Was ist eine Depression?

Ist mein Kind depressiv? Was heißt überhaupt depressiv? Der Begriff Depression kommt aus dem Lateinischen, der Wortursprung ist „deprimere“, und heißt niederdrücken. Zwar wird im Alltag öfters umgangssprachlich von depressiv gesprochen. Doch handelt es sich um eine ernstzunehmende psychische Störung und damit um eine zu behandelnde Krankheit. Hierfür charakteristisch sind gedrückte Stimmung, negative Gedankenschleifen und ein gehemmter Antrieb. Einher geht der Verlust von Freude, Lustempfinden, Selbstwertgefühl, Leistungsfähigkeit, Einfühlungsvermögen und des Interesses am Leben. Auch gesunde Menschen können vereinzelt diese Symptome aufzeigen ohne gleich als depressiv zu gelten. Ausschlaggebend sind dabei die Dauer und die Wiederholungsrate.

Anzeichen und Symptome für eine Depression

Auch wenn es eine Reihe von Anzeichen gibt, die auf eine depressive Störung hinweisen können, sollte eine Diagnose in jedem Fall durch einen Arzt oder Psychotherapeuten erfolgen. Wenn Sie herausfinden wollen, ob Sie mit Ihrem Kind professionelle Hilfe aussuchen sollten, ist es wichtig zu wissen, dass die Symptome stark vom Alter des Kindes abhängig sind. Zur Orientierung geben wir Ihnen hier eine Reihe von Anzeichen für Depressionen bei Kindern. Die Frage: Ist mein Kind depressiv? läßt sich aber letzlich seriös nur durch eine Expertenmeinung aufklären.

Typische Symptome bei Kindern im Alter von 1 bis 3 Jahren:

  • vermehrtes Weinen
  • ausdrucksarmes Gesicht
  • erhöhte Reizbarkeit
  • überanhänglich, Kind kann schlecht alleine sein
  • selbststimulierendes Verhalten: Schaukeln des Körpers, exzessives Daumenlutschen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Spielunlust oder auffälliges Spielverhalten
  • gestörtes Essverhalten
  • Schlafstörungen

Symptome bei Kindern im Alter von 3 bis 6 Jahre:

  • trauriger Gesichtsausdruck
  • verminderte Gestik und Mimik
  • leicht irritierbar, stimmungslabil, auffällig ängstlich
  • mangelnde Fähigkeit, sich zu freuen
  • Teilnahmslosigkeit und Antriebslosigkeit, introvertiertes Verhalten
  • vermindertes Interesse an motorischen Aktivitäten
  • innere Unruhe und Gereiztheit, unzulängliches oder auch aggressives Verhalten
  • Ess- und Schlafstörungen

Symptome bei Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren:

  • verbale Berichte über Traurigkeit
  • Denkhemmungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisstörungen
  • Schulleistungsstörungen
  • Zukunftsangst, Ängstlichkeit
  • unangemessene Schuldgefühle und unangebrachte Selbstkritik
  • psychomotorische Hemmung (z. B. langsame Bewegungen, in-sich-versunkene Haltung)
  • Appetitlosigkeit
  • (Ein-) Schlafstörungen
  • Suizidgedanken

Typische Anzeichen in der Pubertät im Alter von 12 bis 18 Jahren:

  • vermindertes Selbstvertrauen, Selbstzweifel
  • Ängste, Lustlosigkeit, Konzentrationsmangel
  • Stimmungsanfälligkeit
  • tageszeitabhängige Schwankungen des Befindens
  • Leistungsstörungen
  • Gefühl, sozialen und emotionalen Anforderungen nicht gewachsen zu sein
  • Gefahr der Isolation und des sozialen Rückzugs
  • psychosomatische Beschwerden (z.B. Kopfschmerzen)
  • Gewichtsverlust
  • Schlafstörungen
  • Suizidgedanken

Symptomatik bei Kindern oft erst spät oder gar nicht erkannt – Gründe sind des Öfteren:

  • Vorübergehende depressive Symptome können Teil der Pubertät sein.
  • Andere Verhaltensauffälligkeiten stehen im Vordergrund (z.B. gereiztes und aufsässiges Verhalten)
  • Jedes Kind ist ein Individuum und kann sich auch in der Symptomatik stark von anderen unterscheiden
  • Hilfe wird aus Angst vor einer Stigmatisierung oft erst spät gesucht.

Folgen und Auswirkungen einer Depression bei Schulkindern

Eine Depression beeinflusst die Willenskraft und Selbstdisziplin des Betroffenen und senkt die Lebensqualität enorm. Bei Erwachsenen kommt es dadurch gehäuft zu einer Arbeitsunfähigkeit oder einer Frühverrentung. Doch wie sehen Folgen und Auswirkungen einer Depression bei Schulkindern aus? Zunächst einmal sei erwähnt, dass die aufgezählten Symptome und Anzeichen auch schon ausreichend als Folgen und Auswirkung bezeichnet werden könnten. Darüber hinaus darf jedoch die Suizidalität nicht vernachlässigt werden. Nicht selten endet eine Depression im Suizid oder bringt zumindest Suizidgedanken hervor. Erschreckend ist die Tatsache, dass der Suizid als die zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Jugendlichen gilt. Die Mehrzahl dieser wurzelt in Depressionen.

Expertenmeinungen zufolge sind etwa 3,4% der Grundschulkinder und bis zu 8,9% der Jugendlichen in den westlichen Industrieländern von Depressionen betroffen. Das Risiko suizidalen Verhaltens ist im Falle von depressiven Störungen bei Jugendlichen um das 20-fache erhöht.

Was tun gegen eine Depression bei Kindern?

Das Wichtigste für Eltern mit einem Kind in dieser Problematik ist es, sich nicht zu sehr aufzudrängen. Zwar sollten die Elternteile ihre Sorgen kundtun und mit dem Kind versuchen zu reden, doch durch aufdrängen empfindet es einen erhöhten Druck. Dieser kann die Lage dann nur noch verschlimmern. Phrasen wie, dass es sich mal zusammenreißen soll, sind ebenfalls äußerst kontraproduktiv und erhöhen ebenfalls den Druck und das Isolationsgefühl. Eltern sollten verstehen, dass genau darin das Problem der Krankheit liegt. Das Kind ist nicht in der Lage sich selbst aus dieser Depression zu befreien bzw. „sich mal zusammenzureißen“. Eltern sollten ihr Kind einfühlsam nach Einsamkeit und Freude am Leben fragen. Fließen öfter Tränen? Ist das Kind unglücklich? Hat er oder sie schon mal an Suizid gedacht?

Wird eine oder mehrere dieser Fragen mit Ja beantwortet, sollte umgehend ein Arzt oder Psychiater aufgesucht werden um professionelle Hilfe zu bekommen. Bei einer wahrscheinlichen Depression sollte die Konsultation eines Experten nicht herausgezögert werden.

Oft setzen sich Kinder jedoch nicht gerne mit ihren Eltern zu diesem Thema auseinander. In diesem Falle können auch Beratungsstellen oder ein Sorgentelefon, wie die Nummer gegen Kummer, zur Rate gezogen werden.

Im Falle einer Behandlung können Antidepressiva eingesetzt oder Psychotherapie durchgeführt werden. Auch eine Kombination ist, je nach Fall, möglich.

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Über den Autor Jan Bohlken

Jan Bohlken (Gründer & Inhaber des Profiling Institut) ist Studien- und Berufsberater, Karrierecoach und Personalberater. Im Blog des Profiling Instituts setzt er sich regelmäßig mit den verschiedensten Themen aus dem Umfeld Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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