MINT-Berufe sind im Innovationsland Deutschland von großer Bedeutung. Deshalb ist auch der Bedarf an MINT-Fachkräften nach wie vor hoch. Gibt es einen Fachkräftemangel? Wenn ja, wie groß ist dieser?

MINT-Berufe für Innovationen

Auf der Seite des iwd (Informationen aus dem Institut der deutschen Wirtschaft) wurden die Ergebnisse des MINT-Frühjahrsreport 2019 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vorgestellt und dabei auf das Thema Bedarf an MINT-Fachkräften eingegangen. Dabei wird zuerst herausgestellt, dass die Stärke des Bereichs Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, kurz MINT, besonders bedeutend für die Innovationskraft eines Landes ist. Auch die Investitionen, die in den Bereichen Forschung und Entwicklung getätigt werden, sind hierfür von Bedeutung, ebenso wie die vorherrschenden Rahmenbedingungen. Diese drei Faktoren müssten gut zusammenspielen, um einen langanhaltenden Fortschritt zu erzielen.

Besonders die Metall- und Elektro-Industrie spiele dabei in Deutschland eine wichtige Rolle, denn hier sind überdurchschnittlich viele MINT-Fachkräfte angestellt und die Betriebe geben außerdem besonders viel Geld für innovative Prozesse und Produkte aus. 2017 hätten die Betriebe und Unternehmen ca. 100 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben, was 63 Prozent der gesamten Innovationsausgaben in Deutschland seien. Im Gegensatz zu den Ausgaben in 2010 bedeute das einen Anstieg, denn dort hätte die Industrie nur 66,3 Milliarden Euro investiert.

Bedarf an MINT-Fachkräften

Nun geht es um den Bedarf an MINT-Fachkräften. Demnach waren Ende April 2019 478300 Stellen im MINT-Bereich nicht besetzt. Es gab allerdings nur 168600 Arbeitslose in diesem Bereich. Beziehe man diesen Faktor mit ein, ebenso wie den Faktor, dass die Qualifikationen der Arbeitslosen auch mit denen der freien Stellen zusammen passen müssen (Mathematiker/innen können keine Biolog/innenstelle annehmen), würde man auf einen Fachkräftemangel von 311300 kommen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeute das zwar einen leichten Rückgang um 3500 nicht besetzte Stellen, die Lage sei aber weiter angespannt.

Der Bedarf an MINT-Fachkräften habe sich besonders im IT-Bereich weiter gesteigert und somit eine große Arbeitskräftelücke geschaffen. Fehlten hier im Jahr 2014 19000 Fachkräfte, seien es im Jahr 2019 schon 59000. Dabei betreffe dieser erhöhte Bedarf alle Qualifikationsniveaus in diesem Bereich. Als Grund wird die steigende Nachfrage nach Fachwissen im IT-Bereich durch Unternehmen angeführt, welche durch die Digitalisierung bedingt sei und weiter vorangetrieben werde.

Der Trend nach dieser erhöhten Nachfrage im IT-Bereich zeige sich auch auf der Ausbildungsebene, denn schon zum dritten Mal sei der Anstieg bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträge im IT-Bereich besonders hoch gewesen. 2019 seien 13,4 Prozent mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. Dennoch würden diese zukünftigen Fachkräfte nicht ausreichen, um nach deren Ausbildungsabschluss die Fachkräftelücke zu schließen.

Fachkräftemangel wird sich weiter zuspitzen

Der Bedarf an MINT-Fachkräften wird demnach in den kommenden Jahren weiter ansteigen, ebenso wie der Fachkräfteengpass sich zuspitzen werde. Dies liege vor allem auch an dem demografischen Wandel, welcher nach sich zieht, dass viele der derzeitigen MINT-Fachkräfte bald in Rente gehen werden. Laut Prognose des IW würden bis 2021 im Jahr durchschnittlich 258600 neue MINT-Fachkräfte gebraucht werden, um den aktuellen Stand zu erhalten. In den darauffolgenden Jahren würde sich der Bedarf noch weiter erhöhen. Zwischen 2022 und 2026 liege er bei 279400 neuen MINT-Fachkräften jährlich. Ab dem Jahr 2027 würde sich der Bedarf sogar noch auf 287600 neue MINT-Fachkräfte jährlich erhöhen. Und das nur, um den aktuellen Stand an Erwerbstätigen zu erhalten.

Neue MINT-Fachkräfte gewinnen

Der Bedarf an MINT-Fachkräften ist und bleibt also hoch. Nun wird vom iwd darauf eingegangen, wie mehr und neue MINT-Fachkräfte gewonnen werden können. Zum einen müsse die duale Ausbildung in diesem Bereich für junge Menschen attraktiver werden. Warum dies eine attraktive Option sein könnte, sei dabei leicht zu begründen. So seien die Karriereperspektiven sehr gut, es gebe ausreichend Vollzeitstellen, die unbefristet sind, die Aussicht auf eine leitende Position sei gut und auch die Verdienste seien sehr gut.

Weitergehend müsse die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften verbessert werden. Die Verabschiedung des Fachkräfteeinwanderungsgesetz durch die Bundesregierung stelle dabei einen wichtigen Schritt dar.

Ein langfristiger Erfolg könne durch eine bessere MINT-Bildung erreicht werden. Hierzu müsste in der Schule angesetzt werden. Hier sollte der Fokus mehr auf den Spaß an Naturwissenschaften gelegt werden. Außerdem könne der verstärkte Computereinsatz ebenso wie neue Lernkonzepte hierzu beitragen und das Interesse für Technik und Information wecken.

Außerdem sei es wichtig, mehr Frauen in den MINT-Bereich zu bringen und diese für das Thema zu begeistern. Auch wenn die Zahl der Akademikerinnen im MINT-Bereich zwischen den Jahren 2011 und 2016 gestiegen sei, gäbe es noch immer deutlich weniger Frauen in dem Bereich als Männer.

Hier finden Sie den Beitrag auf der iwd-Seite:

MINT-Berufe: Immer mehr IT-Fachkräfte fehlen

Hier finden Sie den MINT-Frühjahrsreport 2019:

MINT und Innovationen – Erfolge und Handlungsbedarfe

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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