KI am Arbeitsplatz: 38 Prozent nutzen sie – fast die Hälfte ohne offizielle Einführung

Veröffentlicht am 1. Oktober 2026

Mehr als jeder dritte Beschäftigte in Deutschland nutzt künstliche Intelligenz bei der Arbeit: 38 Prozent sind es laut der Konstanzer KI-Studie 2026, ein Jahr zuvor waren es 35 Prozent. Das Wachstum hat sich damit verlangsamt. Auffälliger ist, wie die Nutzung zustande kommt: Nur 55 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer sagen, ihr wichtigstes KI-Werkzeug sei vom Arbeitgeber offiziell eingeführt worden. Fast die Hälfte hat sich den Einstieg selbst gesucht.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Kurzfassung38 Prozent der Beschäftigten nutzen KI bei der Arbeit, nur 55 Prozent mit offiziell eingeführtem Werkzeug. Was die Konstanzer KI-Studie 2026 zeigt und was folgt.
ThemenbereichBeruf, Bildung und Beruf, Digitalisierung
Veröffentlicht1. Oktober 2026
AutorJan Bohlken, Diplom-Sozioökonom, Geschäftsführer des Profiling Instituts
Passende Leistung des InstitutsKarriereberatung ab 160 Euro je Stunde, Orientierungs-Beratung ab 900 Euro
HerausgeberProfiling Institut, Eignungsdiagnostik nach DIN 33430, sieben Standorte in Deutschland
Balkengrafik: KI-Nutzung am Arbeitsplatz 2025 35 Prozent, 2026 38 Prozent, Wissensarbeit 49, Produktion 25, hohes Bildungsniveau 56, niedriges 21 Prozent
KI-Nutzung am Arbeitsplatz nach Gruppen, Mai 2026. Grafik: KI-generiert.

Was die Konstanzer KI-Studie zeigt

Das Team um Florian Kunze an der Universität Konstanz befragt Beschäftigte seit 2024 regelmäßig; in der dritten Welle im Mai 2026 waren es 1.105 Personen. Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Langsameres Wachstum: 38 Prozent nutzen KI-Werkzeuge bei der Arbeit, nach 35 Prozent im Vorjahr.
  • Viel Eigeninitiative: Nur 55 Prozent geben an, ihr am häufigsten genutztes Werkzeug sei offiziell eingeführt worden.
  • Große Unterschiede nach Tätigkeit: In Büro- und Wissensarbeit nutzen 49 Prozent KI, in produktionsnahen und körperlichen Tätigkeiten 25 Prozent.
  • Und nach Bildung: Beschäftigte mit hohem Bildungsniveau nutzen KI zu 56 Prozent, mit niedrigem Bildungsniveau zu 21 Prozent.
  • Kleine Betriebe hinken hinterher: In Organisationen mit bis zu 49 Beschäftigten bieten nur 11 Prozent Schulungen an, nur 10 Prozent haben verbindliche Regeln. In größeren Organisationen liegen beide Werte zwischen rund 26 und 31 Prozent.

Die Autorinnen und Autoren sehen darin eine wachsende Kluft: Die Technik verbreitet sich nicht gleichmäßig, sondern dort, wo ohnehin gut qualifizierte Beschäftigte arbeiten und Unternehmen Strukturen schaffen.

Weniger Angst als gedacht

Die Umbruchrhetorik der vergangenen Jahre findet sich in den Antworten nur bedingt wieder. 40 Prozent rechnen mit nachteiligen Folgen von KI für die Arbeitswelt insgesamt – aber nur 17 Prozent fürchten, selbst den Arbeitsplatz zu verlieren. Das passt zu anderen aktuellen Befunden: Auch in der IT-Branche berichten laut Bitkom nur wenige KI-nutzende Unternehmen von Stellenabbau.

Was das für Berufseinsteiger und Beschäftigte heißt

Die praktische Botschaft der Studie: Der Vorsprung entsteht gegenüber Kolleginnen und Kollegen, nicht gegenüber „der Maschine“. Wenn fast die Hälfte der Nutzung auf Eigeninitiative beruht, entscheidet oft das eigene Interesse darüber, wer KI sicher beherrscht – und wer nicht.

  • Eigene Kompetenz einschätzen. Wo Sie stehen, zeigt unser kostenloser KI-Kompetenz-Test.
  • Regeln klären. Wer Werkzeuge ohne Absprache nutzt, sollte wissen, was mit Daten passiert und was der Arbeitgeber erlaubt. Welche Pflichten die EU-KI-Verordnung Unternehmen bei der KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten auferlegt, erklärt der Beitrag KI-Kompetenzpflicht.
  • Beurteilen statt nur bedienen. Entscheidend ist nicht, welches Werkzeug Sie kennen, sondern ob Sie Ergebnisse prüfen können. Praktische Hinweise finden Sie unter Mit KI arbeiten.
  • Den eigenen Beruf realistisch einordnen. Ob und wie stark KI Ihre Tätigkeit verändert, lässt sich mit dem KI-Risiko-Check und dem Beitrag Ist mein Beruf automatisierbar? abschätzen.

Gerade Beschäftigte in produktionsnahen Tätigkeiten und in kleinen Betrieben erleben KI seltener im Arbeitsalltag. Für sie kann es sich lohnen, gezielt Weiterbildung einzufordern oder die eigene Laufbahn neu zu denken. Anregungen dazu bietet der Leitfaden Berufliche Neuorientierung im KI-Zeitalter; alle Themen rund um Arbeit und künstliche Intelligenz bündelt unser Bereich KI und Beruf.

Wer klären möchte, welche Richtung zu den eigenen Stärken passt, findet in der Karriereberatung und der Berufsberatung für Erwachsene eine fundierte Grundlage – mit eignungsdiagnostischen Verfahren nach DIN 33430.

Quellen

  • Kunze, Florian; Opitz, Carolina; Gerdiken, Elena: Konstanzer KI-Studie 2026: Verlangsamtes Wachstum der KI-Nutzung am Arbeitsplatz, aber nicht für alle Beschäftigte gleichermaßen. Ergebnisreport, Universität Konstanz, September 2026 – KOPS
  • Universität Konstanz: Presseinformation Nr. 83/2026 vom 08.09.2026 – presseportal.de

Hinweis zur Abbildung: Die Grafik in diesem Beitrag wurde KI-generiert. Die dargestellten Werte stammen unverändert aus dem genannten Ergebnisreport.

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