Eine Promotion wird meist mit Prestige, einem höheren Wissen und besseren Berufschancen verknüpft. Aber ist das immer der Fall? In welchen Fachbereichen ist eine Promotion sinnvoll?

Allgemeines zur Promotion

Bevor die Frage „ In welchen Fachbereichen ist eine Promotion sinnvoll? “ beantwortet wird, werden zunächst einige allgemeine Dinge zur Promotion dargestellt. Ganz allgemein bedeutet Promotion, dass ein Doktorgrad durch eine dazu befähigte Hochschule verliehen wird (in der Regel Universitäten oder gleichgestellte Hochschulen). Der Bezeichnung „Doktor“ wird dann noch die jeweilige Fachrichtung angefügt, in der promoviert wurde (z.B. Dr. med.). Der Weg zu dieser Verleihung nennt sich Promotionsverfahren. In diesem muss derjenige/diejenige nachweisen, dass er/sie selbstständig wissenschaftlich Arbeiten kann bzw. dazu befähigt ist. Die Promotion ist also ausschließlich wissenschaftlich ausgerichtet.

Während des Promotionsverfahrens wird eine Dissertationsarbeit angefertigt, die eine eigenständige Forschungsleistung beinhaltet, die zu neuen Ergebnissen führen soll. Die Dissertation soll in der Fachdisziplin wesentlich zum wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt beitragen. Eingeleitet wird die Promotion, wenn eben diese Dissertation durch den/die Doktorand/in vorgelegt wurde. Wurde diese angenommen und positiv begutachtet, kommt es im nächsten Schritt zu einer mündlichen Prüfung oder einem wissenschaftlichem Streitgespräch. Hierbei wird die Doktorarbeit mündlich verteidigt. Meist ist diese Verteidigung öffentlich. Diese mündliche Prüfung muss bestanden werden, um promovieren zu können.

Nach der Gesamtbewertung ist es in der Regel dann noch so, dass die Dissertation veröffentlicht werden muss, um die Promotionsurkunde übergeben zu bekommen und somit dazu berechtigt zu sein, die Bezeichnung „Dr.“ zu führen.

Um überhaupt promovieren zu können, ist in der Regel ein Master- oder gleichwertiger Abschluss nötig. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, in denen auch eine Zulassung mit einem Bachelor möglich ist. Hierzu sollte man sich im Vorfeld genau informieren. Hierzu muss ein entsprechendes Qualifikationsverfahren durchlaufen werden.

Eine Promotion ist dabei nichts, was man mal eben so machen könnte. Die Promotionsphase erstreckt sich viel mehr über mehrere Jahre und ist von einem hohen Zeit- und Arbeitsaufwand geprägt, weshalb Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin unabdingbar sind, wenn man vorhat, zu promovieren. Außerdem sollte man sich mit Finanzierungsmöglichkeiten auseinandersetzen, denn der Aufwand während des Promotionsverfahrens ist hoch.

Die allgemeinen Informationen zum Thema Promotionen wurden damit vorgestellt. Aber, in welchen Fachbereichen ist eine Promotion sinnvoll?

Promotion und verschiedene Fachbereiche

Nun wir die Frage „ In welchen Fachbereichen ist eine Promotion sinnvoll? “ näher in den Blick genommen. Nachfolgend werden verschiedene Fachbereiche aufgeführt und erläutert, inwiefern eine Promotion in diesen Bereichen sinnvoll ist oder eben nicht. Allgemein gesagt sollte man sich vor einer Promotion darüber im Klaren sein, welches Berufsziel man verfolgt und was es hierfür für Voraussetzungen gibt. Wer in Richtung Forschung und Hochschullehre gehen möchte, für den ist eine Promotion meist nicht optional, sondern ein Muss. Lesen Sie hier mehr dazu, wie man Professor/in werden kann.

Ansonsten kann vieles für oder gegen eine Promotion sprechen. Die nachfolgenden Informationen zu den jeweiligen Fachbereichen und Promotion sind eher allgemein gehalten und sollten lediglich als Anhaltspunkte genommen werden. Im Einzelfall sollte immer individuell entschieden werden, ob eine Promotion sinnvoll erscheint oder nicht. Also, in welchen Fachbereichen ist eine Promotion sinnvoll?

Naturwissenschaften und Mathematik

In den Naturwissenschaften promovieren so viele Absolventen, wie sonst in keinem Fachbereich. Chemiker, Physiker und Biologen promovieren alle sehr häufig, die Quote liegt bei wenigstens 70 Prozent. Unter den Chemikern ist der Anteil der Promovierten dabei am höchsten. Diese hohen Zahlen sind wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass eine Promotion unbedingt notwendig ist, wenn man im Bereich der Forschung arbeiten möchte. Genau in diesen Bereich möchten viele der Naturwissenschaftler, die promoviert haben. Aber auch in der Wirtschaft hilft ein Doktortitel Naturwissenschaftlern meist weiter. Sowohl in Wirtschaft, als auch Wissenschaft lohnt sich die Promotion in diesem Fachbereich finanziell. Die Einstiegsgehälter sind hier meist höher für Leute, die einen Doktortitel haben, als für solche ohne eben diesen. Und auch im Punkt Arbeitslosigkeit ist eine Promotion förderlich, denn unter ihnen sind weit weniger arbeitslos, als im Bundesschnitt.

Ein anzuführender Nachteil an dieser Stelle ist es, dass promovierte Naturwissenschaftler häufiger befristete Arbeitsverträge haben, als der Durchschnitt. Das liegt daran, dass wissenschaftliche Stellen in aller Regel nur befristet sind.

Auch Mathematiker promovieren noch relativ häufig, hier ist es ca. ein Drittel (abzüglich der Lehramtsstudierenden). Für sie gilt ähnliches, wie für die Naturwissenschaftler. Auch sie können meist mit einem besseren Einstiegsgehalt rechnen, als ihre Kolleg/innen ohne Doktortitel.

Medizin

Ebenfalls weit verbreitet ist die Promotion im Bereich Medizin. Hier wird die Dissertation allerdings anders, als in den übrigen Fachbereichen, oft schon während des Studiums geschrieben und das in nur wenigen Monaten, weshalb die Promotion in diesem Fachbereich öffentlich etwas in Verruf geraten ist. Nichtsdestotrotz, gehört die Promotion nach wie vor quasi zu der Standardausbildung im Fachbereich Medizin, vor allem an Universitätskliniken.

Ingenieurswissenschaften

Ingenieur/innen hingegen promovieren weit weniger häufig. Hier lohnt sich ein Doktortitel ebenfalls besonders dann, wenn eine Forschungs– oder Hochschulkarriere angestrebt wird. In der Wirtschaft hingegen könne ein Doktortitel auch hinderlich sein, da er mit Überqualifikation in Verbindung gebracht werden könnte. Das ist eher in kleineren und mittelständischen Unternehmen der Fall. In Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sind Ingenieur/innen mit Doktortitel gefragter, als in kleineren. Hier sind sie häufig in Managementpositionen gefragt. Dabei lohnt sich eine Promotion für Ingenieur/innen finanziell, denn die Einstiegsgehälter seien hier deutlich höher als die, für Ingenieur/innen ohne Promotion.

Rechtswissenschaften

Auch in den Rechtswissenschaften bringt eine Promotion einen deutlichen Gehaltsvorteil mit sich. Das liegt nicht zuletzt daran, dass promovierte Rechtswissenschaftler/innen häufiger in Großkanzleien arbeiten, wo die Einstiegsgehälter ohnehin höher liegen, als in kleineren. Abgesehen davon lohnt sich eine Promotion auch in diesem Fachbereich wieder besonders, wenn man im Bereich Forschung oder Hochschullehre tätig sein möchte.

Wirtschaftswissenschaften

In den Wirtschaftswissenschaften ist mit einer Promotion auch mit Gehaltsvorteilen zu rechnen. Dabei ist ein Doktortitel vor allem bei großen Unternehmensberatungen gern gesehen. Im Finanzsektor hingegen ist eine Promotion weniger entscheidend dafür, wie gut die Chancen sind. Auch hier gilt wieder: wer in die Hochschullehre oder Forschung möchte, muss eine Promotion anstreben.

Sozialwissenschaften

In den Sozialwissenschaften bringt ein Doktortitel auch Gehaltsvorteile, wenn auch nicht so hohe, wie in anderen Fachbereichen. Hier ist eine Promotion generell eher weniger häufig vertreten und auch in vielen Bereichen nicht notwendig. Im Punkt Führungspositionen, die nicht zu dem klassischen Berufsbild passen, könnte der Doktortitel jedoch einen Vorteil bringen, denn er könne ein Ungleichgewicht mit Gesprächspartnern ausgleichen, wenn diese aus einem anderen Fachbereich stammen. Generell sind in diesem Fachbereich allerdings praktische Erfahrungen meist wichtiger, als eine Promotion. Außer natürlich, man möchte auch hier wieder in Forschung oder Hochschullehre gehen.

Sprach- und Kulturwissenschaften

Bei den Sprach- und Kulturwissenschaften zahlt sich eine Promotion finanziell meist nicht wirklich aus. Dennoch ist diese auch hier in Forschung und Hochschullehre eine Voraussetzung.

Fazit

Die Frage „ In welchen Fachbereichen ist eine Promotion sinnvoll? “ kann nicht allgemein beantwortet werden, denn ob eine Promotion sinnvoll ist oder nicht, hängt maßgeblich davon ab, was man für Berufsziele verfolgt. In jedem Fall ist eine Promotion nötig, wenn man in Forschung oder Hochschullehre möchte. Ansonsten bringt eine Promotion in vielen Fällen auch einen Gehaltsvorteil mit sich. Dies ist aber nicht immer der Fall. Weit verbreitet ist eine Promotion vor allem in den Naturwissenschaften und der Medizin, ebenso wie noch relativ häufig in der Mathematik. Vor allem in den Naturwissenschaften kann ein Doktor wichtig sein. Aber auch in den anderen vorgestellten Fachbereichen kann ein Doktortitel Vorteile mit sich bringen. Wenn man überlegt, eine Promotion anzustreben, sollte man sich also zu allererst klar darüber werden, wo genau man beruflich hin möchte. Hierzu sollte man sich dann genau zu den Voraussetzungen informieren und ob eine Promotion in diesem Bereich angesehen ist oder nicht. Ob eine Promotion sinnvoll ist oder nicht, ist also meist eine Einzelfallentscheidung und die Frage „ In welchen Fachbereichen ist eine Promotion sinnvoll? “ kann nicht pauschal beantwortet werden.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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