Das Studium wird immer mehr zum Regelfall, was bedeutet, dass auch weniger junge Menschen eine Berufsausbildung beginnen. Aber muss es immer ein Studium sein? Was sind die Vorteile einer Ausbildung? Was sollte man wissen?

Die Berufsausbildung

Fragt man sich „ Muss es immer ein Studium sein? “ sollte man sich zunächst mit der Berufsausbildung als Alternative beschäftigen. Das Feld der Ausbildungen ist breit und es gibt unzählige Bereiche, in denen eine Ausbildung möglich ist. Im Mittel dauert eine Ausbildung ca. 3 Jahre. Wie lang genau sie ist, kann jedoch von Beruf zu Beruf variieren. Unter Umständen ist es auch möglich, während des Ausbildungsverlaufs die Ausbildungsdauer zu verkürzen.

Dabei gibt es unterschiedliche Ausbildungsformen in Deutschland. Eine Ausbildungsform ist die duale Ausbildung. Bei dieser Form gibt es einen hohen praktischen Anteil. Die theoretische Ausbildung wird in der Berufsschule vermittelt. Hier stehen neben Deutsch und anderen klassischen Schulfächern vor allem berufsrelevante Themen auf dem Stundenplan. Die Azubis sind hier ein- bis zweimal die Woche oder aber in längeren zusammenhängenden Blöcken. Die restlichen Tage verbringen die Azubis dann in ihrem Betrieb. Hier kann das theoretisch Gelernte umgesetzt werden und außerdem ein Einblick in den Betrieb, dessen Abläufe und die praktische Arbeit erlangt werden. Durch diese Kombination aus theoretischer Wissensvermittlung und praktischer Arbeit im Betrieb werden die Azubis gut auf die spätere tatsächliche Arbeitswelt vorbereitet und wissen bereits, wie der Beruf genau aussieht und was erwartet wird. Nach der Hälfte der Ausbildung, steht eine Zwischenprüfung an, in der gezeigt werden soll, was bereits gelernt wurde. Am Ende der Ausbildung steht eine Abschlussprüfung. Außerdem besteht die Möglichkeit, im Anschluss an die Ausbildung direkt vom Betrieb übernommen zu werden. Während einer dualen Ausbildung verdienen die Auszubildenden außerdem bereits Geld. Wie viel Geld man während einer solchen Ausbildung verdient, finde Sie hier.

Eine weitere Ausbildungsform ist die schulische Ausbildung. Bei dieser Form liegt der Schwerpunkt, wie der Name schon vermuten lässt, auf der schulischen Ausbildung und weniger auf der praktischen in Unternehmen. Aber auch hier gibt es praktische Einheiten, denn es sind Aufenthalte in Betrieben oder Einrichtungen vorgesehen. Solche Ausbildungen werden an speziellen Berufsfachschulen oder Berufskollegs angeboten. Diese können staatlich oder privat sein, wobei die Ausbildung an privaten Schulen meist mit Kosten verbunden ist. In der Regel gibt es bei einer schulischen Ausbildung auch keine Vergütung.

Da der Arbeitsmarkt, nicht zuletzt aufgrund der Digitalisierung, einem ständigen Wandel unterliegt, werden auch die Ausbildungsberufe fortlaufend modernisiert und an die Standards und Anforderungen der Zeit angepasst, sei es an Anforderungen aus Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. Mehr zu den kürzlich modernisierten Ausbildungsberufen können Sie hier erfahren.

Damit sind die wichtigsten Informationen zur Berufsausbildung in Deutschland vorgestellt worden. Also, muss es immer ein Studium sein?

Normalfall Studium

In der heutigen Zeit ist ein Studium längst keine Ausnahme mehr, sondern viel mehr der Regelfall. Da ist die Frage „Muss es immer ein Studium sein? “ nicht verwunderlich. Die hohen Studienanfängerzahlen haben dabei nicht zuletzt damit zu tun, dass auch das Studienangebot mittlerweile weit gefächert ist. Momentan gibt es über 19000 Studiengänge in Deutschland. Außerdem ist auch die Zahl der Hochschulen und deren Standorte mit der Studienanfängerzahl gestiegen. Es gibt also ein vielfältiges Angebot an Hochschulen, Standorten und Studiengängen und immer mehr Studienanfänger.

Durch den Regelfall Studium ergeben sich allerdings auch Herausforderungen und auf politischer und Hochschulebene Handlungsbedarfe, um diesen Zuwachs händeln zu können. Mehr zu diesen Herausforderungen und Handlungsbedarfen im Bezug auf den Normalfall Studium finden Sie hier.

Die Entscheidung

Nach Abschluss der Schule stehen Schüler/innen vor der Aufgabe zu entscheiden, wie sie ihr weiteres Leben gestalten wollen. Wie erläutert, ist das Studium heutzutage oft die Norm, aber muss es immer ein Studium sein?

Das Institut der Wirtschaft Köln hat im IW-Trends 3/2017 eine Studie zu den Einflussfaktoren auf die Bildungsentscheidung von Abiturienten veröffentlicht. Diese stützt sich auf die 4. Startkohorte des NEPS und betrachtet hier die Befragungen von Studienberechtigten an allgemeinbildenden Schulen zwischen Herbst 2013 und Sommer 2015. Ein Ergebnis war, dass der Nutzenaspekt eines Studienabschluss, bezüglich der Chancen auf einen gut bezahlten, angesehenen und interessanten Job, von den Abiturient/innen signifikant besser eingeschätzt wurde, als bei einem Ausbildungsabschluss. Die Berufschancen bei einer Ausbildung werden demnach nicht gleichwertig mit denen bei einem Studienabschluss angesehen. Dies hänge mit der Informiertheit über mögliche Alternativen zusammen. Es gebe deutliche Informationslücken bei Abiturient/innen, die zu selten Angebote der Berufsorientierung nutzen würden. Vielen sei zum Beispiel nicht bekannt, dass es nach einer Ausbildung auch gute Wege gibt aufzusteigen, beispielsweise durch Weiter- bzw. Fortbildungen, um so gleichwertige Einkommens- und Karriereperspektiven zu erlangen. Hierfür sei nicht zuletzt auch das fehlende Angebot an gymnasialen Oberstufen verantwortlich. Die Berufsorientierung an Gymnasien lege ihren Schwerpunkt häufig auf die Informationen zu einem Studium. Es werde meist einseitig informiert und die Alternative einer Ausbildung nicht ausreichend angesprochen.

Junge Menschen sollten also besser über die Alternative einer Berufsausbildung informiert werden. Denn, wie bereits angedeutet, bieten sich auch nach einer Ausbildung gute Karriere- und Weiterbildungschancen, wenn man sie ergreift. Auch hier ist es möglich, Fort- und Weiterbildungen zu besuchen, um sich weiterzubilden und die Karriere anzukurbeln. Beispielsweise kann man in einigen Ausbildungen noch den Meister oder Techniker machen, der mit verbesserten Karrierechancen einhergehen kann. Mehr zum Thema Weiterbildung und Digitalisierung und wie sich diese beiden Dinge beeinflussen, erfahren Sie hier.

Darüber hinaus ist es so, dass es auch viele Studierende gibt, die ihr Studium abbrechen. Denn ein Studium ist eben nicht für jeden etwas. Es ist viel stärker theoretisch ausgelegt und damit weiter weg von der betrieblichen Praxis. Das Gelernte kann nicht direkt in den tatsächlichen Beruf integriert werden und man muss sich die meiste Zeit ohne praktische, berufliche Erfolgserlebnisse zum lernen motivieren. Außerdem erfordert das Studium eine höhere Selbstorganisation und damit eben auch Selbstmotivation. Bei der Ausbildung hingegen ist der Praxisbezug viel stärker und das Gelernte, kann unmittelbar praktisch im Betrieb umgesetzt werden. Außerdem spielt auch der finanzielle Aspekt hier eine Rolle, denn während der Ausbildung erhält man meist bereits Geld, während man für ein Studium in der Regel Geld investieren muss. Je nachdem, welcher Lerntyp man ist und in welcher Situation man sich befindet, liegt einem also eher ein Studium oder eher eine Ausbildung.

Fazit

Frag man sich also „ Muss es immer ein Studium sein? “, so kann man festhalten, dass die Entscheidung für eine Ausbildung oder ein Studium typ- und situationsabhängig getroffen werden sollte. Vor allem ist es wichtig für sich herauszufinden, in welchem Beruf man sich später sieht und welche Wege dorthin führen. Außerdem sollte man überlegen, ob man eher ein praktischer oder theoretischer Lerntyp ist. Eine Berufsausbildung kann eine gute Alternative zu einem Studium sein, denn auch hier gibt es durch Weiterbildungen guten Karrierechancen.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.

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