Das Berufsbild Astronaut/in ist ein begehrtes, viele Menschen träumen davon, einmal ins Weltall zu fliegen. Wie wird man Astronaut/in? Welche Möglichkeiten gibt es?

Das Berufsbild

Bevor wir der Frage „ Wie wird man Astronaut/in? “ nachgehen, kommen wir zunächst zu dem Berufsbild eines/r Astronaut/in. Astronaut/innen sind ganz allgemein Raumfahrer/innen. Der Begriff Astronaut/in ist vor allem bei uns in den westlichen Ländern verbreitet, in anderen Teilen der Welt nennt man die Raumfahrer/innen anders. Zur Aufgabe von Astronaut/innen gehört es, ein Raumfahrtzeug zu steuern oder zu fliegen oder auch der Einsatz als Besatzungsmitglied während einer Raummission. Was genau dabei ein Raumflug ist, wird unterschiedlich definiert. Laut der World Air Sports Federation ist ein Raumflug erst ein solcher, wenn er eine Flughöhe von 100 km erreicht.

Wer als europäischer Staatsbürger/in Astronaut/in werden will, kann dies bei der ESA, der Europäischen Raumfahrtorganisation, erreichen. Diese Organisation hat ein eigenes Astronautenkorps aus europäischen Astronaut/innen. Diese wiederrum nehmen an Langzeitmissionen zur Raumstation ISS teil. Dort angekommen, werden von ihnen die dortigen Systeme bedient. Außerdem werden auch Experimente durchgeführt. Weitergehend gehört es zu den Aufgaben, neue Stationsbauteile zu überprüfen, wissenschaftliche Forschungsaufgaben durchzuführen und auch selber als Versuchsperson zu fungieren, bspw. für biowissenschaftliche Experimente. Auch die Wartung und Instandhaltung der Raumstation gehört zu den Aufgaben von Astronaut/innen im All.

Ein Arbeitstag auf der ISS ist dabei 12 Stunden lang. In diesem sind neben den genannten Aufgaben auch 2 Stunden körperliches Training vorgesehen. Dies ist für die Gesundheit der Astronaut/innen im Weltall wichtig, denn die Bedingungen im All sind vollkommen anders, als auf der Erde, nicht zuletzt auch durch die Schwerelosigkeit. Der Körper ist anderen Belastungen ausgesetzt, die so besser bewältigt werden sollen.

Vor einem Aufenthalt auf der ISS ist eine Vorbereitung notwendig. Kurz vor der Fahr ins All kommen die Astronaut/innen in Quarantäne, um auszuschließen, dass sie erkranken bzw. sich mit einer Krankheit anstecken. Mit dem jeweiligen Astronaut/in zusammen auf der Quarantäne-Station ist dabei noch ein/e Stellvertreter/in, falls die andere Person doch erkrankt.

Nah einem Aufenthalt auf der ISS steht zunächst eine Reha an. Trotz des Sportprogramms an Bord, schwindet unter anderem die Muskel- und Knochenmasse der Astronaut/innen im All. Diese muss zurück auf der Erde wieder aufgebaut werden. Der Aufenthalt im All hat auch noch andere körperliche Auswirkungen, die in dieser Reha-Zeit behoben werden sollen, um den normalen Gesundheitszustand wieder herzustellen.

Allerdings sind nicht alle der ESA Astronaut/innen ständig auf der ISS oder bereiten sich auf einen erneuten Einsatz im Weltall vor. In dieser Zeit gehört es zu den Aufgaben, technische Unterstützung für Raumfahrtprogramme zu leisten. Aber auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Erweiterung der eigenen Qualifikationen gehört in solchen Phasen zum Beruf des/der Astronaut/in dazu.

Die Aufgaben und Tätigkeiten eines/r Astronaut/in sind also vielfältig. Aber wie wird man Astronaut/in?

Wie wird man Astronaut/in?

Um die Frage „ Wie wird man Astronaut/in? “ zu beantworten, wird nun beleuchtet, welchen Ausbildungsweg man hierfür gehen muss. An erster Stelle steht hierbei ein Studium. Als Astronaut/in muss man über ein großes Wissen verfügen und ganz unterschiedliche Fähigkeiten haben. Möglich ist es, ein naturwissenschaftlichen Studium zu absolvieren, wie Physik, Chemie oder auch Medizin. Auch Ingenieurswissenschaften können der erste Schritt zum/zur Astronaut/in sein. Da als Astronaut/in viele verschiedene Aufgaben auf einen warten, ist ein interdisziplinärer Studiengang wie Luft- und Raumfahrttechnik mit die beste Vorbereitung, um später Astronaut/in werden zu können.

Wer nach einem solchen Studium Astronaut/in werden will, muss sich auf ein hartes Auswahlverfahren der ESA einstellen. Hier ist allerdings anzumerken, dass die ESA nur alle paar Jahre neue Astronaut/innen sucht und einstellt. Wer sich zu einem solchen Zeitpunkt bewirbt, muss sich auf vielfältige Tests und Voraussetzungen einstellen, die gemeistert bzw. erfüllt werden müssen. So muss man:

  • wissenschaftliche Berufserfahrung mitbringen (3 Jahre einschlägige Berufserfahrung/Flugerfahrung als Pilot)
  • beste Noten im studierten Fach haben
  • eine einwandfreie Gesundheit und eine gute psychische und physische Kondition vorweisen (Gesundheitsprüfung durch Fliegerarzt notwendig; keine Krankheiten, Abhängigkeiten, psychische Störungen; uneingeschränkte Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit aller Gelenke; 100% Sehstärke auf beiden Augen, auch zulässig, wenn dies durch eine Korrektur mit Brille oder Kontaktlinsen erreicht wird; erforderliche kognitive, mentale und charakterliche Fähigkeiten; eine übermäßig stark entwickelte Muskulatur kann eher von Nachteil sein)
  • optimal ein Alter zwischen 27 und 37 Jahren haben
  • eine Körpergröße zwischen 1,53 m und 1,90 m haben
  • die europäische Staatsbürgerschaft haben
  • sehr gute Englischkenntnisse haben
  • möglichst eine weitere Fremdsprache (Russisch ist von Vorteil) beherrschen

Darüber hinaus gibt es auch noch weitere Fähigkeiten, die Astronaut/innen mitbringen sollten. Hierzu zählt ein gutes Urteilsvermögen, ebenso wie ein gutes Gedächtnis, Konzentrationsvermögen und räumliches Orientierungsvermögen. Darüber hinaus sollte man auch in belastenden Bedingungen arbeiten können. Manuelle Geschicklichkeit und psychomotorische Koordination gehören ebenfalls zu den Fähigkeiten, die mitgebracht werden sollten. Weitergehend ist eine Flexibilität gefragt, ebenso wie Teamfähigkeit, Motivation und eine geringe Aggressivität. Abschließend sollten Astronaut/innen auch emotional stabil sein.

Hat man es geschafft, durch diesen harten Auswahlprozess zu kommen, so erwartet einen eine mehrjährige Ausbildung. Diese unterteilt sich in 3 Phasen. Die erste Phase ist die Grundausbildung, welche ein Jahr dauert. Daran schließt sich die Aufbauausbildung an, die ebenfalls ein Jahr in Anspruch nimmt. Die dritte und letzte Phase der Ausbildung ist die missionsspezifische, welche auch Increment-spezifische Ausbildung genannt wird. Diese Phase nimmt in etwa 18 Monate in Anspruch.

Auf ihrer Informationsseite gibt die ESA an, dass Astronaut/innen damit die Hälfte ihrer Karriere in Ausbildung verbringen. Hat man diese Phase also auch gemeistert, ist man fertig ausgebildete/r Astronaut/in und kann zu Einsätzen auf der ISS fliegen.

Fazit – Wie wird man Astronaut/in?

Fragt man sich „ Wie wird man Astronaut/in? “, so muss man also wissen, dass der Weg zum/ Astronaut/in lang und anstrengend sein kann. Außerdem gehört auch ein bisschen Glück dazu, denn die ESA stellt nur alle paar Jahre überhaupt neue Astronaut/innen ein. Nach einem sehr erfolgreich abgeschlossenen Hochschulstudium im naturwissenschaftlichen Bereich, den Ingenieurswissenschaften, der Medizin oder einem sehr gut abgeschlossenen Studium der Luft- und Raumfahrttechnik, sollte zunächst einmal Berufserfahrung gesammelt werden. Das optimale Alter für Astronaut/innen liegt laut ESA zwischen 27 und 37 Jahren. Sucht die ESA dann neue Astronaut/innen, so kann man sich auf diese Stelle bewerben. Hierfür muss man zahlreiche Voraussetzungen erfüllen und Tests bestehen. Hat man das alles erfolgreich gemeistert, folgt eine 3-stufige Ausbildung, die etwas mehr als 3 Jahre in Anspruch nimmt. Hat man das alles gemeistert, erwartet einen ein abwechslungsreicher, spannender und aufregender Job, bei dem viele verschiedene Fähigkeiten gefragt sind.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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