Ein Schüleraustausch ist eine gute Möglichkeit, schon während der Schulzeit Auslandserfahrungen zu sammeln und andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Aber wie viele Schüler/innen machen einen Austausch? Welche Länder sind besonders beliebt? Was gibt es für Organisationen?

Rückläufiger Trend?

In der „weltweiser-Studie 2018: Schüleraustausch, High School, Auslandsjahr“ erhebt weltweiser wiederholt mit Unterstützung zahlreicher Austauschorganisationen Daten zum Thema Schüleraustausch. Als Schüleraustausch wird dabei ein mindestens dreimonatiger Aufenthalt an einer Schule im Ausland verstanden. Hierbei wohnt ein Großteil der Austauschschüler/innen bei einer Gastfamilie. Ein Gegenbesuch in Deutschland wird dabei in der Regel nicht vorgesehen. Im Schuljahr 2016/2017 nahmen, den Angaben der Studie zufolge, 16.400 Schüler/innen an einem solchen Schüleraustausch teil. Das ist zwar eine hohe Zahl, doch die Zahlen sind damit laut weltweiser schon das sechste Jahr in Folge rückläufig.

Dabei nehmen vor allem Schülerinnen an mehrmonatigen Schüleraustauschen teil. Im Schuljahr 2016/2017 waren laut weltweiser 61 Prozent der Teilnehmenden Schüler/innen weiblich und 39 Prozent männlich.

Beliebteste Zielländer

Am beliebtesten unter deutschen Austauschschüler/innen ist laut Studie die USA. 5.728 Schüler/innen verbrachten 2016/2017 hier 5 oder 10 Monate in einer Gastfamilie und besuchten eine Schule. Auf Platz zwei der beliebtesten Zielländer liegt Kanada mit 1.991 Austauschschüler/innen, gefolgt von Neuseeland mit 1.242, Großbritannien mit 870, Australien mit 770 und Irland mit 585 Austauschschüler/innen aus Deutschland. Kanada hat dabei im Vergleich zum vorherigen Schuljahr an Beliebtheit gewonnen. Die USA hingegen haben um Vergleich zum vorigen Schuljahr etwas an Beliebtheit verloren. Allgemein sind demnach vor allem Länder aus dem englischsprachigen Raum beliebt unter deutschen Schüler/innen. Über 90 Prozent wählten 2016/2017 ein englischsprachiges Land für ihren Schüleraustausch. Das beliebteste nicht-englischsprachige Land war im Schuljahr 2016/2017 Costa Rica, vor Frankreich, welches in den Jahren davor das beliebteste nicht-englischsprachige Zielland war.

Gastfamilien

Ein wesentlicher Bestandteil eines Schüleraustausches, ist die jeweilige Gastfamilie, bei der man während der Zeit lebt. Diese wird in der Regel vor der Abreise bekanntgegeben. In der weltweiser-Studie heißt es, dass Austauschorganisationen die Auskunft geben, dass 60 Prozent der Teilnehmenden bereits 3 Monate vor Abreise eine Gastfamilie zugeteilt bekommen. Einen Monat vor Abflug sind es schon ca. 90 Prozent. Vor allem in der Phase, kurz vor der Abreise, gibt es aber laut weltweiser größere Unterschiede zwischen den Zielländern. Gastschüler/innen, die in die USA reisen, wissen kurz vor Abreise häufiger noch immer nicht, in welche Gastfamilie sie kommen, als Gastschüler/innen, die in andere Länder reisen. Ca. jede/r zehnte Gastschüler/in, die in die USA reist, weiß 2 Wochen vor Abreise noch nicht, in welche Gastfamilie er/sie kommt. In anderen Zielländern weiß nur noch ca. 1 Prozent zu diesem Zeitpunkt nicht Bescheid. Dieser Unterschied besteht auch noch 2 Tage vor Abreise. Hier wissen 2 Prozent der Austauschschüler/innen für die USA noch immer nicht, wohin genau es geht. Bei anderen Zielländern wissen hingegen bereits alle Teilnehmenden, in welche Gastfamilie sie kommen.

Sind die Schüler/innen dann bei ihrer Gastfamilie angekommen, so wechseln zwischen 2 und 17 Prozent zumindest einmal ihre Gastfamilie. So ein Wechsel ist häufig darauf zurückzuführen, dass es zwischen Gastschüler/in und Gastfamilie zwischenmenschlich nicht gepasst hat.

Unter den Austauschschüler/innen brechen laut der Studie darüber hinaus rund 2 Prozent der Teilnehmenden den Schüleraustausch freiwillig ab. Zwangsweise aus dem Programm entlassen werden knapp 1 Prozent der Teilnehmenden, aufgrund von Verstößen gegen die Gesetze des Gastlandes oder die Richtlinien der jeweiligen Austauschorganisation. Weitere 0,3 Prozent der Teilnehmenden müssen ihren Austausch aufgrund einer Essstörung abbrechen, wobei dies mehrheitlich Mädchen betrifft.

Dauer der Aufenthalte

Auch die Dauer der Aufenthalte in den Gastfamilien wurde für das Schuljahr 2016/2017 von der Studie untersucht. Demnach hängt die Dauer von verschiedenen Faktoren wie der Motivation, der Bereitschaft, den finanziellen Möglichkeiten und dem Schulsystem vor Ort ab. Es seien verschiedene Zeiträume realisierbar, abhängig vom jeweiligen Programm und Gastland. Möglich ist es laut weltweiser, ein Schulhalbjahr oder ein Schuljahr lang ins Ausland zu gehen. In einigen Ländern ist aber auch ein Zeitraum von ca. 3 Monaten möglich, vor allem wenn das Schuljahr in 3 oder 4 Terms eingeteilt ist.

In den USA verbringt laut weltweiser-Studie ein Großteil der Teilnehmenden ein ganzes Schuljahr dort (86,7 Prozent). Ähnlich ist es unter anderem in Großbritannien (66,7 Prozent), Irland (64,3 Prozent), Frankreich (53,1 Prozent), Costa Rica (78 Prozent) und vielen mehr. In Kanada verbringen ungefähr gleich viele Schüler/innen entweder ein Halbjahr oder ein Schuljahr (46 Prozent zu 46,4 Prozent). In Neuseeland verbringen die meisten der Austauschschüler/innen ein Halbjahr (51,7 Prozent), genau wie in Australien (46,5 Prozent). In keinem Zielland bleiben die Gastschüler/innen mehrheitlich nur einen Term lang. Am häufigsten wird ein Term in Australien verbracht (17,4 Prozent), gefolgt von Großbritannien (16,6 Prozent) und Neuseeland (12,9 Prozent).

Bundesländer im Vergleich

In der weltweiser-Studie wurde sich des Weiteren noch damit beschäftigt, wie häufig der Schüleraustausch in den einzelnen Bundesländern ist. Dafür wurden die Werte vom Schuljahr 2015/2016 betrachtet. Hier lag der Anteil der Austauschschüler/innen in ganz Deutschland bei rund 2 Prozent. Die meisten Austauschschüler/innen hatte in diesem Schuljahr Hamburg. Hier liegt der Anteil der Austauschschüler/innen bei 7,51 Prozent. Auch Berlin, Bremen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Niedersachsen haben einen Austauschschüler/innen Anteil von über 2 Prozent. Unterdurchschnittlich ist der Anteil in den verbleibenden Ländern. Das Saarland liegt mit 0,98 Prozent auf dem letzten Platz. Die Studie weist darauf hin, dass auch in den einzelnen Bundesländern der rückläufige Trend der Teilnehmenden zu verzeichnen ist.

Fazit

Weltweiser ist in der Studie also zu dem Schluss gekommen, dass die Zahl der Schüler/innen, die einen Schüleraustausch machen, weiterhin rückläufig ist. Durchschnittlich treten mehr Mädchen als Jungen einen Schüleraustausch an. Nach Bundesland aufgeteilt, hatte Hamburg prozentual die meisten Austauschschüler/innen. Die wenigsten hatte das Saarland. Das mit Abstand beliebteste Zielland bleibt die USA. Allgemein lässt sich sagen, dass englischsprachige Länder sich der größten Beliebtheit unter deutschen Schüler/innen erfreuen. 60 Prozent der teilnehmenden Schüler/innen wissen schon 3 Monate vor Abreise, in welche Gastfamilie sie kommen werden. Je näher der Tag der Abreise rückt, desto größer werden die Unterschiede zwischen den Zielländern. So wissen vor allem Schüler/innen, die in die USA gehen, kurz vor Abreise noch immer nicht, in welche Gastfamilie sie kommen werden. Die Gastfamilie wechseln, tun vor Ort zwischen 2 und 17 Prozent. Die Abbruchquote eines Schüleraustausches liegt insgesamt bei 3,3 Prozent. Die Studie fand auch heraus, dass die Dauer des Aufenthaltes mit dem jeweiligen Zielland zu tun hat. So waren fast 90 Prozent der Schüler/innen, die in die USA gegangen sind, dort ein ganzes Schuljahr lang. Bei den Schüler/innen, die nach Kanada, Neuseeland oder Australien gingen war es hingegen so, dass etwa die Hälfte von ihnen dort nur ein Halbjahr verbracht hat. In manchen Gastländern blieben die Schüler/innen sogar nur für 3 Monate (etwa 8-17 Prozent).

Hier finden Sie die weltweiser-Studie 2018:

weltweiser-Studie 2018: Schüleraustausch, High School, Auslandsjahr

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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