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Es gibt einen wichtigen neuen Trend im Bereich der Personalführung: auf künstliche Intelligenz (KI) basierende Analyseprogramme. Der Atlas der digitalen Arbeit hat sich mit diesem Phänomen näher befasst.

Wie wird KI im Personalmanagement eingesetzt?

Analyseprogramme die auf KI basieren tracken personenbezogene Daten der Mitarbeitenden eines Unternehmens und können somit beispielsweise Aussagen hinsichtlich ihrer Produktivität treffen. Entsprechende Softwares können deskriptiv also beschreibend oder prädiktiv also vorausschauend agieren. Personenbezogene Daten die in eine solche Analyse einfließen können zum einen personale Daten der Mitarbeitenden sein (z.B. Geschlecht, Alter, Vergütung o.Ä.) zum anderen aber auch Aktivitätsdaten wie etwa die Anzahl der empfangenen oder gesendeten E-Mails, die Länge der geführten Telefonate oder die Anzahl der geleisteten Überstunden.

Vorteile von KI-Software im Personalbereich

Hersteller entsprechender Software werben mit den Möglichkeiten der Prozessoptimierung. Auffälligkeiten einzelner Mitarbeitenden könnten schneller entdeckt werden, sodass Stress und Überarbeitung schneller vorgebeugt werden könne. Außerdem könnten, durch die Software erkannte, systematisch benachteiligte Gruppen durch gezielte Weiterbildungen unterstützt werden. Die Anwendungen seien darüber hinaus als ein Garant von Fairness und Diversität zu betrachten, die ohne Vorurteile entscheiden.

Risiken von KI-Software im Personalbereich

So schön die Versprechungen des Einsatzes von KI im Personalbereich klingen, die Realität zeigt vielfältige Probleme in der Anwendung entsprechender Software. Denn auch wenn die Software grundsätzlich neutral ist, lernt der entsprechende Algorithmus einer KI auf Basis von Datensätzen, die es oft nicht sind. Beispielhaft zu nennen wäre hier etwa der Reuters-Bericht über die auf KI basierte Software Amazons im Jahr 2014 zur Einstellung von neuen Mitarbeitenden. Die KI AMZN.0. sollte Bewerbungen anhand eines fünf-Sterne-Systems bewerten. Als Datengrundlage dienten Bewerbungen, der letzten zehn Jahre, die zu Einstellungen geführt hatten. Da in dieser Zeit allerdings vermehrt Männer eingestellt wurden, lernte die Software systematisch Bewerbungen von Frauen abzuwerten. Dieses Beispiel zeigt, dass Analysesoftwares im Personalbereich mit Vorsicht zu genießen sind.

Ausblick: KI-Software im Personalbereich

Unter anderem da Mitarbeitende der Verwendung und Verwertung ihrer Daten zur Einspeisung in KI-Softwares im Personalbereich zustimmen müssen, finden diese bis dato noch keine breite Anwendung in Deutschland. Heute nutzen wenn allerdings insbesondere überdurchschnittlich erfolgreiche und sehr gut organisierte Unternehmen entsprechende Software. Sollte der Trend sich hin zu einer breiteren Anwendung von KI-basierten Software im Personalbereich entwickeln gilt es diese unter Einbezug von Betriebsräten zu reglementieren. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde durch das Betriebsrätemodernisierungsgesetz von 2021 ermöglicht. Denn dieses setzt fest, dass die grundsätzlichen Rechte von dem Einsatz von KI-Software unberührt bleiben. 

 

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Über den Autor Lisa Schraets

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