Wer zum Wintersemester an einen neuen Studienort zieht, merkt es bei der ersten Überweisung: Die Miete ist der größte Posten im Studienbudget. Der MLP Studentenwohnreport 2026 beziffert ihn. Eine studentische Musterwohnung kostet im Schnitt der 38 untersuchten Hochschulstädte 567 Euro warm, ein WG-Zimmer 513 Euro. Die BAföG-Wohnpauschale liegt bei 380 Euro – und reicht dafür nur noch in einer einzigen Stadt.
Das Wichtigste in Kürze
| Kurzfassung | 567 Euro für die Musterwohnung, 513 Euro fürs WG-Zimmer, 380 Euro BAföG-Pauschale: die Zahlen des Studentenwohnreports 2026 und was sie für die Ortswahl heißen. |
|---|---|
| Themenbereich | Bildung und Beruf, Schüler- und Studentenleben, Studienfinanzierung |
| Veröffentlicht | 13. Oktober 2026 |
| Autor | Jan Bohlken, Diplom-Sozioökonom, Geschäftsführer des Profiling Instituts |
| Passende Leistung des Instituts | private Studienberatung, 1.400 Euro Festpreis mit Gutachten und Nachgespräch |
| Herausgeber | Profiling Institut, Eignungsdiagnostik nach wissenschaftlichen Standards, sieben Standorte in Deutschland |

Was der Report misst
Der Report erscheint jährlich, herausgegeben vom Finanzdienstleister MLP zusammen mit dem Institut der deutschen Wirtschaft. Die Ausgabe 2026 wurde am 30. September veröffentlicht und wertet Wohnungsinserate aus dem ersten Halbjahr 2026 für 38 Hochschulstandorte aus. Dort sind nach Angaben der Autoren rund 59 Prozent aller Studierenden eingeschrieben.
Damit die Städte vergleichbar werden, rechnet der Report mit einer Musterwohnung von 30 Quadratmetern und weist die Warmmiete aus. Für Wohngemeinschaften gilt ein Musterzimmer von 20 Quadratmetern. Es handelt sich um Angebotsmieten, also um das, was Sie zahlen, wenn Sie jetzt neu suchen – nicht um den Durchschnitt aller laufenden Mietverträge.
Die Spanne: von 280 bis 880 Euro
- München ist mit rund 880 Euro für die Musterwohnung und rund 850 Euro für das WG-Zimmer der teuerste Standort.
- Chemnitz ist mit rund 280 Euro für die Musterwohnung und rund 220 Euro für das WG-Zimmer der günstigste.
- Im Schnitt der 38 Städte liegen die Werte bei 567 Euro und 513 Euro. Diese beiden Durchschnittswerte nennt das Deutsche Studierendenwerk in seiner Stellungnahme zum Report.
Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Standort liegen damit rund 600 Euro im Monat. Über ein Bachelorstudium von sechs Semestern sind das mehr als 21.000 Euro Unterschied allein bei der Miete.
Die Mieten steigen weiter, nur langsamer
Bereinigt um Qualität und Lage sind die Mieten für studentisches Wohnen im ersten Halbjahr 2026 um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Im Schnitt der vergangenen drei Jahre waren es 4,0 Prozent pro Jahr. Besonders stark verteuerten sich kleine Wohnungen unter 40 Quadratmetern mit 3,5 Prozent, WG-Zimmer legten um 2,3 Prozent zu.
Entspannung ist das nicht. Studierende mit eigenem Haushalt geben laut Report rund 54 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aus, knapp zwei Drittel gelten als überlastet. An rund zwei Dritteln der Standorte wurde zuletzt weniger gebaut als in den Jahren davor.
Wofür die BAföG-Wohnpauschale reicht
Wer BAföG bezieht und nicht bei den Eltern wohnt, erhält für die Unterkunft pauschal 380 Euro. Der Report rechnet vor, was das bedeutet:
- Die Musterwohnung lässt sich mit 380 Euro nur in Chemnitz bezahlen.
- Im Mittel der Städte reichen 380 Euro für rund 24 Quadratmeter Kaltmiete, in München für etwa 14, in Chemnitz für etwa 62.
- Die Bundesregierung will die Pauschale auf 440 Euro anheben, nach dem Kabinettsbeschluss vom August allerdings erst zum Sommersemester 2027. Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Nach Rechnung des Deutschen Studierendenwerks würden auch 440 Euro nur in drei der 38 Städte für die Musterwohnung genügen.
Was die Reform sonst vorsieht und ab wann welche Stufe gilt, steht in unserem Beitrag zur BAföG-Reform 2026.
Zweite Quelle: 510 Euro für das WG-Zimmer
Das Moses Mendelssohn Institut wertet zum Semesterstart gemeinsam mit dem Portal WG-Gesucht die Angebote an 90 Hochschulstandorten aus. Zum Wintersemester 2026/27 kommt es auf durchschnittlich rund 510 Euro für ein WG-Zimmer. An 76 der 90 Standorte liegt der Preis über der heutigen Wohnpauschale von 380 Euro, an 45 auch über den geplanten 440 Euro. Am teuersten sind München mit 850 Euro, Berlin und Hamburg mit je 650 Euro, Köln mit 640 Euro und Frankfurt mit 630 Euro.
Die beiden Erhebungen arbeiten mit unterschiedlichen Städten und Methoden, ihre Durchschnittswerte lassen sich deshalb nicht direkt verrechnen. In der Größenordnung bestätigen sie sich aber gegenseitig.
Was das für die Wahl des Studienorts heißt
- Rechnen Sie den Ort mit. Derselbe Studiengang kann je nach Stadt mehrere Hundert Euro im Monat mehr oder weniger kosten. Eine vollständige Aufstellung aller Posten finden Sie unter Was kostet ein Studium.
- Bewerben Sie sich früh um einen Wohnheimplatz. Wohnheime der Studierendenwerke sind in der Regel deutlich günstiger als der freie Markt, die Wartelisten sind aber lang. Stellen Sie den Antrag, sobald die Bewerbung für den Studienplatz läuft, nicht erst nach der Zusage.
- Prüfen Sie kleinere Standorte. Viele Studiengänge gibt es auch an Hochschulen in Städten mit entspanntem Wohnungsmarkt, häufig ohne Zulassungsbeschränkung. Mehr dazu unter Studieren ohne NC.
- Planen Sie den Nebenjob realistisch. Wie viele Stunden Sie arbeiten dürfen, ohne den Minijob-Status zu verlieren, zeigt unser Nebenjob-Rechner.
- Denken Sie über ein duales Studium nach. Dort zahlt der Praxispartner eine Vergütung. Die Einzelheiten stehen unter Duales Studium.
Die Miete sollte die Studienwahl nicht allein bestimmen. Sie gehört aber in die Entscheidung, und zwar bevor die Zusage kommt. Wenn Sie Fach und Ort gemeinsam durchdenken möchten, unterstützt Sie unsere Studienberatung; einen ersten Eindruck Ihrer Interessen gibt der kostenlose Studienwahltest.
Zum Vergleich: Unser Beitrag zum Studentenwohnreport 2022 zeigt, wie die Lage vor vier Jahren aussah.
Quellen
- MLP SE und Institut der deutschen Wirtschaft: MLP Studentenwohnreport 2026, veröffentlicht am 30.09.2026 – mlp-se.de
- Deutsches Studierendenwerk: „Wohnen bleibt Kostenrisiko für Studierende“, Pressemitteilung vom 30.09.2026 – studierendenwerke.de
- Moses Mendelssohn Institut: Auswertung der WG-Preise zum Wintersemester 2026/27, Mitteilung vom 19.09.2026 – moses-mendelssohn-institut.de
Hinweis zur Abbildung: Die Grafik in diesem Beitrag wurde KI-generiert. Die dargestellten Werte stammen aus den genannten Quellen.


