Bekommt eine Familie mit einem Kind Zuwachs durch ein neues Baby, bedeutet das für alle Beteiligten Aufregung, Umstellung und Ungewissheit. Ein neues Geschwisterkind ist nicht nur für die Eltern aufregend und anstrengend, sondern auch für das ältere Geschwisterchen. Wie kann man das Kind auf ein neues Geschwisterkind vorbereiten? Was sollte man beachten?

Für alle eine neue Situation

Das zweite mal schwanger zu sein und ein weiteres Baby zu erwarten, ist nicht nur für Eltern eine Herausforderung und neue Situation, sondern auch für das Kind, welches ein neues Geschwisterkind bekommt. Das stellt Eltern vor die Herausforderung, nicht nur alles für das neue Baby vorzubereiten und sich hierauf zu konzentrieren, sondern auch das ältere Kind mit einzubeziehen, es vorzubereiten und es nicht zu vernachlässigen. Das ist ein Balanceakt, bei dem es auf Seiten der Eltern auch zu Verunsicherungen kommen kann. Das ist allerdings nicht ungewöhnlich, besorgniserregend oder ähnliches, sondern einfach ein Teil des Umstellungsprozesses auf die neue Situation, in der sich die gesamte Familie befindet. Dabei kann die Frage aufkommen, wie man das Kind richtig über das Thema neues Geschwisterkind aufklärt, wie man es vorbereiten und einbeziehen kann, sodass es zu möglichst wenigen Konflikten und Problemen kommt. Hierzu gibt es einige Tipps und Vorschläge, die unterstützen können. Dabei ist allerdings wichtig zu beachten, dass diese nur allgemeine Vorschläge sind, die nicht für jedes Kind gleichermaßen geeignet oder hilfreich sind. Vielmehr sollten Eltern das Vorgehen an das Altern, den Charakter und allgemein an das eigene Kind anpassen, so wie es für sie sinnvoll erscheint.

Wann darüber sprechen?

Finden die Eltern heraus, dass ein neues Geschwisterkind auf dem Weg ist, ist dies meist am Anfang der 9-monatigen Schwangerschaft. Viele Eltern haben bereits hier den Drang, die Nachricht mit dem Kind zu teilen. Oft ist dies allerdings nicht sehr sinnvoll, denn die bevorstehenden 9 Monate sind besonders für das Kind eine sehr lange Zeit, die es nicht greifen kann. Das heißt es versteht oft noch nicht, wie lang es noch wirklich dauert, bis das Geschwisterchen da ist. Deshalb ist es meist angebracht, das Kind erst 3 bis 4 Monate vorher auf die neue Situation vorzubereiten. Das ist in der Regel noch immer rechtzeitig und der Zeitraum, bis es tatsächlich so weit ist, überschaubarer für das Kind.

Wie darüber sprechen?

Wenn Eltern mit ihrem Kind über ein neues Geschwisterkind sprechen, sollten sie die auf sie zukommende neue Situation nicht zu schön darstellen. Oftmals wird das Geschwisterchen als neuer Spielkamerad vorgestellt. Dies entspricht in der ersten Zeit jedoch nicht der Realität und das Kind könnte enttäuscht von dem neuen Baby sein, welches die meiste Zeit schläft oder isst. Deshalb sollten die Erwartungen nicht unrealistisch erhöht werden, sondern es sollte mit dem Kind realistisch über die neue Situation gesprochen werden. So könnte gesagt werden, dass das Baby noch vieles lernen muss und erstmal andere Sachen braucht als ein größeres Kind. Hierbei können Bilderbücher hilfreich sein, die sich mit dem Leben mit einem neuen Geschwisterkind beschäftigen. Außerdem kann man mit dem Kind auch darüber sprechen, wie es selbst als Baby war und ihm auch Fotos dazu zeigen. Auch eine gute Idee kann es sein, sich ein echtes Baby gemeinsam angucken zu gehen. Das bietet sich an, wenn im Freundes- oder Familienkreis eventuell ein neues Baby geboren wurde. So können die Erwartungen ebenfalls realistisch gestaltet werden.

Mit einbeziehen

Eltern können das Kind auch bei den Vorbereitungen für ein neues Geschwisterkind mit einbeziehen und auch, wenn dieses bereits auf der Welt ist, es weiter mit einbeziehen. So kann man das Kind fragen, ob es beim Aussuchen von Gegenständen für das neue Kinderzimmer oder Klamotten für das Baby mithelfen möchte. Ist das Baby auf der Welt, kann gefragt werden, ob es beim Wickeln oder ähnlichem helfen möchte. Wichtig dabei ist, zwar diese Möglichkeit zum Helfen zu eröffnen, es aber nicht als Verpflichtung zu sehen. Das Kind sollte so viel mithelfen, wie es möchte, damit es nicht zu einer Überforderung kommt. Die Hilfe und Unterstützung des Kindes sollte in jedem Fall von den Eltern positiv und lobend angenommen werden und hervorgehoben werden, wie wichtig diese ist.

Änderungen frühzeitig einführen

Sollten für die Geburt des Babys Änderungen vorgenommen werden müssen, wie der Umzug des Kindes in ein neues Zimmer, die Veränderungen von festen Abläufen in der Familie oder das häufigere Übernachten des Kindes bei bspw. den Großeltern, sollten diese bereits frühzeitig vor Geburt eingeführt werden. So hängen diese Veränderungen für das Kind nicht ausschließlich mit dem neuen Baby zusammen, womit unter Umständen negativen Gefühlen wie Eifersucht oder Ärger gegenüber dem Baby vorgebeugt werden kann.

Kein Zwang und keine zu hohen Erwartungen an das Kind

Eltern können oftmals denken, dass das Kind sein neues Geschwisterkind sofort liebhaben muss und mit Begeisterung auf es zugehen sollte. Dies ist oft allerdings nicht der Fall, sondern die Reaktion beim ersten Aufeinandertreffen ist häufig ambivalent und nicht überschwänglich. Das ist nicht bedenklich, sondern eine normale Reaktion für einige Kinder. Das Kind kommt in der Regel auf die Mutter und das Baby zu, wenn es soweit ist. Deshalb sollten Eltern auch nicht versuchen dem Kind einzureden, dass es das Baby sofort liebhaben muss, da es ja sein Geschwisterchen ist. Dem Kind sollte Zeit gegeben werden, sich an die Situation zu gewöhnen.

Den richtigen Umgang zeigen

Ist das Kind dann interessiert, sollten die Eltern den richtigen und liebevollen Umgang mit dem Baby vermitteln. Sie sollten zeigen, wie man das Baby anfassen kann und wie es lieb mit ihm umgehen kann. Hierbei können auch die Reaktionen des Babys thematisiert werden, um dem Kind ein positives Gefühl in Bezug auf seine Handlungen mit dem Baby zu geben. So kann auch die Bindung zwischen den Geschwistern unter Umständen gestärkt werden.

Zeit mit dem Kind

Ein neues Geschwisterkind nimmt die Eltern stark in Anspruch und es fließt viel Zeit und Aufmerksamkeit zum Baby, vor allem von der Mutter. Deshalb sollten die Eltern sich feste Zeiten einplanen, in denen sie ausschließlich etwas mit dem älteren Kind machen und ihm die uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenken. Auch so kann unter Umständen der Eifersucht des Kindes entgegengewirkt werden und es fühlt sich nicht vernachlässigt.

Fazit

Ein neues Geschwisterkind ist für die ganze Familie eine Umstellung. Die hier genannten Tipps zur Vorbereitung des älteren Kindes, sind einige Anregungen, wie die Umstellung dem Kind leichter gemacht werden könnte bzw. wie es gut hierauf vorbereitet werden kann. Dies sind allerdings nur einige Anregungen, die nicht in jeder Situation passend oder hilfreich sind. Eltern sollten sich individuell auf ihr Kind einstellen und abwägen, was für dieses das Beste zu sein scheint.

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Über den Autor Alina Biermann

Alina Biermann unterstützt das Profiling Institut im Bereich der Pressearbeit und Social Media. In dem Blog setzt sie sich regelmäßig mit verschiedenen Themen aus den Bereichen Schule, Studium, Karriere und Bildung auseinander.