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Umzüge können verschiedene Gründe haben. Ein neues Jobangebot, ein arbeitsbedingter Ortswechsel, eine bessere oder größere Wohnung, eine bessere Lage und viel mehr. Für Erwachsenen sind Umzüge deshalb in der Regel nachvollziehbar und logisch, bleiben aber trotzdem eine Herausforderung. Für Kinder erschließen sich diese vermeintlich logischen Gründe jedoch nicht immer sofort. Unter anderem deshalb sind Umzüge für Kinder ebenfalls eine große Herausforderung, die mit Unsicherheit und eventuell auch Ängsten einhergeht. Wie kann man Kinder auf einen Umzug vorbereiten? Was kann man tun, damit sie den Umzug gut mitmachen und verkraften?

Eine neue Situation für alle

Geht es darum, wie man Kinder auf einen Umzug vorbereiten kann, muss man zuerst verstehen, dass ein Umzug nicht nur für die Eltern eine Umstellung bedeutet, sondern auch für Kinder egal welchen Alters. Denn auch sie werden aus ihrer gewohnten und liebgewonnenen Umgebung gerissen, müssen ihr Zimmer aufgeben, die Nachbarschaft und dort lebende Freunde und Bekannte zurück lassen und eventuell sogar die Schule oder den Kindergarten wechseln. Das alles sind Herausforderungen, die auf sie zukommen und die den Umzug nicht leicht machen.

Hinzu kommt, dass Kinder die Gründe, die Eltern und Erwachsene für den Umzug haben, zum Teil noch nicht auf anhieb verstehen können. Gründe wie ein Jobwechsel oder ähnliches sind für sie wenig greifbar.

Auch die Unsicherheit und Angst, die mit den vielen Veränderungen verbunden ist, können Kinder oft noch nicht selbstständig verarbeiten und damit umgehen. Ein Umzug geht also mit viel Potenzial für Stress der Kinder einher. Wie kann man Kinder auf einen Umzug vorbereiten?

Kinder mit einbeziehen

Fragt man sich, wie man Kinder auf einen Umzug vorbereiten kann, ist es zuerst wichtig, die Kinder mit einzubeziehen. Dadurch kann Unsicherheit und Ungewissheit abgebaut werden. Damit das klappt, sollten Eltern allerdings nicht zu früh mit ihrem Kind über einen möglichen Umzug sprechen. Der richtige Zeitpunkt dafür ist oft dann, wenn der Umzug tatsächlich beschlossen und klar ist, nicht schon, wenn es nur eine Möglichkeit darstellt, denn dies würde wiederrum Ungewissheit mit sich bringen. Außerdem ist es vor allem für jüngere Kinder schwierig, lange Zeiträume, wie ein Jahr oder auch 5 Monate zu überblicken. Deshalb ist es besser, das Kind einzubeziehen, wenn der Umzug tatsächlich feststeht.

Um das Kind einzubeziehen, sollte man zuerst mit ihm sprechen. Hierbei können die Eltern auch erklären, warum sie umziehen müssen. Das kann sein, weil die neue Wohnung größer ist und so mehr Platz für alle da ist oder weil Mama oder Papa eine neue Arbeit bekommen haben. Falls ein größerer Ortswechsel ansteht, sollte auch das Thema Freunde angesprochen werden und dass das Kind diese dann nicht mehr jeden Tag sehen kann, es aber Wege gibt, trotzdem in Kontakt zu bleiben. Das Kind sollt wiederrum Zeit und Raum bekommen, Fragen zu stellen und sich an den Gedanken zu gewöhnen. Hierbei können auch Kinderbücher zum Thema helfen und unterstützen. Hiervon gibt es zahlreiche, die das Thema Umzug anschaulich für die Kinder darstellen.

Ebenfalls hilfreich kann es sein, gemeinsam mit dem Kind schonmal die neue Wohnung oder das neue Haus anzugucken, bevor man dorthin zieht. Am besten ist es, das persönlich zu machen, also tatsächlich gemeinsam dorthin zu fahren und sich alles anzugucken, vor allem natürlich das neue Kinderzimmer. Ist das nicht möglich, kann man sich auch gemeinsam Bilder anschauen. Auch die neue Nachbarschaft und Umgebung kann gemeinsam erkundet werden, damit alles beim Umzug nicht mehr ganz so neu und fremd ist. Sollte ein Kindergarten- oder Schulwechsel anstehen, ist es ratsam, auch den neuen Kindergarten bzw. die neue Schule vorab zu besuchen.

Außerdem sollte auch geschaut werden, ob und inwieweit die Kinder ihre Hobbys in der neuen Umgebung weiter ausüben können. Auch das kann mit den Kindern besprochen werden und sie sollten die Möglichkeit haben, ihre eigene Meinung mit einzubringen.

Auch einbezogen werden können die Kinder in die Gestaltung ihres neuen Zimmers. Sie können die Wandfarbe mit aussuchen und auch mitentscheiden, wo welche Möbel stehen sollen. Oft ist es ratsam, die gewohnten Möbel zum großen Teil zu behalten und mitzunehmen. So kann etwas Beständigkeit in einer Zeit des Umbruches geschaffen werden, was den Kindern helfen kann.

Als letztes sollten die Kinder auch beim Umzug selbst einbezogen werden. Das Kinderzimmer sollte dabei am besten als letztes Zimmer und gemeinsam mit dem Kind ausgeräumt werden. Und auch schon davor, beim Kistenpacken, sollte das Kind mithelfen können. So kann das Kind auch sicherstellen, dass alle seine geliebten Sachen auch wirklich in die neue Wohnung mitkommen, denn das ist häufig auch eine Angst von Kindern. Die Lieblingssachen, wie das liebste Kuscheltier oder das liebste Spielzeug, sollten dabei am besten als aller letztes in eine eigene Kiste gepackt werden, die in der neuen Wohnung direkt als erstes wieder ausgepackt wird.

Abschied, Vorfreude und Neuanfang

Zum Kinder auf einen Umzug vorbereiten gehört es auch, den Abschied von der alten Wohnung vorzubereiten und durchzuführen. Hilfreich kann es zum Beispiel sein, Fotos von der noch aktuellen Wohnung zu machen, während noch alles so ist, wie es die Kinder gewöhnt sind. Vermissen sie später die Wohnung oder haben Angst zu vergessen, wie diese aussah, können sie sich diese Fotos ansehen und in Erinnerungen schwelgen.

Auch eine Abschiedsfeier von der Wohnung kann helfen, besser mit dem Umzug klarzukommen. Wie diese Feier aussieht, kann und sollte die Familie davon abhängig machen, was sie gerne tun und was ihnen Freude bringt. So können z.B. Familie und vor allem Freunde eingeladen werden, um gemeinsam zu feiern. Auch hier bietet es sich dann an, Fotos zu machen, die man später gemeinsam angucken kann. In diesem Zusammenhang kann es auch schön sein, in der neuen Wohnung eine gemeinsame Willkommensfeier zu feiern, um den Neuanfang positiv einzuläuten. Die Aussicht auf die Feier kann außerdem die Vorfreude auf die neue Wohnung wecken.

Ebenfalls Vorfreude wecken kann es, wenn die Eltern dem Kind im Vorfeld erzählen, was schön an der neuen Wohnung oder Wohngegend sein wird. Vielleicht ist das Zimmer größer oder es gibt einen tollen Spielplatz oder ein Schwimmbad direkt um die Ecke. Wie oben bereits erwähnt, können diese Orte dann auch gemeinsam besucht werden.

Eine weitere Idee, den Neuanfang symbolisch einzuleiten kann es sein, gemeinsam ein Band beim Einzug durchzuschneiden, entweder zu der gesamten Wohnung oder dem (fertig eingerichteten) Kinderzimmer.

Fazit

Ein Umzug bedeutet nicht nur für Erwachsene Stress und Aufregung, sondern auch für Kinder. Wie man Kinder auf einen Umzug vorbereiten kann, ist deshalb eine häufige Frage. Die hier genannten Tipps sind einige Vorschläge, diesen Übergang gut zu gestalten. Sie sind allerdings nicht allgemeingültig oder abschließend. Was für das eigene Kind sinnvoll und hilfreich erscheint, sollten Eltern individuell entscheiden.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.