Experten-Ratgeber 2026

Duales Studium: Modelle, Ablauf, Gehalt & Bewerbung 2026

Studieren und gleichzeitig im Unternehmen arbeiten – mit Vergütung ab Tag 1. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen die 4 Modelle des dualen Studiums, wie Theorie und Praxis zusammenspielen, was Sie verdienen, wie und wann Sie sich bewerben und für wen sich dieser Weg wirklich lohnt.

1.800+
duale Studiengänge in DE
52.000
Kooperationsangebote
4
Modelle
25+
Jahre Beratungserfahrung

Was ist ein duales Studium – und für wen ist es gedacht?

Kurz gesagt: Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium mit regelmäßigen Praxisphasen in einem Unternehmen, oft auch mit einer Berufsausbildung. Sie schließen einen Vertrag mit dem Unternehmen, erhalten meist 800 bis 1.500 Euro brutto im Monat und machen nach drei bis viereinhalb Jahren einen Bachelor, teils zusätzlich einen Berufsabschluss.

Ein duales Studium verbindet ein vollwertiges Hochschulstudium mit längeren Praxisphasen in einem Unternehmen. Statt nur an der Hochschule zu lernen, wechseln Sie regelmäßig zwischen Theorie und Praxis – Mitarbeit im Betrieb, Projekten, teilweise einer Ausbildung. In der Regel haben Sie einen Vertrag mit einem Unternehmen und sind die gesamte Studiendauer dort angebunden.

Das duale Studium ist längst kein Nischenmodell mehr: In der BIBB-Datenbank AusbildungPlus waren zuletzt rund 1.800 duale Studiengänge mit über 113.000 Studierenden erfasst. Besonders verbreitet ist es in Wirtschaft, Technik und Informatik, Gesundheit und Pflege sowie Sozialem.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen alles Wichtige: die vier Modelle, den Ablauf inklusive Vergütung, die Vor- und Nachteile und einen Bewerbungs-Fahrplan. Wenn Sie noch am Anfang stehen, lohnt der Blick auf den Studienwahl-Hub und die Studienfelder im Überblick. Zur Frage, welcher Hochschultyp zu Ihnen passt, haben wir einen eigenen Ratgeber.

Auf dieser Seite finden Sie
  • Die 4 Modelle des dualen Studiums im Detail
  • Ablauf, Zeitmodelle und Organisation
  • Vergütung und Finanzierung realistisch eingeordnet
  • Vorteile und Nachteile ehrlich gegenübergestellt
  • Studienfelder mit guter dualer Eignung
  • 5-Schritte-Fahrplan zur Bewerbung
  • Vergleich: dual, klassisch oder Ausbildung
  • Antworten auf 8 häufige Fragen
Auf einen Blick

Duales Studium

Was es istvollwertiges Hochschulstudium kombiniert mit langen Praxisphasen im Unternehmen – man ist zugleich Studierende und Mitarbeitende
Vier Modelleausbildungsintegrierend (zwei Abschlüsse, mit IHK- oder HWK-Prüfung), praxisintegrierend (Studium im Vordergrund, ohne Kammerabschluss), berufsintegrierend, berufsbegleitend
ZeitmodelleBlockmodell mit mehrwöchigen Theorie- und Praxisblöcken oder Wochenmodell
Vergütungtypisch 800 bis 1.500 Euro brutto im Monat, abhängig von Branche, Unternehmen und Studienjahr
Studiengebührenhäufig 0 Euro – vielfach vom Unternehmen übernommen; BAföG ergänzend möglich
Angebotrund 1.800 duale Studiengänge in Deutschland, dazu 52.000 Kooperationsangebote
VorteilVergütung ab dem ersten Tag und durchgehende Berufspraxis
Nachteilhohe Belastung, kaum Semesterferien, geringere Flexibilität und frühe Festlegung

Die 4 Modelle des dualen Studiums

„Duales Studium“ ist ein Sammelbegriff. Die Modelle unterscheiden sich deutlich in Aufbau, Abschluss und Zielgruppe – entscheidend für Ihre Studienwahl ist, welches Modell Sie eigentlich vor Augen haben.

Modell 01

Ausbildungsintegrierend

Sie kombinieren eine vollwertige Berufsausbildung mit IHK- oder HWK-Abschluss mit einem Bachelorstudium. Am Ende halten Sie zwei Abschlüsse in der Hand.

2 Abschlüssefür Schulabgänger
  • Berufsabschluss + Bachelor parallel
  • Sehr klare berufliche Ausrichtung
  • Hohe Übernahmechancen im Betrieb
  • Starke Bindung an Praxispartner

Hinweis: Strammer Zeitplan – sehr fordernd, aber doppelt qualifizierend.

Modell 02

Praxisintegrierend

Das Studium steht im Vordergrund, ergänzt durch lange Praxisphasen. Eine klassische Berufsausbildung mit Kammerabschluss ist hier nicht vorgesehen.

Fokus Studiumfür Schulabgänger
  • Schwerpunkt auf akademischem Abschluss
  • Intensive, durchgehende Berufspraxis
  • Häufigstes Modell an Dualen Hochschulen
  • Vergütung ohne zusätzliche Ausbildung

Hinweis: Ideal, wenn Ihnen der Bachelor wichtiger ist. Typisch z. B. an der DHBW.

Modell 03

Berufsintegrierend

Für Menschen, die bereits im Beruf stehen. Das Studium ist inhaltlich eng mit der aktuellen Tätigkeit verzahnt und findet teilweise innerhalb der Arbeitszeit statt.

für BerufstätigeWeiterbildung
  • Studium verzahnt mit dem aktuellen Job
  • Direkter Transfer in die Praxis
  • Ideal für Aufstieg im Unternehmen
  • Teils freigestellte Studienzeiten

Hinweis: Eher für Berufserfahrene – hohe Doppelbelastung von Job und Studium. Auch ein Weg für die berufliche Neuorientierung.

Modell 04

Berufsbegleitend

Sie arbeiten in Ihrem Beruf weiter und studieren zusätzlich – meist abends, am Wochenende oder als Fernstudium. Das Unternehmen muss nicht zwingend Kooperationspartner sein.

für Berufstätigeflexibel
  • Volles Gehalt bleibt erhalten
  • Hohe zeitliche Flexibilität
  • Karriere und Studium kombinierbar
  • Oft als Fern- oder Abendstudium

Hinweis: Erfordert viel Selbstorganisation – die Freizeit schrumpft über mehrere Jahre spürbar.

Vorteile und Nachteile des dualen Studiums

Ein duales Studium ist weder besser noch schlechter als ein klassisches Hochschulstudium – es ist anders. Diese Unterschiede zu verstehen, ist ein zentraler Schritt Ihrer Studienwahl.

Vorteile

  • Frühe Praxis: Sie lernen Ihr Berufsfeld von Beginn an aus Unternehmenssicht kennen.
  • Vergütung ab Tag 1: Ein regelmäßiges Gehalt erleichtert die Finanzierung.
  • Gute Übernahmechancen: Betriebe nutzen duale Studiengänge zur Nachwuchssicherung.
  • Klare Strukturen: Fester Block- oder Wochenrhythmus.
  • Netzwerk: Sie knüpfen früh berufliche Kontakte und sammeln echte Referenzen.

Nachteile

  • Hohe Belastung: Wenig Freizeit, kaum Semesterferien, doppelte Anforderungen.
  • Weniger Flexibilität: Fachwechsel und Auslandssemester sind schwieriger.
  • Frühe Spezialisierung: Sie legen sich früh auf Berufsfeld und Unternehmen fest.
  • Abhängigkeit: Bei Konflikten oder Krisen ist das Studium mitbetroffen.
  • Bindung: Oft gelten Bleibeklauseln oder Rückzahlungsregeln nach Abschluss.

Ablauf, Zeitmodelle und Vergütung

Im dualen Studium sind Sie nicht nur Studentin oder Student, sondern auch Mitarbeiterin oder Mitarbeiter. Wie sich Theorie und Praxis abwechseln, regelt das Zeitmodell.

So wechseln Theorie und Praxis

Je nach Hochschule und Studiengang folgt der Wechsel einem von zwei Grundmustern.

  • Blockmodell: Mehrwöchige Theoriephasen an der Hochschule, dann Praxisblöcke im Betrieb.
  • Wochenmodell: Einige Tage pro Woche im Unternehmen, die übrigen an der Hochschule.
  • Projektphasen: Intensive Praxisblöcke für Projekte oder die Abschlussarbeit.
  • Pflichten: Arbeitszeiten, Urlaubsregeln und Leistungsanforderungen sind vertraglich fixiert.

Vergütung und Finanzierung

Anders als im klassischen Studium erhalten Sie eine monatliche Vergütung. Die Höhe hängt von Branche, Unternehmen und Studienjahr ab.

800–1.500 €

typische Brutto-Vergütung pro Monat

oft 0 €

Studiengebühren – häufig vom Unternehmen übernommen

BAföG

ergänzend möglich, abhängig von Vergütung

3–4,5 J.

übliche Studiendauer bis zum Bachelor

Gehalt im dualen Studium: brutto, netto, nach Fach

Kurz gesagt: Dual Studierende verdienen meist 800 bis 1.500 Euro brutto im Monat. Netto bleiben davon rund 79 Prozent, also etwa 630 bis 1.170 Euro, weil Sozialabgaben von gut 21 Prozent anfallen, Lohnsteuer in diesem Bereich aber kaum oder gar nicht.

Brutto und netto im Vergleich

Brutto pro MonatNetto pro Monat (Richtwert)
800 €rund 630 €
1.000 €rund 790 €
1.200 €rund 950 €
1.500 €rund 1.170 €

Richtwerte 2026: Steuerklasse I, ohne Kirchensteuer, Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung rund 21 Prozent (Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung mit durchschnittlichem Zusatzbeitrag). Kinderlose ab 23 zahlen 0,6 Prozentpunkte mehr Pflegeversicherung. Alle Angaben ohne Gewähr.

Vergütung nach Fach

Fach / BereichØ Vergütung bruttonetto (Richtwert)
Informatik / IT1.100 €rund 870 €
Wirtschaftsinformatik1.100 €rund 870 €
Maschinenbau1.080 €rund 850 €
Elektrotechnik1.070 €rund 840 €
BWL / Management1.050 €rund 830 €
Internationale BWL950 €rund 750 €
Gesundheitsmanagement900 €rund 710 €
Soziale Arbeit750 €rund 590 €

Durchschnittswerte aus unserem Ranking der dualen Studiengänge (Stand Oktober 2026). Die Vergütung steigt meist mit jedem Studienjahr.

Ist ein duales Studium immer bezahlt?

Bei ausbildungs- und praxisintegrierenden Modellen erhalten Sie fast immer eine monatliche Vergütung. Im ausbildungsintegrierenden Modell gilt für die Ausbildung die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Für praxisintegrierende Modelle gibt es keinen gesetzlichen Mindestbetrag; die Höhe steht im Vertrag mit dem Unternehmen. Bei berufsbegleitenden Modellen bekommen Sie Ihr reguläres Gehalt weiter, das Studium finanzieren Sie oft selbst.

Was darf ein dualer Student dazuverdienen?

Für die Vergütung selbst gibt es keine Obergrenze. Das Kindergeld läuft während einer ersten Ausbildung oder eines ersten Studiums unabhängig vom Einkommen weiter. Einen Nebenjob müssen Sie meist mit dem Unternehmen abstimmen, weil der Vertrag Arbeitszeit und Urlaub regelt. BAföG gibt es neben einer Vergütung nur selten, weil sie als Einkommen angerechnet wird.

Studienfelder mit guter dualer Eignung

Ein ehrlicher Überblick: In diesen Feldern ist das duale Studienangebot besonders breit. Alle Studienfelder im Detail finden Sie auf unserer Spezialseite.

Wirtschaft & Management

Sehr großes Angebot
  • BWL (Industrie, Handel, Bank)
  • Wirtschaftsinformatik
  • International Management
  • Logistik & Supply Chain
  • Steuern & Prüfungswesen

Technik & Ingenieurwesen

Sehr großes Angebot
  • Maschinenbau
  • Elektrotechnik
  • Mechatronik
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Bauingenieurwesen

Informatik & IT

Stark wachsend
  • Angewandte Informatik
  • Software Engineering
  • Cyber Security
  • Data Science
  • IT-Management

Gesundheit & Pflege

Wachsendes Angebot
  • Pflegewissenschaft
  • Physiotherapie
  • Hebammenwissenschaft
  • Gesundheitsmanagement
  • Medizintechnik

Soziales & Pädagogik

Solide vertreten
  • Soziale Arbeit
  • Kindheitspädagogik
  • Sozialmanagement
  • Heilpädagogik
  • Bildungswissenschaften

Medien & Kommunikation

Solide vertreten
  • Medienmanagement
  • Medieninformatik
  • Marketing & Kommunikation
  • Eventmanagement
  • Corporate Communications

In 5 Schritten zum dualen Studienplatz

Der Bewerbungsweg führt zuerst über das Unternehmen – und erst danach über die Hochschule. Wer früh startet, hat einen klaren Vorteil. Unser Berufswahltest für Schüler gibt eine erste Orientierung.

1
Schritt 1

Profil & Berufsfeld klären

Klären Sie zuerst Ihre Interessen und Stärken – ein an RIASEC angelehnter Studienwahltest zeigt Ihnen, ob ein klares Berufsfeld zu Ihrem Profil passt.

2
Schritt 2

Modell & Feld wählen

Entscheiden Sie, ob Ihnen ein zusätzlicher Ausbildungsabschluss wichtig ist oder der Bachelor im Vordergrund steht – und in welchem Studienfeld.

3
Schritt 3

Unternehmen recherchieren

Suchen Sie duale Plätze in Stellenbörsen, auf Unternehmensseiten und in der AusbildungPlus-Datenbank des BIBB. Prüfen Sie die kooperierenden Hochschulen.

4
Schritt 4

Bewerben & überzeugen

Bewerben Sie sich 12–18 Monate vor Studienbeginn. Rechnen Sie mit Online-Test, Assessment-Center und Auswahlgespräch.

5
Schritt 5

An der Hochschule einschreiben

Nach der Zusage des Unternehmens folgt die Einschreibung. Unsicher? Eine Wissenschaftlich fundierte Beratung bringt Klarheit.

Dual, klassisch oder Ausbildung – der direkte Vergleich

Drei Wege nach dem Abitur, drei Profile. Mehr zum Thema finden Sie in unserem Ratgeber Nach dem Abitur.

Im Fokus

Duales Studium

  • Theorie + Praxis fest verzahnt
  • Vergütung ab dem ersten Monat
  • Hohe Belastung, wenig Freizeit
  • Frühe Festlegung auf ein Berufsfeld
  • Akademischer Abschluss + Praxis
Alternative

Klassisches Studium

  • Mehr Freiheit und Selbstbestimmung
  • Zeit für Orientierung & Auslandssemester
  • Keine Vergütung, ggf. BAföG
  • Späterer Praxiskontakt
  • Akademischer Abschluss
Alternative

Ausbildung

  • Stärkster Praxisfokus
  • Ausbildungsvergütung
  • Kürzere Dauer, schneller im Beruf
  • Kein akademischer Grad
  • Aufstieg über Weiterbildung möglich

Welches duale Studium passt zu mir? Der ehrliche Selbstcheck

Eine ehrliche Selbsteinschätzung schützt vor einem Abbruch. Diese Punkte begegnen uns in der Beratungspraxis immer wieder. Wer seine Persönlichkeit und Interessen systematisch kennenlernen möchte, profitiert von unserem Persönlichkeitstest.

Ein duales Studium passt, wenn Sie …

  • gern strukturiert arbeitest und mit einem vollen Kalender zurechtkommst
  • früh praktische Verantwortung übernehmen möchten
  • ein klares Interesse an einer Branche oder einem Berufsfeld haben
  • finanzielle Planungssicherheit durch Vergütung schätzt
  • Theorie am liebsten direkt in der Praxis anwendest

Vorsicht ist geboten, wenn Sie …

  • noch sehr unentschlossen sind, was Sie studieren möchten
  • sich Freiheit, Zeit zur Orientierung und Auslandssemester wünschen
  • mit hohem Leistungsdruck stark zu kämpfen haben
  • sich ungern früh auf ein Unternehmen festlegen
  • ein Fach nur wegen der Vergütung wählen würdest

In drei Schritten zum passenden dualen Studium

  1. Studienbereich klären. Unser kostenloser Studienwahltest ordnet Ihre Interessen in 5 bis 7 Minuten sieben Studienbereichen zu – 42 Fragen, ohne Anmeldung.
  2. Modell wählen. Ausbildungsintegrierend, praxisintegrierend, berufsintegrierend oder berufsbegleitend: Welches zu Ihrer Lage passt, zeigt der Vergleich der vier Modelle.
  3. Praxispartner prüfen. Im dualen Studium entscheiden Sie sich für ein Fach und einen Arbeitgeber zugleich. Prüfen Sie Branche, Vertrag und mögliche Bindungsklauseln, bevor Sie unterschreiben.
Studienwahltest kostenlos starten

Unsicher, ob ein duales Studium zu Ihnen passt?

Wissenschaftlich fundierte Diagnostik
Individuelle Studienberatung
7 Standorte deutschlandweit

Sie kennen jetzt die Modelle und den Ablauf – aber ist der duale Weg Ihrer? Eine professionelle Studienberatung bringt Klarheit auf Basis valider Diagnostik.

Kostenfreies Erstgespräch anfragen

Häufige Fragen zum dualen Studium

Antworten aus der Beratungspraxis – direkt und ohne Floskeln.

Wie viel netto bekommt man im dualen Studium?
Von einer Bruttovergütung zwischen 800 und 1.500 Euro bleiben netto rund 630 bis 1.170 Euro. Abgezogen werden vor allem die Sozialabgaben von gut 21 Prozent; Lohnsteuer fällt in Steuerklasse I bei diesen Beträgen kaum oder gar nicht an. Bei 1.000 Euro brutto sind es etwa 790 Euro netto.
Ist ein duales Studium immer bezahlt?
Bei ausbildungs- und praxisintegrierenden Modellen fast immer. Für den Ausbildungsteil gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung, für praxisintegrierende Modelle gibt es keinen gesetzlichen Mindestbetrag; die Höhe regelt der Vertrag. Bei berufsbegleitenden Modellen erhalten Sie Ihr normales Gehalt weiter.
Was darf ein dualer Student verdienen?
Für die Vergütung gibt es keine Obergrenze, und das Kindergeld läuft während einer ersten Ausbildung oder eines ersten Studiums unabhängig vom Einkommen weiter. Einen Nebenjob sollten Sie mit dem Unternehmen abstimmen. BAföG gibt es neben einer Vergütung nur selten, weil sie als Einkommen zählt.
Welches duale Studium passt zu mir – gibt es dafür einen Test?
Einen Test nur für das duale Studium gibt es bei uns nicht, aber einen sinnvollen ersten Schritt: Der kostenlose Studienwahltest zeigt in 5 bis 7 Minuten, welcher Studienbereich zu Ihren Interessen passt. Danach wählen Sie das Modell (ausbildungsintegrierend, praxisintegrierend, berufsintegrierend oder berufsbegleitend) und prüfen den Praxispartner. Ob Sie für Studium und Praxis zugleich geeignet sind, klärt eine Studienberatung mit Potenzialanalyse.
Was ist ein duales Studium genau?
Ein duales Studium verbindet ein Hochschulstudium mit längeren Praxisphasen in einem Unternehmen. Sie sind gleichzeitig an einer Hochschule eingeschrieben und über einen Vertrag an einen Praxispartner gebunden. Theorie- und Praxisphasen wechseln sich im Block- oder Wochenmodell ab.
Welche Modelle des dualen Studiums gibt es?
Es gibt vier Modelle: ausbildungsintegrierend (Studium plus anerkannter Berufsausbildung), praxisintegrierend (Studium mit langen Praxisphasen, ohne Kammerabschluss), berufsintegrierend (Studium parallel zur Berufstätigkeit) und berufsbegleitend (Studium neben dem Job). Für Schulabgänger sind die ausbildungs- und praxisintegrierenden Modelle relevant.
Wie viel verdient man im dualen Studium?
Die Vergütung liegt je nach Branche meist zwischen 800 und 1.500 Euro brutto im Monat. Viele Unternehmen übernehmen zusätzlich die Studiengebühren. Damit lässt sich ein duales Studium in der Regel ohne BAföG oder Nebenjob finanzieren.
Welche Vorteile und Nachteile hat ein duales Studium?
Vorteile sind frühe Praxis, regelmäßige Vergütung, gute Übernahmechancen und klarer Ablauf. Nachteile sind hohe Belastung, wenig Semesterferien, geringere Flexibilität und frühe Festlegung. Wenn Sie unsicher sind, hilft eine Studienberatung.
Wie und wann bewerbe ich mich für ein duales Studium?
Die Bewerbung läuft zuerst über das Unternehmen, danach über die Hochschule. Viele Betriebe suchen 12 bis 18 Monate vor Studienbeginn. Nach der Zusage schreiben Sie sich an der kooperierenden Hochschule ein.
Kann ich mit mittlemäßigem Abi dual studieren?
Ja. Unternehmen achten nicht nur auf den Notendurchschnitt, sondern auch auf Motivation und passende Interessen. Wer sich wegen des NC sorgt, findet ergänzende Wege auf unserer Seite Studium ohne NC.
Duales Studium oder klassisches Studium – was passt zu mir?
Ein duales Studium passt, wenn Sie strukturiert arbeiten, früh praktische Verantwortung wollen und ein klares Berufsfeld vor Augen haben. Ein klassisches Studium passt besser, wenn Sie Freiheit, Orientierungszeit und Auslandssemester wünschen. Eine wissenschaftlich fundierte Studienberatung hilft, beide Wege abzuwägen.
Welche Hochschulen bieten duale Studiengänge an?
Die größte Anbieterin ist die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) mit über 33.000 Studierenden. Daneben bieten zahlreiche Fachhochschulen, Berufsakademien und zunehmend auch Universitäten duale Programme an. Einen Überblick gibt unser Hochschulfinder. Details zum Vergleich der Hochschultypen finden Sie in unserem Ratgeber.
Welche dualen Studiengänge sind am besten bezahlt?
Am oberen Ende der Vergütung liegen typischerweise Informatik und Wirtschaftsinformatik, Ingenieurstudiengänge wie Elektrotechnik und Maschinenbau sowie Banken, Versicherungen und Teile des öffentlichen Dienstes – mit bis zu rund 1.500 Euro brutto im Monat. Die Spanne hängt stark von Tarif, Unternehmen und Studienjahr ab. Einen Vergleich bietet das Ranking der dualen Studiengänge.
Welche dualen Studiengänge sind besonders praxisbezogen?
Am praxisnächsten sind ausbildungs- und praxisintegrierende Modelle mit festen Praxisphasen im Betrieb, etwa an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg im Wechsel von rund drei Monaten. Inhaltlich besonders anwendungsnah sind Wirtschaftsinformatik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Handel und Logistik, Soziale Arbeit sowie die Studiengänge für Polizei und Verwaltung.
Warum fällt die Wahl eines dualen Studiums so schwer?
Weil Sie zwei Dinge gleichzeitig wählen: das Fach und den Arbeitgeber. Die Bewerbung läuft oft zwölf bis achtzehn Monate vor Studienbeginn, und viele Verträge binden Sie nach dem Abschluss an das Unternehmen. Klären Sie deshalb zuerst die Richtung, etwa mit dem Studienwahltest, und wählen Sie erst danach die Unternehmen.
Wie gut ist der Berufseinstieg nach einem dualen Bachelor?
In der Regel sehr gut: Betriebe nutzen duale Studiengänge zur Nachwuchssicherung und übernehmen einen großen Teil ihrer Absolventen, und Sie bringen bereits mehrere Jahre Berufserfahrung mit. Die Kehrseite sind Bindungsklauseln, weniger Wahlfreiheit bei Schwerpunkten und ein Master, der oft erst berufsbegleitend folgt.
Gibt es duale Studiengänge ohne NC?
Meist ja, denn beim dualen Studium wählt vor allem das Unternehmen aus, nicht die Hochschule über einen Numerus clausus. Formal brauchen Sie eine Hochschulzugangsberechtigung – Abitur, Fachabitur oder eine berufliche Qualifikation. Eine mittlere Note gleichen Praktika, ein starkes Anschreiben und gute Auswahltests aus. Mehr zu NC-freien Wegen unter Studium ohne NC.
Was kann ich im dualen Studium von der Steuer absetzen?
Weil das duale Studium im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindet, gelten die selbst getragenen Kosten als Werbungskosten: etwa Fahrten zur Hochschule, Arbeitsmittel und Fachliteratur, Studiengebühren, soweit Sie sie selbst zahlen, und unter Umständen eine doppelte Haushaltsführung. Vom Arbeitgeber erstattete Kosten zählen nicht. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Steuerberatung.
Jan Bohlken, Gründer Profiling Institut
Jan Bohlken
Diplom-Sozioökonom · Gründer & Geschäftsführer Profiling Institut

Jan Bohlken verfügt über fast 20 Jahre Erfahrung in Eignungsdiagnostik, Karriereberatung und Headhunting. Er hat Tausende von Abiturientinnen und Abiturienten dabei begleitet, den richtigen Weg nach dem Abitur zu finden – ob duales Studium, klassisches Studium oder Ausbildung.

Wissenschaftlich fundierte DiagnostikDiplom-Sozioökonomnfb-MitgliedDGfK-Mitglieddvb-Mitglied20+ Jahre Erfahrung

Raphaela Peitsch, Diplom-Psychologin
Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · Fachlicher Beirat

Persönliche Studienberatung an sieben Standorten

Keine pauschale Online-Beratung – individuelle Beratung mit langjähriger Arbeitsmarkterfahrung.