Enneagramm-Test: Ihr Typ, Ihr Flügel und die 9 Persönlichkeitstypen

Das Enneagramm beschreibt neun Persönlichkeitstypen mit eigenen Motivationen, Ängsten und Entwicklungspfaden. Praktisch hilfreich für Selbstreflexion und Coaching — wissenschaftlich weniger fundiert als Big Five oder HEXACO. Hier erfahren Sie, was das Enneagramm leistet und wo seine Grenzen liegen.

7 Minuten Lesezeit Wissenschaftlich eingeordnet Aktualisiert Juni 2026
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Jan Bohlken, Diplom-Sozioökonom, Gründer Profiling Institut
Jan Bohlken Diplom-Sozioökonom · Gründer Profiling Institut · DIN 33430-Diagnostik
Kostenlos · ohne Anmeldung

Enneagramm-Test kostenlos: Ihr Typ in 7 Minuten

36 Aussagen, neun Typen, Ergebnis sofort – ohne E-Mail und ohne Registrierung. Sie erhalten Ihren Haupttyp, den wahrscheinlichen Flügel und die Verteilung über alle neun Muster. Die Auswertung läuft vollständig in Ihrem Browser.

Vorab in aller Deutlichkeit: Das Enneagramm ist ein Reflexionsmodell mit schwacher empirischer Absicherung – die Belege dazu stehen weiter unten auf dieser Seite. Es eignet sich für Selbstreflexion und Coaching, nicht für Entscheidungen über Menschen. Wer auf validierten Skalen messen will, nimmt unseren kostenlosen Big-Five-Test.

Fortschritt0 / 36
  1. Ich merke sofort, wenn etwas nicht richtig gemacht ist.

  2. Ich spüre schnell, was andere gerade brauchen.

  3. Ich messe mich gern an Zielen und Ergebnissen.

  4. Ich fühle mich oft anders als die Menschen um mich herum.

  5. Ich ziehe mich zurück, um Dinge in Ruhe zu durchdenken.

  6. Ich denke früh darüber nach, was schiefgehen könnte.

  7. Ich habe meist mehrere Pläne und Ideen gleichzeitig.

  8. Ich sage klar, was Sache ist, auch wenn es unangenehm wird.

  9. Ich gleiche Spannungen aus, statt sie zu verschärfen.

  10. Ich halte mich an meine Prinzipien, auch wenn es unbequem wird.

  11. Es fällt mir leichter zu geben als um Hilfe zu bitten.

  12. Es ist mir wichtig, kompetent zu wirken.

  13. Meine Stimmungen sind intensiv und wechseln deutlich.

  14. Ich gebe wenig von mir preis, bevor ich jemanden gut kenne.

  15. Verlässlichkeit ist mir in Beziehungen besonders wichtig.

  16. Langeweile halte ich schlecht aus.

  17. Ich stelle mich schützend vor Menschen, die mir wichtig sind.

  18. Ich stelle meine eigene Position oft zurück, um Streit zu vermeiden.

  19. Ich bin mit meiner eigenen Leistung selten ganz zufrieden.

  20. Ich möchte für andere wichtig sein.

  21. Ich passe mein Auftreten an, um erfolgreich anzukommen.

  22. Gewöhnliches und Beliebiges stößt mich ab.

  23. Wissen und Verstehen geben mir Sicherheit.

  24. Ich prüfe Zusagen und Absichten anderer genau.

  25. Ich richte den Blick lieber nach vorn als auf Schwieriges.

  26. Ich lasse mich ungern kontrollieren.

  27. Es fällt mir schwer, mich zwischen Optionen zu entscheiden.

  28. Unordnung und Nachlässigkeit stören mich spürbar.

  29. Ich stelle meine eigenen Bedürfnisse oft hinten an.

  30. Stillstand fühlt sich für mich wie Rückschritt an.

  31. Ich beschäftige mich viel mit dem, was mir fehlt.

  32. Zu viele Anforderungen von außen erschöpfen mich schnell.

  33. Vor Entscheidungen hole ich mir gern Rückversicherung.

  34. Ich lasse mir ungern Möglichkeiten verbauen.

  35. Auseinandersetzungen scheue ich nicht.

  36. Ich brauche Ruhe und einen gleichmäßigen Rhythmus.

Ihr Ergebnis

Ihr Enneagramm-Typ

Kernmotivation

Wo es typischerweise reibt

Was erfahrungsgemäß hilft

Ein Reflexionsmodell ordnet ein. Eine Entscheidung trägt es nicht.

Drei Punkte vorweg, die Ihnen die Einordnung erleichtern:

Selbstreflexion: Ja

Für Coaching, Selbstexploration und persönliche Entwicklung kann das Enneagramm hilfreiche Impulse geben — vor allem bei Lebenswege- oder Sinnfragen.

Personalauswahl: Nein

Für Recruiting, Eignungsdiagnostik oder andere konsequenzreiche Entscheidungen ist das Enneagramm nicht geeignet — es fehlt die psychometrische Fundierung.

Typologie statt Dimensionen

Das Enneagramm sortiert Menschen in 9 Kategorien — Realität ist aber meist auf Skalen, nicht in Schubladen. Das ist eine grundlegende Limitation.

Enneagramm-Test im Steckbrief: 36 Aussagen, 7 Minuten

Der Enneagramm-Test des Profiling Instituts umfasst 36 Aussagen, dauert rund 7 Minuten und zeigt ohne Anmeldung den Haupttyp samt Flügel. Die Auswertung läuft vollständig im Browser, es wird nichts gespeichert und nichts übertragen.

Auf einen Blick

Alle Eckdaten

AnbieterProfiling Institut
VerfahrenEnneagramm-Test, Typologie mit neun Haupttypen
ModellEnneagramm mit Flügeln, Pfeilen und Triaden
Anzahl Aussagen36
Dauerrund 7 Minuten
Anmeldungnicht erforderlich
Auswertungsofort im Browser, ohne Speicherung und ohne Übertragung
Kosten0 Euro, vollständig kostenlos
ErgebnisHaupttyp mit Flügel
Wissenschaftliche EinordnungTypologie ohne psychometrische Validierung, geeignet zur Selbstreflexion, nicht für Personalentscheidungen
ZielgruppeInteressierte an Selbstreflexion und Persönlichkeitsentwicklung

Was ist das Enneagramm?

Das Enneagramm (griechisch ennea = neun, gramma = Figur) ist ein Persönlichkeitstypologie-System mit neun Hauptmustern. Jeder Typ wird charakterisiert durch:

Wer Persönlichkeit lieber wissenschaftlich fundiert und dimensional statt in neun Typen erfassen möchte, beginnt mit unserem kostenlosen, wissenschaftlich fundierten Big-Five-Persönlichkeitstest – als belastbare Ergänzung zur Enneagramm-Selbstreflexion.

  • Eine Grundbestrebung (das, wonach er strebt)
  • Eine Grundangst (das, was er vermeiden will)
  • Typische Stärken, Schwächen, Beziehungsmuster
  • Entwicklungspfade unter Stress und in Sicherheit

Das System hat spirituell-philosophische Wurzeln (sufistische, kabbalistische und frühchristliche Traditionen) und wurde im 20. Jahrhundert von Oscar Ichazo (Arica School), Claudio Naranjo, später Don Riso und Russ Hudson in seine moderne Form gebracht.

Geometrisch wird das Enneagramm als Kreis mit neun Punkten und einem inneren Sternpolygon dargestellt — die Linien symbolisieren Beziehungen und Entwicklungspfade zwischen den Typen.

Die neun Enneagramm-Typen im Überblick

TypNameKernmotivationKernangst
1Der PerfektionistRichtig handeln, integer seinKorrupt, fehlerhaft sein
2Der HelferGeliebt werden, gebraucht werdenWertlos, ungeliebt sein
3Der ErfolgreicheAnerkennung, Erfolg, BewunderungVersagen, wertlos sein
4Der IndividualistAuthentisch, einzigartig seinBedeutungslos sein
5Der BeobachterVerstehen, kompetent seinHilflos, überfordert sein
6Der LoyaleSicherheit, HaltAllein gelassen sein
7Der EnthusiastErfüllung, Glück, FreudeSchmerz, Mangel
8Der HerausfordererKontrolle, Stärke, AutonomieSchwach, kontrolliert sein
9Der FriedliebendeHarmonie, innerer FriedenKonflikt, Trennung

Flügel, Pfeile und Triaden — die Struktur des Enneagramms

Das Enneagramm-Symbol mit neun Typen, Dreieck und Sechseck-LinienzugEin Kreis mit neun nummerierten Punkten. Das Dreieck verbindet die Typen 9, 3 und 6. Der Sechseck-Linienzug verbindet 1, 4, 2, 8, 5, 7 und zurück zu 1. Die Farben markieren die drei Intelligenzzentren: Bauch mit den Typen 8, 9 und 1, Herz mit 2, 3 und 4, Kopf mit 5, 6 und 7.123456789
  • Bauch-Zentrum: 8, 9, 1
  • Herz-Zentrum: 2, 3, 4
  • Kopf-Zentrum: 5, 6, 7
Neun Typen auf dem Kreis: das Dreieck verbindet 9–3–6, der Sechseck-Linienzug 1–4–2–8–5–7. Diese Linien sind die Pfeile, die beiden Nachbarpunkte eines Typs sind seine Flügel — Typ 4 hat also die Flügel 3 und 5.

Flügel (Wings)

Jeder Typ hat zwei Flügel: die beiden angrenzenden Typen auf dem Enneagramm-Symbol. Ein Typ 4 mit 3-Flügel (4w3) verbindet die Sehnsucht nach Einzigartigkeit (4) mit dem Bedürfnis nach Erfolg und Image (3) — der kreative Künstler mit Bühnenpräsenz. Ein 4w5 verbindet 4 mit Introversion — eher der melancholische Denker.

Pfeile (Stress- und Sicherheitsrichtungen)

Verbindende Linien zeigen Bewegungen unter Stress und in Sicherheit:

  • Stress-Bewegung: In belastenden Phasen wandert ein Typ in eine bestimmte Richtung — z. B. Typ 1 (Perfektionist) wird zu Typ 4 (emotionaler, melancholischer).
  • Sicherheits-Bewegung: Unter günstigen Bedingungen entwickelt sich ein Typ in eine andere — z. B. Typ 1 wird zu Typ 7 (entspannter, lebenslustiger).

Triaden — die drei Intelligenzzentren

  • Bauch-Triade (8, 9, 1): Instinkt, Autonomie, Ärger als zentrale Emotion. Frage: Wie behaupte ich mich gegen die Welt?
  • Herz-Triade (2, 3, 4): Gefühl, Identität, Scham. Frage: Wer bin ich, und wie werde ich wahrgenommen?
  • Kopf-Triade (5, 6, 7): Denken, Sicherheit, Angst. Frage: Wie navigiere ich Unsicherheit?

Bewertung: Diese Struktur macht das Enneagramm reichhaltiger als die meisten 4-Typen-Modelle (DISG, Insights). Sie ist aber nicht empirisch validiert — die Bewegungslogik der Pfeile lässt sich faktoranalytisch nicht reproduzieren.

Wissenschaftliche Einordnung — die ehrliche Bilanz

Wir vertreten am Profiling Institut einen klaren Standard: Tests, die wir in der Diagnostik einsetzen, müssen die DIN 33430 erfüllen und in peer-reviewter Forschung validiert sein. Wie schlägt sich das Enneagramm dagegen?

1. Reliabilität

Die Befunde sind uneinheitlich. Der systematische Review von Hook et al. (2021) wertet 104 unabhängige Stichproben aus. Für den RHETI liegen die internen Konsistenzen je nach Version zwischen α = 0,35 und 0,84, die Retest-Korrelationen zwischen 0,72 und 0,94. Der WEPSS schneidet besser ab (α = 0,78 bis 0,93), verliert über acht Monate aber ebenfalls deutlich (Retest 0,55 bis 0,86). Zum Vergleich: etablierte Big-Five-Inventare liegen stabil im Bereich 0,80 bis 0,90. Bei kostenlosen Schnelltests im Netz — auch bei unserem — ist die Messgenauigkeit naturgemäß niedriger.

2. Konstruktvalidität

Faktoranalytische Studien finden in der Regel weniger als neun Faktoren; die postulierte Neun-Typen-Struktur ließ sich nur in Einzelfällen reproduzieren (Hook et al., 2021; Newgent et al., 2004). Die Zusammenhänge mit den Big Five sind dagegen bemerkenswert konsistent: Typ 1 hängt in allen neun ausgewerteten Studien positiv mit Gewissenhaftigkeit zusammen, Typ 7 in allen neun positiv mit Extraversion. Das Enneagramm misst also durchaus etwas Reales — offenbar aber dieselben Dimensionen, die die Big Five dimensional statt in Schubladen abbilden.

3. Kriteriumsvalidität

Hier ist die Lage am dünnsten. Es gibt einzelne explorative Arbeiten — Sutton, Allinson und Williams (2013) untersuchten Zusammenhänge zwischen Enneagramm-Typ und arbeitsbezogenen Ergebnisgrößen —, aber keine Validierungsreihe, die einen Einsatz in der Personalauswahl tragen würde. Für eine Eignungsbeurteilung nach DIN 33430 ist das ein Ausschlusskriterium.

4. Flügel, Pfeile und Triaden empirisch

Für die Zusatzannahmen des Modells — die Flügel und die Bewegungen entlang der Pfeile unter Stress und in Sicherheit — findet der Review von Hook et al. (2021) nur wenig Unterstützung. Sie sind didaktisch nützlich, empirisch aber nicht belegt.

Fazit

Das Enneagramm ist kein wissenschaftlich validiertes diagnostisches Instrument. Es ist ein spirituell-pädagogisches Reflexionssystem mit reichhaltigem Vokabular für innere Prozesse. Diese Unterscheidung entscheidet darüber, wo Sie das Modell sinnvoll einsetzen.

Quellen

  • Hook, J. N., Hall, T. W., Davis, D. E., Van Tongeren, D. R., & Conner, M. (2021). The Enneagram: A systematic review of the literature and directions for future research. Journal of Clinical Psychology. doi:10.1002/jclp.23097
  • Newgent, R. A., Parr, P. E., Newman, I., & Higgins, K. K. (2004). The Riso-Hudson Enneagram Type Indicator: Estimates of reliability and validity. Measurement and Evaluation in Counseling and Development, 36(4), 226–237.
  • Sutton, A., Allinson, C., & Williams, H. (2013). Personality type and work-related outcomes: An exploratory application of the Enneagram model. European Management Journal, 31(3), 234–249.
  • Ostendorf, F., & Angleitner, A. (2004). NEO-PI-R. NEO-Persönlichkeitsinventar nach Costa und McCrae, revidierte Fassung. Göttingen: Hogrefe.
  • DIN 33430:2016-07. Anforderungen an berufsbezogene Eignungsdiagnostik. Berlin: Beuth.

Stand der Literaturauswertung: September 2026.

Enneagramm vs. Big Five vs. MBTI — der direkte Vergleich

KriteriumEnneagrammMBTIBig Five
Modelltyp9 Typen16 Typen (4 Dichotomien)5 Dimensionen (kontinuierlich)
Wissenschaftlicher StatusNiedrigNiedrig-mittelHoch (Goldstandard)
Retest-Reliabilität0,60–0,800,30–0,70 (schwach)0,70–0,90
Faktorenstruktur replizierbarNeinEingeschränktJa (vielfach)
KriteriumsvaliditätSehr begrenztSchwachSolide etabliert
Recruiting-tauglichNeinNeinJa
Coaching-tauglichMöglich (Reflexion)Möglich (Reflexion)Ja
DIN-33430-konformNeinNeinJa (NEO-PI-R, BIP)

Detaillierter Vergleich: Enneagramm vs. Big Five im Detail und MBTI vs. Big Five.

Wo das Enneagramm sinnvoll ist — und wo nicht

Sinnvolle Einsatzbereiche

  • Selbstreflexion und persönliche Entwicklung: Das reiche Vokabular hilft, eigene Muster zu artikulieren.
  • Coaching mit Sinn- und Lebensfragen: Die spirituell-philosophische Tiefe passt zu Klienten, die mehr suchen als Verhaltenstipps.
  • Paardiagnostik: Verstehen von Konfliktmustern, Bedürfnissen, Bindungsstilen.
  • Team-Workshops: Bewusstmachung unterschiedlicher Sichtweisen und Motivationen.
  • Spirituelle und philosophische Bildung: Im Kontext der Traditionen, denen es entstammt.

Nicht sinnvolle Einsatzbereiche

  • Recruiting und Personalauswahl: Fehlende Kriteriumsvalidität, rechtliche Risiken nach AGG.
  • Eignungsdiagnostik im DIN-33430-Sinn: Nicht konform.
  • Klinische Diagnostik: Keine ausreichende empirische Basis.
  • Karriereentscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen: Risiko der Selbst-Etikettierung.

Unser Vorgehen: Wenn Klient:innen mit Enneagramm-Wissen zu uns kommen, integrieren wir das ggf. als Coaching-Sprache — aber für die diagnostischen Aussagen verwenden wir NEO-PI-R, HEXACO oder BIP.

13 häufige Fragen zum Enneagramm

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Enneagramm — seine Inhalte, seine wissenschaftliche Einordnung und seinen praktischen Nutzen.

Ja. Der Test auf dieser Seite umfasst 36 Aussagen, dauert rund 7 Minuten und zeigt Ihren Haupttyp samt Flügel sofort – ohne Anmeldung und ohne E-Mail-Adresse. Die Auswertung läuft in Ihrem Browser, es wird nichts gespeichert.

Das Enneagramm ist ein Persönlichkeitstypologie-System mit neun Hauptmustern. Jeder Typ wird durch eine zentrale Kernmotivation (Grundbestrebung) und eine zentrale Angst (Grundangst) charakterisiert.

Das System hat spirituell-philosophische Wurzeln und wurde im 20. Jahrhundert in seiner modernen Form von Oscar Ichazo, Claudio Naranjo, Don Riso und Russ Hudson formuliert.

  • Typ 1 – Der Perfektionist: Streben nach Richtigkeit, Angst vor Fehlern.
  • Typ 2 – Der Helfer: Streben nach Wertschätzung, Angst vor Wertlosigkeit.
  • Typ 3 – Der Erfolgreiche: Streben nach Anerkennung, Angst vor Versagen.
  • Typ 4 – Der Individualist: Streben nach Einzigartigkeit, Angst vor Bedeutungslosigkeit.
  • Typ 5 – Der Beobachter: Streben nach Verstehen, Angst vor Hilflosigkeit.
  • Typ 6 – Der Loyale: Streben nach Sicherheit, Angst vor Verlassenheit.
  • Typ 7 – Der Enthusiast: Streben nach Erfüllung, Angst vor Schmerz.
  • Typ 8 – Der Herausforderer: Streben nach Kontrolle, Angst vor Verletzbarkeit.
  • Typ 9 – Der Friedliebende: Streben nach Harmonie, Angst vor Konflikt.
Flügel: Jeder Typ hat zwei benachbarte Typen am Enneagramm-Symbol — das sind die Flügel. Sie modifizieren den Haupttyp. Pfeile: Verbindungen zwischen den Typen zeigen Entwicklungspfade. Im Stress wandert ein Typ in eine bestimmte Richtung; in Sicherheit in eine andere. Diese Struktur macht das Enneagramm reichhaltiger als reine Typologie — wissenschaftlich nachprüfbar sind die Pfeile allerdings nicht.

Die 9 Typen werden in drei Triaden gruppiert, jede mit einem dominanten Intelligenzzentrum:

  • Bauch-Triade (8, 9, 1): Instinkt, Kontrolle, Identität — Fokus auf Autonomie und Ärger.
  • Herz-Triade (2, 3, 4): Gefühle, Beziehung, Image — Fokus auf Identität und Scham.
  • Kopf-Triade (5, 6, 7): Denken, Analyse, Planung — Fokus auf Sicherheit und Angst.

Ehrlich: deutlich weniger als Big Five, HEXACO oder NEO-PI-R. Die wenigen empirischen Studien zeigen mäßige Retest-Reliabilität (oft unter 0,70), eine faktorenanalytisch nicht klar reproduzierbare Struktur, und nahezu keine Kriteriumsvalidität für berufliche Außenkriterien.

Das Enneagramm hat in der akademischen Persönlichkeitspsychologie keinen anerkannten Status. Für Selbstexploration kann es trotzdem wertvoll sein — als diagnostisches Instrument für berufliche Entscheidungen ist es ungeeignet.

Sinnvolle Einsatzbereiche: Coaching und Persönlichkeitsentwicklung als Reflexionsanstoß, spirituelle Selbstexploration, Beziehungs- und Paardiagnostik, Team-Workshops zur Bewusstmachung unterschiedlicher Sichtweisen.

Weniger sinnvoll: Recruiting, Personalauswahl, klinische Diagnostik, Eignungsdiagnostik im Sinne der DIN 33430.

Beide sind typologische Systeme mit psychometrischen Schwächen. MBTI: 16 Typen aus 4 dichotomen Achsen, Jung-basiert, fokussiert auf kognitive Präferenzen. Enneagramm: 9 Typen mit Flügeln und Pfeilen, tiefenpsychologisch-spirituell, fokussiert auf Motivationen und Ängste.

Beide sind dem dimensionalen Big-Five-Modell empirisch unterlegen. Siehe MBTI vs. Big Five und Enneagramm vs. Big Five.

Nach klassischer Enneagramm-Lehre bleibt der Haupttyp lebenslang stabil — entwickelbar sind Bewusstheit, Gesundheit und das Reaktionsspektrum. Wissenschaftlich betrachtet ist diese Lebenslang-These nicht haltbar: Persönlichkeit kann sich, wie Big-Five-Studien zeigen, über Jahre messbar verändern.

Gemischt. Etablierte Tests von Enneagramm-Schulen (RHETI von Riso-Hudson, EPP von Wagner) haben einige Forschungsstudien hinter sich. Aber: Selbstzugewiesene Typen weichen oft von Test-Ergebnissen ab, bei Wiederholungen kommt es zu Typwechseln, und kostenlose Quick-Tests sind besonders unzuverlässig.

Wenn Sie das Enneagramm seriös nutzen wollen: Lassen Sie sich von einem ausgebildeten Enneagramm-Coach durch eine Typklärung führen, statt einem 5-Minuten-Online-Test zu vertrauen.

Nein, nicht als diagnostisches Hauptinstrument. Wir setzen wissenschaftlich validierte Verfahren wie NEO-PI-R, HEXACO-PI-R, BIP und strukturierte Interviews ein — DIN-33430-konform und empirisch belastbar.

In Coaching-Sitzungen kann das Enneagramm als zusätzlicher Reflexionsanstoß eingebracht werden, wenn Klienten damit vertraut sind.

  • Für Selbsterkenntnis und Coaching: Big Five oder HEXACO, ergänzt durch RIASEC für Interessen und Karriereanker für Werte.
  • Für Karriereentscheidungen: NEO-PI-R mit ausführlichem Beratungsgespräch.
  • Für Führungskräfte: BIP-6F mit 360°-Feedback. Mehr: Tests für Führungskräfte.
  • Für Teams: Big-Five-Profile plus moderierter Workshop. Mehr: Teamdiagnostik.

Auf jeden Fall — wenn Sie verstehen, was es ist und was es nicht ist:

  • Ist: ein Reflexionsrahmen mit reichhaltigem Vokabular für innere Prozesse.
  • Ist nicht: ein wissenschaftliches Messinstrument für berufliche oder klinische Entscheidungen.

Viele Menschen finden das Enneagramm-Modell hilfreich, um sich selbst zu beschreiben und Wachstumsrichtungen zu identifizieren. Das ist legitim. Nur sollte es nicht in Bewerbungs- oder Auswahlkontexte hineingetragen werden.

Konditionen & Preise

Drei häufig gebuchte Diagnostik-Pakete am Profiling Institut. Alle Preise inklusive MwSt., mit schriftlichem Befund und DSGVO-konformer Datenverarbeitung.

NEO-PI-R

250 € / Diagnostik

Big-Five-Diagnostik mit 30 Facetten und schriftlicher Befund. Mit 45-Minuten-Besprechung: 300 €.

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Jan Bohlken, Diplom-Sozioökonom, Gründer Profiling Institut

Jan Bohlken

Diplom-Sozioökonom · Gründer & Geschäftsführer

15+ Jahre Eignungsdiagnostik, DIN-33430-Qualifizierung, Spezialisierung auf Führungskräftediagnostik, Karriereberatung und berufliche Neuorientierung. Mitglied nfb, DGfK und dvb.

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Jan Bohlken, Gründer Profiling Institut

Über den Autor

Jan Bohlken · Diplom-Sozioökonom · Gründer und Geschäftsführer Profiling Institut

Jan Bohlken bewertet Persönlichkeitsdiagnostik streng nach wissenschaftlichen Kriterien (Reliabilität, Validität, Normierung — Stichwort DIN 33430). Er kennt das Enneagramm, setzt es aber bewusst nicht als diagnostisches Hauptinstrument ein, sondern arbeitet mit psychometrisch fundierten Verfahren wie NEO-PI-R, HEXACO und BIP. Diese Klarheit ist Teil seines Beratungsverständnisses.

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