Die Niederlande zählen zu den attraktivsten Ländern der Welt für deutsche Schulabgänger, wenn es um das Studium geht. Beliebter ist nur Österreich. Wann ist ein Studium in den Niederlanden sinnvoll? Was hat es für Vorteile? Was sollte man beachten?

Warum ein Studium in den Niederlanden?

Die Niederlande gelten als eines der beliebtesten Studienländer für deutsche Schulabgänger. Sie liegt im internationalen Vergleich auf dem zweiten Platz nach Österreich. Der Ruf der niederländischen Hochschulen ist gut, sie gelten als praxisorientiert und die Abschlüsse sind international anerkannt. Die Beliebtheit des Studiums in den Niederlanden liegt nicht zuletzt daran, dass es vielerorts keine Zulassungsbeschränkungen gibt. Während es in Deutschland oftmals schwer ist, einen Studienplatz in seinem Wunschfach zu erhalten, ist das in den Niederlanden ein kleineres Problem. Ein Studium in den Niederlanden ist sinnvoll, wenn …

  • … man in Deutschland nicht den Wunschstudienplatz bekommen kann
  • … man Auslandserfahrung sammeln möchte, die später einen Vorteil bringen können
  • … man Niederländisch lernen möchte bzw. sein Englisch perfektionieren möchte

Aber wie genau sieht ein Studium in den Niederlanden aus und was ist wichtig zu beachten?

Das Hochschulsystem in den Niederlanden

Hochschultypen

Ein Studium in den Niederlanden unterscheidet sich zwar in einigen Punkten von einem Studium in Deutschland, aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. So gibt es auch in den Niederlanden die Unterscheidung von Universitäten und Fachhochschulen. Universitäten heißen Universiteiten und haben, wie in Deutschland, eine wissenschaftliche Ausrichtung. Von ihnen gibt es 14 in den Niederlanden. Fachhochschulen, welche Hogescholen heißen, bieten ein berufsbezogenes Studium an. Hiervon gibt es über Hundert. Dabei ist der Unterschied zwischen Universität und Fachhochschule in den Niederlanden sehr viel klarer als in Deutschland. Während an deutschen Fachhochschulen auch Theorie gelehrt wird, sind die Lehrinhalte an niederländischen Fachhochschulen sehr viel praxisorientierter.

Abschlüsse

Auch die Abschlüsse, die durch ein Studium in den Niederlanden erlangt werden können, sind europaweit anerkannt, ebenso wie die in Deutschland. Denn auch die Niederlande hat die Bologna-Reform umgesetzt, also die Bachelor- und Masterabschlüsse eingeführt. Anders als in Deutschland, gibt es in den Niederlanden nur noch diese Abschlussarten. Nach einem grundständigen Studium erhält man einen Bachelor und als weiterführenden Abschluss dann den Master. Für Leute, die einen Bachelor an einer Hogeschool gemacht haben, kann es jedoch schwer sein, einen Master zu machen. Viele Master werden nur an Universiteiten angeboten.

Dauer

Die Dauer des Studiums in den Niederlanden kann von der Dauer in Deutschland abweichen. Vor allem an Fachhochschulen kommt es oft vor, dass ein Bachelorstudiengang nicht 3 sondern 4 Jahre dauert. Masterstudiengänge gehen oft ein Jahr lang, wie in der Psychologie. Es gibt aber auch zweijährige, sogenannten Research Master.

Semesterzeiten

Ebenfalls anders sind die Semesterferien in den Niederlanden. Anders als in Deutschland gibt es keine Wintersemesterferien. Dafür gibt es kürzere Pausen im Herbst, an Weihnachten, Ostern und Karneval. Im Sommer haben Studierende dann zwischen 6 und 8 Wochen frei. In dieser Zeit werden auch keine Klausuren oder Hausarbeiten geschrieben. Semesterbeginn ist in der Regel am 01. September.

Zulassungsbeschränkungen

Ein wesentlicher Unterschied zum deutschen Hochschulsystem ist, dass es an vielen niederländischen Hochschulen keine Zulassungsbeschränkungen gibt. Es gibt also keinen Numerus Clausus, wie in Deutschland. Vielmehr sind ca. 90 Prozent aller Studienangebote in den Niederlanden zulassungsfrei. Psychologie bspw. ist an kaum einer Universität zulassungsbeschränkt. Anders ist in der Human-, Tier- und Zahnmedizin, sowie bei einigen Kunststudiengängen. Die Bewerbungsfrist für die medizinischen Fächer ist im Januar des entsprechenden Jahres und man muss meist eine bestimmte Fächerkombination im Abitur gewählt haben, um einen Platz zu erhalten. Außerdem werden in einigen Studiengängen die Plätze mit einem Losverfahren, dem Numerus Fixus vergeben. Auch hier ist der Anmeldeschluss im Januar des entsprechenden Jahres. Diese örtlichen Aufnahmebeschränkungen sind aber eher eine Ausnahme im niederländischen Hochschulsystem.

Studiengebühren

Ein Studium in den Niederlanden ist mit Studiengebühren verbunden, was einen weiteren Unterschied zu Deutschland darstellt. Die Studiengebühren fallen jährlich an und liegen bei knapp 2000€. Zur Finanzierung dieser Gebühren kann, zumindest im ersten Jahr, das Auslands-BAföG aus Deutschland genutzt werden. Wer in Deutschland Anspruch auf BAföG hat, bekommt dieses nämlich auch, wenn er im europäischen Ausland studiert. Und in diesem Fall werden im ersten Jahr auch die Studiengebühren erstattet. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten zur Finanzierung eines Studiums in den Niederlanden, wie staatliche Stipendien und Studienkredite.

Fremdsprachenkenntnisse

Für ein Studium in den Niederlanden sind meistens Sprachkenntnisse erforderlich. Für die Studiengänge, die in holländischer Sprache unterrichtet werden, ist es Pflicht, diese zu beherrschen. Es ist zwar möglich auch vor Ort einen Holländisch-Kurs zu belegen, aber das ist mit einem großen zusätzlichen Aufwand zum eigentlichen Studium verbunden.
Es gibt aber auch viele englischsprachige Studiengänge in den Niederlanden. Bei diesen reicht es meistens die englische Sprache zu beherrschen. Die entsprechenden Kenntnisse müssen durch einen Sprachtest nachgewiesen werden (TOEFL-, Cambridge- oder IELTS-Zertifikat).
Einige Hochschulen in den Niederlanden bieten darüber hinaus sogar Studiengänge auf Deutsch an. Vor allem an der Grenze zu Deutschland findet man solche Studiengänge.

Unterrichtsart

Wer sich für ein Studium in den Niederlanden interessiert, sollte wissen, dass sich die Unterrichtsart an den Hochschulen von denen in Deutschland unterscheidet. In Holland ist das Problem-Based Learning weit verbreitet. Das bedeutet, dass Studierende vor ein Problem gestellt werden, für das sie in Kleingruppen Lösungen erarbeiten müssen. Die Dozenten, bzw. Lektoren, begleiten bei diesem Prozess und dienen als Ratgeber und Richtungsweiser. Das so erarbeitete Wissen kann so oft besser behalten werden. Außerdem wird Teamfähigkeit, sowie problemlösendes Denken vermittelt, was im späteren Berufsleben einen Vorteil darstellt.

Fazit

Ein Studium in den Niederlanden bietet viele Möglichkeiten und Perspektiven. Das Hochschulsystem ist zwar vergleichbar mit dem deutschen, unterscheidet sich von diesem allerdings auch in einigen Punkten. Vor allem, wenn man den deutschen NC für ein Studienfach nicht erreicht, ist ein Studium in den Niederlanden eine denkbare Alternative. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass es auch hier Studiengänge gibt, die zulassungsbeschränkt sind. Hierrüber sollte man sich rechtzeitig bei den Hochschulen informieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sprache. Wenn man kein holländisch beherrscht, sollte man sich überlegen, ob ein englischsprachiger Studiengang besser geeignet wäre. Auch hierfür sind entsprechende Sprachkenntnisse nachzuweisen. Deutsche Studiengänge findet man in den Niederlanden zwar auch, aber nur vereinzelt. Ebenfalls sollte man die anfallenden Studiengebühren nicht außer Acht lassen. Diese können eine finanzielle Belastung darstellen, für die man sich Finanzierungsmöglichkeiten überlegen muss. Wer ein Studium in den Niederlanden in Betracht zieht, sollte also frühzeitig alle nötigen Informationen sammeln und sich zu Finanzierungsmöglichkeiten usw. Gedanken machen.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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