Aktualisiert für 2025/26

Modernisierte Ausbildungsberufe 2025 & 2026: Die wichtigsten Neuordnungen im Überblick

Welche dualen Ausbildungsberufe wurden zuletzt überarbeitet? Was ändert sich konkret für Auszubildende und Betriebe? Dieser Leitfaden fasst alle aktuellen Neuordnungen zusammen — von den 19 modernisierten Bauberufen ab August 2026 über die sieben Neuordnungen 2025 bis hin zur historischen Reform 2018.

328 anerkannte duale Berufe Stand: Mai 2026 Quelle: BIBB
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Warum Ausbildungsberufe regelmäßig modernisiert werden

Der Arbeitsmarkt verändert sich rasant — Digitalisierung, Klimawandel, neue Technologien und veränderte gesellschaftliche Anforderungen wirken direkt auf die Berufsbilder ein. Damit die duale Berufsausbildung in Deutschland ihre Stärke behält, müssen Ausbildungsordnungen kontinuierlich an die Realität in den Betrieben angepasst werden. Genau das ist die Aufgabe des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), das gemeinsam mit Bundesministerien, Sozialpartnern und Sachverständigen aus der Praxis neue und überarbeitete Ausbildungsverordnungen entwickelt.

328

Anerkannte duale Ausbildungsberufe

138

Ausbildungsordnungen seit 2013 neu erarbeitet oder überarbeitet

19

Bauberufe modernisiert ab August 2026

7

Modernisierte Berufe seit August 2025

Das BIBB beschreibt es treffend: Ein modernes Berufsbildungssystem lebt von der Qualität und Aktualität seiner Ausbildungsordnungen. Wer heute eine Ausbildung beginnt, soll genau die Kompetenzen lernen, die in der Berufspraxis von morgen entscheidend sind — nicht die von vorgestern.

Was ändert sich bei einer Modernisierung konkret?

Eine „Modernisierung" oder „Neuordnung" eines Ausbildungsberufs ist kein kosmetischer Eingriff — sie kann das Berufsbild grundlegend verändern. Das BIBB unterscheidet dabei mehrere typische Eingriffstiefen:

Mögliche Formen einer Neuordnung

  • Neue Berufe werden geschaffen — etwa wenn Tätigkeitsfelder so weit auseinanderdriften, dass ein eigenes Berufsbild nötig wird.
  • Mehrere Berufe werden zu einem zusammengelegt — wie 2025 bei Goldschmied/in und Silberschmied/in zur neuen Bezeichnung „Gold- und Silberschmied/in".
  • Ein Beruf wird in Fachrichtungen geteilt — etwa bei den Bautechnischen Konstrukteurinnen und Konstrukteuren mit drei festen Fachrichtungen.
  • Berufsbezeichnungen ändern sich — aus „Bauzeichnerin" wird ab 2025 die „Bautechnische Konstrukteurin".
  • Inhalte und Prüfungsstrukturen werden überarbeitet — etwa durch die flächendeckende Einführung der gestreckten Abschluss- bzw. Gesellenprüfung.
  • Zusatzqualifikationen werden eingeführt — als Wahloptionen für Auszubildende, die sich spezialisieren wollen.

Die treffende Berufswahl wird durch diese Vielfalt nicht einfacher — aber die Chance, einen Beruf zu finden, der wirklich zu den eigenen Stärken passt, steigt. Genau hier setzt unsere professionelle Berufsberatung mit wissenschaftlich fundierten Verfahren an.

Modernisierungen 2026: Die größte Reform seit Jahrzehnten

Zum 1. August 2026 tritt die umfassendste Neuordnung der letzten Jahre in Kraft: 19 Ausbildungsberufe der Bauwirtschaft erhalten neue Ausbildungsordnungen. Das BIBB selbst spricht vom bisher größten Neuordnungsverfahren — die alten Regelungen aus dem Jahr 1999 werden vollständig abgelöst. Konkret betrifft das 16 dreijährige und drei zweijährige Ausbildungsberufe in den Bereichen Hochbau, Tiefbau und Ausbau.

Drei Kernveränderungen für alle 19 Bauberufe

1. Mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz: Wärmedämmung, Energieeffizienz und Bauen im Bestand sind nicht mehr Wahl-, sondern Pflichtthemen — eine direkte Reaktion auf den Klimawandel und die Anforderungen der Energiewende.

2. Gestreckte Abschlussprüfung: Bei den 16 dreijährigen Berufen wird die bisherige Zwischenprüfung zur „Abschlussprüfung Teil 1" aufgewertet und fließt direkt in die Endnote ein. Das motiviert, schon früh im Ausbildungsverlauf Leistung zu zeigen.

3. Anrechnungsmodell statt Stufenausbildung: Wer eine zweijährige Bauausbildung abschließt, kann nahtlos im dritten Jahr eines dreijährigen Berufs weitermachen — die Durchlässigkeit wird deutlich erhöht.

Die 19 modernisierten Bauberufe ab August 2026

Hochbau

  • Maurer/Maurerin
  • Beton- und Stahlbetonbauer/-in
  • Feuerungs- und Schornsteinbauer/-in
  • Bauwerksmechaniker/-in für Abbruch und Betontrenntechnik
  • Hochbaufacharbeiter/-in (2-jährig)

Tiefbau

  • Straßenbauer/Straßenbauerin
  • Rohrleitungsbauer/-in
  • Kanalbauer/Kanalbauerin
  • Brunnenbauer/Brunnenbauerin
  • Spezialtiefbauer/-in
  • Gleisbauer/Gleisbauerin
  • Tiefbaufacharbeiter/-in (2-jährig)

Ausbau

  • Zimmerer/Zimmerin
  • Stukkateur/Stukkateurin
  • Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/-in
  • Estrichleger/Estrichlegerin
  • Trockenbaumonteur/-in
  • Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/-in
  • Ausbaufacharbeiter/-in (2-jährig)

Hinzu kommt eine separate Neuordnung im verwandten Bereich: Aus den Bauzeichnerinnen und Bauzeichnern werden mit der Neuordnung zum 1. August 2026 Bautechnische Konstrukteurinnen und Konstrukteure mit drei festen Fachrichtungen — ein Beruf, der die veränderten Anforderungen durch Building Information Modeling (BIM) und Digitalisierung direkt im Berufsbild abbildet.

Modernisierungen 2025: Sieben Berufe modernisiert

Zum 1. August 2025 traten sieben modernisierte Ausbildungsordnungen in Kraft — einer davon mit einer komplett neuen Berufsbezeichnung. Die zentralen Treiber waren wie schon in den Vorjahren Digitalisierung, technologischer Wandel und Energiewende.

Der prominenteste Fall: Gold- und Silberschmied/in

Unter der neuen Berufsbezeichnung „Gold- und Silberschmied/in" wurden die bisher getrennten Ausbildungsberufe zusammengefasst. Der neue Beruf gliedert sich in die beiden Fachrichtungen Goldschmieden und Silberschmieden. Inhaltlich neu sind insbesondere additive Fertigungsverfahren wie der 3D-Druck, moderne Bearbeitungstechniken sowie ein deutlich größeres Gewicht von Nachhaltigkeit und Kundenberatung. Mit der neuen Ausbildungsordnung werden gleichzeitig die bisherigen Berufe „Edelmetallprüfer/-in" und „Vorpolierer/-in" aufgehoben.

Die sechs weiteren modernisierten Berufe 2025

August 2025

Edelsteinfasser/-in

Modernisiert in Reaktion auf technologischen Wandel und neue Fertigungsverfahren in der Schmuckindustrie.

August 2025

Florist/Floristin

Schwerpunkte: Nachhaltigkeit, neue Prüfungsanforderungen sowie höhere Bedeutung von Dienstleistungsorientierung und Kommunikation.

August 2025

Fotograf/Fotografin

Anpassung an digitale Bildbearbeitung, neue Geschäftsmodelle und veränderte Kundenanforderungen in der Branche.

August 2025

Justizfachangestellte/r

Modernisierung mit Fokus auf elektronischen Rechtsverkehr, digitale Aktenführung und neue Aufgaben in der Justizverwaltung.

August 2025

Kauffrau/-mann für Büromanagement

Einer der quantitativ stärksten Ausbildungsberufe Deutschlands — neu ausgerichtet auf digitale Büroprozesse und moderne Kommunikation. Mehr im Profil.

August 2025

Schornsteinfeger/-in

Energiewende-bedingt: stärkere Berücksichtigung erneuerbarer Heizsysteme, Gebäudeenergieberatung und Klimaschutz-Aufgaben.

Hinzu kommt eine wichtige Modernisierung mit Inkrafttreten 2026, deren Veröffentlichung bereits 2025 erfolgte: Der Ausbildungsberuf „Kaufleute für Mobilität und Verkehrsservice" wurde mit Blick auf neue Mobilitätsangebote, Digitalisierung und veränderte Serviceanforderungen umfassend überarbeitet.

Modernisierungen 2024: Acht Berufe mit Klima- und Digital-Fokus

Zum 1. August 2024 traten acht modernisierte Ausbildungsordnungen in Kraft. Ein klarer Schwerpunkt lag dabei auf der Erneuerung der Infrastruktur von Versorgung und Entsorgung — vier der acht Berufe gehören zu den umwelttechnischen Berufen, die direkt auf die Herausforderungen von Klimawandel und Digitalisierung reagieren.

August 2024

Umwelttechnologe/-in für Kreislauf- und Abfallwirtschaft

Neue Berufsbezeichnung, neue Inhalte zur Kreislaufwirtschaft und zum Ressourcenschutz.

August 2024

Umwelttechnologe/-in für Abwasserbewirtschaftung

Erweiterte Kompetenzen rund um moderne Abwassertechnologie und Energiegewinnung aus Klärprozessen.

August 2024

Umwelttechnologe/-in für Wasserversorgung

Fokus auf Trinkwasserqualität, Versorgungssicherheit und digitale Steuerungssysteme.

August 2024

Umwelttechnologe/-in für Rohrleitungsnetze und Industrieanlagen

Anpassung an wachsende Anforderungen durch den Umbau der Energie- und Versorgungsinfrastruktur.

August 2024

Feinoptiker/Feinoptikerin

Technologische Weiterentwicklung führte zu Anpassungen bei Ausbildungsinhalten und Prüfungsanforderungen.

August 2024

Fluggeräteelektroniker/-in

Wachsende Bedeutung von Qualitätssicherung und Risikomanagement im Berufsalltag.

August 2024

Fluggerätmechaniker/-in

Aktualisierte Ausbildungsordnung mit Fokus auf moderne Wartungs- und Prüfverfahren.

August 2024

Industriekauffrau/-mann

Einer der vertragsstärksten kaufmännischen Berufe — modernisiert für aktuelle Kompetenzanforderungen der Industrie.

Die „Qualifizierenden Vier": Standards für alle Berufe

Seit dem 1. August 2021 enthalten alle neu modernisierten oder neu entwickelten Ausbildungsordnungen vier identisch formulierte, berufsübergreifende Standardberufsbildpositionen. Das BIBB nennt sie die „Qualifizierenden Vier" — sie sind in jeder Ausbildung verpflichtend zu vermitteln und Gegenstand der Prüfungen. Wer heute eine Ausbildung beginnt, erwirbt diese vier Kompetenzfelder berufsbegleitend zusätzlich zu den berufsspezifischen Inhalten.

1

Digitalisierte Arbeitswelt

Sicherer Umgang mit digitalen Tools, Datenschutz, IT-Sicherheit und vernetzten Arbeitsprozessen — in jedem Beruf relevant.

2

Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Ressourceneffizientes Arbeiten, Klimaschutz im Berufsalltag und Verständnis für ökologische Zusammenhänge.

3

Organisation, Berufsbildung, Recht

Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht als rechtliches Fundament.

4

Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Arbeitsschutz, Gesundheitsprävention und sicheres Verhalten am Arbeitsplatz als unverzichtbares Basiswissen.

Diese Vier sind keine Theorie-Kapitel, sondern werden integrativ in den Berufsalltag eingebettet. Sie sind ein zentrales Element, das die duale Ausbildung in Deutschland zukunftsfest macht — unabhängig vom konkreten Berufsbild.

Was bedeutet das für Auszubildende und Bewerber?

Für junge Menschen, die zwischen verschiedenen Ausbildungsberufen wählen oder gerade eine Ausbildung beginnen, ergeben sich aus den jüngsten Modernisierungen mehrere konkrete Konsequenzen:

Fünf praktische Auswirkungen für Bewerber

  • Bessere Zukunftssicherheit: Modernisierte Berufe bilden die Anforderungen ab, die Sie in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren tatsächlich erleben werden — nicht die der 1990er Jahre.
  • Mehr Durchlässigkeit: Vor allem in den Bauberufen ab 2026 erleichtert das Anrechnungsmodell den Wechsel zwischen zwei- und dreijährigen Ausbildungen.
  • Höherer Stellenwert der Zwischenprüfung: Bei der gestreckten Abschlussprüfung fließt Teil 1 in die Endnote ein. Wer früh anzieht, profitiert direkt.
  • Berufsbezeichnungen ändern sich: Bei der Recherche auf Stellenportalen lohnt es sich, sowohl nach alten als auch nach neuen Bezeichnungen zu suchen.
  • Digital- und Klimakompetenz gehört zum Pflichtprogramm: Wer hier von Haus aus stark ist, bringt einen Vorteil mit — unabhängig vom konkreten Beruf.

Welcher der über 320 anerkannten Ausbildungsberufe wirklich zu den persönlichen Interessen, Stärken und Werten passt, lässt sich seriös nur mit fundierten Verfahren beantworten. Unser wissenschaftlicher Berufswahltest für Schüler kombiniert RIASEC-Interessenmessung (Holland Code), Persönlichkeitsdiagnostik und Begabungstests — eine Grundlage, die deutlich mehr leistet als die üblichen Online-Schnellchecks. Wer parallel ein Studium in Betracht zieht, findet in unserer Studienberatung einen umfassenden Vergleich von Ausbildungs- und Studienoptionen.

Was bedeutet das für Ausbildungsbetriebe?

Für ausbildende Unternehmen — vom Handwerksbetrieb bis zum Mittelständler aus Maschinenbau, Chemie oder Automobilindustrie — bedeutet jede Modernisierung Anpassungsbedarf. Drei zentrale Bereiche sind betroffen:

1. Ausbildungspläne und betriebliche Praxis

Die betrieblichen Ausbildungspläne müssen die neuen Inhalte abbilden. Für jeden neugeordneten Beruf veröffentlicht das BIBB Umsetzungshilfen aus der Reihe „Ausbildung gestalten" — sie fassen die relevanten Paragrafen, Ausbildungsrahmenpläne und Hintergrundinformationen kompakt zusammen und sind kostenlos als PDF verfügbar.

2. Ausbilderqualifikation

Vor allem bei tiefgreifenden Neuordnungen wie der Bauwirtschaftsreform 2026 müssen Ausbilderinnen und Ausbilder selbst geschult werden — etwa zu Nachhaltigkeit, zu BIM-basierten Bauprozessen oder zur veränderten Prüfungsstruktur. Das BIBB stellt dafür über das Portal „Leando" zentrale Materialien bereit.

3. Recruiting und Personalstrategie

Wer heute Auszubildende sucht, muss sie für moderne, attraktive Berufsbilder begeistern können. Neue Berufsbezeichnungen wie „Bautechnische Konstrukteurin" oder „Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft" sind eine Chance, das Image traditioneller Branchen zu modernisieren — und damit junge Talente zu erreichen.

Rückblick: Die Modernisierungsoffensive 2018

Das Ausbildungsjahr 2018 markierte einen Wendepunkt: Mit 25 modernisierten Ausbildungsberufen war es eine der umfangreichsten Reformwellen der jüngeren Geschichte. Auslöser war damals vor allem die Digitalisierung — viele der industriell-technischen Berufe erhielten neue integrative Berufsbildpositionen zu „Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit".

Die wichtigsten Neuordnungen 2018 im Überblick

August 2018

Kaufmann/-frau im E-Commerce

Komplett neuer dreijähriger Ausbildungsberuf — eine direkte Antwort auf den Boom des Online-Handels.

August 2018

Fachinformatiker/-in (FR Anwendungsentwicklung, FR Systemintegration)

Modernisierung in Teilbereichen, vor allem mit Blick auf IT-Sicherheit.

August 2018

Industriemechaniker/-in

Neue integrative Berufsbildposition zur Digitalisierung plus vier optionale Zusatzqualifikationen wie additive Fertigung.

August 2018

Mechatroniker/-in

Anpassung an die zunehmende Verschmelzung von Mechanik, Elektronik und IT in der industriellen Produktion.

August 2018

Zerspanungsmechaniker/-in

Erweiterte Inhalte zu Geschäftsprozessen, Lebenszyklusdaten und IT-gestützter Anlagenänderung.

August 2018

Werkzeugmechaniker/-in

Stärkere Berücksichtigung moderner CNC-Technik und vernetzter Produktion.

August 2018

Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik

Neue Pflichtinhalte zu Datenschutz und IT-Sicherheit, kombiniert mit optionalen Spezialisierungen.

August 2018

Edelsteinschleifer/-in

Zusammenlegung von Edelsteingraveur, Edelsteinschleifer und Diamantschleifer in vier Fachrichtungen.

Weitere 2018 modernisierte Berufe waren unter anderem Anlagenmechaniker/-in, Behälter- und Apparatebauer/-in, Chemikant/-in, weitere Elektroniker-Fachrichtungen (Betriebstechnik, Gebäude- und Infrastruktursysteme, Geräte und Systeme, Informations- und Systemtechnik), Flachglastechnologe/-in, Konstruktionsmechaniker/-in, Maßschuhmacher/-in, Präzisionswerkzeugmechaniker/-in, Prüftechnologe/-in Keramik, Steinmetz und Steinbildhauer/-in sowie Verfahrenstechnologe/-in Metall.

Bemerkenswert: Die Reform 2018 bereitete den Boden für die seit 2021 verpflichtenden „Qualifizierenden Vier" — die Themen Digitalisierung, Datenschutz und Industrie 4.0 wurden in den Jahren danach systematisch in alle Ausbildungsordnungen integriert.

Wie das Profiling Institut bei der Berufswahl unterstützt

Bei über 320 anerkannten Ausbildungsberufen und ständigen Modernisierungen ist die Berufsorientierung herausfordernder denn je. Das Profiling Institut ist DIN 33430-zertifiziert und bietet seit Jahren wissenschaftlich fundierte Verfahren zur Berufs- und Studienorientierung — basierend auf Persönlichkeitsdiagnostik (Big Five), Interessenmessung (RIASEC nach Holland) und Begabungstests.

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Häufige Fragen zu modernisierten Ausbildungsberufen

Was bedeutet „modernisierter Ausbildungsberuf" eigentlich?

Ein modernisierter Ausbildungsberuf ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf, dessen Ausbildungsordnung vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Zusammenarbeit mit den zuständigen Bundesministerien, Sozialpartnern und Sachverständigen aus der Praxis überarbeitet wurde. Die Modernisierung kann Inhalte, Berufsbezeichnung, Fachrichtungen, Prüfungsform oder Ausbildungsdauer betreffen — Ziel ist immer die Anpassung an aktuelle Anforderungen von Wirtschaft, Technik und Gesellschaft.

Welche Berufe sind 2026 modernisiert worden?

Zum 1. August 2026 treten die neuen Ausbildungsordnungen für 19 Berufe der Bauwirtschaft in Kraft — die größte Reform seit 1999. Betroffen sind unter anderem Maurer/-in, Beton- und Stahlbetonbauer/-in, Zimmerer/Zimmerin, Trockenbaumonteur/-in, Fliesenleger/-in, Straßenbauer/-in, Kanalbauer/-in und viele weitere. Außerdem werden aus Bauzeichner/-innen die Bautechnischen Konstrukteur/-innen, und die „Kaufleute für Mobilität und Verkehrsservice" erhalten ebenfalls eine modernisierte Ausbildungsordnung.

Welche Berufe wurden 2025 neu geordnet?

Zum 1. August 2025 traten sieben modernisierte Ausbildungsordnungen in Kraft: Gold- und Silberschmied/in (mit neuer Berufsbezeichnung), Edelsteinfasser/-in, Florist/-in, Fotograf/-in, Justizfachangestellte/-r, Kauffrau/-mann für Büromanagement sowie Schornsteinfeger/-in.

Was sind die „Qualifizierenden Vier"?

Die „Qualifizierenden Vier" sind vier berufsübergreifende Standardberufsbildpositionen, die seit dem 1. August 2021 in allen neu modernisierten oder neu entwickelten Ausbildungsberufen verpflichtend zu vermitteln sind: Digitalisierte Arbeitswelt, Umweltschutz und Nachhaltigkeit, Organisation des Ausbildungsbetriebs (inkl. Berufsbildung und Recht) sowie Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Sie sind integraler Bestandteil der Prüfungen.

Was ist eine gestreckte Abschlussprüfung?

Bei der gestreckten Abschlussprüfung wird die bisherige Zwischenprüfung durch eine „Abschlussprüfung Teil 1" ersetzt, die etwa zur Mitte der Ausbildung stattfindet und deren Ergebnis in die Gesamtnote der Abschlussprüfung einfließt. Bei den 16 dreijährigen Bauberufen wird sie ab August 2026 eingeführt — Auszubildende sind dadurch motiviert, schon früh im Ausbildungsverlauf gute Leistungen zu zeigen.

Wie viele anerkannte duale Ausbildungsberufe gibt es aktuell?

Aktuell gibt es in Deutschland 328 anerkannte duale Ausbildungsberufe (Stand 2025). Diese Zahl verändert sich kontinuierlich, da neue Berufe geschaffen, alte aufgehoben oder mehrere Berufe zu einem zusammengefasst werden. Seit 2013 hat das BIBB insgesamt 138 Ausbildungsordnungen neu erarbeitet oder überarbeitet.

Was bedeutet das Anrechnungsmodell bei den neuen Bauberufen?

Das Anrechnungsmodell ersetzt ab August 2026 die bisherige Stufenausbildung in der Bauwirtschaft. Auszubildende eines zweijährigen Berufs (z. B. Hochbaufacharbeiter/-in) und eines dreijährigen Berufs (z. B. Maurer/-in) nehmen nach zwei Jahren an derselben Prüfung teil. Nach erfolgreichem Abschluss des zweijährigen Berufs kann die Ausbildung im dritten Jahr eines dreijährigen Berufs nahtlos fortgesetzt werden — die Durchlässigkeit ist deutlich höher als bisher.

Muss ich meine Ausbildung wiederholen, wenn der Beruf modernisiert wird?

Nein. Wer bereits in der Ausbildung ist, schließt nach der bisherigen Ausbildungsordnung ab. Modernisierte Ausbildungsordnungen gelten in der Regel nur für Auszubildende, die ihren Ausbildungsvertrag nach dem Inkrafttreten der neuen Verordnung abgeschlossen haben.

Wo finde ich den passenden Ausbildungsberuf für mich?

Auf unserem Ausbildungsberufe-Hub finden Sie 40 detaillierte Berufsprofile mit Anforderungen, Inhalten und Karrierewegen. Für eine persönliche Empfehlung empfehlen wir den wissenschaftlichen Berufswahltest oder eine individuelle Berufsberatung mit fundierter Diagnostik.

Welche Modernisierungen sind für die kommenden Jahre geplant?

Nach Auskunft des BIBB werden Neuordnungsverfahren kontinuierlich fortgeführt. Aktuelle Schwerpunkte liegen in den Bereichen Mobilität (Kaufleute für Mobilität und Verkehrsservice — Inkrafttreten 2026) sowie in weiteren technischen und kaufmännischen Berufen. Aktuelle Informationen finden Sie direkt beim BIBB unter bibb.de.

Über den Autor J Bohlken