KI & Beruf

Welche Berufe ersetzt KI?

Eine ehrliche Einordnung mit Daten – und warum die richtige Frage nicht „welcher Beruf?“, sondern „welche Aufgaben?“ lautet.

Aktualisiert: August 2026 · Datenbasis: WEF Future of Jobs 2025, IAB

Welche Berufe ersetzt KI: Team analysiert Taetigkeiten mit KI-Unterstuetzung
Kurz & klar

Künstliche Intelligenz ersetzt selten ganze Berufe – sie übernimmt einzelne Aufgaben. Am stärksten betroffen sind Tätigkeiten, die routinehaft, regelbasiert und digital sind: Dateneingabe, einfache Sachbearbeitung, Standard-Buchhaltung oder einfache Übersetzungen. Am wenigsten betroffen sind Tätigkeiten mit viel Menschenkontakt, Urteilskraft, Kreativität oder Handarbeit.

Berufe verschwinden nicht – Aufgaben verschieben sich

Die Frage „Welchen Beruf ersetzt KI?“ führt fast immer in die Irre. Denn ein Beruf ist ein Bündel sehr unterschiedlicher Tätigkeiten – und KI ist in manchen davon stark, in anderen schwach. Die Automatisierungsforschung arbeitet deshalb seit Jahren aufgabenbasiert: Sie fragt nicht, ob ein Beruf ersetzbar ist, sondern welcher Anteil seiner Tätigkeiten es heute potenziell wäre.

Die Forscherinnen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bringen es auf den Punkt: Berufe mit hohem Automatisierungspotenzial verschwinden meist nicht – sie geraten unter Anpassungsdruck und verlangen künftig andere Fähigkeiten. Genau hier entscheidet sich, wer den Wandel mitgestaltet – ein zentrales Thema jeder beruflichen Neuorientierung.

170 Mio.neue Jobs weltweit bis 2030 (WEF)
92 Mio.verschwindende Jobs im selben Zeitraum (WEF)
13,0 Mio.Beschäftigte in Deutschland in Berufen, deren Kerntätigkeiten zu über 70 % automatisierbar wären (IAB, 2022)

Die Zahlen: Was die Studien zeigen

Das Weltwirtschaftsforum erwartet bis 2030 eine Verschiebung von rund 22 % aller Jobs. Den steilsten Rückgang prognostiziert es für kaufmännische und administrative Rollen – etwa Dateneingabe, einfache Sachbearbeitung, Bank- und Kassentätigkeiten sowie Buchhaltungs- und Lohnabrechnungsaufgaben. Den stärksten Zuwachs verzeichnen technologie- und nachhaltigkeitsnahe Rollen sowie, in absoluten Zahlen, versorgungsnahe Berufe wie Pflege und Bauhandwerk.

Für Deutschland liefert das IAB mit dem Substituierbarkeitspotenzial die genaueste Linse – der Anteil der Tätigkeiten eines Berufs, der schon heute potenziell von Computern erledigt werden könnte (Stand 2022):

AnforderungsniveauSubstituierbarkeitspotenzialBeispiele
Fachkraftberufe≈ 62 %kaufmännische Sachbearbeitung, Fertigung
Helferberufe≈ 57 %einfache Verwaltung, einfache Produktion
Spezialistenberufe≈ 50 %Meister, Techniker, Bachelor-Rollen
Expertenberufe≈ 36 %akademische Fach- und Führungsrollen

Bemerkenswert ist der jüngste Trend: Mit generativer KI steigt das Potenzial inzwischen auch in höher qualifizierten Berufen spürbar an – die alte Faustregel „je höher der Abschluss, desto sicher“ trägt nicht mehr uneingeschränkt. Trotzdem bleibt das Gefälle deutlich: Routinelastige Tätigkeiten sind weit stärker betroffen als urteils- und beziehungsintensive.

47 %, 42 %, 12 % – warum die Prognosen so weit auseinandergehen

Wer nach den Folgen von KI für Berufe sucht, findet Zahlen, die sich um den Faktor vier unterscheiden. Das liegt nicht an widersprüchlichen Daten, sondern an zwei grundverschiedenen Messweisen – und wer das nicht kennt, lässt sich von der jeweils größten Zahl in der Überschrift steuern.

Der berufsbasierte Ansatz bewertet ganze Berufe: Er fragt, ob ein Beruf als Ganzes automatisierbar ist. Frey und Osborne kamen so 2013 für die USA auf 47 % – die Zahl, die bis heute durch Schlagzeilen wandert. Überträgt man ihr Verfahren auf Deutschland, ergeben sich 42 %.

Der aufgabenbasierte Ansatz zerlegt jeden Beruf in seine Tätigkeiten. Er berücksichtigt, dass eine Sachbearbeiterin nicht nur Daten erfasst, sondern auch Ausnahmen klärt, mit Kunden spricht und Entscheidungen begründet. Dieselbe Forschungsgruppe kommt mit dieser Methode für Deutschland auf 12 %, im OECD-Vergleich auf 6 % bis 12 %.

Warum die Prognosen auseinandergehenFrey/Osborne 2013, USAberufsbasiert47 %ZEW 2015, Deutschlandberufsbasiert42 %OECD 2016, Deutschlandaufgabenbasiert12 %IAB 2022, Deutschlandaufgabenbasiert38 %
Dieselbe Frage, vier Antworten. Der Unterschied liegt nicht in den Daten, sondern in der Messweise: berufsbasiert bewertet ganze Berufe, aufgabenbasiert einzelne Tätigkeiten. Die beiden aufgabenbasierten Werte sind zudem unterschiedlich definiert – siehe Tabelle.
StudieRaumMethodeWertWas der Wert misst
Frey/Osborne 2013USAberufsbasiert47 %Anteil Beschäftigter in Berufen, die als Ganzes als automatisierbar gelten
ZEW 2015Deutschlandberufsbasiert42 %dasselbe Verfahren, auf deutsche Berufe übertragen
OECD 2016Deutschlandaufgabenbasiert12 %Anteil Arbeitsplätze, bei denen über 70 % der Tätigkeiten automatisierbar sind
OECD 201621 Länderaufgabenbasiert6–12 %Korea am unteren, Deutschland und Österreich am oberen Ende
IAB 2022Deutschlandaufgabenbasiert38 %Anteil Beschäftigter in Berufen mit über 70 % automatisierbaren Kerntätigkeiten

Auch die beiden aufgabenbasierten Werte sind nicht dasselbe: Die OECD bewertet einzelne Arbeitsplätze samt individueller Aufgabenmischung, das IAB bewertet Berufe anhand ihrer Kerntätigkeiten laut Berufsdatenbank. Wer beides gegeneinanderstellt, vergleicht Menschen mit Berufsbildern.

Der Unterschied ist keine Feinheit, sondern der Kern der Sache. Innerhalb eines Berufs sind nicht alle Tätigkeiten gleich automatisierbar; die sozial-interaktiven Anteile fallen bei der Klassifikation ganzer Berufe unter den Tisch. Genau daraus entsteht die systematische Überschätzung, die die 47-Prozent-Zahl bis heute transportiert.

Merke: Keine dieser Zahlen sagt, wie viele Menschen ihre Arbeit verlieren. Alle sagen, wie viel technisch möglich wäre. Zwischen beidem liegen die fünf Bremsen weiter unten auf dieser Seite.

Das Gefälle kehrt sich um: Wer jetzt aufholt

Lange galt die Faustregel: je höher die Qualifikation, desto sicherer der Beruf. Zwischen 2019 und 2022 hat sich das gedreht. Die Helferberufe sind als einzige Gruppe leicht gesunken – dort war die Automatisierung größtenteils schon ausgereizt. Am stärksten gestiegen sind ausgerechnet die Expertenberufe.

Das Gefälle kehrt sich umHelferberufe57,1 %−1,8 PPFachkraftberufe61,6 %+3,5 PPSpezialistenberufe49,7 %+5,1 PPExpertenberufe35,8 %+9,7 PPSubstituierbarkeitspotenzial 2022seit 2019
Die Helferberufe sind als einzige Gruppe leicht gesunken – dort war das Potenzial weitgehend ausgereizt. Am stärksten gestiegen sind die Expertenberufe, also akademische Fach- und Führungsrollen.

Der Grund liegt in der Natur generativer KI. Klassische Software automatisierte, was sich in Regeln fassen lässt: Rechenwege, Formulare, feste Abläufe. Sprachmodelle automatisieren, was sich in Texten, Daten und Standardanalysen bearbeiten lässt – und das ist die Kernwährung qualifizierter Büroarbeit. Den stärksten Anstieg verzeichnen laut IAB deshalb die IT- und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufe.

Am anderen Ende bleibt das Bild stabil: Fertigungsberufe liegen bei 74,8 %, Reinigungsberufe bei 68,0 %, soziale und kulturelle Dienstleistungsberufe bei 26,5 % – dem niedrigsten Wert aller Berufssegmente. In der Summe arbeiteten 2022 rund 13,0 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Berufen mit hohem Substituierbarkeitspotenzial; 2013 waren es 4,41 Millionen.

Welche Berufe sind wie stark betroffen?

Die folgende Einordnung bezieht sich auf das heutige Aufgabenprofil, nicht auf ein Verschwinden der Berufe. Sie ist eine Orientierung, keine Prognose für einen konkreten Arbeitsplatz.

Hohe Exposition

Überwiegend routinehafte, daten- und regelbasierte Tätigkeiten – hier übernimmt KI schon heute große Teile.

  • Dateneingabe & Datenerfassung
  • Einfache Sachbearbeitung
  • Standard-Buchhaltung & Lohnabrechnung
  • Bank- & Kassentätigkeiten
  • Einfache Übersetzung & Korrektorat
  • Standard-Callcenter
Mittlere Exposition

Gemischte Profile: Routineanteile werden automatisiert, der Kern der Rolle verschiebt sich Richtung Steuerung, Interpretation und Qualitätssicherung.

  • Kaufmännische Sachbearbeitung
  • Marketing- & Content-Erstellung
  • Software-Entwicklung (Routinecode)
  • Steuer- & Rechtsrecherche
  • Grafik- & Mediendesign
  • Standard-Journalismus
Niedrige Exposition

Viel Menschenkontakt, Urteilskraft, Handarbeit oder hohe Verantwortung – schwer automatisierbar und oft durch Demografie und Energiewende zusätzlich nachgefragt.

  • Pflege & Therapie
  • Erziehung & Lehre
  • Handwerk (Montage, Reparatur vor Ort)
  • Medizinische Behandlung
  • Beratung, Führung & Verhandlung
  • Soziale Arbeit

Konkrete Berufsprofile zu diesen Mustern finden Sie im Berufsbilder-Lexikon. Hoch exponiert sind dort etwa SEO- und Online-Marketing-Manager und Industriekaufleute; im mittleren Bereich liegen Marketing Manager, Grafik-Designer und Journalisten; niedrig exponiert sind Pflegefachkräfte, Ärzte, Erzieher und Physiotherapeuten. Die vollständige Bewertung nach vier Dimensionen steht in der Zukunftsmatrix für 70 Berufe.

Diese 20 Berufe trifft es am stärksten

Die Kategorien oben zeigen das Muster – hier stehen die Berufe mit Namen und Wert. Grundlage ist unser Automatisierbarkeits-Check: Für 478 Berufe wurden die Kerntätigkeiten auf drei Stufen eingeordnet (weitgehend automatisierbar, teilweise KI-assistiert, bleibt menschlich) und nach ihrem typischen Zeitanteil gewichtet. Der Prozentwert ist der gewichtete Anteil automatisierbarer Arbeitszeit, nicht die Wahrscheinlichkeit, dass der Beruf verschwindet. Der Durchschnitt über alle 478 Berufe liegt bei 44 %.

Berufe mit dem höchsten Anteil automatisierbarer Arbeitszeit
BerufBereichAutomatisierbar
Produktionshelfer/in / Maschinenbediener/inHandwerk & Produktion83 %
Technische/r Zeichner/in / CADTechnik & Ingenieurwesen82 %
Lagerist/in / Fachkraft LagerlogistikLogistik & Verkehr82 %
Bürokaufmann/-frauBüro, Finanzen & Verwaltung81 %
Buchhalter/inBüro, Finanzen & Verwaltung79 %
Call-Center-Agent / KundenserviceHandel, Vertrieb & Marketing78 %
Sachbearbeiter/in (allgemein)Büro, Finanzen & Verwaltung75 %
Steuerfachangestellte/rBüro, Finanzen & Verwaltung70 %
Versicherungskaufmann/-frauBüro, Finanzen & Verwaltung66 %
Disponent/inLogistik & Verkehr65 %
Bankkaufmann/-frauBüro, Finanzen & Verwaltung61 %
Personalsachbearbeiter/in (HR)Büro, Finanzen & Verwaltung61 %
Online-Marketing-/SEO-Manager/inHandel, Vertrieb & Marketing59 %
IT-Systemadministrator/inIT & Digitalisierung58 %
Bäcker/inHandwerk & Produktion58 %
Fachinformatiker/in SystemintegrationIT & Digitalisierung56 %
Webdesigner/inIT & Digitalisierung56 %
Controller/inBüro, Finanzen & Verwaltung53 %
Industriemechaniker/inHandwerk & Produktion53 %
Übersetzer/in / Dolmetscher/inRecht, Medien & Beratung52 %

Ein Klick auf einen Beruf öffnet ihn direkt im Check – dort sehen Sie, welche einzelnen Tätigkeiten den Wert ausmachen und welche menschlich bleiben.

Welche Berufe werden nicht durch KI ersetzt? Die zehn robustesten

Berufe mit dem geringsten Anteil automatisierbarer Arbeitszeit
BerufBereichAutomatisierbar
Friseur/inHandwerk & Produktion17 %
Erzieher/inBildung & Soziales17 %
Anlagenmechaniker/in SHKHandwerk & Produktion20 %
Lehrer/inBildung & Soziales20 %
HebammeGesundheit & Pflege20 %
Altenpfleger/inGesundheit & Pflege20 %
Maurer/inHandwerk & Produktion21 %
Elektroniker/in (Energie-/Gebäudetechnik)Handwerk & Produktion21 %
Physiotherapeut/inGesundheit & Pflege21 %
Maler/in und Lackierer/inHandwerk & Produktion22 %

Auffällig: Ganz unten stehen fast ausschließlich Berufe, in denen am Menschen oder mit den Händen in wechselnder Umgebung gearbeitet wird. Welche Felder darüber hinaus vom Wandel profitieren, zeigen die KI-sicheren Berufe.

Welche Berufe werden nicht durch KI ersetzt?

Kurze Antwort

Kein Beruf in dieser Auswertung liegt bei null – und keiner bei hundert. Aber in gut einem Fünftel der 478 untersuchten Berufe sind weniger als 30 % der Kerntätigkeiten automatisierbar. Dort verschwindet nicht der Beruf, sondern höchstens ein Arbeitsschritt. Drei Eigenschaften schützen: Arbeit am Menschen, Arbeit mit den Händen in wechselnder Umgebung und Verantwortung, die eine Person tragen muss.

Die drei Schutzfaktoren sind keine Meinung, sie folgen aus der Methodik. Automatisierbar ist eine Tätigkeit dann, wenn sie sich vollständig beschreiben lässt – gleiche Eingabe, gleiche erwartete Ausgabe, dokumentierte Regeln. Genau daran scheitern diese drei Muster.

Arbeit am Menschen. Ein Kind zu trösten, eine Diagnose zu vermitteln oder eine Bewegung zu korrigieren setzt voraus, dass jemand die Situation liest und darauf reagiert. Sprachmodelle können den Text dazu formulieren; die Beziehung, in der er wirkt, entsteht dabei nicht.

Handarbeit in wechselnder Umgebung. Ein Industrieroboter beherrscht eine Bewegung millionenfach am immer gleichen Ort. Ein Dach ist jedes Mal anders geneigt, ein Altbaurohr sitzt nie da, wo es im Plan steht. Die Robotik scheitert hier nicht am Greifen, sondern an der Unordnung.

Zurechenbare Verantwortung. Wo eine Entscheidung haftungsrelevant ist, verlangt der Gesetzgeber eine natürliche oder juristische Person, die sie unterschreibt. Das ist kein technisches, sondern ein rechtliches Hindernis – und es verschwindet nicht dadurch, dass die Technik besser wird.

BerufFeldautomatisierbare Kerntätigkeiten
Erzieher/inBildung & Betreuung17 %
Friseur/inHandwerk & Dienstleistung17 %
HebammeGesundheit & Pflege20 %
Lehrer/inBildung20 %
Anlagenmechaniker/in SHKHandwerk & Bau20 %
Physiotherapeut/inGesundheit & Pflege21 %
Heilerziehungspfleger/inSoziales21 %
Koch/KöchinGastronomie24 %
Pflegefachfrau / PflegefachmannGesundheit & Pflege25 %
Tischler/inHandwerk & Bau26 %
Psychologe/inBeratung & Diagnostik28 %
Dachdecker/inHandwerk & Bau33 %

Werte aus unserer Auswertung von 478 Berufen auf Tätigkeitsebene, gewichtet nach Zeitanteilen. Den eigenen Beruf finden Sie im Automatisierbarkeits-Check.

Eine Einschränkung, die in den Listen meist fehlt: „wird nicht ersetzt“ heißt nicht „bleibt, wie es ist“. In fast jedem dieser Berufe übernimmt Software bereits Dokumentation, Planung und Abrechnung. Das verändert den Arbeitsalltag spürbar, oft zugunsten der eigentlichen Tätigkeit. Wer wissen will, welche Felder darüber hinaus vom Wandel profitieren, findet die ausführliche Analyse unter KI-sichere Berufe. Und ob ein Beruf zu Ihnen passt, ist eine andere Frage als die, ob er sicher ist – dazu weiter unten mehr.

Die Trennlinie verläuft mitten durch die Kanzlei

Der wichtigste Befund

Wer „Ersetzt KI den Steuerberater?“ fragt, fragt nach der falschen Person. Für Steuerberaterinnen und Steuerberater sind 26 % der Kerntätigkeiten automatisierbar, für Steuerfachangestellte 70 %. Gleiches Büro, gleiche Akte, 44 Prozentpunkte Unterschied. Betroffen ist nicht, wer unterschreibt – sondern wer zuarbeitet.

entscheidet und haftetWertarbeitet zuWertDifferenz
Steuerberater/in26 %Steuerfachangestellte/r70 %44
Notar/in26 %Notarfachangestellte/r74 %48
Rechtsanwalt/-anwältin33 %Rechtsanwaltsfachangestellte/r74 %41
Controller/in53 %Buchhalter/in79 %26

Eigene Auswertung von 478 Berufen auf Tätigkeitsebene. Die Differenz ist in Prozentpunkten angegeben.

Der Grund ist kein technischer, sondern ein rechtlicher. Wer eine Steuererklärung unterschreibt, eine Urkunde beurkundet oder ein Mandat führt, haftet dafür persönlich. Diese Verantwortung lässt sich nicht an ein Modell delegieren, solange der Gesetzgeber eine Person verlangt, die sie trägt. Die Arbeit davor – Belege erfassen, Fristen überwachen, Schriftsätze vorbereiten, Daten abgleichen – ist dagegen genau das, wofür Software gebaut wurde.

Praktisch heißt das zweierlei. Für die akademischen Beratungsberufe verschiebt sich der Arbeitsinhalt: weniger Zuarbeit im Haus, mehr Prüfung, Beratung und Entscheidung. Für die assistierenden Berufe stellt sich die Frage schärfer – und sie wird selten gestellt, weil die öffentliche Debatte sich an den Titeln orientiert, nicht an den Tätigkeiten. Wer heute eine Ausbildung in diesem Feld beginnt, sollte den Weg zur Kammerprüfung von Anfang an mitdenken.

Dasselbe Muster zeigt sich außerhalb der Kanzlei: Richter, Staatsanwaltschaft und Notariat liegen bei je 26 %, allgemeine Sachbearbeitung bei 75 % und Verwaltungsfachangestellte bei 64 %. Nicht der Bildungsweg entscheidet, sondern ob am Ende jemand unterschreibt.

Branche für Branche: was tatsächlich passiert

Die Kategorien weiter oben beschreiben Tätigkeitstypen. In der Praxis erleben Beschäftigte den Wandel aber branchenspezifisch – hier die Muster, die sich in den Daten und in unseren Beratungsgesprächen am deutlichsten zeigen.

Öffentliche Verwaltung

Automatisiert wird: Antragsprüfung nach festen Regeln, Bescheiderstellung, Aktenrecherche. Es bleibt: Ermessensentscheidungen, Widerspruchsverfahren, Bürgerkontakt in schwierigen Fällen. Neu: Prüfen automatisiert erzeugter Bescheide, Datenpflege, Begründungspflicht gegenüber Betroffenen.

Handel und Vertrieb

Automatisiert wird: Standardanfragen, Angebotserstellung, Bestandsdisposition, Erstkontakt. Es bleibt: Verhandlung, Beziehungsaufbau, komplexe Lösungsverkäufe. Neu: Steuerung der Systeme, die den Erstkontakt führen – und die Verantwortung für das, was sie dem Kunden zusagen.

Industrie und Produktion

Automatisiert wird: Qualitätsprüfung per Bilderkennung, Planung, Instandhaltungsvorhersage. Es bleibt: Rüsten, Störungsbehebung, Arbeit an der Anlage. Neu: Umgang mit Systemen, die Ausfälle vorhersagen – und die Entscheidung, wann man ihnen folgt. Fertigungsberufe tragen mit 74,8 % das höchste Potenzial aller Segmente.

Gesundheit und Pflege

Automatisiert wird: Dokumentation, Befundvorbefundung, Abrechnung, Dienstplanung. Es bleibt: praktisch die gesamte Arbeit am Menschen. Neu: Bewertung maschineller Befundvorschläge. Das Segment gehört mit dem Fachkräftemangel zu den wenigen, in denen KI den Bedarf eher entlastet als senkt.

Bildung

Automatisiert wird: Materialerstellung, Korrektur von Standardaufgaben, Verwaltung. Es bleibt: Beziehung, Motivation, Diagnose von Lernständen, Klassenführung. Neu: Bewerten, was Lernende mit KI erstellt haben – eine Aufgabe, für die es noch kaum etablierte Verfahren gibt.

IT und Software

Automatisiert wird: Routinecode, Tests, Dokumentation, First-Level-Support. Es bleibt: Architektur, Sicherheit, Anforderungsklärung. Neu: Review maschinell erzeugten Codes. Ausgerechnet dieses Segment verzeichnet laut IAB seit 2019 den stärksten Anstieg des Substituierbarkeitspotenzials.

Wie viele Arbeitsplätze fallen wirklich weg?

Die meistgenannte Zahl stammt vom Weltwirtschaftsforum: Bis 2030 sollen weltweit rund 92 Millionen Stellen wegfallen und 170 Millionen neu entstehen – unterm Strich also ein Plus von etwa 78 Millionen. Für Deutschland rechnet das IAB nicht mit einem Beschäftigungseinbruch, sondern mit einer Umschichtung: Tätigkeiten wandern zwischen Berufen, und der Bedarf verschiebt sich von der Ausführung zur Steuerung.

Wichtig für die Einordnung: Ein hohes Substituierbarkeitspotenzial beschreibt, was technisch möglich wäre – nicht, was betriebswirtschaftlich sinnvoll oder rechtlich zulässig ist. Zwischen technischer Machbarkeit und tatsächlicher Einführung liegen regelmäßig Jahre, oft Jahrzehnte. Der Wert ist deshalb ein Frühwarnsignal für Weiterentwicklung, keine Kündigungsprognose.

Wann trifft es wen? Drei Zeithorizonte

Die meisten Listen nennen betroffene Berufe, aber keinen Zeitpunkt. Das IAB hat 2025 ein Szenario über 15 Jahre gerechnet – und darin sieht die Kurve anders aus, als die Schlagzeilen vermuten lassen.

Wann trifft es wen?heute bis ~2028EinführungBedarf steigtab Jahr 5Effizienzrund −100.00015-Jahres-SichtUmschichtung1,6 Mio. betroffen
Das 15-Jahres-Szenario des IAB: Erst steigt der Arbeitskräftebedarf, dann schlagen die Effizienzgewinne durch, am Ende steht ein Beschäftigungsniveau wie ohne KI – aber mit 1,6 Millionen vom Strukturwandel betroffenen Arbeitsplätzen.
Heute bis etwa 2028
Der Engpass ist die Verbreitung, nicht die Technik: 2023 nutzten rund 13 % der Unternehmen in Deutschland KI-Technologien, 2024 bereits 27 % – eine Verdopplung in einem Jahr. In dieser Phase steigt der Arbeitskräftebedarf laut IAB-Szenario auf allen Qualifikationsebenen zunächst an: Systeme müssen eingeführt, Daten aufbereitet, Prozesse umgebaut werden.
Ab etwa dem fünften Jahr
Jetzt schlagen die Effizienzgewinne durch. Das Szenario rechnet mit rund 100.000 Arbeitsplätzen weniger als im Vergleichsfall ohne KI. Am stärksten betroffen sind in dieser Phase Spezialistentätigkeiten – Meister-, Techniker- und Bachelor-Rollen.
Im 15-Jahres-Horizont
Das Beschäftigungsniveau liegt wieder etwa dort, wo es ohne KI läge. Aber rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze sind vom Strukturwandel betroffen, also in andere Branchen und Tätigkeiten verschoben. IT- und Informationsdienstleister gewinnen etwa 110.000 Stellen, Unternehmensdienstleistungen verlieren etwa 120.000.

Die Zahl, die zählt, ist deshalb nicht „wie viele Jobs verschwinden“, sondern „wie viele Menschen müssen etwas anderes tun“. Und die liegt im Szenario bei 1,6 Millionen – verteilt über 15 Jahre, aber nicht gleichmäßig über die Branchen.

Fünf Bremsen zwischen „technisch möglich“ und „wird gemacht“

Jeder Substituierbarkeitswert beschreibt ein Potenzial. Das IAB formuliert die Einschränkung selbst sehr nüchtern: Solche Potenziale werden keineswegs immer und vor allem nicht sofort ausgeschöpft. Dazwischen stehen fünf Bremsen, die in keiner Prognose auftauchen – und die den Unterschied zwischen einem Wert von 80 % und einem tatsächlich veränderten Arbeitsplatz ausmachen.

1

Haftung und Recht

Wo eine Entscheidung begründet und verantwortet werden muss, bleibt ein Mensch in der Kette. Die EU-KI-Verordnung verlangt für Hochrisiko-Anwendungen ausdrücklich menschliche Aufsicht.

2

Wirtschaftlichkeit

Technisch möglich heißt nicht bezahlbar. Bei kleinen Stückzahlen, wechselnden Anforderungen und viel Ausnahmebehandlung ist Automatisierung oft teurer als die Arbeitskraft, die sie ersetzen soll.

3

Datenlage

Modelle brauchen Daten in einer Qualität und Menge, die viele Betriebe schlicht nicht haben. Wo Wissen in Köpfen und Zetteln steckt, läuft die beste Technik ins Leere.

4

Mitbestimmung

Bei technischen Einrichtungen, die Verhalten oder Leistung erfassen können, hat der Betriebsrat ein echtes Mitbestimmungsrecht. Das verhindert Einführungen selten, verlangsamt sie aber spürbar.

5

Akzeptanz

Patientinnen, Mandanten und Kunden akzeptieren nicht überall eine Maschine. Gerade dort, wo Vertrauen Teil der Leistung ist, bleibt der Mensch aus Marktgründen im Prozess.

Rechtliche Hinweise dienen der Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Rechtsstand: August 2026.

Welche Berufe wird es in zehn Jahren nicht mehr geben?

Diese Frage wird häufiger gestellt als jede andere zum Thema – und sie hat eine unbequeme Antwort: Fast alle Berufe, die es heute gibt, wird es in zehn Jahren noch geben. Nur werden sie anderes tun.

Der Blick zurück zeigt das Muster. Berufe wie Schriftsetzer, Stenotypistin oder Telefonistin sind nicht verschwunden, weil ihre Aufgabe unwichtig geworden wäre – Texte werden mehr gesetzt als je zuvor, es wird mehr telefoniert und mehr diktiert. Verschwunden ist der Zuschnitt: Die Tätigkeit wanderte in andere Rollen, in Software und zu den Endnutzern selbst. Übrig blieb der anspruchsvolle Rest, der einen neuen Namen bekam.

Genau das misst das IAB. Zwischen 2019 und 2022 sind rund 40 Berufe aus der Berufeliste gefallen – „in den meisten Fällen, weil sich das Aufgabengebiet so stark verändert hat“. Kein einziger davon ist verschwunden, weil niemand die Arbeit mehr brauchte.

Die brauchbarere Frage lautet deshalb nicht „Gibt es meinen Beruf in zehn Jahren noch?“, sondern: Welcher Teil meiner heutigen Woche ist in zehn Jahren noch meine Aufgabe – und womit fülle ich den Rest? Auf die erste Frage antwortet eine Prognose. Auf die zweite antwortet ein Blick auf das eigene Tätigkeitsprofil.

Wer trotzdem eine Liste sucht: Am realistischsten ist das Verschwinden dort, wo eine Rolle nur aus einer einzigen automatisierbaren Tätigkeit besteht – reine Dateneingabe, reines Korrektorat, reine Standard-Terminvergabe. Sobald eine Rolle drei oder vier verschiedene Tätigkeiten bündelt, von denen eine Menschenkontakt oder Urteil verlangt, überlebt sie den Wandel in veränderter Form. Das ist bei den allermeisten Berufen der Fall.

Was Sie jetzt konkret tun können

  1. Tätigkeiten statt Berufstitel ansehen. Zerlegen Sie Ihre Woche in fünf bis acht Kerntätigkeiten und fragen Sie bei jeder: Routine oder Urteil? Der Automatisierbarkeits-Check macht genau das für Ihren Beruf und lässt sich auf Ihr persönliches Profil anpassen.
  2. Den automatisierbaren Anteil aktiv abgeben. Wer die Routine selbst automatisiert, statt sie zu verteidigen, gewinnt Zeit für den Teil der Arbeit, der nicht ersetzbar ist – und wird zur Person, die den Wandel im Team steuert.
  3. In die menschlichen Engpässe investieren. Urteilskraft, Verantwortung, Beziehungsaufbau und der Umgang mit neuartigen Problemen sind die Kompetenzen, die in allen Modellen robust bleiben.

Was KI gut kann – und was (noch) nicht

Stark in …

  • Mustererkennung in großen Datenmengen
  • Texte, Code & Bilder nach Vorgabe erzeugen
  • standardisierte, wiederholbare Abläufe
  • Recherche & Zusammenfassung
  • Erste Entwürfe in Sekunden

Schwach in …

  • echtem Beziehungsaufbau & Vertrauen
  • Verantwortung & ethischem Abwägen
  • neuartigen Problemen ohne Vorlage
  • feiner Handarbeit in unklarer Umgebung
  • Kontext, Taktgefühl & Urteilskraft

Die zweite Spalte ist kein Zufall: Es sind genau die menschlichen Engpässe, die die Automatisierungsforschung seit Frey und Osborne (2013) beschreibt – soziale Intelligenz, kreative Intelligenz und Wahrnehmung samt Geschick. Wer seine Stärken hier ausbaut und KI als Werkzeug nutzt, macht sich weitgehend unabhängig vom reinen Routinerisiko.

Die andere Seite: welche Tätigkeiten KI erzeugt

Zwischen 2019 und 2022 sind rund 40 Berufe aus der Berufeliste des IAB verschwunden – in den meisten Fällen nicht, weil es die Arbeit nicht mehr gäbe, sondern weil sich das Aufgabengebiet so stark verändert hat, dass ein neuer Zuschnitt entstanden ist. Im selben Zeitraum kamen über 280 Berufe neu hinzu, darunter KI-Manager und Ethical Hacker, dazu rund 100 neue Kerntätigkeiten – überwiegend digitale.

Wichtiger als die neuen Berufsbezeichnungen sind aber die neuen Aufgaben in bestehenden Rollen. Sie tauchen in keiner Risikoliste auf, weil sie keinen eigenen Berufsnamen haben:

Neu im Arbeitsalltag

Aufgaben, die es vor der breiten KI-Nutzung so nicht gab – und die überwiegend dort entstehen, wo vorher die automatisierte Tätigkeit saß.

  • Prüfen und Freigeben statt Erstellen
  • Datenbestände kuratieren und pflegen
  • Plausibilitäts- und Fehlerkontrolle
  • Governance: wer darf welches System wofür nutzen
  • Übersetzen zwischen Fachbereich und Technik
  • Ergebnisse gegenüber Kunden verantworten

Das ist der Grund, warum ein hoher Automatisierungswert nicht automatisch weniger Arbeit bedeutet. Er bedeutet zuerst andere Arbeit – und meistens eine, die mehr Urteil und weniger Ausführung verlangt. Wer diesen Wechsel aktiv mitgeht, wird zur Person, die den Wandel im Team steuert. Wer ihn aussitzt, verliert die Aufgabe, ohne die neue zu bekommen.

Was die Listen nicht beantworten: die Passungsfrage

Jede Liste zu diesem Thema – auch diese – endet beim selben Rat: menschliche Stärken ausbauen. Der Rat ist richtig und bleibt trotzdem folgenlos, solange „Urteilskraft“, „Kreativität“ und „Empathie“ Schlagworte bleiben. Denn die entscheidende Frage lautet nicht, welche Kompetenzen allgemein robust sind, sondern welche davon bei Ihnen tatsächlich ausgeprägt sind.

In der Eignungsdiagnostik sind das keine Schlagworte, sondern messbare Konstrukte. Verfahren wie das Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung (BIP), das NEO-PI-R für die Big-Five-Dimensionen und das RIASEC-Modell für berufliche Interessen erfassen genau die Merkmale, die hinter den Schlagworten stehen: Belastbarkeit, Gewissenhaftigkeit, Offenheit für Erfahrungen, soziale Kompetenz, Handlungsorientierung. Und sie tun es normiert – also im Vergleich zu einer Stichprobe, nicht im Vergleich zur eigenen Selbsteinschätzung.

Der teuerste Fehler in dieser Debatte ist, vom Risikowert direkt auf die Umschulung zu schließen. Der Wert sagt etwas über den Beruf, nichts über die Person. Zwei Menschen im selben Beruf mit demselben Wert brauchen völlig verschiedene Wege: Der eine hat sein Feld nie gemocht und sollte wechseln; der andere ist am richtigen Platz und muss nur seine Aufgaben verschieben. Wer diesen Unterschied überspringt, finanziert eine Umschulung in den nächsten unpassenden Beruf.

Eine Anforderungsanalyse nach DIN 33430 dreht die Reihenfolge deshalb um: Erst wird das Profil erhoben, dann werden Berufsfelder gesucht, deren Anforderungen dazu passen – und erst am Ende wird geprüft, wie robust diese Felder gegen Automatisierung sind. Sicherheit ist damit ein Filter, kein Startpunkt. Genau in dieser Reihenfolge arbeitet die Orientierungsberatung: ein Beratungstag mit validierter Diagnostik, ein rund 25-seitiges Gutachten mit konkreten Berufsfeld-Empfehlungen und ein persönliches Nachgespräch. Wie sich das in den einzelnen Schritten einer Neuorientierung anordnet, beschreibt der Leitfaden zur beruflichen Neuorientierung im KI-Zeitalter.

Von der Zahl zur Entscheidung: die nächsten 90 Tage

Ein Risikowert ist ein Anlass, kein Plan. Vier Schritte machen daraus eine Entscheidung – und zwar in dieser Reihenfolge, weil jeder Schritt den nächsten erst beantwortbar macht. Wer vorab wissen will, worauf sich aufbauen lässt, beginnt mit einer Standortbestimmung Ihrer digitalen Kompetenzen.

Woche 1 bis 2
Die eigene Woche zerlegen. Fünf bis acht Kerntätigkeiten aufschreiben und jeder einen groben Zeitanteil geben. Dann bei jeder fragen: Routine oder Urteil? Regel oder Ausnahme? Am Bildschirm oder am Menschen? Das Ergebnis ist präziser als jeder Berufstitel – und die Grundlage für alles Weitere.
Woche 3 bis 4
Den automatisierbaren Teil selbst übernehmen. Wer die eigene Routine automatisiert, statt sie zu verteidigen, gewinnt zweierlei: Zeit für den nicht ersetzbaren Teil und die Rolle desjenigen, der den Wandel im Team steuert. Das ist der einzige Schritt, der sofort und ohne fremde Entscheidung funktioniert.
Monat 2
Das eigene Profil klären, nicht raten. Erst hier gehört die Frage hin, welche Stärken tatsächlich vorhanden sind – normiert erhoben, nicht selbst eingeschätzt. Ohne diesen Schritt wird der nächste zur Wette.
Monat 3
Den Weg wählen. Weiterbildung, wenn das Feld sich wandelt und bleibt. Umschulung, wenn es wegbricht. Quereinstieg, wenn ein anderes Feld besser passt. Diese Entscheidung hängt vom Zustand Ihres Feldes ab und von Ihrem Profil – beides muss vorher auf dem Tisch liegen.

Wird Ihr Beruf von KI ersetzt? Finden Sie es heraus.

Der KI-Risiko-Check schätzt in wenigen Minuten ein, wie stark Ihr Tätigkeitsprofil betroffen ist. Für die belastbare Antwort auf die wichtigere Frage – welcher Weg zu Ihren Stärken passt – ist unsere DIN-33430-Potenzialanalyse da.

Jan Bohlken, Gründer Profiling Institut Jan BohlkenDiplom-Sozioökonom · DIN 33430 · 25+ Jahre Eignungsdiagnostik & Executive Search

Ihr Beruf steht auf der Liste

Betroffen heißt noch lange nicht ersetzt

Zwischen „betroffen“ und „arbeitslos“ liegen mehrere Jahre und drei sehr unterschiedliche Wege: Weiterbildung, Umschulung oder Quereinstieg. Welcher davon für Sie infrage kommt, hängt nicht von der Prognose ab, sondern vom Zustand Ihres Feldes und von Ihrem Profil.

Häufige Fragen

Welche Berufe ersetzt KI zuerst?

Am schnellsten verändern sich Rollen mit hohem Routine- und Datenanteil: Dateneingabe, einfache Sachbearbeitung, Standard-Buchhaltung, Kommissionierung im Lager und einfache Übersetzung. In unserem Automatisierbarkeits-Check führen Produktionshelfer, technische Zeichner und Fachkräfte für Lagerlogistik die Liste an – dort ist der gewichtete Anteil automatisierbarer Arbeitszeit mit über 80 % am höchsten.

Wie viele Arbeitsplätze fallen durch KI weg?

Das Weltwirtschaftsforum erwartet bis 2030 weltweit rund 92 Millionen wegfallende und 170 Millionen neu entstehende Stellen. Für Deutschland rechnet das IAB nicht mit einem Einbruch der Beschäftigung, sondern mit einer Umschichtung zwischen Tätigkeiten und Berufen.

Welche Berufe sind sicher vor KI?

Vollständig sicher ist kein Beruf, aber sehr robust sind Tätigkeiten mit viel Menschenkontakt, Handarbeit in wechselnder Umgebung und hoher Verantwortung: Pflege, Therapie, Erziehung, Handwerk vor Ort, Medizin und soziale Arbeit. In unserem Check liegen Friseure, Erzieher und Anlagenmechaniker mit rund 20 % am unteren Ende.

Ersetzt KI auch handwerkliche Berufe?

Kaum. Automatisiert werden dort vor allem die Büroanteile – Aufmaß, Materialdisposition, Dokumentation. Montage, Fehlersuche und Reparatur in wechselnder Umgebung bleiben menschlich, und Energiewende wie Fachkräftemangel erhöhen die Nachfrage zusätzlich.

Welche Berufe wird es in zehn Jahren nicht mehr geben?

Ganze Berufe verschwinden selten und selten schnell. Wahrscheinlicher ist, dass Rollen ihren Zuschnitt ändern: Der Routineanteil schrumpft, Steuerungs-, Prüf- und Beratungsaufgaben wachsen. Berufsbezeichnungen bleiben oft bestehen, während sich der Arbeitsalltag dahinter deutlich wandelt.

Welcher Beruf wird als Erstes durch KI ersetzt?

Einzelne Berufe verschwinden selten vollständig. Am schnellsten verändern sich Rollen mit hohem Routine- und Datenanteil – etwa Dateneingabe, einfache Sachbearbeitung und Standard-Buchhaltung. Dort übernimmt KI heute schon viele Teilaufgaben.

Werden Akademiker auch betroffen sein?

Ja, zunehmend. Mit generativer KI steigt das Automatisierungspotenzial auch in höher qualifizierten Tätigkeiten – vor allem dort, wo viel mit Texten, Daten und Standardanalysen gearbeitet wird. Geschützt bleiben vor allem Urteils-, Verantwortungs- und Beziehungsaufgaben.

Bedeutet ein hohes Risiko, dass ich meinen Job verliere?

Nicht zwangsläufig. In den meisten Fällen verschieben sich die Aufgaben innerhalb der Rolle. Entscheidend ist, ob Sie KI aktiv nutzen und Ihre menschlichen Stärken ausbauen. Eine erste Einschätzung liefert der KI-Risiko-Check Ist mein Beruf automatisierbar?.

Wie finde ich heraus, ob mein eigener Beruf betroffen ist?

Zwei Wege: Der Automatisierbarkeits-Check zeigt für 478 Berufe den gewichteten Anteil automatisierbarer Arbeitszeit und lässt sich auf Ihr persönliches Tätigkeitsprofil anpassen. Der KI-Risiko-Check bewertet unabhängig vom Berufstitel Ihr konkretes Aufgabenprofil und liefert einen 90-Tage-Plan.

Wie bereite ich mich am besten vor?

Indem Sie Ihr individuelles Stärkenprofil kennen und gezielt in KI-komplementäre Kompetenzen investieren. In einer Potenzialanalyse ermitteln wir dieses Profil und leiten daraus konkrete, zu Ihnen passende Zukunftswege ab.

Datenbasis: World Economic Forum, Future of Jobs Report 2025; Dengler/Matthes, IAB – Substituierbarkeitspotenzial (Berechnungen für 2022); Frey & Osborne (2013). Die Risiko-Einordnung ist eine Orientierung auf Aufgabenebene, keine Prognose für einen konkreten Arbeitsplatz. Stand: August 2026.