konkrete Hinweise auf die ideale Lernumgebung und bevorzugte Arbeitsmethoden – sofort umsetzbar im Arbeitsalltag.

💬

Kommunikationsmuster

Analyse, wie Informationen gesendet und empfangen werden, um Teamdynamiken zu optimieren – ergänzt um Stilanpassungs-Empfehlungen.

Reaktion auf Stress

Früherkennung von Verhaltensänderungen in Belastungssituationen (sog. „Out-of-Character"-Verhalten) – dank der fünften Dimension.

So funktioniert der Test

Durchführung und wissenschaftliche Grundlage

Durchführung: Der Fragebogen umfasst 116 Items und dauert rund 20–30 Minuten. Die Ergebnisse werden in einem ausführlichen Profil dargestellt, das sowohl typologische Zugehörigkeiten als auch individuelle Ausprägungsgrade aufzeigt.

1

Online-Fragebogen

116 Items zu Präferenzen, Verhaltensweisen und emotionalen Reaktionen – auf einer mehrstufigen Skala bewertet, nicht binär.

2

Profil & Ausprägungen

Auswertung liefert Vier-Buchstaben-Typ plus Tense/Calm-Wert sowie individuelle Facetten-Ausprägungen für jede der 5 Dimensionen.

3

Coaching-Auswertung

In der Beratung übersetzen wir das Profil in konkrete Empfehlungen – für Führungsstil, Stressmanagement oder Teamkommunikation.

Wissenschaftliche Grundlage

Der GPOP ist empirisch validiert und zeigt gute Reliabilitätswerte. Er verbindet den praktischen Nutzwert des MBTI mit der wissenschaftlichen Tiefe und den statistischen Standards der Big Five. Die deutsche Adaption durch Hossiep & Bloemers an der Ruhr-Universität Bochum stellt sicher, dass das Verfahren auch in deutschsprachigen Kontexten methodisch belastbar funktioniert.

Praxis-Perspektive

GPOP aus Headhunter-Sicht – wann die fünfte Dimension entscheidet

Aus 25 Jahren Recruiting- und Coaching-Praxis: Wo der GPOP echten Mehrwert liefert – und wie er sich mit fundierter Eignungsdiagnostik ergänzt.

Insider-Perspektive

Was den GPOP für mich von anderen typologischen Verfahren abhebt, ist genau diese fünfte Dimension – Tense vs. Calm. Im Headhunting für Führungspositionen in Automotive, Maschinenbau oder Chemie ist die Frage „Wie stabil bleibt die Person unter Druck?" oft entscheidender als der Typ selbst. Ein INTJ unter Stress ist nicht derselbe wie ein INTJ im Flow. Diese Information liefert klassischer MBTI nicht. Trotzdem: Für Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 bleiben NEO-PI-R und BIP erste Wahl. GPOP ist eine elegante Brücke zwischen Coaching-Sprache und psychometrischer Strenge.

Jan Bohlken, Gründer Profiling Institut & Bohlken Consulting · 25 Jahre Headhunting in Automotive, Maschinenbau und Chemie

Verfahren im Vergleich

GPOP im Vergleich zu MBTI, NEO-PI-R und LINC

Welches typologische Verfahren passt zu welcher Fragestellung? Die direkte Gegenüberstellung zeigt die Stärken des GPOP gegenüber MBTI und in Abgrenzung zu Big-Five-Verfahren.

Tabelle horizontal scrollbar →
Kriterium GPOP MBTI NEO-PI-R LINC LPP
Modelltyp Typologie + Big-Five-Integration 4 Dichotomien · 16 Typen 5 Faktoren + 30 Facetten Big Five + Motive + Kompetenzen
Dimensionen 5 (inkl. Tense–Calm) 4 5 (Big Five) 5 + Motive + Kompetenzen
Messmodell Kontinuierlich + typologisch Binär (Präferenz) Kontinuierlich (Faktorenwerte) Kontinuierlich
Wissenschaftliche Fundierung Hoch Umstritten Sehr hoch (Goldstandard) Ja
DIN 33430 geeignet Eingeschränkt Nein Ja Eingeschränkt
Dauer 20–30 Min. (116 Items) 15–25 Min. 30–45 Min. ~30 Min.
Primärer Einsatz Coaching, Führung, Stress-Diagnostik Selbstreflexion, Workshops Persönlichkeit, Karriere, Auswahl Coaching, Entwicklung

Fazit: Der GPOP ist die richtige Wahl, wenn die eingängige MBTI-Sprache mit psychometrischer Tiefe verbunden werden soll – inklusive Stress-Resilienz-Dimension. Für DIN 33430-konforme Eignungsdiagnostik empfehlen wir NEO-PI-R bzw. BIP.

Anwendungsfelder

Einsatzfelder des GPOP

Überall dort, wo Persönlichkeitstypen mit emotionaler Stabilität gemeinsam betrachtet werden sollen – besonders wirksam in Führung, Coaching und Stress-Diagnostik.

Führungskräfteentwicklung

Eigenes Führungsverhalten und Stress-Resilienz reflektieren – ideal für Leadership-Audits und Entwicklungsplanung auf C-Level.

Für Führungskräfte

Teamdiagnostik & Kommunikation

Persönlichkeitstypen im Team sichtbar machen – kombiniert mit Stress-Verhalten als Frühwarnsystem für Konflikte.

Zur Potenzialanalyse

Coaching & Selbstreflexion

Tiefe Selbsterkenntnis mit konkreten Handlungshinweisen – die Brücke zwischen MBTI-Vokabular und wissenschaftlichem Fundament.

Karriereberatung

Change- & Karriereberatung

Transformationsprozesse erfolgreich gestalten – mit dem Wissen, wie sich Persönlichkeit unter Veränderungsdruck verhält.

Berufliche Neuorientierung

Vorteile auf einen Blick

  • Wissenschaftlich fundierte MBTI-Alternative
  • Praxisnah und verständlich aufbereitet
  • Hoher Nutzwert in Führung und Teams
  • Zusätzliche Dimension für Stress-Resilienz
  • Kontinuierliches Messmodell statt binärer Typen
  • Differenzierte Facetten-Analyse pro Dimension

Fazit zum GPOP: Der Golden Profiler of Personality bietet eine balancierte Verbindung aus Typologie und wissenschaftlicher Diagnostik – ideal für Coaches und Unternehmen, die Persönlichkeitsunterschiede differenziert verstehen möchten. Er ist Präzision trifft Praxis: ideal für alle, denen der MBTI zu oberflächlich und die Big Five zu klinisch-abstrakt sind.

Für wen ist der GPOP besonders interessant?

Sechs typische Anliegen, bei denen die typologisch-dimensionale Hybrid-Logik des GPOP echten Mehrwert liefert.

Häufige Fragen

FAQ zum Golden Profiler of Personality

Häufige Fragen zur Anwendung, Methodik und Aussagekraft des GPOP.

Was ist der Golden Profiler of Personality?

Der GPOP ist ein wissenschaftlich validiertes Persönlichkeitsverfahren, das den MBTI mit dem Big-Five-Modell verbindet. Er nutzt ein kontinuierliches Messmodell statt binärer Typen und ergänzt MBTI um die Dimension der emotionalen Stabilität.

Welche Dimensionen misst der GPOP?

Er misst fünf Bereiche: Extraversion, Intuition, Denken, Organisation und emotionale Stabilität (Tense–Calm). Jede Dimension wird durch mehrere Facetten differenziert. Die fünfte Dimension ist der entscheidende Zugewinn gegenüber dem MBTI.

Worin unterscheidet sich der GPOP vom MBTI?

Der GPOP enthält eine zusätzliche Dimension („Tense–Calm") und bietet eine validierte, differenziertere Analyse. Zudem ist das Messmodell kontinuierlich (statt binär wie beim MBTI), und es werden individuelle Ausprägungen sowie Facetten ausgewiesen.

Wie lange dauert der GPOP-Test?

Der Test umfasst etwa 116 Fragen und dauert rund 20–30 Minuten. Die anschließende Coaching-Auswertung übersetzt die Ergebnisse in konkrete Handlungsempfehlungen.

Wofür wird der GPOP eingesetzt?

Zur Führungskräfteentwicklung, Teamanalyse, Kommunikationstraining und Coaching. Speziell wertvoll, wenn die Stress-Resilienz-Komponente relevant ist – etwa bei Hochrisiko- oder Hochbelastungsrollen.

Wie werden die Ergebnisse dargestellt?

Die Ergebnisse werden grafisch und textlich ausgewertet und in einem strukturierten Profilbericht zusammengefasst. Neben dem typologischen Code (z. B. INTJ) erhalten Sie individuelle Ausprägungswerte pro Dimension und detaillierte Facetten-Analysen.

Ist der GPOP wissenschaftlich fundiert?

Ja, er wurde empirisch validiert und gilt als wissenschaftlich robustes Persönlichkeitsverfahren. Die deutsche Adaption durch das Bochumer Team um Hossiep (auch Entwickler des BIP) sichert die methodische Qualität auch im deutschsprachigen Raum.

Für wen eignet sich der GPOP?

Für Fach- und Führungskräfte, Coaches und Organisationen, die Persönlichkeitsunterschiede verstehen und nutzen möchten. Besonders wertvoll für alle, denen MBTI zu oberflächlich und reine Big-Five-Verfahren zu abstrakt sind.

Kann der GPOP die Eignungsdiagnostik ersetzen?

Nein. Für Eignungsdiagnostik nach DIN 33430 sind Verfahren wie NEO-PI-R und BIP die richtige Wahl. Der GPOP ist eine wertvolle Ergänzung in Coaching und Führungsentwicklung.

Unsere professionellen Testverfahren

Unsere professionellen Testverfahren & Konditionen

Für tragfähige Karriere- und Personalentscheidungen setzen wir im Profiling Institut auf wissenschaftlich validierte Hauptverfahren – das GPOP-Denken fließt in Coaching und Beratung ein.

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Quellen & weiterführende Literatur

  • Jung, C. G. (1921). Psychologische Typen. Rascher Verlag.
  • Myers, I. B., & McCaulley, M. H. (1985). Manual: A Guide to the Development and Use of the Myers-Briggs Type Indicator. Consulting Psychologists Press.
  • Costa, P. T. Jr., & McCrae, R. R. (1992). Revised NEO Personality Inventory (NEO-PI-R) and NEO Five-Factor Inventory (NEO-FFI) Professional Manual. Psychological Assessment Resources.
  • Hossiep, R., & Bloemers, W. (2003ff.). Golden Profiler of Personality (GPOP) – Manual. Hogrefe Verlag, Göttingen.
  • DIN Deutsches Institut für Normung (Hrsg.). DIN 33430: Anforderungen an Verfahren und deren Einsatz bei berufsbezogenen Eignungsbeurteilungen.