Die meisten Eltern nutzen die Elternzeit nach Geburt des Kindes dazu, um sich ganz auf das Kind und dessen Erziehung zu fokussieren, ohne arbeiten gehen zu müssen oder sich Sorgen um den Job machen zu müssen. Auch immer mehr Männer nutzen diese Möglichkeit, auch wenn noch immer mehr Frauen in Elternzeit gehen. Mehr hierzu erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Nutzung des Elterngeldes. In jedem Fall stellt sich die Frage nach dem Wiedereinstieg nach Elternzeit in den Beruf und wie diese aussehen kann. Was gibt es für Möglichkeiten? Wie gelingt der Wiedereinstieg?

Die Möglichkeiten

Der Wiedereinstieg nach Elternzeit steht allen Eltern zu. Das heißt, Eltern, die von dieser „Auszeit“ Gebrauch gemacht haben, haben einen Anspruch darauf, nach Ablauf dieser Zeit wieder in den Beruf einzusteigen. Sie haben allerdings nicht die Zusicherung, dass sie in genau derselben Stelle wieder anfangen. Sicher ist ihnen lediglich eine gleichgestellte Anstellung. Das heißt, dass unter anderem das Gehalt nicht ohne weiteres unter dem liegen darf,  was vertraglich vereinbart ist. Insgesamt darf die Stelle beim Wiedereinstieg nach Elternzeit nicht schlechter sein, als die vertraglich festgelegte, sondern muss gleichwertig sein.

Dabei ist jedoch eventuell ein Spielraum dafür gegeben, ob in Voll- oder Teilzeit wieder eingestiegen wird. Es gibt auch die Möglichkeit, bereits während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten. Ob nach der Elternzeit eine Reduzierung der Vollzeitanstellung auf Teilzeit möglich ist, hängt davon ab, ob die nötigen gesetzlichen Voraussetzungen hierfür gegeben sind. Diese umfassen vor allem die Beschäftigungsdauer vor der Umstellung (mindestens 6 Monate), die Größe des Betriebes (i.d.R. mehr als 15 Arbeitnehmer/innen) und das nicht-vorliegen betrieblicher Gründe gegen eine Umstellung auf Teilzeit (bspw. wenn der Arbeitsablauf durch die verringerte Stundenzahl wesentlich beeinträchtigt wird). Sind alle Voraussetzungen erfüllt, kann der Wiedereinstieg nach Elternzeit auch in Teil-, anstatt in Vollzeit, erfolgen. Hier ist es sinnvoll, sich bereits frühzeitig selber mit Voraussetzungen und Möglichkeiten vertraut zu machen und fristgerecht entsprechende Anträge zu stellen und mit dem Arbeitgeber zu vereinbaren.

Es ist allerdings auch möglich, den Wiedereinstieg nach Elternzeit als Neuanfang und Neuorientierung zu nutzen. Dies kann sinnvoll sein, wenn keine zufriedenstellende Lösung mit dem Arbeitgeber gefunden wird oder generell ein Wunsch nach Veränderung besteht. So kann bspw. eine Weiterbildung absolviert werden und/oder konkret nach passenderen oder besseren Berufsperspektiven in anderen Betrieben gesucht werden.

Tipps zum Wiedereinstieg nach Elternzeit

Um den Wiedereinstieg nach Elternzeit zu erleichtern, gibt es einige Tipps. Zuerst ist es sinnvoll, bereits früh darüber nachzudenken, wie der Wiedereinstieg ablaufen soll und wie dieser gestaltet werden kann. Eine frühe und offene Kommunikation hierüber ist auch für den Arbeitgeber hilfreich und erleichtert oftmals den reibungslosen Wiedereinstieg und die Berücksichtigung der eigenen Wünsche durch bessere Planungsmöglichkeit. So können sich beide Seiten bereits frühzeitig auf den Wiedereinstieg einstellen und vorbereiten. Dabei kann es sinnvoll sein, solche Abmachungen auch schriftlich festzuhalten, um bei dem tatsächlichen Wiedereinstieg dann nicht böse davon überrascht zu werden, dass mündliche Abmachungen nicht eingehalten wurden.

In diesem Zusammenhang kann auch die Ausstellung eines Zwischenzeugnisses vor Beginn der Elternzeit ein sinnvoller Schritt sein. Dies steht Mitarbeiter/innen vor der Elternzeit zu und kann als Grundlage für die Qualifikation und Anforderungen der Stelle nach Beendigung der Elternzeit genutzt werden, denn hier steht, welche Stelle vorher besetzt wurde und welche Anforderungen diese hatte.

Während der Elternzeit kann es außerdem sinnvoll sein, den Kontakt zur Arbeitsstelle aufrechtzuerhalten, sei es durch die Kolleg/innen oder den Arbeitgeber. Durch die längere Abwesenheit besteht die Gefahr, dass wichtige oder größere Umstrukturierungen oder Änderungen nicht mitbekommen werden, wodurch der Anschluss verloren werden kann. Auch die Rolle im Team verändert sich bei längerer Abwesenheit. Hierdurch kann der Wiedereinstieg erschwert werden, der Anschluss fehlt und man ist mit vielen unerwarteten Veränderungen konfrontiert, die eine längere Um- und Eingewöhnung benötigen. Deshalb kann es hilfreich sein, auch während der Elternzeit den Kontakt aufrechtzuerhalten und sich regelmäßig mit Kolleg/innen auszutauschen, am Arbeitsplatz vorbeizuschauen oder bereits während der Elternzeit wieder in Teilzeit einzusteigen. So ist die Gefahr geringer, den Anschluss zu verlieren und von etwaigen Änderungen unvorbereitet überrascht zu werden.

Darüber hinaus sollte sich auch möglichst frühzeitig mit der Frage nach der Kinderbetreuung befasst werden. Wer erst kurz vor dem Wiedereinstieg nach einer Betreuungsmöglichkeit sucht, wird vermutlich enttäuscht werden und sich mit Problemen konfrontiert sehen, denn Betreuungsplätze sind noch immer umkämpft. Deshalb sollten sich auch hier rechtzeitig Gedanken gemacht werden und mit der Suche nach einer geeigneten Möglichkeit begonnen werden. In Frage kommen bspw. Kindertagesstätten/Krippen, Tagesmütter, Verwandte mit genügend Zeit, Au-Pairs oder auch die Betreuung durch die Eltern selbst, wenn eine Home-Office Regelung möglich ist.

Fazit

Für einen gelungenen Wiedereinstieg nach Elternzeit ist es also wichtig, sich bereits frühzeitig über diesen und dessen Gestaltung Gedanken zu machen und diese mit dem Arbeitgeber zu kommunizieren und Abmachungen schriftlich festzuhalten. Als Arbeitnehmer/in hat man in jedem Fall den Anspruch auf eine gleichwertige Stelle zu der, die vor Beginn der Elternzeit besetzt wurde. Wer auf Teilzeit umstellen möchte, sollte sich auch hierüber frühzeitig informieren. Passen eigene Vorstellungen und Vorstellungen des Arbeitgebers nicht zusammen, kann auch eine Neuorientierung nach der Elternzeit in Frage kommen. Während der Elternzeit sollte der Kontakt zur Arbeitsstelle aufrechterhalten werden, um nicht den Anschluss zu verpassen. Außerdem sollte sich frühzeitig um die Kinderbetreuung gekümmert werden. Diese Tipps und Hinweise können einen reibungslosen Wiedereinstieg nach Elternzeit begünstigen.

Weitere Beiträge, die für Sie interessant sein könnten:

 

Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.