Die Zahl der Abiturienten nimmt immer mehr zu. Mittlerweile erwirbt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs das Abitur. Somit hat sich auch die Anzahl der Studienanfänger in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Die Studienanfängerquote lag 2016 bei 51,6 Prozent eines Altersjahrgangs. Gleichzeitig konnten 2016 8 Prozent der Ausbildungsstellen nicht besetzt werden.  Es ist jedoch so, dass fast jeder dritte sein Studium frühzeitig abbricht. Ein Studium scheint also nicht für jeden Abiturienten die geeignete Bildungsentscheidung zu sein. Aber was sind Einflussfaktoren bei der Bildungsentscheidung von Abiturienten?

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat zu den Einflussfaktoren auf die Bildungsentscheidung von Abiturienten eine Studie durchgeführt.  Diese stützt sich auf die 4. Startkohorte des NEPS und betrachtet hier die Befragungen von Studienberechtigten an allgemeinbildenden Schulen zwischen Herbst 2013 und Sommer 2015. 57,5 Prozent dieser Stichprobe traten ein Studium an, 11,1 Prozent begannen eine Ausbildung, 6,4 Prozent wurden Schüler an beruflichen Schulen und 25,0 Prozent entfallen in die Kategorie „Sonstige“. Diese Gruppen unterschieden sich in mehreren Kategorien. Als Einflussfaktoren bei der Bildungsentscheidung von Abiturienten traten folgende hervor:

  • Interesse
  • Verfügbare und genutzte Informationsquellen
  • Finanzielle Abwägungen
  • Auswirkungen auf sozialen Status
  • Chance auf einen interessanten Job
  • Informationsstand der Abiturienten
  • Bildungshintergrund der Eltern
  • Individuelle Schulleistungen
  • Bewältigung der Studienkosten

Die Studie fand heraus, dass die Eltern von Studierenden signifikant häufiger Abitur haben, als Eltern von Auszubildenden und von Schülern an beruflichen Schulen. Außerdem haben Auszubildende mit einer Durchschnittsnote von 2,73 den schlechtesten Abiturschnitt. Die Studie fand heraus, dass mit höherem Abiturschnitt auch die Wahrscheinlichkeit ein Studium anzutreten ansteigt. Ein weiterer Aspekt ist die Bewältigung der Studienkosten. Je höher die Abiturienten die Schwierigkeit hier einschätzten, desto wahrscheinlicher traten sie eine Ausbildung an. Bezogen auf die Interessen wurde festgestellt, dass je höher das künstlerisch-sprachliche Interesse ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit für das Antreten eines Studiums ist.

Als besonders hilfreich bei der Entscheidung empfanden die Abiturienten externe und praxisbezogene Angebote, wie Betriebs- oder Universitätsbesuche. Abiturienten, die einen Betriebsbesuch als hilfreich empfunden haben, hatten hierbei eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit eine Ausbildung zu beginnen. Jedoch nahmen nur 43 Prozent der Befragten an einer solchen Betriebsbesichtigung teil.

Der Nutzenaspekt eines Studienabschluss, bezüglich der Chancen auf einen gut bezahlten, angesehenen und interessanten Job, wurde von den Abiturienten signifikant besser eingeschätzt, als bei einem Ausbildungsabschluss. Die Berufschancen bei einer Ausbildung werden demnach nicht gleichwertig mit denen bei einem Studienabschluss angesehen. Dies hängt sicherlich mit der Informiertheit über mögliche Alternativen zusammen. Es gibt deutliche Informationslücken bei Abiturienten, die zu selten Angebote der Berufsorientierung nutzen. Vielen ist zum Beispiel nicht bekannt, dass es nach einer Ausbildung auch gute Wege gibt aufzusteigen, beispielsweise durch Weiter- bzw. Fortbildungen, um so gleichwertige Einkommens- und Karriereperspektiven zu erlangen. Hierfür ist nicht zuletzt auch das fehlende Angebot an gymnasialen Oberstufen verantwortlich. Die Berufsorientierung an Gymnasien legt ihren Schwerpunkt häufig auf die Informationen zu einem Studium. Es wird meist einseitig informiert und die Alternative einer Ausbildung nicht ausreichend angesprochen. Sinnvoll wäre es hier, die Berufsberatung zu intensivieren und nicht nur einheitlich über das Studium zu informieren, sondern gleichwertig auch über eine Ausbildung.

Um eine fundierte Bildungsentscheidung von Abiturienten möglich zu machen, sollte es zukünftig Ziel sein, ihnen zukünftig ein realistisches Bild der Chancen und Wertigkeit eines Studiums und einer Berufsausbildung  zu vermitteln. Die Berufsorientierung an den Gymnasien sollte intensiviert werden und ausgewogen über Studium und Ausbildung informieren. Die Informationen sollten dabei möglichst praxisnah vermittelt werden.

Die Studie des IWK finden Sie hier:
Studie

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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