Auch im 21. Jahrhundert ist die Studienwahl noch von einigen Klischees behaftet. Auch wenn in den letzten Jahren verstärkte Angleichungen erfolgt sind, ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu erkennen, dass es klar bevorzugte Studiengänge gibt d.h. die beliebtesten Studiengänge variieren bei Männern und Frauen. Im stärksten Beispiel bedeutet das mehr als eine Verdopplung vom zweiten zum ersten Platz in der Liste der beliebtesten Studiengänge nach Geschlechtern. Die Sprache ist von Betriebswirtschaftslehre bei Frauen. Während insgesamt über 14.000 Studentinnen den bei Frauen beliebtesten Studiengang BWL studieren, muss der zweite Platz (Rechtswissenschaften) sich mit knapp über 6.500 Studentinnen begnügen. Das Feld bei den Männern ist etwas enger gefasst, wenn aber nicht undeutlicher. Der erste Platz geht an Maschinenbau mit etwa 17.000 Studenten. Die folgenden Studiengänge sind dicht auf den Fersen. Der starke Sprung unter die Zehntausender-Schwelle liegt erst auf dem fünften Platz mit Bauingenieurwesen.

Nach wie vor sind technische Studienfächer im sogenannten MINT-Bereich und Ingenieurswesen von Männern bevorzugt. Unter dem MINT-Bereich versteht man Studiengänge und Berufe aus dem Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Selten vertreten sind sie hingegen in kommunikativen und sozialen Studiengängen. Die Studienwahl der Frauen sieht dementsprechend anders aus. Sie interessieren sich mehr für den Bereich kommunikativen und sozialen Bereich. MINT-Fächer sind hier weniger gefragt.

Das Angleichen an die beliebtesten Studiengänge wird vorangetrieben

Gegen diese klischeebehaftete Studienwahl versuchen Hochschulen jetzt vorzugehen. So hat die Ernst-Abbe-Hochschule Jena (Fachhochschule) einen Technik-Studiengang ohne Männer geschaffen. Mit dem neuen Studiengang soll in Jena Sorgen und Zweifel begegnet werden, die studieninteressierte Frauen erwähnt hatten.

Auch die Thematik, dass es zum Beispiel mehr Männer in pädagogischen Bereichen geben sollte, wird vermehrt angesprochen. Es liegt auf der Hand, dass Männer und Frauen in den sonst von Klischees behafteten Studiengänge neuen Wind und wertvolle Anregungen geben können.

Tradierte Rollenbilder sollten bei der Studien- und Berufswahl jedoch keine Rolle spielen, vielmehr sollten Talent und Interesse als Basis für die Studien- und Berufswahl stehen. Bundesweit bieten die Hochschulen verschiedene Informationsveranstaltungen für Mädchen und junge Frauen an, um die überholten Rollen-Muster aufzubrechen.

Nachfolgend haben wir Ihnen eine Top 10 Liste der beliebtesten Studiengänge bei Männern und Frauen erstellt. Die angegebenen Zahlen stammen aus dem Wintersemester 2016/17 und wurden vom Statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellt.

Top 10 – die beliebtesten Studiengänge bei Frauen

RangStudienfachAnzahl der StudentinnenAnzahl der Studentinnen im ersten Hochschulsemester
1Betriebswirtschaftslehre 14 440 3 771
2Rechtswissenschaft 6 672 1 650
3Medizin
(Allgemein-Medizin)
6 419 1 259
4Germanistik/Deutsch 6 357 2 646
5Wirtschaftswissenschaften 6 194 1 665
6Intern. Betriebswirtschaft/Management 5 981 2 094
7Informatik 4 689 1 034
8Architektur 4 332 1 149
9Psychologie 4 086 867
10Biologie 3 952 951

 

Top 10 – die beliebtesten Studiengänge bei Männern

RangStudienfachAnzahl der StudentenAnzahl der Studenten im ersten Hochschulsemester
1Maschinenbau/-wesen 17 161 3 824
2Elektrotechnik/Elektronik 14 102 2 970
3Informatik 13 303 2 825
4Betriebswirtschaftslehre 11 195 2 966
5Bauingenieurwesen/Ingenieurbau 6 315 1 335
6Wirtschaftsingenieurwesen mit ingenieurwissenschaftlichem Schwerpunkt 5 772 1 214
7Medizin
(Allgemein-Medizin)
5 205862
8Intern. Betriebswirtschaft/Management 5 175 1 804
9Wirtschaftswissenschaften 4 822 1 303
10Wirtschaftsinformatik 4 588 816

Thema dieses Beitrags: die beliebtesten Studiengänge!

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Über den Autor Jan Bohlken

Jan Bohlken (Gründer & Inhaber des Profiling Institut) ist Studien- und Berufsberater, Karrierecoach und Personalberater. Im Blog des Profiling Instituts setzt er sich regelmäßig mit den verschiedensten Themen aus dem Umfeld Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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