Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran. Die Technik entwickelt sich stets weiter und es werden immer mehr Produkte auf den Markt gebracht. Viele haben die Befürchtung, dass die voranschreitende Digitalisierung zu einem massivem Stellenabbau führen kann. Stimmt diese Befürchtung? Bedingen sich Digitalisierung und Beschäftigungsentwicklung wirklich negativ? Welche Effekte hat die Digitalisierung wirklich auf die Beschäftigungsentwicklung?

Die Unternehmensebene – Unternehmen 4.0 und Unternehmen 3.0

Der IW-Report 11/2018 – Keine Angst vor Robotern befasst sich mit dem Zusammenhang der Digitalisierung und Beschäftigungsentwicklung. Zunächst wird in diesem Report auf die Unternehmensebene geschaut. Auf dieser Ebene wird von folgender Definition von Digitalisierung ausgegangen.  Unternehmen, bei denen das Internet eine hohe Bedeutung für die Geschäftsaktivitäten aufweist und die sich schon sehr intensiv mit dem Thema Digitalisierung auseinander gesetzt haben, werden als stark digitalisiert, bzw. als Unternehmen 4.0 bezeichnet. Betriebe mit mittlerem Digitalisierungsgrad bewerten eins der beiden genannten Kriterien als eher wichtig/am Rande wichtig. Für die Unternehmen 3.0 hat das Internet eine geringe Bedeutung oder sie befassen sich derzeit nicht mit dem Thema Digitalisierung.

Der Report zeigt auf, dass in den untersuchten Zeiträumen (2014-2016, 2012-2014, 2011-2013) deutlich mehr Unternehmen ihre Belegschaft vergrößert, als verkleinert haben. Es gab in den vergangenen Jahren also einen positiven Beschäftigungstrend. Betrachtet man die Unternehmen nach dem Stand der Entwicklung ist zu sehen, dass in allen drei Zeiträumen Unternehmen 4.0 mehr Beschäftigte eingestellt haben, als Unternehmen 3.0 und Unternehmen mit mittlerem Digitalisierungsgrad. Im Zeitraum 2014-2016 haben 50,4 Prozent der Unternehmen 4.0 Beschäftigte eingestellt. Bei den Unternehmen 3.0 waren es lediglich 39,7 Prozent. Auch beim geplanten Beschäftigungsaufbau liegen die Unternehmen 4.0 vor den Unternehmen 3.0.  Die Wahrscheinlichkeit für einen Beschäftigungsaufbau ist in Unternehmen 4.0 allerdings nicht größer als in Unternehmen 3.0. Das größere Beschäftigungsplus bei den Unternehmen 4.0 sei dabei laut Report auf Unternehmensmerkmale zurückzuführen, nicht auf die Digitalisierung. Die Annahme, dass die Digitalisierung mit einer negativen Beschäftigungsentwicklung einhergeht, wurde hier also nicht bestätigt.

Die sektorale Ebene

Im IW-Report wird festgestellt, dass das Beschäftigungswachstum in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich ausgefallen ist. Zu den stark bzw. überdurchschnittlich digitalisierten Branchen gehören unter anderem die Informations- und Kommunikationswirtschaft, die wissensintensiven Dienstleister und die Finanz- und Versicherungsdienstleister. In letzterer Branche konnte ein leichter Rückgang der Beschäftigung festgestellt werden. In den anderen beiden Branchen hingegen ist die Beschäftigung überdurchschnittlich stark gewachsen. Ebenfalls uneinheitlich ist laut dem Report der Trend in den (stark) unterdurchschnittlich digitalisierten Branchen. Im Gesundheitswesen beispielsweise wurde ein starker Beschäftigungszuwachs verzeichnet, während im sonstigen verarbeitendem Gewerbe ein negativer Trend erkennbar ist.

Einen möglichen Zusammenhang sieht der Report zwischen der fortschreitenden Digitalisierung und einem Höherqualifizierungstrend. Während der Anstieg im Gesundheitswesen vor allem auf mehr Teilzeitkräfte (bzw. Helfer und Fachkräfte) zurückzuführen ist, ist dieser bspw. in der Informations- und Kommunikationswirtschaft auf Experten und Spezialisten zurückzuführen. Einen Zusammenhang zwischen Grad der Digitalisierung und Beschäftigungsentwicklung eines Unternehmens konnte auf dieser Ebene aber ebenfalls nicht nachgewiesen werden.

Die Berufsebene

In vielen Bereichen herrscht Angst vor der Automatisierung. Angst davor, dass die Menschen durch die Digitalisierung ersetzt werden könnten und überflüssig werden. Der IW-Report stellt zwar dar, dass das Beschäftigungswachstum und Automatisierungsrisiko in allen vier Anforderungsbereichen (Helfer, Fachkraft, Spezialist, Experte) negativ miteinander korrelieren, der Beschäftigungstrend jedoch in allen Anforderungsbereichen positiv ist. Die negativen Auswirkungen der Automatisierung auf die Beschäftigungsentwicklung lassen sich hier also nicht nachweisen.

Der Report weist außerdem darauf hin, dass der zum Teil negative Beschäftigungstrend bei den Fachkräften nicht auf Effekte der Automatisierung im Zuge der Digitalisierung zurückzuführen sei, sondern viel mehr auf den Fachkräftemangel, also Angebotsengpässen. Dieser würde dann durch eine steigende Anzahl an Helfern kompensiert werden.

Fazit – Digitalisierung und Beschäftigungsentwicklung

Die verbreitete Angst, dass die Digitalisierung sich negativ auf die Beschäftigungsentwicklung auswirken würde, konnte von dem Report nicht bestätigt werden. Die Beschäftigungstrends sind sehr unterschiedlich und nicht systematisch. Im IW-Report wird hierzu angemerkt, dass die Digitalisierung zwar allgegenwärtig sei, sich dahinter aber verschieden Phänomene verbergen würden, die gerade ablaufen würden. Die Digitalisierung sei außerdem gestaltbar und nichts Starres, was auf die Menschen hereinbreche. Sie wird also vermutlich unterschiedlich schnell ablaufen und auch unterschiedliche Merkmale aufweisen. Wie sich die Trends zukünftig entwickeln, bleibe also abzuwarten. Digitalisierung und Beschäftigungsentwicklung bedingen sich also, zumindest momentan, nicht negativ

Hier gelangen Sie zu dem IW-Report:

IW-Report 11/2018 – Keine Angst vor Robotern

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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