Die fortschreitende Digitalisierung geht auch mit einem erhöhten Bedarf an Weiterbildung einher. Die Einführung neuer Technologien erfordert neue Kompetenzen und Fähigkeiten, die angeeignet werden müssen. Die Weiterbildungsinhalte müssen diesem Trend folgen. Aber die Digitalisierung bietet auch Chancen für die Weiterbildung. Was genau haben Digitalisierung und Weiterbildung miteinander zu tun? Wie beeinflussen sie sich? Und wie sehen Trends aus?

Digitalisierung und Weiterbildung – Der Zusammenhang

Wie bereits hier dargestellt, beeinflussen sich eine fortschreitende Digitalisierung und die Beschäftigungsentwicklung nicht negativ. Im Gegenteil, es kann sogar zu mehr Arbeitsplätzen kommen. Die Tätigkeiten in den Unternehmen werden sich jedoch laut IW-Trends 01/2018 verändern. Es werden qualitative Veränderungen in der menschlichen Arbeit entstehen. Aus den Entwicklungen ergeben sich  Anpassungsbedarfe für die Qualifikationen. Das sei für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Beschäftigungsfähigkeit der Erwerbstätigen gleichermaßen wichtig. Die Digitalisierung führe zu einem veränderten Bedarf an (Weiter-)Bildung. Dabei seien IT-Kompetenzen, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Selbstständigkeit und Planungskompetenz von Bedeutung. Die Arbeitsweise und Zusammenarbeit verändere sich nämlich ebenfalls. Da die Digitalisierung schnell voranschreitet, könne Weiterbildung nicht für mehrere Jahre geplant werden, sondern müsse kurzfristig angepasst werden.

Digitalisierung und Weiterbildung beeinflussen sich auch dahingehend, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung neue Möglichkeiten für Lehr- und Lernmethoden in der Weiterbildung eröffnen.

Digitalisierung und Weiterbildung in Unternehmen

In dem IW-Trends 01/2018 werden die Ergebnisse der aktuellen IW-Weiterbildungserhebung vorgestellt. Hierzu wurden 1706 Unternehmen zu ihren Weiterbildungsaktivitäten, Motiven, Hemmnissen und Investitionsvolumen in betriebliche Weiterbildung befragt. Der Schwerpunkt lang auf Weiterbildung im Kontext der Digitalisierung. Zunächst wurden die Unternehmen nach ihren eingesetzten neuen digitalen Technologien befragt. 8 von 10 Unternehmen nutzen den digitalen Datenaustausch mit Lieferanten, Dienstleistern oder Kunden. Mehr als jedes zweite Unternehmen nutzt digitale Vertriebswege. 4 von 10 nutzen digitale Dienstleistungen oder bieten sie an. Die anderen Technologien wurden seltener genutzt. Es gaben jedoch nur 8,5 Prozent an, keine der Technologien zu verwenden. 21 Prozent nutzten eine Technologie, 30 Prozent zwei Technologien und 24 Prozent drei Technologien. 15,3 Prozent nutzten vier oder mehr der Technologien.

Bei der Frage zum Zusammenhang von Digitalisierung und Weiterbildung gaben fast zwei Drittel an, dass neue digitale Technologien den Weiterbildungsbedarf leicht oder sogar deutlich gesteigert haben. Ein Drittel sieht keinen veränderten Bedarf. Einen sinkenden Weiterbildungsbedarf gaben nur 1 Prozent an.

85 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben 2016 Weiterbildung angeboten oder Mitarbeiter dafür freigestellt. Unternehmen mit vielen digitalen Technologien sind laut IW deutlich aktiver in der betrieblichen Weiterbildung. Von den Unternehmen, die vorher angegeben haben keine der Technologien zu nutzen, war nur jedes zweite in der Weiterbildung aktiv. Unternehmen, die 3 oder mehr der Technologien nutzen, waren 9 von 10 in der Weiterbildung aktiv. Bei den Unternehmen mit einer oder 2 genutzten Technologien waren es deutlich weniger. Vielfältig digitalisierte Unternehmen investierten demnach auch mehr Weiterbildungsstunden je Mitarbeiter, als weniger digitalisierte. Bei den Weiterbildungskosten zeigte sich vor allem ein Unterschied zwischen nicht digitalisierten Unternehmen und digitalisierten Unternehmen. Die Kosten lagen bei den nicht digitalisierten Unternehmen weit unter den Werten der anderen.

Weiterbildungsinhalte

Bei den Weiterbildungsinhalten ist es so, dass 36 Prozent der Unternehmen den Großteil ihre Mitarbeiter in einem Jahr im beruflichen Fachwissen weiterbilden. Ausgewählten Mitarbeitergruppen ermöglichen das 57 Prozent. In mehr als jedem zweiten Unternehmen wird zumindest ein Teil der Mitarbeiter  in Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Planungs- und Organisationsfähigkeit gezielt weitergebildet. Auch die Führungskompetenz wird in knapp jedem zweiten Unternehmen bei ausgewählten Mitarbeitern gezielt gefördert. Die Selbstständigkeit, Planungs- und Organisationsfähigkeit und die Führungskompetenz werden dabei in Unternehmen, die keine oder eine der Technologien verwenden signifikant seltener vermittelt, als in Unternehmen mit mindestens 2 Technologien. Je mehr digitale Technologien genutzt werden, desto mehr steigt der Anteil an Weiterbildung in der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit.

Die IT-Anwenderkenntnisse sind ebenfalls von Bedeutung. 14 Prozent schulen größere Mitarbeitergruppen hier drin, rund 40 Prozent ausgewählte Gruppen. In ca. einem Viertel der Unternehmen werden ausgewählte Gruppen in IT-Fachwissen und Softwareprogrammierung weitergebildet. IT-Anwenderkenntnisse scheinen damit für die breite der Mitarbeiter bedeutender zu sein, als IT-Fachwissen und Softwareprogrammierung. In beiden Gebieten werden häufiger größere Mitarbeitergruppen geschult, wenn das Unternehmen stärker digitalisiert ist. Das gilt auch für die Häufigkeiten, von Schulungen für einzelne Mitarbeiter in dem Bereich.

Digitale Lernangebote

Digitalisierung und Weiterbildung beeinflussen sich auch bei den bereitgestellten Lernangeboten. 80 Prozent der Unternehmen stellen laut IW elektronische Literatur, Bedienungsanleitungen und vergleichbare Dokument zur Verfügung. Knapp die Hälfte dieser Unternehmen sogar mehrfach. Die Hälfte der Unternehmen nutzt multimediale Inhalte (Lernvideos, Podcasts, interaktives webbasiertes Lernen, …). Diese digitalen Lernformen sind also schon recht weit verbreitet. Gut ein Drittel nutzt firmeninterne kooperative Lernplattformen, Wissensbibliotheken, Wikis, Foren und sonstige digitale Lernangebote. In 30 Prozent der Unternehmen kann an mobilen Endgeräten gelernt werden.  Etwa 20 Prozent nutzen programmierbare Fertigungsmaschinen, fachspezifische Software oder 3D-Drucker in der betrieblichen Weiterbildung. Digitale Lernangebote sind damit weit verbreitet. Rund 84 Prozent der Unternehmen nutzen sie laut IW, nur 16 Prozent nutzen keins. Die Anzahl der digitalen Lernformate steigt dabei mit den verwendeten digitalen Technologien im Unternehmen. Je höher die Zahl der verwendeten digitalen Technologien, desto höher auch die Zahl der digitalen Lernformate.

Als Grund für den Einsatz digitaler Lernangebote geben über 70 Prozent die gute Integrierbarkeit in den Arbeitsalltag an. Es bietet eine gute räumliche und zeitliche Flexibilität. Das Motiv der besseren Anpassung an die individuellen Bedarfe der Mitarbeiter wird am zweithäufigsten genannt. 50 Prozent nutzen sie, da sie interaktive Möglichkeiten der Lernfortschrittmessung bieten.

Fazit – Digitalisierung und Weiterbildung

Die Digitalisierung und Weiterbildung beeinflussen sich. Die Digitalisierungen zieht neue Anforderungen nach sich, die durch Weiterbildung erschlossen werden müssen. Dabei ist der Weiterbildungsbedarf und auch die Bereitschaft zur Weiterbildung in stärker digitalisierten Unternehmen höher, als in wenig oder nicht digitalisierten Unternehmen. Vor allem die Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, Selbstständigkeit, Organisations- und Planungsfähigkeit scheinen hier für die meisten Mitarbeiter wichtig zu sein. Auch IT-Anwenderkenntnisse scheinen für alle Mitarbeiter relevant zu sein. Eher für ausgewählte Gruppen sind in digitalisierten Unternehmen die Führungskompetenz und IT-Fachwissen und Softwareprogrammierung wichtig.
Digitalisierung und Weiterbildung beeinflussen sich auch dahingehend, dass neue digitale Lernmethoden zur Verfügung stehen. Diese werden in stärker digitalisierten Unternehmen auch häufiger verwendet. Sie seien gut in den Arbeitsalltag integrierbar und würden sich besser an die individuellen Bedarfe der Mitarbeiter anpassen. Um die potenziale des digitalen Lernens künftig noch besser erschließen zu können, ist die Politik laut IW gefordert. Beispielsweise durch die öffentliche Bereitstellung von Infrastruktur oder Inhalte für Lernplattformen könne dies erreicht werden. Vor allem kleine Unternehmen hätten Nachholbedarf und bräuchten Unterstützung.

Hier finden Sie das IW-Trend 01/2018:

Weiterbildung 4.0 – Digit a lisierungals Treiber und Innovatorbetrieblicher Weiterbildung

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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