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Prokrastinationstest: Welcher Aufschiebe­typ bist du?

Zuletzt aktualisiert: 26. August 2026Fachlich geprüft von Jan Bohlken, Diplom-SozioökonomZweitmeinung: Raphaela Peitsch, Diplom-Psychologin

32 Fragen aus dem echten Lern­alltag zeigen dir in fünf Minuten, warum du aufschiebst – nicht nur, dass du es tust. Am Ende bekommst du dein Profil über fünf Dimensionen und vier Strategien, die zu genau deinem Muster passen.

5–8 Minuten 32 Fragen · 5 Typen DIN 33430 zertifiziert Auswertung nur im Browser
4,93 / 5206 Bewertungen
25+ JahreBeratungserfahrung
DIN 33430zertifizierte Diagnostik
7 Standortedeutschlandweit & online

Das Wichtigste in Kürze

  • Prokrastination ist kein Willens­problem, sondern ein Emotions­regulations­problem: Das Gehirn tauscht langfristigen Nutzen gegen kurzfristige Erleichterung.
  • Rund 20 % der Studierenden schieben chronisch auf, etwa 50–70 % gelegentlich. Der Effekt auf Noten und Studien­dauer ist messbar.
  • Allgemeine Tipps wirken schwach, weil sie am Muster vorbeigehen. Wer Perfektionismus hat, braucht andere Werkzeuge als wer sich überfordert fühlt.
  • Hartnäckiges Aufschieben in einem bestimmten Fach ist häufig kein Selbst­management­problem, sondern ein Passungs­problem – siehe Gründe für Studien­abbrüche.
~20 %der Studierenden schieben chronisch auf und gefährden damit ihren Studien­fortschritt
5unterschiedliche Aufschiebe­muster mit jeweils eigenen Gegen­strategien
32Aussagen aus Schule, Studium und Ausbildung – keine abstrakten Persönlichkeits­fragen
0 €keine Anmeldung, keine E-Mail, keine Weitergabe von Daten
Selbsttest

Dein kostenloser Prokrastinationstest

Antworte spontan – nach dem ersten Impuls, nicht nach dem, was du gerne über dich sagen würdest. Es gibt kein richtig oder falsch, und niemand außer dir sieht das Ergebnis. Die Auswertung läuft vollständig in deinem Browser.

32 Aussagen · 5 Dimensionen

Skala von 1 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu)

Frage 1 von 320 % ausgefüllt
Frage 1

 

trifft gar nicht zutrifft voll zu
Dein dominantes Muster

Dein Profil über alle 5 Dimensionen

Erkennst du dich wieder?

Nach dem Ausfu{00FC}llen erscheint hier die Beschreibung deines dominanten Aufschiebemusters – welche Situationen es auslu{00F6}sen und woran du es im Alltag erkennst.

Deine versteckten Stärken

Nach dem Ausfu{00FC}llen erscheinen hier die Stu{00E4}rken, die in deinem Muster stecken – jeder Aufschiebetyp bringt Eigenschaften mit, die im richtigen Kontext von Vorteil sind.

Was dich typischerweise bremst

Nach dem Ausfu{00FC}llen erscheinen hier die typischen Bremsen deines Musters – die Punkte, an denen es im Lernalltag regelmu{00E4}u{00DF}ig hu{00E4}ngen bleibt.

Deine 4 wirksamsten Strategien

Und wenn die Strategien nicht reichen?

Wenn das Aufschieben trotz sauberer Technik bleibt, liegt die Ursache oft nicht im Zeitmanagement, sondern in der Passung zwischen dir und deinem Fach. Genau das klären wir in der Studienberatung mit validierter Diagnostik statt mit Ratschlägen.

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Passt dazu

Wenn dein Aufschieben stark mit Selbst­anspruch zusammenhängt, ergänzt der Perfektionismus-Test das Bild. Geht es eher um Erschöpfung, ist der Burnout-Test der bessere zweite Schritt. Und wer wissen will, wie effizient er überhaupt lernt, findet im Lern-Check konkrete Ansatzpunkte.

Typologie

Die fünf Prokrastinationstypen

Aufschieben ist nicht gleich Aufschieben. Wer vor Angst vor dem eigenen Anspruch erstarrt, braucht andere Werkzeuge als wer schlicht die Aufgabenmenge nicht sortiert bekommt. In der Beratungspraxis lassen sich fünf Muster gut voneinander abgrenzen – die meisten Menschen tragen zwei davon, eines dominant, eines im Hintergrund.

1 · Der Perfektionist

Der Anspruch blockiert den Start. Nicht die Aufgabe ist zu schwer, sondern die Vorstellung eines Ergebnisses, das schon beim ersten Entwurf gut sein müsste. Also wird auf den richtigen Moment gewartet – der nie eintritt. Typisch: stundenlange Recherche statt erster Zeile.

Wirksam: Rohentwurf und Überarbeitung strikt trennen, feste 80-Prozent-Abgabegrenze, externe Zusage an eine reale Person.

2 · Der Überforderte

Der Stoffberg ist sichtbar, der erste Schritt nicht. Das Gehirn bewertet die Gesamtmenge als Bedrohung und schaltet in Vermeidung. Kennzeichnend ist nicht Faulheit, sondern Entscheidungslähmung: Schon die Frage „Womit anfangen?“ kostet spürbar Energie.

Wirksam: Aufgaben in 20- bis 30-Minuten-Einheiten zerlegen, nur den nächsten konkreten Schritt notieren, tägliche Drei-Aufgaben-Grenze.

3 · Der Ablenkungs-Profi

Die Konzentrationsfähigkeit ist da – sie richtet sich nur auf alles außer die Aufgabe. Social Media, Nachrichten, spontane Ideen und die plötzlich dringende Zimmeraufräumung konkurrieren mit dem Lernen um dieselbe Aufmerksamkeit. Und gewinnen zuverlässig.

Wirksam: Umgebung statt Willenskraft – Handy in einen anderen Raum, feste Fokusblöcke, Lernort ohne Ablenkungsanker.

4 · Der Unlust-Aufschieber

Hier wird nicht die Aufgabe vermieden, sondern das Gefühl, das sie auslöst: Langeweile, Druck, Unbehagen. Der Tausch gegen eine kurzfristig angenehmere Tätigkeit funktioniert sofort – und ist genau deshalb so schwer zu durchbrechen. Der klassische Satz lautet: „Morgen fange ich frisch an.“

Wirksam: Das unangenehme Gefühl benennen statt wegdrücken, Startritual koppeln, Belohnung erst nach dem Block.

5 · Der Zeit-Optimist

Die feste Überzeugung, unter Druck am besten zu arbeiten, trifft auf eine systematische Fehleinschätzung: Aufgaben dauern länger als geplant, fast immer. Das Ergebnis ist kein Totalausfall, sondern chronisch schlechtere Noten als möglich wären – erklärbar mit dem „Planning Fallacy“-Effekt.

Wirksam: Rückwärtsterminierung ab Abgabedatum, 50 Prozent Zeitpuffer einplanen, eigene Schätzungen protokollieren und vergleichen.

Typ ist nicht Charakter

Diese fünf Muster beschreiben Verhalten in einer bestimmten Lebensphase, nicht deine Persönlichkeit. Wer sein stabiles Persönlichkeitsprofil kennenlernen möchte, findet im kostenlosen Persönlichkeitstest nach dem Big-Five-Modell die passende Ebene – besonders die Facette Gewissenhaftigkeit hängt eng mit Aufschiebeverhalten zusammen.

Psychologie

Warum wir wirklich aufschieben

Die Forschung ist an diesem Punkt eindeutig: Prokrastination ist kein Motivations- oder Willensdefizit, sondern ein Problem der Emotionsregulation. Wer eine Aufgabe als bedrohlich, langweilig oder unangenehm bewertet, verschafft sich mit dem Aufschieben eine sofortige Erleichterung. Diese Erleichterung wirkt wie eine Belohnung – und stabilisiert genau das Verhalten, das man loswerden will. Deshalb scheitern Appelle an mehr Disziplin so zuverlässig.

Aufschieberitis: der Alltagsbegriff für ein psychologisches Muster

Umgangssprachlich heißt das Phänomen Aufschieberitis – ein scherzhafter Krankheitsname, der erstaunlich gut trifft: Aufschieben fühlt sich an wie etwas, das einem zustößt, nicht wie eine bewusste Entscheidung. Genau das ist der Kern. Das Vermeiden läuft automatisiert ab, bevor eine Abwägung stattfindet. Eine eigenständige Diagnose ist Aufschieberitis dennoch nicht – fachlich spricht man von Prokrastination und behandelt sie als Problem der Selbstregulation, nicht der Disziplin.

Überforderung durch Stoffmenge

Erscheint ein Ziel zu groß, reagiert das limbische System mit Vermeidung, bevor das planende Frontalhirn überhaupt einen ersten Schritt formulieren kann. Kleine, konkret benannte Teilziele deaktivieren diesen Reflex – nicht, weil sie leichter sind, sondern weil sie das Bedrohungssignal senken.

Angst vor dem eigenen Anspruch

Nicht zu starten schützt kurzfristig das Selbstwertgefühl: Was nie fertig wurde, kann auch nicht als unzureichend beurteilt werden. Langfristig sabotiert dieser Mechanismus jede Produktivität. Die Lösung liegt nicht in mehr Anstrengung, sondern in einer bewussten Absenkung der Startschwelle.

Fehlende Tagesstruktur

Ohne feste Routine konkurriert Lernen jeden Tag neu mit sofort verfügbaren Dopaminquellen – und verliert. Eine feste Lernzeit, die nicht täglich neu verhandelt wird, spart genau die Entscheidungsenergie, die sonst im Abwägen verpufft. Struktur ersetzt Willenskraft.

Digitale Belohnungsschleifen

Apps sind auf variable Belohnungsintervalle optimiert – dasselbe Prinzip, das Glücksspiel so wirksam macht. Das Smartphone aus dem Sichtfeld zu räumen ist deshalb keine Willensübung, sondern Umgebungsgestaltung. Wer die Reize entfernt, muss ihnen nicht widerstehen.

Wissenschaftlicher Hintergrund

  • Lay, C. H. (1986): At last, my research article on procrastination. Journal of Research in Personality – Grundlage der General Procrastination Scale.
  • Steel, P. (2007): The nature of procrastination. Psychological Bulletin – Meta-Analyse über mehr als 200 Einzelstudien; identifiziert Aufgabenaversion, Impulsivität und geringe Selbstwirksamkeit als stärkste Prädiktoren.
  • Klingsieck, K. B. (2013): Procrastination – When good things don't come to those who wait. European Psychologist – Differenzierung nach Lebensbereichen.
  • Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW): Studienabbruch­untersuchungen zu Leistungsproblemen und psychischer Belastung im Studium.
Einordnung

Wann Aufschieben kritisch wird

Gelegentliches Aufschieben ist normal und für sich genommen kein Problem. Kritisch wird es, wenn das Verhalten stabil bleibt, obwohl es erkennbar schadet – und wenn es beginnt, Schlaf, Stimmung und soziale Kontakte zu beeinflussen. Die folgenden Signale sind aus unserer Beratungspraxis die verlässlichsten Marker.

Warnsignale

  • Fristen werden systematisch gerissen, nicht nur einmalig
  • Schuldgefühle und Anspannung nehmen über Wochen zu
  • Prüfungen werden verschoben oder gar nicht erst angemeldet
  • Schlafprobleme durch das schlechte Gewissen am Abend
  • Rückzug von Freunden, um Nachfragen zum Studium zu vermeiden
  • Die Studienzeit verlängert sich spürbar über den Regelverlauf hinaus

Was hier tatsächlich hilft

  • Das eigene Muster kennen statt allgemeine Tipps sammeln
  • Externe Struktur schaffen: Lernpartner, feste Bibliothekszeiten
  • Digitale Grenzen technisch absichern statt sich darauf zu verlassen
  • Die eigenen Studienmotive ehrlich prüfen – siehe Tipps zur Studienwahl
  • Belastung ernst nehmen: psychische Belastung im Studium einordnen
  • Bei anhaltendem Leidensdruck professionelle Unterstützung suchen

Abgrenzung: Prokrastination oder etwas anderes?

Chronisches Aufschieben tritt häufig gemeinsam mit anderen Themen auf – und wird dann oft fälschlich als Charakterschwäche behandelt. Wenn Antriebslosigkeit, Freudverlust und Erschöpfung im Vordergrund stehen, ist der Depressions-Check die sinnvollere erste Einordnung. Steht dauerhafte Erschöpfung nach langer Überlastung im Zentrum, hilft der Burnout-Test weiter. Bei ausgeprägten Aufmerksamkeits- und Organisationsproblemen seit der Kindheit sollte ärztlich abgeklärt werden, ob eine Aufmerksamkeitsstörung vorliegt.

Diese Seite ersetzt keine Diagnose. Sie hilft dabei, das eigene Muster zu verstehen und die richtige nächste Anlaufstelle zu finden. Wer stark belastet ist, sollte mit einer Ärztin, einer psychotherapeutischen Praxis oder der psychologischen Beratungsstelle der eigenen Hochschule sprechen.

Der entscheidende Unterschied

Schiebst du auf – oder studierst du das Falsche?

Das ist die Frage, die in unserer Beratung am häufigsten unterschätzt wird. Wer über Jahre gelernt hat, sich als undiszipliniert zu betrachten, sucht die Ursache automatisch bei sich selbst. In vielen Fällen ist das Aufschieben aber ein Symptom und keine Ursache: Das Fach passt nicht zu den eigenen Interessen und Stärken, und der Widerstand dagegen zeigt sich als Vermeidung.

Ein einfacher Test hilft bei der Unterscheidung. Prokrastination im engeren Sinne ist bereichsübergreifend: Wer aufschiebt, tut das auch bei der Steuererklärung, beim Zahnarzttermin und beim Sport. Ein Passungsproblem ist selektiv: In allen anderen Lebensbereichen läuft es, nur ausgerechnet bei diesem Fach, diesem Modul, dieser Ausbildung geht nichts voran. Wer beim Ergebnis oben hohe Werte über alle fünf Dimensionen hat, hat vermutlich ein echtes Selbstmanagement-Thema. Wer nur in einzelnen Aussagen ausschlägt und die restliche Woche gut strukturiert bekommt, sollte die Fachwahl ernsthaft prüfen.

Warum das mehr als eine Feinheit ist

Rund ein Viertel aller Bachelorstudierenden bricht das Studium ab. Der häufigste dokumentierte Grund sind Leistungsprobleme – die aber selten aus mangelnder Begabung entstehen, sondern aus einem Mismatch zwischen Person und Anforderungsprofil. Wer ein halbes Jahr an seiner Disziplin arbeitet, obwohl das Fach nicht passt, verliert genau dieses halbe Jahr. Eine Übersicht der tatsächlichen Ursachen findest du bei den Gründen für einen Studienabbruch und in den aktuellen Statistiken.

So klärst du die Frage konkret

  • Selbstcheck über zwei Wochen: Notiere täglich, wobei du aufschiebst. Zeigt sich ein Muster über alle Bereiche – oder nur im Studium?
  • Interessenprofil abgleichen: Der Studienwahltest zeigt, welche Fachrichtungen zu deinem Profil passen. Für Schülerinnen und Schüler ist der Berufswahltest für Schüler der richtige Einstieg.
  • Grundsatzfrage stellen: Wer merkt, dass akademisches Arbeiten generell nicht liegt, findet im Check Studium oder Ausbildung eine erste Einordnung.
  • Entscheidungsverhalten verstehen: Wer grundsätzlich schwer zu Entscheidungen kommt, erkennt sein Muster im Entscheidungstyp-Test.
  • Wenn der Abbruch im Raum steht: Der Fahrplan bei Studienabbruch und die Übersicht zu Folgen und Chancen ordnen die nächsten Schritte, bevor etwas Unumkehrbares passiert.

Wenn der Selbstcheck nicht reicht

Online-Tests liefern eine Hypothese, keine Diagnose. In der Studienberatung des Profiling Instituts arbeiten wir mit validierten Verfahren nach DIN 33430 und klären mit Intelligenzstruktur-, Interessen- und Persönlichkeitsdiagnostik, ob es tatsächlich um Lernstrategien geht oder um die Fachwahl. Wer bereits im Beruf steht, ist in der Berufsberatung richtig; wer beides klären will, im kombinierten Format. Das Vorgehen ist unter Methode ausführlich dokumentiert.

Sofort umsetzbar

12 Techniken, die heute noch wirken

Diese Techniken funktionieren unabhängig vom Typ. Der häufigste Fehler ist, alle gleichzeitig einzuführen – und nach vier Tagen wieder aufzugeben. Wähle zwei aus, die zu deinem Ergebnis oben passen, und halte sie zwei Wochen durch. Erst dann kommt die dritte dazu.

1

Die 5-Minuten-Regel

Verpflichte dich, nur fünf Minuten anzufangen – mit ausdrücklicher Erlaubnis, danach aufzuhören. Der Start ist die eigentliche Hürde; danach läuft es meist von selbst weiter.

2

Pomodoro mit externem Timer

25 Minuten fokussiert, 5 Minuten echte Pause, nach vier Runden 20 Minuten lang. Entscheidend: Der Timer läuft nicht auf dem Gerät, das dich ablenkt.

3

Handy-Exil

Das Smartphone in einen anderen Raum legen – nicht stumm schalten, nicht umdrehen. Allein die Sichtbarkeit senkt die verfügbare Konzentration messbar.

4

Salami-Taktik

Nicht „Hausarbeit schreiben“, sondern „Gliederung für Kapitel 2 skizzieren“. Eine Aufgabe ist erst klein genug, wenn du sofort weißt, was der erste Handgriff ist.

5

Implementation Intention

Formuliere Wenn-dann-Sätze: „Wenn ich morgen um 9 Uhr an meinem Schreibtisch sitze, öffne ich als Erstes die Gliederung.“ Diese Kopplung an Ort und Zeit ist deutlich wirksamer als ein Vorsatz.

6

Drei-Aufgaben-Regel

Lege am Vorabend genau drei Aufgaben für den nächsten Tag fest. Weniger Entscheidungen am Morgen bedeutet mehr verfügbare Startenergie.

7

Body Doubling

Gemeinsam mit jemandem lernen, der an etwas anderem arbeitet. Die reine Anwesenheit erzeugt eine soziale Verbindlichkeit, die alleine schwer herzustellen ist.

8

Fertig ist besser als perfekt

Ein abgegebener Entwurf ist mehr wert als ein nie beendetes Meisterstück. Perfektionismus ist Prokrastination in seriöser Verkleidung – der Perfektionismus-Test zeigt, wie ausgeprägt das bei dir ist.

9

Zeitschätzung protokollieren

Vor jeder Aufgabe schätzen, danach messen. Nach zwei Wochen kennst du deinen persönlichen Faktor – bei den meisten liegt er zwischen 1,5 und 2.

10

Selbstmitgefühl statt Selbstkritik

Studien zeigen: Wer sich nach einem verlorenen Tag verzeiht, schiebt beim nächsten Mal weniger auf. Härte gegen sich selbst verstärkt den Vermeidungsreflex.

11

Anfangen mit dem Unangenehmsten

Die schwerste Aufgabe zuerst – solange die kognitive Kapazität am höchsten ist. Alles danach fühlt sich leichter an, was den Rest des Tages trägt.

12

Wochenrückblick in drei Minuten

Jeden Freitag: Was ist gelaufen, wo habe ich aufgeschoben, was mache ich nächste Woche konkret anders? Kleine Korrekturen summieren sich über ein Semester erheblich.

Umsetzung

Der 4-Wochen-Plan gegen Aufschieben

Verhalten ändert sich nicht durch Einsicht, sondern durch Wiederholung. Dieser Plan setzt bewusst niedrig an: In Woche 1 wird nichts optimiert, sondern nur beobachtet. Wer sofort mit einem perfekten Lernplan startet, produziert genau die Überforderung, die das Aufschieben auslöst.

Woche 1 · Beobachten
Daten sammeln, nichts ändern

Notiere täglich in zwei Zeilen: Was habe ich aufgeschoben, und welches Gefühl war unmittelbar davor da? Nach sieben Tagen erkennst du dein Muster deutlicher als jeder Test. Keine neuen Vorsätze in dieser Woche – das ist Absicht.

Woche 2 · Umgebung
Reize entfernen statt widerstehen

Fester Lernort, Handy außer Reichweite, Benachrichtigungen aus. Zusätzlich eine feste Lernzeit, die nicht täglich neu verhandelt wird. Ziel ist nicht mehr Stunden, sondern verlässlichere Stunden.

Woche 3 · Technik
Zwei typgerechte Werkzeuge einführen

Jetzt kommen die Strategien aus deinem Testergebnis dazu – genau zwei, nicht mehr. Perfektionisten arbeiten mit Rohentwurf und Abgabegrenze, Überforderte mit Zerlegung, Ablenkungstypen mit Fokusblöcken.

Woche 4 · Prüfen
Ehrliche Zwischenbilanz

Hat sich etwas bewegt? Wenn ja: beibehalten und eine dritte Technik ergänzen. Wenn nichts messbar besser wurde, ist das kein Scheitern, sondern ein Befund – dann geht es vermutlich nicht um Technik, sondern um Passung oder Belastung.

Nach vier Wochen keine Veränderung?

Dann ist der Punkt erreicht, an dem weitere Selbstoptimierung wenig bringt. Sinnvoller ist eine strukturierte Standortbestimmung: Der Resilienz-Check zeigt, wie belastbar deine Schutzfaktoren aktuell sind, der Lern-Check prüft deine Lernstrategie systematisch. Und wenn die Ursache tiefer liegt, klärt eine Orientierungsberatung die Passungsfrage mit belastbaren Daten.

Für Eltern, Lehrkräfte & Beratende

Wenn andere zuschauen müssen

Für Eltern ist Aufschieben schwer auszuhalten – besonders kurz vor dem Abitur oder in den ersten Semestern. Der naheliegende Reflex ist Druck: erinnern, nachfragen, kontrollieren. In der Beratungspraxis sehen wir regelmäßig, dass genau das die Vermeidung verstärkt, weil es die Aufgabe zusätzlich negativ auflädt. Wirksamer ist, die Ursache zu verstehen, bevor über Konsequenzen gesprochen wird.

Was Eltern tun können

  • Nach dem Gefühl vor dem Aufschieben fragen, nicht nach dem Ergebnis
  • Struktur anbieten statt Kontrolle ausüben – gemeinsame Arbeitszeiten wirken oft besser als Erinnerungen
  • Den Test freiwillig und ohne Auswertungspflicht anbieten; ausgewertet wird nur, was das Kind teilen möchte
  • Die eigene Erwartung prüfen: Nicht jeder Weg nach dem Abitur muss über ein Studium führen

Einsatz in Schule und Beratung

Unterschied zwischen Schule, Studium und Ausbildung

In der Schule fängt eine enge Taktung das Aufschieben weitgehend ab – Hausaufgaben, Klassenarbeiten und Anwesenheitspflicht erzeugen Struktur von außen. Im Studium fällt genau dieses Gerüst weg: unstrukturierte Zeit, diffuse Anforderungen und Prüfungen erst am Semesterende. Deshalb bricht Prokrastination bei vielen erst im ersten oder zweiten Semester sichtbar durch. In der dualen Ausbildung liegt der Fall wieder anders: Der Betriebsalltag gibt Struktur vor, das Aufschieben verlagert sich auf den Berufsschulteil und die Prüfungsvorbereitung.

Wer hinter diesem Test steht

Einordnung aus der Beratungspraxis

Jan Bohlken, Diplom-Sozioökonom und Gründer des Profiling Instituts
Jan Bohlken
Diplom-Sozioökonom · Gründer und Geschäftsführer des Profiling Instituts

„Prokrastination ist oft ein Warnsignal, kein Charakterzug. Viele unserer Klienten stellen in der Beratung fest, dass sie nicht faul sind, sondern im falschen System stecken. Unsere Aufgabe ist herauszufinden, ob neue Lernstrategien genügen – oder ob der Wechsel in ein Studium beziehungsweise eine Ausbildung, die zu den eigenen Stärken passt, die eigentliche Lösung ist.“

25+ Jahre Beratungserfahrung DIN 33430 nfb · DGfK · dvb

Vita und fachliches Profil · Erfahrungsberichte

Raphaela Peitsch, Diplom-Psychologin am Profiling Institut
Raphaela Peitsch
Diplom-Psychologin · DGSF-zertifiziert · fachliche Zweitmeinung

„In der Diagnostik unterscheiden wir sauber zwischen Aufschiebeverhalten und depressiver Antriebsstörung. Das klingt nach einer Feinheit, entscheidet aber darüber, ob jemand ein Lerncoaching braucht oder therapeutische Unterstützung. Ein Selbsttest kann diese Unterscheidung anstoßen – treffen muss sie ein Mensch im Gespräch.“

Diplom-Psychologin DGSF-zertifiziert Eignungsdiagnostik

Fachlich geprüfte Inhalte nach dem Methodenstandard des Instituts.

Weiterführend

Passende kostenlose Tests

Aufschieben steht selten für sich allein. Diese Selbsttests decken die Themen ab, die in der Beratung am häufigsten damit zusammen auftreten – alle kostenlos, anonym und ohne Anmeldung. Eine vollständige Übersicht findest du in der Sammlung aller kostenlosen Tests.

Ratgeber zum Weiterlesen

Vertiefende Inhalte findest du im Hub Studienwahl sowie im Ratgeber Studienabbruch mit über 20 Unterseiten – darunter praktische Tipps bei Studienzweifeln und eine ehrliche Einordnung der psychischen Belastung. Wer im Berufsleben steht und ähnliche Muster kennt, findet Orientierung im Bereich Berufsberatung.

Häufige Fragen

Fragen zum Prokrastinationstest

Der Test besteht aus 32 Aussagen aus dem Lernalltag, die auf einer Skala von 1 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu) bewertet werden. Die Auswertung berechnet dein Profil über fünf Subdimensionen, bestimmt daraus dein dominantes Aufschiebemuster und liefert vier Strategien, die zu genau diesem Muster passen.

Ja, vollständig. Kein Konto, keine E-Mail-Adresse, keine Zahlungsdaten und kein verstecktes Abonnement. Der Test ist dauerhaft kostenlos und anonym nutzbar.

Ja. Die gesamte Auswertung läuft lokal in deinem Browser. Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben und keine Antworten an einen Server übertragen. Schließt du die Seite, sind die Antworten gelöscht.

In der Regel fünf bis acht Minuten. Am Ende siehst du sofort dein Prokrastinationsprofil mit Typ-Einordnung, Ausprägungsgrad und konkreten Strategien.

Für Schülerinnen und Schüler ab etwa Klasse 8, für Studierende aller Fachrichtungen, für Auszubildende sowie für Lehrkräfte und Beratende, die den Test als Gesprächseinstieg nutzen möchten. Die Aussagen sind so formuliert, dass sie auf Schule, Studium und Ausbildung gleichermaßen passen.

Aufschieberitis ist der umgangssprachliche Begriff für das, was in der Psychologie Prokrastination heißt: das freiwillige Aufschieben einer wichtigen Aufgabe, obwohl man die Nachteile kennt. Der scherzhafte Krankheitsname trifft insofern etwas, als es sich nicht um Faulheit handelt, sondern um ein erlerntes Vermeidungsmuster. Eine eigenständige Diagnose ist Aufschieberitis jedoch nicht.

Ja, beliebig oft. Sinnvoll ist eine Wiederholung nach vier bis sechs Wochen, um zu prüfen, ob neue Strategien tatsächlich etwas verändert haben. Für eine ehrliche Vergleichbarkeit solltest du beim zweiten Durchgang nicht versuchen, dich an frühere Antworten zu erinnern.

Der Fragebogen orientiert sich an anerkannten lernpsychologischen Messmodellen, unter anderem an der General Procrastination Scale nach Lay (1986) sowie an Erkenntnissen der Selbstregulationsforschung, insbesondere der Meta-Analyse von Steel (2007). Er wurde für den schulischen und akademischen Kontext adaptiert und umfasst fünf Subdimensionen. Es handelt sich um einen Selbsteinschätzungsbogen, nicht um ein normiertes klinisches Testverfahren.

Perfektionist, Überforderter, Ablenkungs-Profi, Unlust-Aufschieber und Zeit-Optimist unterscheiden sich darin, welcher Auslöser das Aufschieben in Gang setzt. Genau deshalb ist die Typenbestimmung entscheidend: Allgemeine Ratschläge greifen nur schwach, typgenaue Strategien deutlich besser. Die meisten Menschen zeigen ein dominantes und ein zweites, schwächeres Muster.

Nein. Faulheit bedeutet fehlende Motivation. Prokrastination entsteht durch aktive Vermeidung eines unangenehmen Gefühls und tritt besonders häufig bei Menschen auf, die sich hohe Ansprüche setzen. Deshalb hilft Druck von außen meist nicht, sondern verstärkt das Muster.

Prokrastination ist ein Verhaltensmuster, keine eigenständige Diagnose. Bei chronischer und stark belastender Ausprägung kann sie jedoch gemeinsam mit Depressionen, Angststörungen oder ADHS auftreten. In diesen Fällen ist eine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung sinnvoll.

Prokrastination ist situations- und aufgabenabhängig: Sie zeigt sich vor allem bei Aufgaben, die als unangenehm, langweilig oder bedrohlich bewertet werden, und lässt sich durch veränderte Struktur spürbar beeinflussen. Bei ADHS bestehen die Aufmerksamkeits-, Organisations- und Impulskontrollprobleme dagegen situationsübergreifend, sie sind bereits in der Kindheit nachweisbar und bleiben auch bei interessanten Aufgaben bestehen. Wer sich in der zweiten Beschreibung wiedererkennt, sollte das ärztlich abklären lassen – ein Selbsttest kann diese Frage nicht beantworten.

Starte mit der Fünf-Minuten-Regel: Verpflichte dich, nur fünf Minuten zu arbeiten, mit ausdrücklicher Erlaubnis danach aufzuhören. Lege das Smartphone in einen anderen Raum und zerlege die Aufgabe so weit, dass du den ersten Handgriff konkret benennen kannst. Diese drei Maßnahmen wirken unmittelbar.

Echte Prokrastination ist bereichsübergreifend: Sie zeigt sich auch bei Terminen, Formalitäten und Alltagspflichten. Ein Passungsproblem ist selektiv und betrifft ausschließlich ein bestimmtes Fach oder Modul, während der Rest des Lebens strukturiert läuft. Wenn nur das Studium betroffen ist und sich über Monate nichts bewegt, lohnt eine ehrliche Prüfung der Fachwahl.

Wenn das Aufschieben dauerhaft zu Schlafproblemen, starker Anspannung, deutlich verschlechterten Leistungen oder erheblichem Leidensdruck führt. Auch wenn du nach vier Wochen konsequenter Umsetzung keine Veränderung bemerkst, ist ein Gespräch der sinnvollere nächste Schritt als weitere Selbstoptimierung.

Nein. Der Test liefert eine fundierte erste Orientierung und macht dein Muster sichtbar. Er ersetzt weder eine psychologische Diagnostik noch eine persönliche Beratung. Bei Anzeichen psychischer Belastung empfehlen wir das Gespräch mit einer Ärztin, einer psychotherapeutischen Praxis oder der Beratungsstelle deiner Hochschule.

Ja. Der Test lässt sich frei und ohne Anmeldung im Unterricht, in Studienseminaren, in Berufsorientierungskursen und in der Schulberatung nutzen. Wichtig ist, dass die Teilnahme freiwillig bleibt und die Ergebnisse nur auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler besprochen werden.

Wenn Aufschieben zur Dauerlösung geworden ist

Manchmal genügt eine bessere Lernstrategie. Manchmal steckt eine falsche Weichenstellung dahinter. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir unverbindlich, welcher der beiden Fälle bei dir vorliegt – und was der sinnvolle nächste Schritt ist.

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