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Panikattacken kommen häufiger vor als viele vermuten würden. Statistisch gesehen erlebt jeder Fünfte in Deutschland mindestens einmal eine solche Attacke. Panikattacken können dabei beängstigend sein und mit weitergehenden Problemen einhergehen. Wie äußern sich die Attacken? Was steckt dahinter? Was sollte man wissen?

Was sind Panikattacken?

Zuerst geht es darum zu klären, was genau Panikattacken eigentlich sind. Eine Panikattacke ist eine plötzlich auftretende Phase von extremer Angst bzw. Furcht, die mit körperlichen und emotionalen Symptomen einhergehen kann. Für Betroffene ist die Attacke oft mit einem hohen Leidensdruck verbunden und wird als bedrohlich eingestuft, denn diese kann sich anfühlen, wie ein lebensbedrohlicher Anfall, bspw. wie ein Herzinfarkt.

Welche Symptome bei einer Panikattacke auftreten, ist von Person zu Person verschieden. Folgende Symptome können auftreten. Zu den körperlichen Symptomen gehören unter anderem Herzklopfen, ein unregelmäßiger Herzschlag, Schmerzen/Druck/Engegefühl in der Brust, Zittern, Schwitzen, ein trockener Mund, Engegefühl im Hals, Atemnot, Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Ohnmachtsgefühle, Benommenheit, Taubheitsgefühle, Erstickungsgefühle und Kribbeln. Zu den emotionalen Symptomen gehören unter anderem die Angst zu sterben, Angst die Kontrolle zu verlieren, Gefühle der Depersonalisation oder Derealisation und Angst vor dem verrückt/wahnsinnig werden.

Allein die Beschreibung dieser Symptome kann verdeutlichen, wie bedrohlich eine Panikattacke wirken kann. Viele Betroffene suchen während oder nach einer ersten Panikattacke ein Krankenhaus oder einen Arzt auf, da sie befürchten, eine lebensbedrohliche körperliche Erkrankung zu haben.

Eine solche Panikattacke hält in der Regel nur wenige Minuten an. Sie erreicht nach ca. 10 Minuten ihren Höhepunkt und klingt meist innerhalb einer halben Stunde wieder ab, kann sich in einzelnen Fällen jedoch auch länger hinziehen. Dabei können die Attacken entweder durch einen klaren Auslöser hervorgerufen worden sein oder aber spontan ohne klaren Grund auftreten. Ein klarer Auslöser kann bspw. bei einer Person mit einer Phobie vor Spinnen eine Spinne sein.

Betroffene können nach einer Panikattacke eine Panikstörung entwickeln. Davon spricht man, wenn Personen sich stark davor sorgen, weitere Panikattacken zu haben (sie entwickeln eine Erwartungsangst) und/oder wenn sie ihr Verhalten ändern, um weitere Attacken zu vermeiden. Wie häufig die Attacken auftreten, kann dabei von mehrmals am Tag bis zu einmal im Monat variieren. Eine tatsächliche Panikstörung kommt dabei seltener vor als Panikattacken. Ca. 2 bis 3 Prozent der Menschen in Deutschland leiden an einer solchen Panikstörung. Diese kommt häufig gemeinsam mit einer Agoraphobie, besser bekannt als Platzangst, vor. Betroffene fürchten sich dann vor Situationen, in denen die Angst besteht, nicht schnell genug herauszukommen/einen Arzt zu erreichen oder negativ durch eine mögliche Panikattacke aufzufallen. Diese Situationen sind vor allem in Menschenmengen, im Fahrstuhl, beim Anstehen, oder ähnlichem.

Warum entstehen sie?

Nun soll es darum gehen, warum Panikattacken entstehen können bzw. was dazu beitragen kann, dass sie auftreten. Die Symptome bei der Attacke resultieren unter anderem daraus, dass der Körper viel von dem Stresshormon Adrenalin ausschüttet. Adrenalin wird in Angstsituationen immer ausgeschüttet und trägt zum Fight oder Flight Reflex (Kampf oder Flucht) bei, der uns in bedrohlichen Situationen schützen soll. Es verengt dabei unter anderem die Gefäße, lässt das Herz schneller schlagen und bereitet die Muskeln auf eine baldige Aktion vor.

Aber warum kommt es überhaupt dazu? Wie bereits erwähnt, können Panikattacken mit oder ohne ersichtlichen Grund auftreten. Ein Grund kann sein, wenn eine phobische Person mit dem konfrontiert wird, was sie fürchtet. Was aber, wenn es keinen direkt ersichtlichen Grund gibt?

Die Ursachen und Auslöser von Panikattacken und Panikstörungen sind vielfältig und individuell. Dabei spielen immer mehrere Faktoren zusammen, die schließlich zur Attacke führen können. Ein begünstigender Faktor scheint Alkohol- und Drogenkonsum zu sein. Einige psychoaktive Substanzen können Panikattacken fördern oder hervorrufen. Aber auch einige Medikamente können die Attacken begünstigen. Weitergehend kann auch die Neigung zu Angststörungen vererbt werden. Ebenfalls eine zentrale Rolle können die Erfahrungen in der Kindheit spielen. So scheinen unter anderem der Erziehungsstil und Vernachlässigungserfahrungen von Bedeutung zu sein. Aber auch näherliegende Erfahrungen, wie einschneidende Krankheiten, können relevant sein. Dies sind einige Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Panikstörung bzw. von Panikattacken erhöhen können.

Auch die Auslöser können vielfältig sein. Häufig treten Symptome dann auf, wenn besonders viel Stress besteht und/oder allgemein eine schwierige Lebensphase vorliegt. Steht man ständig unter Stress, kann dies eine Panikattacke begünstigen, in der die angestaute Anspannung schließlich schlagartig hervorkommt.

Was tun?

Jetzt geht es darum zu klären, was bei Panikstörungen/-attacken helfen kann. Um die Problematik langfristig anzugehen, vor allem wenn häufigere Attacken auftreten und/oder eine Verhaltensänderung zur Vermeidung eingetreten ist, kann frühzeitige professionelle Hilfe wichtig sein. Das kann zuerst ein Gang zum Hausarzt sein, der an eine/n Psycholog/in bzw. Psychiater/in überweisen kann. Hier kann in einer Verhaltenstherapie an der Problematik gearbeitet werden. Auch eine unterstützende medikamentöse Behandlung kann erfolgen. In der Mehrheit der Fälle schlägt die Therapie gut an und hilft, die Erkrankung in den Griff zu bekommen.

Was aber während einer akuten Panikattacke tun? Auch hier gibt es wieder unterschiedliche und individuelle Möglichkeiten. Im Folgenden werden einige Dinge vorgestellt, die hilfreich sein können. Auf der Ebene der Gedanken kann es hilfreich sein, sich bewusst zu machen, dass die Situation keinen lebensbedrohlichen Zustand darstellt. Wie die Situation bewertet wird, kann durch die betroffene Person gesteuert werden, was wiederrum die Attacke lindern kann.

Weitergehend kann es helfen, den Atem aktiv zu beruhigen, denn viele Betroffene neigen zur Hyperventilation, was wiederrum die Symptome verstärken kann. Hierzu gibt es verschiedene hilfreiche Atemübungen, die bereits im Vorhinein eingeübt werden können.

Auch eine Konzentration auf das Hier und Jetzt kann helfen. Das kann bspw. dadurch erreicht werden, dass die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit bewusst auf etwas bestimmtes in der Umgebung gelenkt wird, um sich wieder in der Umgebung zu verankern und zu erden.

Um weiteren Panikattacken vorzubeugen, können eine gesunde Lebensführung und regelmäßige Entspannung hilfreich sein. Dazu kann Sport gehören, der Verzicht auf Alkohol und Drogen, ausreichend Schlaf und Entspannungsübungen zur Stressminderung.

Fazit

Panikattacken treten relativ häufig auf. Sie sind durch starke körperliche und emotionale Symptome gekennzeichnet, die z.B. einem Herzinfarkt gleichen können, weshalb sie von Betroffenen oft als (lebens-)bedrohlich eingestuft werden. Sie dauern in der Regel wenige Minuten. Aus einer Panikattacke kann sich eine Panikstörung entwickeln, die seltener vorkommt. Die Ursachen und Auslöser können vielfältig und individuell sein. Sie können durch einen bestimmten Aspekt ausgelöst werden oder scheinbar aus heiterem Himmel auftreten. Eine Therapie ist in vielen Fällen hilfreich. In der akuten Situation können unter anderem eine gedankliche Umbewertung, Atemübungen und die Konzentration auf das Hier und Jetzt hilfreich sein. Auch eine gesunde Lebensführung und Entspannung kann vorbeugend wirken.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.