Die erste Auswärtsübernachtung von Kindern ist nicht nur für diese, sondern auch für deren Eltern oftmals eine aufregende und auch ungewisse oder beängstigende Situation. Viele Eltern sind vor diesem Ereignis unsicher und sind ebenso aufgeregt, wie die Kinder. Wann ist der richtige Zeitpunkt für die erste Auswärtsübernachtung von Kindern? Was sollte beachtet werden? Wie kann man sich vorbereiten)

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Die erste Auswärtsübernachtung von Kindern ist seitens der Eltern oft mit Unsicherheit verbunden. Je nachdem, wann diese ansteht oder aber noch nicht stattgefunden hat, können sich Eltern Sorgen darüber machen, dass es entweder zu früh für diese ist oder aber ob das Kind nicht schon längst eine solche Übernachtung hätte machen sollen. Es kann also sowohl Unsicherheit über einen zu frühen, aber auch zu späten Zeitpunkt herrschen. Aber wann ist denn die richtige Zeit?

Die richtige Zeit ist in der Regel dann, wenn das Kind soweit ist. Wann genau dieser Zeitpunkt eintritt, kann dabei individuell ganz unterschiedlich sein. Das heißt, es gibt nicht „den einen richtigen“ Zeitpunkt für die erste Auswärtsübernachtung von Kindern. Vielmehr kommt es auf das einzelne Kind mit all seinen individuellen Voraussetzungen an. Deshalb ist oftmals der richtige Zeitpunkt für diese Übernachtung, wenn das Kind von sich aus danach fragt. Das kann bereits im Kindergarten der Fall sein, aber auch erst im Grundschulalter.

Aber selbst, wenn das Kind von alleine danach fragt, das erste mal ohne die Eltern auswärts zu übernachten, kann Unsicherheit darüber bestehen, ob der Zeitpunkt vielleicht doch zu früh ist und eine solche Übernachtung noch nicht angebracht ist. Wichtig dabei zu beurteilen ist, ob es wahrscheinlich ist, dass die Übernachtung gut gelingt, denn die erste Übernachtung ohne die Eltern soll für die Kinder ein positives und stärkendes Erlebnis sein. Dieses kann sich dann positiv auf die Selbstbewusstseins- und Selbstständigkeitsentwicklung des Kindes auswirken. Dabei kann es hilfreich für Eltern sein, sich über einige Punkte Gedanken zu machen.

Zum einen stellt sich die Frage, bei wem die Übernachtung stattfinden soll. Handelt es sich dabei um nahestehende Verwandte, wie die Großeltern, zu denen schon eine lange Vertrauensbasis besteht? Wenn es sich um Freunde des Kindes handelt, sollte geprüft werden, wie lange diese Freundschaft schon besteht und wie gut die Eltern den/die Freund/in und dessen/deren Eltern kennen. Auch eine Rolle spielen kann es, ob die angedachte Übernachtung alleine stattfinden soll oder ob ggf. auch ein Geschwisterkind dort mit übernachtet (bspw. wenn eine Übernachtung bei Verwandten geplant ist). Außerdem ein Faktor kann sein, wo genau die Person wohnt, bei der die Übernachtung stattfinden soll. Wohnt diese in unmittelbarer Nähe oder weiter entfernt? Könnte man das Kind notfalls also schnell abholen oder nicht?

Neben diesen Fragen, die eher die Person betreffen, bei der die Übernachtung stattfinden soll, kann es auch sinnvoll sein, sich Gedanken bezüglich des eigenen Kindes zu machen, um herauszufinden, ob eine Übernachtung möglich oder zu früh ist. So sollte überlegt werden, wie das Schlafverhalten des Kindes ist. Kann dieses abends alleine einschlafen oder benötigt es grundsätzlich Unterstützung durch die Eltern? Wie ist es mit dem durchschlafen? Schafft das Kind dies meist oder benötigt es Nachts immer wieder die Eltern? Außerdem wichtig zu bedenken ist, ob das Kind nachts bereits zuverlässig trocken ist oder nicht und ob die abendliche und morgendliche Hygiene (Zähne putzen, Haare kämmen, waschen, an- und ausziehen) alleine klappt.

Ist das Problem eher, dass das Kind noch etwas ängstlich ist, so kann es hilfreich sein, die erste Auswärtsübernachtung in kleinen Schritten anzugehen und zu üben. Vielleicht kann es sinnvoll sein, zuerst Freunde des Kindes bei sich zuhause übernachten zu lassen. So kann das Kind bereits erste Berührungen mit dem Thema machen und sehen, dass die Freunde an Auswärtsübernachtungen bei ihm/ihr Spaß haben. So kann auch die Neugierde und der Mut des eigenen Kindes steigen, das erste Mal auswärts zu übernachten. Ebenfalls kann es helfen, die erste Auswärtsübernachtung von ängstlichen Kindern zuerst bei nahestehenden Verwandten anzugehen zu denen das Kind schon einen engen und stetigen Bezug hat, wie bereits in den obigen Fragen angedeutet. Auch das kann die Hürde der ersten Auswärtsübernachtung von Kindern senken und es für diese einfacher machen. Aber auch die oben angesprochene örtliche Nähe kann es leichter für das Kind, und auch die Eltern, machen. Ebenfalls denkbar ist es, das Kind zuerst einen ganzen Abend bei einer anderen Person verbringen zu lassen, es jedoch abzuholen, bevor es Zeit ist ins Bett zu gehen. So kann es sich zuerst an die neue Situation herantasten.

Der geeignete Zeitpunkt für die erste Auswärtsübernachtung von Kindern kann also ganz unterschiedlich sein. In jedem Fall sollte das Kind zu nichts gedrängt werden, zu dem es noch nicht bereit ist.

Die erste Auswärtsübernachtung

Steht die erste Auswärtsübernachtung von Kindern dann wirklich an, kann das weitergehend zu Unsicherheiten und Ängsten führen. Sollte das Kind kurz vor der Übernachtung doch zu ängstlich sein, kann es unter Umständen sinnvoll sein, diese noch einmal zu verschieben und lieber zu üben und klein anzufangen. Ist das Kind allerdings bereit, sollten Eltern diesem auch ein sicheres Gefühl vermitteln, es bestärken und loslassen. Es kann jedoch auch sein, dass Eltern zunehmend nervöser vor dem Termin werden und nicht wissen, wie genau sie sich verhalten sollen. Deshalb sind folgend einige Tipps zusammengestellt, die einem reibungslosen Ablauf der Übernachtung begünstigen können. Diese sind dabei weder allgemeingültig, noch vollständig. Sie sollen lediglich eine Orientierung für Eltern bieten, die sich unsicher sind. Was hilfreich ist und was nicht, kann nur individuell entschieden und beurteilt werden.

Zuerst geht es darum, was das Kind mit zur Übernachtung nehmen sollte bzw. was sinnvoll sein kann. Möchte das Kind am liebsten alles von Zuhause mitnehmen, kann es hilfreich sein zusammen zu entscheiden und zu besprechen, was wirklich wichtig ist. Neben den grundsätzlich notwendigen Dingen, wie Schlafanzug, Wäsche, Zahnputzzeug und Haarbürste, kann auch ein Lieblingskuscheltier oder ähnliches hilfreich und wichtig sein. Etwas gewohntes und vertrautes dabei zu haben, kann bei aufkommendem Heimweh helfen. Neben einem Kuscheltier kann das auch ein Foto oder ein Stück Stoff/ähnliches mit dem Parfum/Geruch der Eltern sein oder auch die eigene Bettwäsche, die ein heimeliges Gefühl vermittelt, Außerdem kann es schön sein, gemeinsam Süßigkeiten oder ähnliches einzukaufen, die mitgenommen werden können.

Wichtig ist, dass Eltern versuchen, sich ihre eigene Unsicherheit möglichst nicht anmerken zu lassen. Merken die Kinder, dass die Eltern nervös und unsicher sind und ihnen die Übernachtung möglicherweise gar nicht zutrauen, steigt auch bei ihnen die Unsicherheit und das Heimweh und die Übernachtung verläuft vermutlich weniger gut oder findet nicht statt. Um das Kind sich möglichst frei entwickeln zu lassen und es so zu fördern, sollen Eltern versuchen, ihre eigenen Unsicherheiten nicht in den Vordergrund treten zu lassen und das Kind stattdessen zu bestärken.

Den Eltern, aber auch dem Kind, kann es zusätzlich Sicherheit geben, wenn im Vorfeld die in der Familie praktizierten Rituale vor dem Schlafen gehen der Person mitgeteilt werden, bei dem die Übernachtung stattfinden wird. Integriert die andere Person diese, wie bspw. eine Geschichte vorlesen, kann das dem Kind Sicherheit geben und Heimweh verhindern oder mildern.

Ebenfalls in jedem Fall im Vorfeld kommuniziert und abgesprochen sollten mögliche Allergien, Krankheiten oder Abneigungen des Kindes werden. Die andere Person sollte hierüber in jedem Fall in Kenntnis gesetzt werden.

Ein weiterer Punkt ist die Erreichbarkeit der Eltern, falls etwas schief gehen sollte. Ist das der Fall, sollten sie notfalls das Kind abholen können. Dennoch wäre es kontraproduktiv von vornherein dem Kind mitzugeben und ihm „einzureden“, man würde es in jedem Fall und unter allen Umständen sofort abholen, wenn etwas ist. Eine solche Aussage, vor allem wenn sie mehrmals von Seiten der Eltern aus, getätigt werden sollte, kann zu Unsicherheiten und Heimweh seitens des Kindes führen, weil es denkt, die Eltern trauen ihm/ihr das nicht zu oder denken, dass es ganz schlimm wird. Besser ist es, auf Nachfrage des Kindes, sollte diese kommen, zu bejahen, dass man in Notfällen erreichbar ist und es auch abholen würde, aber dennoch zu betonen, dass alles gut verlaufen wird und es viel Spaß haben wird. Hier ist also wieder der Punkt der Bestärkung des Kindes wichtig.

In diesem Zusammenhang ist es auch sinnvoll, sich mit der anderen Person darüber abzusprechen, wie genau in Notfallsituationen, sei es ein kleiner Sturz mit einer Schramme oder ähnliches, gehandelt werden soll. Das sofortige Abholen muss hier nicht die beste Lösung sein, denn oftmals kann durch ein kurzes trösten und ablenken seitens der anderen Person die Stimmung wieder gehoben werden und die Übernachtung dennoch gut verlaufen. Hilft dies nicht, kann ein Telefonat mit den Eltern unter Umständen helfen, da die vertraute Stimme schon beruhigen kann.Wenn nichts hiervon funktioniert, sollte das Kind abgeholt werden.

Es sollte auch davon abgesehen werden, abends noch „kurz“ anzurufen und zu fragen, ob alles in Ordnung ist und dem Kind Gute Nacht zu sagen. Auch das kann Heimweh erst entstehen lassen beim Kind. Besser ist es, auch hier im Vorfeld mit der anderen Person eine Abmachung zu treffen, sollten die Eltern sehr unsicher sein, die das Kind allerdings gar nicht mitbekommen muss oder sollte. Eine solche kann bspw. sein, dass die andere Person eine kurze Nachricht schreibt, wenn die Kinder im Bett sind und alles gut ist. So haben die Eltern eine Absicherung, ohne dass das Kind beunruhigt oder verunsichert wird.

Diese Tipps und Punkte können Kind und Eltern dabei unterstützen, dass die erste Auswärtsübernachtung von Kindern ein Erfolg wird. Eltern sollten aber dennoch immer individuell beurteilen, was davon hilfreich sein kann und ob weitere Dinge notwendig sind. Das erste mal auswärts zu schlafen ist aufregend und etwas beängstigend, aber wenn das Kind bereit ist und die Eltern dieses stärken, kann eine solche Übernachtung förderlich für das Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit des Kindes sein und ein wichtiger Schritt in dessen Entwicklung.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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