Die Mutterrolle hat sich mit den Jahren stark verändert und ist heute nicht mehr so starr, wie noch vor einigen Jahren. Wie genau hat sie sich verändert? Wie sehen sich Mütter? Und sind Mütter mit dem zur Welt kommen des Kindes „nur“ noch Mütter?

Veränderungen

Was unter der Mutterrolle verstanden wird bzw. wie diese verstanden wird, hat sich mit den Jahren verändert. Klassisch bedeutete dies im 19. und auch noch oftmals 20. Jahrhundert, dass die Mutter sich Zuhause um Kinder, Haushalt und alles was dazu gehörte kümmerte, ohne dabei einer anderen Arbeit nachzugehen. Der Lebensinhalt und -mittelpunkt war die Familie und die Regelung der häuslichen Angelegenheiten. Dies wurde als selbstverständlich angesehen.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts änderte sich dieses Bild der klassischen Mutterrolle. Das Leben von Frauen wurde selbstbestimmter, womit sich auch die klassische Mutterrolle veränderte und den starken und einzigen Fokus der Mütter auf die Familie lockerte. Gegen Ende des Jahrhunderts war für viele Frauen die Mutterrolle bereits nichts mehr ausschließlich mit dem Aufziehen der Kinder, dem Haushalt und der Familie im Allgemeinen verbunden, sondern es spielten auch andere Aspekte mit in das Selbstbild der Mutter.

Heute im 21. Jahrhundert, ist die Mutterrolle meist noch vielschichtiger geworden. Der Lebensmittelpunkt liegt nicht mehr ausschließlich auf der Familie und neben der Mutterrolle hat sich auch das Familienbild verändert. Mütter sind oft nicht mehr ausschließlich Mütter, sondern auch berufstätig und in anderen Bereichen des Lebens verankert. Die ansteigende Zahl an bereits wieder früh berufstätigen Müttern, ist auch an der Entwicklung der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren erkennbar.

Die Mutterrolle hat sich somit mit der Zeit verändert und umfasst heute mehr als das reine Fokussieren auf die Familie und den Haushalt durch die Mütter. Mütter sind heute oftmals berufstätig, vielseitig interessiert und engagiert. Aber auch die „klassische“ Mutterrolle ist noch immer verbreitet. Mütter sind heute flexible in dem individuellen Ausgestalten ihrer Mutterrolle.  Das bedeutet jedoch nicht, dass diese neue und flexible Mutterrolle zu keinen Konflikten für die Mütter führt. Durch die verschiedenen Ansprüche, bzw. Sichtweisen und Möglichkeiten, können Mütter verunsichert sein, was genau das Mutter sein für sie bedeutet.

Das Ausleben der Mutterrolle

Die flexible Mutterrolle kann bei Müttern zu Verunsicherungen führen, was genau das Mutter sein für sie bedeutet. Dabei kann die Verunsicherung in beide Richtungen gehen. Zum einen gibt es häufig Mütter, die Sorge haben, nur „nur noch“ Mutter zu sein. Sie können Angst davor haben, nur als Mutter gesehen zu werden und nicht mehr als Frau, den Lebensmittelpunkt ausschließlich auf dem Kind zu haben und andere Lebensbereiche zu vernachlässigen. Sollte das der Fall sein, gibt es einige Tipps, die dieser Entwicklung entgegenwirken können, die folgend dargestellt werden.

Sollte die Sorge also sein, den Fokus ausschließlich oder zu sehr auf das Kind zu legen und andere Bereiche nicht mehr ausleben zu können, können folgende Tipps hilfreich sein, unabhängig davon, ob die Mutter berufstätig ist oder nicht. Diese sind nur einige Anregungen, die hilfreich sein können, den individuellen Weg, die Mutterrolle auszuleben, zu finden. Zum einen kann es hilfreich sein, sich in der Woche feste Zeiten einzuplanen, in der die Mutter sich Zeit für sich selbst nimmt. Dieser Zeit ist in dem stressigen Alltag meist rar, weshalb Mütter sich diese aktiv nehmen müssen. Durch das Einplanen fester Zeiten hierfür in der Woche, kommt die Zeit für sich selbst nicht zu kurz und man kann den Dingen nachgehen, die man gerne macht und das auch mal ohne Kind. Dabei kann die Zeit individuell genutzt werden, ob zum Treffen mit den Freund/innen, dem nachgehen eines Hobbys oder einfach zum Entspannen, alles ist möglich. Die Zeit kann individuell genutzt werden, um auch das Leben außerhalb der Familie/des Kindes weiter zu pflegen und so auch auf sich selbst zu achten. Um diese Zeit möglich zu machen, können die Familie, der/die Partner/in, Freund/innen, Babysitter/innen oder ähnliches in Anspruch genommen werden, um das Kind zu betreuen. Ähnlich ist der nächste Tipp, der sich auf die Zeit als Paar, falls ein/e Partner/in vorhanden ist, fokussiert. Auch hierfür sollte sich regelmäßig Zeit genommen und ebenfalls fest eingeplant werden, damit diese nicht zu kurz kommt.

Wie auch das aktive Einplanen von Zeit für sich darauf abzielt, auf sich selbst zu achten, kann auch das regelmäßige „fertigmachen“ hilfreich für Frauen sein, die Angst haben, nur noch als Mutter zu fungieren. Hat eine Frau vor dem Muttersein Wert auf ihr Äußeres gelegt und auf dieses geachtet, kann es auch als Mutter hilfreich sein, sich dies beizubehalten, auch wenn die Zeit knapp ist. Hier können oft bereits schnelle Handgriffe dazu führen, dass ein besseres Gefühl entsteht.

Neben diesen Bedenken zur Mutterrolle kann es allerdings auch zu den gegenteiligen kommen. So können Mütter, die nicht berufstätig sind, sich ausgeschlossen fühlen bzw. denken, dass diese Art des Lebens nicht mehr anerkannt wird. Dies ist allerdings nicht der Fall, auch wenn immer mehr Frauen hiervon abweichen. Wie die Mutterrolle ausgelebt wird ist individuell und es gibt kein richtig und falsch. Mütter, die sich so fühlen, können sich in Krabbelgruppen, dem Kindergarten oder auch der Schule engagieren, wo sie auf andere Eltern treffen können, die eventuell ähnlich denken.

Weitergehend können Mütter auch das Gefühl haben, nicht genug Mutter zu sein bzw. nicht genug für das Kind da zu sein, bedingt durch die häufige Notwendigkeit berufstätig zu sein. Hier kann es ebenfalls hilfreich sein, sich aktiv Zeit zu nehmen, allerdings für die Zeit mit dem Kind. So kann bspw. einmal die Woche ein fester Termin geplant werden, an dem gemeinsam etwas unternommen wird. Was das ist, ist dabei nicht wichtig. Es geht um die Zeit, die mit dem Kind verbracht wird.

Fazit

Die Mutterrolle hat sich mit der Zeit verändert und ist heute individuell gestaltbar. Aber auch dabei kann es zu Unsicherheiten kommen. Wichtig ist es in jedem Fall, auf sich selbst zu hören und die eigenen Wünsche zu berücksichtigen. Einen richtigen oder falschen Weg gibt es beim Ausleben der Mutterrolle nicht, sondern nur individuell passende. Deshalb sind die hier vorgestellten Tipps auch nur einige Anregungen, die unterstützen können, aber nicht müssen.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.