Eine Studie zum Thema Kinder Medien Konsum fand heraus, dass traditionelle Medien, wie gedruckte Bücher, noch immer die Favoriten der Kinder zwischen 4 und 13 Jahren sind. Die Studie wurde von 6 Verlagen in Auftrag gegeben und zwar der Blue Ocean Entertainment AG, der Egmont Ehapa Media GmbH, Gruner + Jahr, der Panini Verlags GmbH, dem SPIEGEL-Verlag und dem ZEIT Verlag. Im Rahmen der Kinder-Medien-Studie wurden über 2000 Interviews mit Kindern und Eltern geführt um zu ermitteln, was für Medien die Kinder zwischen 4 und 13 Jahren in Deutschland konsumieren. Es wurde aber nicht nur untersucht welche Medien die Kinder konsumieren, sondern auch wie bzw. wie oft sie diese nutzen. Darüber hinaus wurde auch ermittelt, wie die Kinder generell ihre Freizeit gestalten und ob es Unterschiede im Verhalten Online und Offline gibt. Auch der Einfluss der Eltern und Freunde wurde beleuchtet.

Die beliebtesten Medien

Um den Kinder Medien Konsum zu beleuchten, wurden die Kinder und Eltern dazu befragt, welche Medien mehrmals die Woche genutzt werden. In allen Altersgruppen führt Fernsehen als Beschäftigung. 97 Prozent aller Befragten Kinder nutzen mehrmals die Woche den Fernseher. Bei den 4- bis 5-Jährigen liegt der Wert bei 93 Prozent, bei den 6- bis 9-Jährigen bei 98 Prozent und bei den 10- bis 13-Jährigen bei 97 Prozent. Die zweitliebste Beschäftigung der Kinder ist mit 79 Prozent das Musikhören. Hier nehmen die Prozentzahlen mit steigendem Alter zu. Auf dem dritten Platz landen die klassischen Printmedien, wie Bücher, Zeitschriften und Comics mit 72 Prozent. Dahinter landet digitale Spiele spielen mit 57 Prozent. Auch hier steigt die Prozentzahl mit zunehmendem Alter an. Radio hören 55 Prozent der Kinder regelmäßig. Chatten und telefonieren ist mit 52 Prozent auf dem vorletzten Platz. Mit zunehmendem Alter wird diese Beschäftigung jedoch wichtiger für die Kinder. Auf dem letzten Platz liegt Filme auf YouTube oder DVD schauen mit 39 Prozent.

Printmedien vor digitalen Medien

72 Prozent der Kinder schauen mehrmals die Woche in ein Buch, eine Zeitschrift oder ein Comic. Vor Allem die kleinsten Befragten schauen mehrmals pro Woche in Bücher. Laut der Kinder-Medien-Studie liegt die Zahl hierfür bei 68 Prozent der 4- bis 5-Jährigen. In Kinderzeitschriften und Comics schauen 44 Prozent der Kleinen mehrmals die Woche. Bei den 6- bis 13-Jährigen lesen 61 Prozent regelmäßig Bücher und 55 Prozent Kinderzeitschriften oder Comics. Besonders beliebt in allen Altersgruppen sind die Kinderzeitschriften. Bei den 4- bis 5-Jährigen lesen diese knapp 57 Prozent häufig. In der Gruppe der 6- bis 13-Jährigen sind es sogar knapp 72 Prozent. Erst die 10- bis 13-Jährigen bevorzugen digitale Spiele anstatt Printmedien. Der anhaltende Erfolg der klassischen Printmedien wird auch durch die Eltern gefördert. Sie bewerten die Zuwendung hierzu als positiv und fördern diese, da sie es als sinnvolle Beschäftigung ansehen. Sie finden, dass ihre Kinder dabei etwas lernen könnten und Inhalte in ihrem eigenen Tempo aufnehmen würden. Digitale Medien werden deutlich seltener als positiv von den Eltern bewertet. Der Kinder Medien Konsum ist damit laut dieser Studie viel weniger digital, als viele denken.

Freizeitgestaltung

Auch die Freizeitgestaltung spielt beim Thema Kinder Medien Konsum eine Rolle. Am liebsten sind die Kinder laut der Studie mit Freunden zusammen oder spielen im Freien. Bei den Kindern im Alter von 4 bis 5 Jahren ist außerdem noch Malen, Zeichnen, Basteln und Handarbeiten beliebt. Die 6-Jährigen spielen gerne mit Spielkästen, wie Playmobil oder Lego. Mit zunehmendem Alter wird chillen bzw. ausruhen/nichts tun wichtiger. Bei den Jungen wird mit zunehmendem Alter Sport treiben wichtig.

Kommunikationswege

Die Studie zum Kinder Medien Konsum hat sich auch mit der Kommunikation von Kindern auseinander gesetzt. Demnach besitzen 37 Prozent der 6- bis 9-Jährigen ein eigenes Handy oder Smartphone. Bei den 10- bis 13-Jährigen sind es 84 Prozent. 68 Prozent der 10- bis 13-Jährigen verschicken WhatsApp-Nachrichten, 61 Prozent SMS. Dieser Kommunikationsweg wird mit zunehmendem Alter häufiger genutzt. Wichtiger als miteinander schreiben ist jedoch in allen Altersgruppen das Telefonieren. 82 Prozent der Kinder nutzt diesen Kommunikationsweg häufig. Damit ist miteinander sprechen wichtiger als tippen. Auch Social-Media Plattformen spielen nur eine geringe Rolle bei den Kindern. Nur 29 Prozent der 10- bis 13-Jährigen sind auf Facebook.

Taschengeld

Der Kinder Medien Konsum muss natürlich auch finanziert werden. Im Rahmen der Studie wurde erfragt, wie viel verfügbares Geld, also Taschengeld und Geldgeschenke, die Kinder im Monat haben. Interessant hierbei ist, dass bereits bei den 4- bis 5-Jährigen die Jungen mehr Geld zur Verfügung haben, als die Mädchen. Dieses Ungleichgewicht setzt sich mit steigendem Alter fort. 4- bis 5-Jährige Jungen haben monatlich ca. 20 Euro zur Verfügung, Mädchen lediglich knapp 17 Euro. 6- bis 9-Jährige Jungen haben dann ca. 32 Euro monatlich, die Mädchen ca. 30 Euro. Und auch bei den 10- bis 13-Jährigen besteht dieser Unterschied weiterhin. Jungen haben knapp 55 Euro zur Verfügung, Mädchen ca. 52 Euro. Am liebsten geben die Kinder aller Altersgruppen ihr Geld für Süßigkeiten, Kekse und Kaugummis aus. Dicht gefolgt wird das von Ausgaben für Zeitschriften, Comics und Magazine. Die Ausgaben hierfür steigen mit zunehmendem Alter. Bei den 4- bis 11-Jährigen ist Eis ebenfalls beliebt. Die 12- bis 13-Jährigen geben gerne auch Geld für Fast Food bzw. Essen unterwegs aus.

Mitbestimmungsrecht der Kinder

In Sachen Taschengeld ausgeben sind die Kinder ab 6 Jahren relativ eigenständig. 74 Prozent der 6- bis 9-Jährigen dürfen selbst entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben. Bei den 10- bis 13-Jährigen sind es 95 Prozent. Auch bei der Einrichtung des Zimmers und der Freizeitgestaltung sind die Kinder relativ frei, wobei sie mit steigendem Alter mehr Mitspracherecht und Entscheidungsgewalt von den Eltern bekommen. Beim Thema Kleidung ist etwa die Hälfte der 6- bis 9-Jährigen frei bei der Wahl. Bei den 10- bis 13-Jährigen liegt der Anteil bei 82 Prozent. Bei gemeinsamen Unternehmungen mit der Familie dürfen 84 Prozent der Kinder mitbestimmen, was gemacht wird. 78 Prozent dürfen beim Lebensmitteleinkauf mitbestimmen und immerhin 52 Prozent bei der Auswahl des Urlaubsortes. Zurück beim Thema Kinder Medien Konsum werden vor Allem bei den Printmedien Freiräume für die Kinder eingeräumt. So dürfen 69 Prozent der Kinder selber bestimmen, welche Bücher bzw. Zeitungen es lesen möchte. Selbstbestimmen, welche Fernsehsendung es sieht, dürfen 49 Prozent der Kinder. Allein ohne Aufsicht im Internet surfen bzw. Apps benutzen dürfen lediglich 40 Prozent. Selbst bestimmen, welche Apps das Kind nutzt, dürfen nur 28 Prozent. Bei der Mediennutzung räumen Eltern also erst später ein Mitspracherecht der Kinder ein.

Fazit – Kinder Medien Konsum findet oft Offline statt

Der Kinder Medien Konsum ist weniger digital, als einige vermutet haben werden. Digital ist zwar attraktiv, aber viele Kinder lesen lieber klassische Printmedien, als YouTube oder Spielekonsolen zu nutzen. Ganz vorn mit dabei sind Zeitschriften, die sich die Kinder auch von ihrem eigenen Taschengeld kaufen. Printmedien werden von Eltern deutlich positiver bewertet, als andere Medien. Das spiegelt sich auch im Mitspracherecht der Kinder wieder. Offline haben Kinder schon früh die Freiheit selber entscheiden zu können, was sie lesen. Online kontrollieren die Eltern dafür länger, was das Kind genau macht. Auch sonst ist die Freizeitgestaltung der Kinder wenig von digitalen Dingen geleitet. Mit Freunden treffen und draußen spielen sind noch immer die liebsten Freizeitbeschäftigungen. Interessant ist außerdem, dass Jungen schon im Vorschulalter mehr Geld zur Verfügung haben, als Mädchen. Diese Ungleichbehandlung ändert sich auch mit steigendem Alter nicht. Neben Zeitschriften geben beide Geschlechter ihr Geld gern für Süßigkeiten aus.

Der Link zur Studie:

Kinder-Medien-Studie 2017

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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