Die schulische Bildung ihres Kindes ist für viele Eltern wichtig. Umso schwieriger ist es deshalb oft, wenn das Zeugnis des Kindes zum Halbjahr oder Schuljahresende schlechter ausfällt, als erwartet. Wie geht man mit einem schlechten Zeugnis um? Was sollte man besser nicht machen? Gibt es Tipps?

Das Zeugnis

Bevor wir der Frage „ Wie geht man mit einem schlechten Zeugnis um? “ nachgehen, wird zunächst die Funktion eines Schulzeugnisses dargestellt. Ein Schulzeugnis ist eine zusammenfassende Beurteilung des Leistungsstands von Schüler/innen. Es werden alle Noten der Fächer aufgeführt, die das Kind in diesem (Halb-)Jahr hatte, ebenso wie das allgemeine Arbeits- und Sozialverhalten. Die Benotung in den einzelnen Fächern erfolgt mit den Noten 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend).

Das Zeugnis wird im Rahmen einer Konferenz zusammengetragen, in welcher auch die Versetzung des/der Schüler/in beschlossen oder eben nicht beschlossen wird, wenn es sich um das Jahreszeugnis handelt. Dieses wird am Ende des zweiten Halbjahres eines Schuljahrs ausgegeben. Das Halbjahreszeugnis hingegen, wird am Ende des ersten Halbjahres ausgegeben.

Neben den Bewertungen werden meist auch Fehltage, Verspätungen, die Teilnahme am Förderunterricht oder AGs oder besonderes Engagement aufgeführt.

In dem Zeugnis werden also neben den Leistungen, auch das Verhalten des Kindes beurteilt und dargestellt.

Der Umgang mit einem schlechten Zeugnis

Kommen wir nun zu der Beantwortung der Frage „ Wie geht man mit einem schlechten Zeugnis um? “. Natürlich ärgert es viele Eltern, wenn das Zeugnis des Kindes schlechter ausfällt, als erwartet. Aber eine Bestrafung ist nicht unbedingt der richtige Weg, hiermit umzugehen, denn auch das ändert die erbrachten Leistungen nicht mehr. Schlechte Noten sind kein Weltuntergang und können jedem mal passieren. Nachfolgend werden einige Tipps für den Umgang mit einem schlechten Zeugnis aufgeführt.

Akzeptanz statt Strafen

Zentral bei der Beantwortung der Frage „ Wie geht man mit einem schlechten Zeugnis um? “ ist es als Elternteil zu versuchen, das Zeugnis, so wie es ist, zu akzeptieren. Ändern kann man es jetzt, wie bereits erwähnt, sowieso nicht mehr und schimpfen richtet meist mehr Schaden an, als das es nützt. Druck von Seiten der Eltern sollte vermieden werden, ebenso wie keine Ultimaten gestellt werden sollten oder sonstige Strafmaßnahmen ergriffen werden sollten. Das löst in der Regel Angst bei den Kindern aus, was dazu führen kann, dass sie blockieren und im Umkehrschluss noch mehr schlechte Noten bekommen. Außerdem kann die Eltern Kind Beziehung darunter leiden. Hilfreich kann es in diesem Zusammenhang auch immer sein, sich als Elternteil an die eigene Schulzeit und eventuelle schlechte Noten zu erinnern und daran, wie die Reaktion der Eltern ausgefallen ist und wie man diese bewertet hat.

Auf gutes konzentrieren

Es kann hilfreich sein, sich trotz der schlechten Noten auch auf die Leistungen zu konzentrieren, die trotz allem gut waren oder in denen sich das Kind sogar verbessert hat. Selten ist ein Zeugnis durchgehend schlecht und mit der Fokussierung auf die Fächer, die gut gelaufen sind, kann das Vertrauen des Kindes in seine eigenen Fähigkeiten gestärkt werden, ebenso wie das Selbstvertrauen. Jedes Kind hat in der Regel in irgendwelchen Fächern Talente. Liegt der Fokus nur auf den schlechten Leistungen des Kindes und werden dabei gute Noten komplett ausgeblendet, kann das im Gegensatz dazu führen, dass das Kind den Glauben an sich und seine Fähigkeiten verliert, keine Motivation mehr für die Schule hat und resigniert.

Selbsteinschätzung des Kindes anhören

Sinnvoll kann es weitergehend sein, sein Kind selbst zu fragen, wie es seine Schulleistungen in diesem Jahr selbst einschätzt. Es kann sein, dass es trotz schlechter Noten zufrieden ist, aber die schlechten Leistungen können es genauso gut auch belasten und stören. Auch Kinder sind oftmals enttäuscht, wenn das Zeugnis schlecht ausfällt, vor allem in Hinblick auf den meist hohen Leistungsdruck in der Schule. In diesem Fall ist es sinnvoll, das Kind als Elternteil auch zu trösten und ihm versuchen klarzumachen, dass ein schlechtes Zeugnis nicht das Ende der Welt bedeutet und dass man sich immer verbessern kann. Hier kann man ansetzen und seinem Kind beibringen, dass man trotz Niederlagen weiter machen sollte und dass es immer Möglichkeiten zur Verbesserung gibt, wenn man genug dafür tut und es wirklich will.

Nach Gründen und Möglichkeiten suchen

Als letzter Punkt bei der Beantwortung der Frage „ Wie geht man mit einem schlechten Zeugnis um? “ ist anzuführen, gemeinsam mit dem Kind nach möglichen Gründen für das schlechte Zeugnis zu suchen. Es kann sein, dass einfach nicht genug gelernt wurde. Ist das der Fall, kann man versuchen, feste Lernzeiten in den Wochenablauf zu integrieren, damit das Lernen nicht zu kurz kommt. Es kann aber auch sein, dass genug gelernt wurde, aber die Lernmethoden nicht geeignet für das Kind waren. Hier können Sie mehr zum Thema erfahren und auch, wie man die richtige Lernmethode findet.  Fehlt die Lernmotivation können Eltern versuchen Anreize zum Lernen zu schaffen oder das Lernen in den Alltag zu integrieren. Aber auch die Wahl der richtigen Lernmethode kann schon dazu führen, dass die Lernmotivation des Kindes wieder steigt.

Vielleicht ist das Kind auch mit dem Lernstoff in einigen Fächern überfordert und kommt in diesen nicht mit. In diesem Fall könnte eine Nachhilfe für diese Fächer hilfreich sein, um bei der Nacharbeitung und später der generellen Bearbeitung der Themen zu unterstützen. Ebenfalls eine Möglichkeit könnte es sein, sich an die Lehrer zu wenden und nach Förderunterricht bzw. Förderangeboten zu fragen, die genutzt werden könnten.

Es kann auch sein, dass das Kind eine Lernblockade hat. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Artikel zum Thema Lernblockaden. Ebenso kann eine Legasthenie hinter schlechten Noten stecken. Hierzu erfahren Sie mehr in unserem Artikel über Legasthenie.

Ein weiterer möglicher Grund sind Konzentrationsschwierigkeiten. In diesem Fall gibt es auch gezielte Möglichkeiten, die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Eltern sollten sich diesbezüglich informieren, ggf. auch bei Lehrern.

Auch Mobbing in der Schule kann ein Grund für ein schlechtes Zeugnis sein. In diesem Fall sollte auch die Schule mit involviert werden, um das Problem möglichst zu lösen. Ein letzter Ausweg wäre hier ein Klassen- oder sogar Schulwechsel.

Fazit

Wenn das Kind ein schlechtes Zeugnis mit nach Hause bringt, ist das für die wenigsten Eltern ein Grund zur Freude. Aber ein schlechtes Zeugnis ist kein Weltuntergang und es gibt immer Möglichkeiten zur Verbesserung. Fragen sich Eltern „ Wie geht man mit einem schlechten Zeugnis um? “ so sollte man zunächst sagen, dass sie versuchen sollten, das Zeugnis zu akzeptieren und keine Strafen oder ähnliches anzuführen, da dies meist kontraproduktiv ist. Außerdem sollte versucht werden, das Augenmerk auch auf die positiven Seiten des Zeugnisses zu lenken, um den Glauben des Kindes an sich und seine Fähigkeiten zu stärken. Auch die Selbsteinschätzung des Kindes zu seinen Leistungen kann aufschlussreich für Eltern sein. So können sie nachvollziehen, wie es ihrem Kind mit dem Zeugnis geht und besser auf es eingehen. Abschließend ist es wichtig, mit dem Kind zusammen nach Gründen und möglichen Auswegen zu suchen, damit eine Verbesserung stattfinden kann. Aber auch hier sollte nicht zu viel Druck aufgebaut werden, sondern eine unterstützende Haltung sollte die Grundlage bilden.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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