Intelligenztests kommen nicht nur im Kinder- und Jugendbereich zur Anwendung, sondern können einem auch im Erwachsenenleben bei der Jobsuche begegnen. So setzen einige Unternehmen Intelligenztests in der Personalauswahl ein. Bewerber/innen, die einen solchen Test absolvieren sollen, sind häufig nervös und angespannt. Was hat es damit auf sich? Wie genau werden solche Tests eingebunden? Wie kann man sich vorbereiten?

In Deutschland noch nicht weit verbreitet

Was genau Intelligenztests sind und was diese messen, haben wir bereits in einem vorigen Beitrag zum Thema Intelligenz und kognitive Begabung beschrieben. Allgemein geht es bei solchen Tests um die kognitive Leistungsfähigkeit einer Person. Diese Information kann für Unternehmen interessant und von Bedeutung bei der Besetzung einer Stelle sein. Der Einsatz von Intelligenztests in der Personalauswahl ist in Deutschland bisher noch nicht weit verbreitet. Anders sieht es in Ländern wie Großbritannien aus. Hier nutzt bereits ein Großteil der Unternehmen solche Tests in ihren Einstellungsverfahren. In Deutschland sind es hingegen unter 15 Prozent.

Debatte um die Nützlichkeit

Grund dafür könnte eine Debatte um die Nützlichkeit und den Mehrwert von Intelligenztests in der Personalauswahl sein. So ist es umstritten, wie hilfreich diese wirklich sind, um geeignete Bewerber/innen herauszufiltern. Befürworter/innen versprechen sich eine objektivere und verlässlichere Einschätzung der kognitiven Leistungsfähigkeit der Bewerber/innen. Skeptiker/innen befürchten hingegen, dass die Ergebnisse durch eine gute Vorbereitung verzerrt und manipuliert werden könnten. Dem gegenüber stehen wissenschaftliche Ergebnisse, die den Intelligenztests eine gute Voraussagekraft über den beruflichen Erfolg einer Person zusprechen.

Wie sinnvoll ein Intelligenztest in der Personalauswahl ist, hängt dabei zum einen davon ab, ob die erhobene Größe, also die kognitive Leistungsfähigkeit, relevant für den zu besetzenden Job ist. Ist dies der Fall, kann ein solcher Test sinnvoll sein. Um aber tatsächlich nützlich zu sein, muss der Test auch gut sein und zuverlässig das messen und erfassen, was gewünscht ist. Neben guten und renommierten Intelligenztests gebe es auch viele weniger gute bis schlechte Tests, deren Ergebnisse entsprechend weniger hilfreich für die Personalauswahl sind.

Aber selbst gute Intelligenztests geben nur Aufschluss über die Aspekte, die erfasst wurden und messbar sind. Andere relevante Teilaspekte, wie beispielsweise die fachlichen Kenntnisse oder die soziale Kompetenz, werden nicht erfasst. Deshalb werden Intelligenztests in der Regel nicht allein, sondern in Kombination mit anderen Verfahren eingesetzt, um ein ganzheitliches Bild der Bewerber/innen zu erhalten.

Im Kern funktionieren Intelligenztests dabei ähnlich und zielen auf die Verarbeitungskapazität, das Gedächtnis, die Kreativität und die Arbeitsgeschwindigkeit ab. Diese werden mit mathematischen bzw. Rechenaufgaben, sprachlichen bzw. textbasierten Aufgaben, sowie Bild- und Figurenaufgaben erhoben.

Richtig eingesetzt, können gute Intelligenztests damit als Ergänzung zu anderen Verfahren ein Personalauswahlverfahren verbessern und objektiver gestalten.

Wie kommen sie zum Einsatz?

Wie genau Unternehmen dabei Intelligenztests in der Personalauswahl einsetzen, ist unterschiedlich. Eine Variante ist der vorgeschaltete Einsatz noch vor einem Assessment Center oder ähnlichem zur Vorauswahl geeigneter Bewerber/innen. In einem solchen Fall erhalten ausgewählte Bewerber/innen in der Regel einen Link zu einem Online-Test, den sie durchlaufen müssen. Das Abschneiden in diesem Test entscheidet dann darüber, ob die Person weiter am Auswahlverfahren teilnimmt oder ausscheidet.

Ein Intelligenztest kann aber auch erst während des Auswahlverfahrens zum Beispiel als Teil eines Assessment-Centers zum Einsatz kommen. Dies bietet Bewerber/innen den Vorteil, dass das Ergebnis des Intelligenztests nicht alleine darüber entscheidet, ob sie weiterhin in Frage kommen für den Job oder nicht. Zu diesem Zeitpunkt konnten sich die Zuständigen schon ein komplexeres Bild über die Bewerber/innen machen und es besteht die Möglichkeit, eventuell auftretende Schwächen auszugleichen.

Vorbereitung von Intelligenztests in der Personalauswahl

Welche Aufgaben genau in dem verwendeten Intelligenztest vorkommen, ist individuell. Dennoch gibt es einige Aufgabenstellungen, die häufig zum Einsatz kommen. Im Folgenden werden einige dieser Beispiel aufgeführt. So können im mathematischen Teil Rechen- oder Schätzaufgaben eingesetzt werden oder auch Interpretationsaufgaben von Graphen oder ähnlichem, sowie die Ergänzung von Zahlenreihenfolgen. Im sprachlichen Teil können Analogien, Textverständnis und Wortreihenfolgen, in denen ein Wort nicht passend ist, vorkommen. Bei den bildlichen Aufgaben können Bilderreihenfolgen vorkommen, die ergänzt werden müssen, ebenso wie das Erkennen und Zuordnen von Spiegelbildern und Würfelnetzen zu einem abgebildeten Würfel.

Neben diesen Beispielen gibt es auch eine Reihe anderer Aufgabentypen, die häufig eingesetzt werden. Ist bereits im Voraus klar, dass ein Intelligenztest eingesetzt werden wird, können und sollten sich nervöse Bewerber/innen deshalb auf diesen vorbereiten, indem sie sich mit den verschiedenen Aufgabentypen vertraut machen. Hierzu gibt es verschiedene Bücher im Handel, die diese vorstellen. Ist man vertraut mit den Aufgabenstellungen, geht man meist entspannter und weniger nervös an den Test heran, denn die Art der Aufgaben ist nicht überraschend. Außerdem kann so im Vorfeld selbst getestet werden, wo eigene Schwächen liegen, die dann gezielt trainiert werden können.

Am Tag des Tests gibt es meist eine Einführung mit Beispielen. Sollten hier Fragen auftauchen, sollten diese bereits hier geklärt werden. Außerdem sollte geklärt werden, ob bei einem Multiple-Choice Test eine falsche Antwort genauso wie keine Antwort gewichtet wird. Ist dies der Fall, sollte man während des Tests im Zweifel eine geratene Antwortmöglichkeit ankreuzen, anstatt keine zu wählen, da die Möglichkeit besteht, dennoch richtig zu liegen.

Bei dem Test selbst, sollten vor allem die Aufgaben und Aufgabenstellungen aufmerksam und genau gelesen werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, nicht in Panik zu verfallen oder sich an einer Aufgabe festzubeißen. Viele Intelligenztests sind so umfangreich, dass es nicht möglich ist, alle Fragen in der vorgegebenen Zeit zu beantworten. Außerdem ist die Fragenanordnung oft, bezogen auf den Schwierigkeitsgrad, nicht aufsteigend aufgeführt. Das heißt, die ersten Fragen einer Kategorie sind nicht unbedingt die leichtesten und die letzten nicht unbedingt die schwierigsten. Deshalb sollte man versuchen, sich nicht zu lang an einer Frage aufzuhalten. Kann eine Frage nicht gelöst werden, sollte rasch zur nächsten übergegangen werden.

Fazit – Intelligenztests in der Personalauswahl

Intelligenztests in der Personalauswahl können, wenn sie gut sind und richtig eingesetzt werden, nützlich für den Entscheidungsprozess sein und diesen mit objektiven Ergebnissen bereichern. Bewerber/innen könne sich auf solche Tests vorbereiten, indem sie sich mit häufigen Aufgabentypen vertraut machen, um weniger nervös zu sein und sich ggf. auf solche Typen vorbereiten zu können, in denen Defizite bestehen. Vor dem Test sollten alle relevanten Fragen geklärt werden. Während des Tests sollte versucht werden, ruhig zu bleiben und sich nicht unnötig lang an einer Aufgabe aufzuhalten, sondern rasch voran zu kommen. Generell sollte versucht werden, möglichst ruhig und fokussiert an den Test heranzugehen, um bestmögliche Ergebnisse erzielen zu können.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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