Ein Schülerpraktikum ist für Schüler verschiedener Schulformen in verschiedenen Klassenstufen in den meisten Bundesländern vorgesehen, um einen ersten praktischen Einblick in Unternehmen, Verwaltungen oder bei diversen Institutionen zu gewinnen. Diese in der Regel 1-2 Wochen dauernde Praxisphase ist bei Hauptschülern in der 8. und 9. Klassenstufe vorgesehen und für Realschüler in der 9. und 10. Klasse. An Gymnasien variieren die Programme abhängig vom Bundesland und abhängig von der Schule. Es gibt hier keine allgemein gültigen Angaben.

Berufsorientierung in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es seit einigen Jahren das Programm „BOGY“ – Berufsorientierung am Gymnasium und „BORS“ – Berufsorientierung an Realschulen. Diese beiden Programme sehen verpflichtende Praxisphasen für die Real- bzw. Gymnasialschüler vor. Mit dem Schuljahr 2018/2019 wird das Schulfach „Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung“ mit einem erhöhten Anteil an Orientierung eingeführt.

Zielsetzungen- erste praktische Erfahrungen sammeln

Diese Schülerpraktika sind in der Regel verpflichtend und gehören zum festen Teil des Schulunterrichts. Das gilt für die Schüler der Haupt- und Realschulen, ebenso wie an den meisten Gymnasien. Ebenso verpflichtend sind sogenannte Fachpraktika für Schüler von Berufsoberschulen, Fachoberschulen und Fachschulen.

Das Hauptziel der Praktika ist die frühzeitige Unterstützung der Schüler bei der Orientierung in Sachen Berufseinstieg und Studienwahl sowie eine Heranführung der Schüler an die Arbeitswelt. Daneben haben die praktischen Erfahrungen eine Reihe positiver Nebeneffekte. Der Schüler muss sich selbständig um einen Praktikumsplatz bemühen und es wird eine Bewerbung oder gar ein persönliches Bewerbungsgespräch erwartet. Innerhalb des Praktikums lernt der Schüler mit Mitarbeitern des Unternehmens klarzukommen und entwickelt so ein Stück Sozialkompetenz und festigt seine „soft skills“.

Freiwilliges Schülerpraktikum

Neben diesen verpflichtenden Praktika, besteht natürlich immer die Möglichkeit ein freiwilliges Schülerpraktikum zu absolvieren. Diese Variante ist absolut empfehlenswert. Denn je früher man damit beginnt praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt zu sammeln, umso eher gewinnt man eine klarere Orientierung bei der Berufs- und Studienwahl am Ende der Schulzeit. Der Schüler/in „verzichtet“ dafür freiwillig auf einen Zeitraum seiner Ferien. Das wird einigen Schülern in dem jungen Lebensalter schwerfallen.

Neuer Trend im Personalmarketing

Seit einigen Jahren gibt es immer mehr Unternehmen, die bereits in der Schule frühes Personalmarketing betreiben und versuchen die „Besten“ für ihr Unternehmen zu begeistern. Das Angebot der Schülerpraktika wird zunehmend größer und viele namhafte Unternehmen sehen darin eine Möglichkeit frühzeitig Talente der Zukunft an ihr Unternehmen zu binden.

Rahmenbedingungen im Schülerpraktikum?

Vorrangig ist wie oben beschrieben das Heranführen des Schülers an die Arbeitswelt. So gesehen ist es ideal wenn es dem Unternehmen gelingt dem Schüler Einblicke in verschiedene Fachbereiche zu gewähren.

Es verbietet sich auf Basis folgender rechtlicher Rahmenbedingungen den Schüler als „billige Arbeitskraft“ zu missbrauchen.

  1. Kinder (bis 14 Jahre) dürfen höchstens sieben Stunden täglich und maximal 35 Stunden wöchentlich.
  2. Für Jugendliche (15 bis 17 Jahre) gilt: nicht mehr als acht Stunden am Tag und nicht mehr als 40 Stunden in der Woche.
  3. Für volljährige Schülerpraktikanten gelten andere Regeln. Das JArbSchG gilt nicht, die Arbeitszeit darf aber regelmäßig 8 Stunden am Tag nicht überschreiten.
  4. In der Zeit von 20 bis 6 Uhr gilt Nachtruhe, Ausnahmen sind aber möglich.
  5. Für die Beschäftigungsdauer gilt folgendes: fünf Tage in der Woche.
  6. Ein Beschäftigungsverbot gibt es an Samstagen, Sonntagen und an Feiertagen.
  7. Eine Bezahlung von Schülerpraktikanten ist nicht vorgesehen bzw. verpflichtend.
  8. Urlaubsanspruch besteht keiner
  9. Körperlich oder seelisch belastende Arbeit ist verboten
  10. Der Schüler ist über eine Haftpflichtversicherung der Schule versichert, da es eine Schulveranstaltung ist.

Empfehlungen zum Schülerpraktikum

Ein Praktikum erfüllt viele verschieden Zwecke und daher ist es uneingeschränkt zu empfehlen. Viele Schüler betrachten es als quasi schulfreie Zeit und genießen die Tage im Unternehmen. Das ist der falsche Ansatz. Es fängt bereits mit rechtzeitigen Auswahl des Arbeitgebers bzw. Praktikumsplatzes an. Je früher man sich kümmert, umso eher bekommt man einen Platz bei seinem Wunschunternehmen.

Das Praktikum bietet die Chance ein Unternehmen und seine Prozesse bzw. verschiedene Berufsbilder hautnah zu erleben und so eine Einschätzung zu erhalten, ob es interessant ist oder nicht. Sehr engagierte Schüler können bereits in dieser frühen Phase ihrer beruflichen Entwicklung einen positiven Eindruck bei dem Praktikumsarbeitgeber hinterlassen und so für sich Werbung für zukünftige Einsätze als Student machen.

Daneben kann der Schüler/in die vielgescholtenen „soft skills“ erwerben bzw. ausbauen. Ein Schülerpraktikum kann nur positive Effekte haben, selbst wenn man feststellt, dass das Unternehmen oder die Tätigkeit nichts für die Zukunft ist. Selbst das kann man als positiven Lerneffekt verbuchen!

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Über den Autor Jan Bohlken

Jan Bohlken (Gründer & Inhaber des Profiling Institut) ist Studien- und Berufsberater, Karrierecoach und Personalberater. Im Blog des Profiling Instituts setzt er sich regelmäßig mit den verschiedensten Themen aus dem Umfeld Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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