Es gibt nicht das eine Bildungssystem in Deutschland. In der Bundesrepublik hat jedes Bundesland Kulturhoheit. Das bedeutet, dass das Bildungssystem größtenteils Angelegenheit der Länder ist. So kommt es, dass Sie beim Lesen unseres Artikels eventuell leichte Abweichungen vom Bildungssystem Ihres Landes feststellen werden. Dabei handelt sich zumeist um andere Bezeichnungen von Schulabschlüssen oder unterschiedliche Schulzeiten. Trotz der Abweichungen innerhalb Deutschlands lässt sich das Prinzip erklären. Die größten Unterschiede zwischen den Systemen gibt es in den leicht unterschiedlichen Schulsystemen.

Schulpflicht im Bildungssystem in Deutschland

Jedes Kind ist ab einem bestimmten Alter schulpflichtig. In der Regel im Jahr der Vollendung des sechsten Lebensjahres. Eine Ausnahme hierbei ist gegeben, wenn ein eigentlich schulpflichtiges Kind die schulärtzliche Untersuchung nicht erfolgreich besteht und keine Erlaubnis zum Schulbesuch erhält. Sie kann die Schulpflicht um ein Jahr verzögern. Die sogenannte Vollzeitschulpflicht erstreckt sich über neun bzw. zehn sogenannte Schulbesuchsjahre, nicht zu verwechseln mit der 9. oder 10. Klasse, denn wenn ein schüler eine Jahrgangsstufe wiederholt endet seine Schulpflicht bereits nach Beendigung der 8. oder 9. Klasse. Eine abgeschlossene Berufsausbildung beendet die Schulpflicht, das ist dann die sogenannte Berufsschulpflicht, die für Schüler gilt, die eine Berufsausbildung absolvieren bzw. Bildungswege auf berufsbildenden Schulen besuchen.

Bildungsbereiche im Bildungssystem in Deutschland

Das Bildungssystem in Deutschland kann in fünf Bildungsbereiche aufgegliedert werden

  • Elementarbereich
  • Primarbereich
  • Sekundarbereich I
  • Sekundarbereich I
  • Tertiärbereich

Dabei enthält jeder Bildungsbereich mehrere Schulformen und Aussichten auf den darauffolgenden Bereich.

Elementarbereich

Der Elementarbereich beschäftigt sich mit Kindern bis zum sechsten Lebensjahr. Dieser erste Bereich des Bildungssystems enthält Betreuungs- und Bildungsangebote in Form von Kinderkrippen, Kindergarten, Kindertagespflege sowie die Vorklassen an Grundschulen. Hierbei handelt es sich um kein verpflichtendes Angebot. Dennoch zeigen die Zahlen, dass inzwischen über 90% der 3- bis 6-Jährigen eine Kindertageseinrichtung besuchen.

Primarbereich

Mit dem Inkrafttreten der Schulpflicht, treten auch die Kinder in den Primarbereich ein. In der Regel ist dies der Bereich in dem alle Kinder gemeinsam zur Schule gehen. Die Grundschule umfasst in den meisten Bundesländern die Klassenstufen 1-4 (in einigen Bundesländern die Stufen 1 bis 6). Das Ende dieses Abschnitts enthält die Schullaufbahnempfehlung. Hierbei werden Noten, Arbeits- und Lernverhalten bewertet und eine Empfehlung für die weiterführende Schulform getroffen. Abhängig vom Bundesland ist diese umstrittene Form der Bewertung verbindlich. Bei nicht Einhalten der Schullaufbahnempfehlung werden in der weiterführenden Schule oft Aufnahmeprüfungen und Probezeiten durchgeführt.

Sekundarbereich I im Bildungssystem

Der Sekundarbereich I enthält folgenden Schulformen

  • Hauptschule
  • Realschule
  • Gymnasium
  • Gesamtschulen

Während die ersten drei Schulformen jeweils nur eine bestimmte Art eines Schulabschlusses ermöglichen, bieten Gesamtschulen die Möglichkeit, unter mehreren Abschlüssen zu wählen. Dabei gibt es zwei Arten von Gesamtschulen; mit und ohne Gymnasialbildungsgang.
Das Ende des Sekundarbereichs I bildet ein allgemeinbildender Schulabschluss. Ein Zertifikat bescheinigt erworbene Kenntnisse und Noten. Je nach Form des Abschlusses (Art der besuchten Schule) erhält der Schüler die Berechtigung für bestimmte weitere Schulformen im Rahmen des Sekundarbereichs II.

Sekundarbereich II im Bildungssystem in Deutschland

Der Sekundarbereich II enthält die folgenden Schulformen

  • allgemeinbildende Vollzeitschulen
  • berufliche Vollzeitschulen
  • Berufsausbildung im dualen System

Die Möglichkeiten der Wahl zwischen diesen Schulformen ist abhängig vom erworbenen Schulabschluss im Sekundarbereich I.
Für Absolventen der Hauptschule ist zumeist eine duale Berufsausbildung vorgesehen. Hierfür müssen sie eine Lehrstelle in einem Betrieb finden. Gelingt ihnen dies nicht, sind sie, aufgrund der weiterhin bestehenden Schulpflicht, verpflichtet eine berufsvorbereitende Maßnahme im Übergangssystem zu absolvieren.
Absolventen mit einem mittleren Schulabschluss stehen weit mehr Möglichkeiten offen. Je nach Notenstand stehen ihnen alle drei Optionen zur Verfügung. Unter allgemeinbildenen Vollzeitschulen versteht man auch die gymnasiale Oberstufe.
Im Sekundarbereich II können ebenso, abhängig vom im Sekundarbereich I erzielten Abschluss, die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife erworben werden. Die allgemeine Hochschulreife wird auch Abitur genannt.

Tertiärbereich im Bildungssystem

Der Tertiärbereich umfasst alle Universiäten und Hochschulen, die zu einem akademischen Abschluss führen. Weiterhin sind dem tertiären Bereich auch alle Einrichtungen zuzurechnen, die berufsqualifizierende Studiengänge anbieten. Darüber hinaus werden in diesem Bereich auch Schulformen eingeordnet die zu einer beruflichen Weiterentwicklung verhelfen, wie zum Beispiel Schulen des Gesundheitswesens. Hierfür ist eine entsprechende vorausgegangene Berufsausbildung die Voraussetzung. Ebenfalls zum Tertiärbereich gezählt werden Kammern die zum Techniker oder Meister weiterbilden. Durch einen Techniker- oder Meister-Abschluss wird zudem die Hochschulreife erworben.

Umfangreiche Informationen zu diesem Thema gibt es auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

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Über den Autor Jan Bohlken

Jan Bohlken (Gründer & Inhaber des Profiling Institut) ist Studien- und Berufsberater, Karrierecoach und Personalberater. Im Blog des Profiling Instituts setzt er sich regelmäßig mit den verschiedensten Themen aus dem Umfeld Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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