Während dualen Ausbildungen bekommt man in Deutschland eine Ausbildungsvergütung. Zu dem Thema kann es aber viele Fragen geben. Wie viel verdient man während einer Ausbildung? Was gibt es zu beachten?

Die Ausbildungsvergütung

Bevor die Frage „ Wie viel verdient man während einer Ausbildung? “ beantwortet wird, müssen ein paar grundlegende Dinge zur Ausbildungsvergütung geklärt werden. Die Ausbildungsvergütung bekommen Azubis als Gegenleistung für die Arbeit, die sie erbringen. Die Höhe der Vergütung ist dabei monatlich gleich. Oft ist es so, dass dieser monatliche Betrag pro Ausbildungsjahr erhöht wird. Das Ausbildungsgehalt ist dann gestaffelt. Man bekommt im ersten Ausbildungsjahr also oft weniger Vergütung, als im 3. Oder 4. Lehrjahr.

Dabei liegt die Ausbildungsvergütung nicht selten unter dem Mindestlohnniveau, denn Azubis sind von der Mindestlohnregelung ausgenommen. Sie haben also keinen Anspruch darauf, nach Mindestlohn bezahlt zu werden, weil sie sich nicht in einem Arbeits-, sondern Bildungsverhältnis befinden. Sie können noch nicht die volle Leistung erbringen, die ein ausgebildeter Mitarbeiter bringen kann, da sie vieles noch nicht wissen und noch lernen müssen. Dadurch ist auch der Gewinn, den sie dem Unternehmen bringen geringer, weshalb sie nicht so hoch bezahlt werden, wie fertig ausgebildete Kräfte. In dieser Logik kann auch die Staffelung des Gehalts nach Ausbildungsjahren erklärt werden. In jedem Ausbildungsjahr erwerben die Azubis mehr Wissen und Fähigkeiten, die sie gewinnbringend in das Unternehmen einbringen können. Deshalb erhalten sie auch mehr Vergütung für ihre Arbeit.

Brutto und Netto

Fragt man sich „ Wie viel verdient man während einer Ausbildung? “ so muss man sich auch mit dem brutto und netto Gehalt auseinandersetzen. Nur so kann man verstehen, wie viel Geld man am Ende zur Verfügung hat.

Das Bruttogehalt ist in dem Ausbildungsvertrag festgelegt und beschreibt das reine Gehalt, welches man von dem Arbeitgeber erhält. Hier werden noch keine Beiträge für Steuern oder Sozialversicherung abgezogen.

Bei dem Nettogehalt handelt es sich um das Gehalt, welches schlussendlich ausbezahlt wird. Hiervon werden zum einen Steuern und zum anderen die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen.  Steuern, die abgezogen werden, sind dabei die Lohn- und Kirchensteuer, sowie der Solidaritätszuschlag. Diese fallen allerdings erst an, wenn das monatliche Gehalt über einer gewissen Grenze liegt (ca. 950€), die sich von Jahr zu Jahr ändern kann. Meist ist es so, dass Azubis im 1. Und 2. Lehrjahr noch nicht über diese Steuerfreigrenze kommen und dementsprechend keine Steuern zahlen müssen. Die Sozialversicherungsbeiträge gehen für die Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung ab. Diese werden zur Hälfte von dem Arbeitgeber und zur Hälfte vom Arbeitnehmer bzw. Azubi übernommen. Meist liegt der Anteil des Azubis bei 20% der Ausbildungsvergütung. Wenn man jedoch weniger als 325€ monatlich erhält, zahlt der Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge für den Azubi komplett alleine und es gibt keine Abzüge für diesen.

Tarifverträge

Auch das Thema Tarifvertrag spielt bei der Beantwortung der Frage „ Wie viel verdient man während einer Ausbildung? “ eine entscheidende Rolle. Für die meisten Branchen gibt es tarifliche Regelungen, also einen Tarifvertrag. Das heißt, dass Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften eine Vereinbarung getroffen haben und einen Vertrag ausgearbeitet haben, der unter anderem auch die Ausbildungsvergütung regelt und dessen Höhe festlegt.

Gehört der Arbeitgeber eines Azubis diesem Arbeitgeberverband an und hat damit den Tarifvertrag unterzeichnet und diesem zugestimmt, muss er sich an diesen halten und auch die dort festgelegte Ausbildungsvergütung zahlen.

Ist der Arbeitgeber nicht in dem Arbeitgeberverband und hat den Tarifvertrag nicht unterzeichnet, so kann es sein, dass der Betrieb sich im Punkt Gehalt trotzdem an den Tarifvertrag der Branche hält. In jedem Fall ist es so, dass der Arbeitgeber trotzdem dazu verpflichtet ist, sich in gewisser Weise an dem Tarifvertrag zu orientieren, denn die Ausbildungsvergütung muss trotzdem mindestens 80% der im Tarifvertrag festgehaltenen Ausbildungsvergütung betragen.

Wenn es keinen Tarifvertrag für die Branche gibt, legen meist die zuständigen Stellen, wie die Handwerkskammer oder IHK, die Richtwerte für die Ausbildungsvergütung fest. Wie genau das in dem Ausbildungsbetrieb geregelt ist, lässt sich am besten während es Vorstellungsgesprächs herausfinden.

Die Höhe der Ausbildungsvergütung

Kommen wir nun zu der Frage „ Wie viel verdient man während einer Ausbildung? “. Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, die Ausbildungsvergütung kann stark zwischen den Branchen und auch Regionen variieren. Wie hoch die Vergütung schlussendlich ist, hängt zunächst einmal davon ab, in welchem Ausbildungsjahr man sich befindet. Wie beschrieben, ist die Ausbildungsvergütung meist gestaffelt und steigt pro Lehrjahr an. Zum anderen hängt es damit zusammen, ob es einen Tarifvertrag für diese Branche gibt und wie hoch die dort festgeschriebene Ausbildungsvergütung ist. Zum anderen gibt es aber auch regionale Unterschiede, beispielsweise zwischen den neuen und alten Bundesländern. In den alten ist die Ausbildungsvergütung meist höher, als in den neuen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass dort die Lebenshaltungskosten oftmals höher liegen, als in den neuen Bundesländern. Im Durchschnitt haben Azubis im Jahr 2015 832€ monatlich verdient.

Wie viel genau man in welchem Ausbildungsberuf verdient, sollte man daher im Einzelfall recherchieren. Einige gut bezahlte Ausbildungen sind Maurer/in,  Mechatroniker/in, Industriemechaniker/in  und  Kauffrau/Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Einige weniger gut bezahlte Ausbildungen sind Friseur/in, Florist/in, Bäcker/in.

Fazit

Die Frage „ Wie viel verdient man während einer Ausbildung? “ lässt sich damit nicht pauschal beantworten. Wie hoch die Ausbildungsvergütung am Ende ist und wie viel davon man schlussendlich zum Ausgeben hat, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen hängt es davon ab, in welchem Ausbildungsjahr man sich befindet. In der Regel ist es so, dass die Ausbildungsvergütung gestaffelt wird, also jährlich ansteigt. Weitergehend hängt es davon ab, ob es einen Tarifvertrag für die Branche und Region gibt, welche Ausbildungsvergütung darin ggf. festgehalten wurde und ob der Ausbildungsbetrieb diesen unterschrieben hat. Es kommt auch auf die Branche an, in der man die Ausbildung macht und auch in welcher Region. Manche Branchen zahlen höhere Ausbildungsvergütungen als andere und in den neuen Bundesländern ist die Vergütung oft niedriger als in den alten. Außerdem muss bedacht werden, dass der Bruttolohn, also der, der im Ausbildungsvertrag festgehalten wurde, meistens nicht den Nettolohn, also dem, was man am Ende zur Verfügung hat, entspricht. Bekommt ein Azubi mehr als 325€ monatlich, gehen noch Sozialabgaben von der Vergütung ab. Ab einer bestimmten monatlichen Grenze fallen zusätzlich noch Steuern an. Am besten sollte man sich vorab über all diese Regelungen und Dinge speziell für die angestrebte Ausbildung informieren.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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