Datenstand 2024 — BIBB-Datenbank DAZUBI, ausgewertet von KOFA/IW Köln

Ausbildungsabbruchquoten nach Beruf: die 20 Berufe mit den höchsten und niedrigsten Quoten

Zwischen dem Beruf mit der höchsten und dem mit der niedrigsten Quote liegen 45 Prozentpunkte. Im Sicherheitsgewerbe endet fast jeder zweite Ausbildungsvertrag vorzeitig, bei Industriekaufleuten nicht einmal jeder zwanzigste. Diese Seite zeigt beide Enden der Skala — und was die Zahl für die eigene Entscheidung bedeutet.

29,7 %Durchschnitt aller Berufe 2024
159.000gelöste Verträge im Jahr
49,5 %Höchstwert: Schutz und Sicherheit
4,5 %Bestwert: Industriekaufleute
Wichtig zum Verständnis der Zahlen

Die Lösungsquote ist keine Abbruchquote. Sie zählt jeden Ausbildungsvertrag, der vor der Abschlussprüfung endet — auch dann, wenn jemand nur den Betrieb wechselt oder in einen anderen Beruf umschwenkt und die Ausbildung fortsetzt. Mindestens die Hälfte der Betroffenen schließt danach einen neuen Ausbildungsvertrag ab. Ein echter Ausstieg aus der dualen Ausbildung ist die Ausnahme.

Auf einen Blick

Vertragslösungsquoten nach Ausbildungsberuf 2024 – die Kernfakten

Durchschnitt29,7 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse wurden 2024 vorzeitig gelöst – rund 159.000 Verträge.
SpitzenwertFachkraft für Schutz und Sicherheit mit 49,5 Prozent, gefolgt von Friseurinnen und Friseuren mit 49,0 Prozent.
BestwertIndustriekaufleute mit 4,5 Prozent, danach Bankkaufleute mit 11,0 Prozent.
Spannweite45 Prozentpunkte zwischen höchstem und niedrigstem Wert – der Durchschnitt sagt über den einzelnen Beruf wenig aus.
Was die Quote misstJeden vor der Abschlussprüfung beendeten Vertrag, einschließlich Betriebs- und Berufswechsel. Sie ist keine Abbruchquote.
Typisches Muster obenKörperlich fordernde Tätigkeiten, unregelmäßige Arbeitszeiten, Wochenenddienste, Gastgewerbe und Sicherheitsgewerbe.
Typisches Muster untenTechnisch-kaufmännische Berufe mit strukturierter Ausbildung, planbaren Zeiten und sichtbaren Aufstiegswegen.
Quelle und StandKOFA/IW Köln, KOFA Kompakt 2/2026 auf Basis der BIBB-Datenbank DAZUBI (Berufsbildungsstatistik), Datenjahr 2024; Stand dieser Seite: Oktober 2026
Dunkle Linie: Durchschnitt aller Berufe (29,7 %). Quelle: KOFA Kompakt 2/2026 auf Basis der BIBB-Berufsbildungsstatistik, Datenjahr 2024. Ein Klick auf den Beruf führt zum Berufsprofil.

Die Spannweite auf einen Blick

Zwischen dem Beruf mit der höchsten und dem mit der niedrigsten Lösungsquote liegen 45 Prozentpunkte. Die beiden Grafiken zeigen die zehn Berufe an beiden Enden im selben Maßstab.

Höchste Vertragslösungsquoten 2024
Fachkraft für Schutz und Sicherheit49,5 %
Friseurin / Friseur49,0 %
Berufskraftfahrerin / Berufskraftfahrer44,8 %
Fahrzeuglackiererin / Fahrzeuglackierer44,4 %
Dachdeckerin / Dachdecker43,1 %
Drogistin / Drogist43,0 %
Fachkraft Restaurants und Veranstaltungsgastronomie42,9 %
Hotelfachfrau / Hotelfachmann42,7 %
Verkäuferin / Verkäufer42,1 %
Fachfrau / Fachmann Systemgastronomie41,3 %
Schwarze Linie: Durchschnitt aller Berufe (29,7 %)
Niedrigste Vertragslösungsquoten 2024
Industriekauffrau / Industriekaufmann4,5 %
Bankkauffrau / Bankkaufmann11,0 %
Elektroniker/in für Automatisierungstechnik12,9 %
Chemikantin / Chemikant13,4 %
Kfz-Mechatroniker/in (Industrie und Handel)13,8 %
Chemielaborantin / Chemielaborant13,8 %
Mechatronikerin / Mechatroniker14,2 %
Industriemechanikerin / Industriemechaniker16,2 %
Land- und Baumaschinenmechatroniker/in17,0 %
Elektroniker/in für Betriebstechnik18,4 %
Schwarze Linie: Durchschnitt aller Berufe (29,7 %)

Quelle: KOFA Kompakt 2/2026 auf Basis der BIBB-Datenbank DAZUBI, Datenjahr 2024. Die Lösungsquote zählt jeden vorzeitig beendeten Vertrag, auch Betriebs- und Berufswechsel.

Die 10 Berufe mit den höchsten Lösungsquoten

In diesen zehn Berufen endet deutlich mehr als jeder dritte Ausbildungsvertrag vorzeitig, in den ersten dreien fast jeder zweite. Alle Werte beziehen sich auf das Datenjahr 2024.

Quelle: KOFA/IW Köln, KOFA Kompakt 2/2026, auf Basis der BIBB-Datenbank DAZUBI, Datenjahr 2024.

Die 10 Berufe mit den niedrigsten Lösungsquoten

Am anderen Ende der Skala stehen Berufe, in denen die Ausbildung fast immer zu Ende geführt wird. Bei Industriekaufleuten endet nicht einmal jeder zwanzigste Vertrag vorzeitig.

Quelle: KOFA/IW Köln, KOFA Kompakt 2/2026, auf Basis der BIBB-Datenbank DAZUBI, Datenjahr 2024.

Die Spannweite von 45 Prozentpunkten ist der eigentliche Befund dieser Auswertung. Wer die Durchschnittszahl von 29,7 Prozent auf den eigenen Beruf überträgt, liegt in beide Richtungen deutlich daneben.

Das Muster hinter den Zahlen

Die beiden Listen unterscheiden sich nicht zufällig. Oben stehen Berufe mit körperlich fordernder Arbeit, unregelmäßigen Arbeitszeiten und Wochenenddiensten — Gastgewerbe, Sicherheitsgewerbe, Handwerk mit Außeneinsätzen, Einzelhandel. Unten stehen technisch-kaufmännische Berufe mit strukturierter Ausbildung, planbaren Zeiten und sichtbaren Aufstiegswegen.

Als Ursachen nennt die Auswertung drei Faktoren. Erstens die Arbeitsbedingungen selbst. Zweitens eine Berufsorientierung, die unrealistische Erwartungen an Arbeitsalltag, Anforderungen und Vergütung hinterlässt. Drittens die Ausbildungsqualität im Betrieb: Unter den befragten Auszubildenden nennen 53,6 Prozent die Unzufriedenheit mit der Qualität der Ausbildung als Grund — während Betriebe eher Leistungsdefizite auf der anderen Seite sehen.

Die Konsequenz für die Berufswahl: Was in diesen Berufen zur Lösung führt, gehört meist zum Berufsbild und nicht zum einzelnen Betrieb. Wochenenddienst im Gastgewerbe verschwindet nicht durch einen Arbeitgeberwechsel. Welche Gründe im Einzelnen genannt werden, steht unter Gründe für einen Ausbildungsabbruch.

Der Engpass-Befund: hohe Quote heißt nicht schlechte Aussichten

Nahe liegt die Vermutung, dass Berufe mit hoher Lösungsquote auch die mit den schlechtesten Perspektiven sind. Die Auswertung widerspricht dem: Gerade in Engpassberufen gelingt die Bindung von Auszubildenden häufig besonders gut — weil junge Menschen dort früh eine konkrete Perspektive auf dem Arbeitsmarkt sehen.

Beides zusammengenommen ergibt eine nüchterne Lesart: Eine hohe Quote ist ein Hinweis auf Arbeitsbedingungen und Erwartungslücken, nicht auf fehlende Nachfrage nach Fachkräften. Wer einen Beruf aus der oberen Tabelle erwägt, sollte vor dem Vertrag ein Praktikum einplanen — nicht, weil der Beruf schlecht wäre, sondern weil der Alltag darin deutlich anders aussieht als die Beschreibung.

Was die Quote für Ihre Entscheidung bedeutet

Die Zahl taugt nicht als Warnung vor einem Beruf. Sie taugt als Diagnosehilfe — vor dem Vertrag und danach.

Ihre LageWas die Quote nahelegt
Sie überlegen, einen Beruf aus der oberen Tabelle zu beginnenVor dem Vertrag ein Praktikum, das die unbeliebten Anteile einschließt: Wochenenddienst, Spätschicht, Außeneinsatz bei Wetter. Die Quote entsteht fast immer dort.
Sie haben in einem Beruf mit hoher Quote abgebrochenEin Betriebswechsel ändert die Rahmenbedingungen meist nicht, weil sie zum Berufsbild gehören. Prüfen Sie zuerst, ob es die Tätigkeit war oder die Umstände.
Sie haben in einem Beruf mit niedriger Quote abgebrochenDann liegt die Ursache seltener im Berufsbild. Der Blick lohnt auf den Betrieb, die Ausbildungsqualität und die konkrete Konstellation im Team.
Sie stehen vor dem zweiten AnlaufDie Quote des Zielberufs ist ein Risikoindikator, kein Ausschlusskriterium. Entscheidend bleibt die Passung — und die lässt sich vorher prüfen.

Was nach einem Abbruch organisatorisch zu tun ist, steht im Ratgeber Ausbildung abgebrochen — was jetzt?. Wie sich die Zeit in der Bewerbung darstellen lässt, unter abgebrochene Ausbildung im Lebenslauf. Eine Übersicht aller Berufe mit Anforderungen und Vergütung findet sich unter Ausbildungsberufe A–Z.

Für Betriebe: was nachweislich wirkt

Für ausbildende Betriebe ist die Quote eine Kostenfrage. Die Auswertung nennt fünf Ansatzpunkte, die sich im Mittelstand ohne großen Apparat umsetzen lassen.

1
Erwartungen im Bewerbungsverfahren offenlegen
Transparenz über Arbeitszeiten, körperliche Anforderungen und Vergütung kostet einzelne Bewerbungen — und spart die teuren Abbrüche im ersten Jahr.
2
Ausbildungspersonal für Konflikte qualifizieren
Der häufigste von Auszubildenden genannte Grund ist die Ausbildungsqualität, und die entscheidet sich an einzelnen Personen.
3
Unterstützungsangebote nutzen
Die Assistierte Ausbildung und vergleichbare Förderinstrumente sind für Betriebe kostenfrei und setzen genau dort an, wo Abbrüche entstehen.
4
Frühe Berufsorientierung mit Schulen
Praktika und Schulkooperationen erzeugen realistische Erwartungen — die wirksamste Prävention, weil sie vor dem Vertrag ansetzt.
5
Eignung vor der Zusage prüfen
Standardisierte Verfahren zeigen, ob Interessen und Fähigkeiten zum Anforderungsprofil passen. Das Profiling Institut begleitet Betriebe dabei nach DIN 33430 — mehr dazu unter Auswahl von Auszubildenden.

Die Quote sagt etwas über den Beruf. Nicht über Sie.

Ob ein Beruf zu Ihnen passt, entscheidet sich an Interessen, Fähigkeiten und Arbeitsstil — nicht an einer Durchschnittszahl. Eine Potenzialanalyse beim Profiling Institut erhebt genau das mit standardisierten Verfahren und zeigt, welche Tätigkeiten tragen. DIN 33430-zertifiziert, an sieben Standorten und online.

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Häufige Fragen zu den Abbruchquoten

2024 lag die Fachkraft für Schutz und Sicherheit mit einer Vertragslösungsquote von 49,5 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt vom Friseurhandwerk mit 49,0 Prozent und Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrern mit 44,8 Prozent.
Industriekaufleute mit 4,5 Prozent. Danach folgen Bankkaufleute mit 11,0 Prozent und Elektronikerinnen und Elektroniker für Automatisierungstechnik mit 12,9 Prozent.
Die Vertragslösungsquote lag 2024 bei 29,7 Prozent, das entspricht rund 159.000 vorzeitig beendeten Ausbildungsverträgen. Diese Quote ist allerdings keine Abbruchquote: Sie zählt auch Betriebs- und Berufswechsel innerhalb der dualen Ausbildung.
Die Lösungsquote misst jeden Vertrag, der vor der Abschlussprüfung endet. Ein echter Abbruch liegt nur vor, wenn jemand die duale Ausbildung ganz verlässt. Mindestens die Hälfte der Betroffenen schließt einen neuen Ausbildungsvertrag ab, der Anteil echter Abbrüche liegt deutlich niedriger.
Ausschlaggebend sind Arbeitsbedingungen mit unregelmäßigen Zeiten und Wochenenddiensten, eine Berufsorientierung, die unrealistische Erwartungen hinterlässt, und die Ausbildungsqualität im Betrieb. 53,6 Prozent der befragten Auszubildenden nennen die Unzufriedenheit mit der Ausbildungsqualität als Grund.
Nein. Die Auswertung zeigt, dass die Bindung von Auszubildenden gerade in Engpassberufen häufig gut gelingt, weil dort früh eine konkrete Arbeitsmarktperspektive sichtbar ist. Eine hohe Quote weist auf Arbeitsbedingungen und Erwartungslücken hin, nicht auf fehlende Nachfrage.
Aus der Auswertung KOFA Kompakt 2/2026 des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, die auf der BIBB-Datenbank DAZUBI beruht. Datenjahr ist 2024.

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Datengrundlage: KOFA/IW Köln, KOFA Kompakt 2/2026 „Hohe Vertragslösungen, fehlende Fachkräfte?“ auf Basis der BIBB-Datenbank DAZUBI (Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder), Datenjahr 2024. Die Lösungsquote ist ein Näherungswert für den Anteil vorzeitig aufgelöster Ausbildungsverhältnisse und keine Quote der Ausbildungsabbrüche im dualen System.