Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Abitur mit 18, Bachelor mit 21, der Master sollte mit 23 abgeschlossen sein und spätestens mit 30 sollte man dann eine gewisse Karrierestufe erreicht haben. Das Studium ist nur noch Mittel zum Zweck und sollte möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen. Damit wächst aber auch der Druck auf die Studenten und Studentinnen und damit auch die psychische Belastung im Studium. Der Spaß an der persönlichen Weiterentwicklung im Studium geht neben diesem Karriere- und Erfolgsdruck schnell verloren. Als Folge leiden immer mehr Studenten an psychischen Problemen. 2013 hatten 21,3 Prozent der Studierenden eine diagnostizierte psychische Störung, die Dunkelziffer wird höher geschätzt.  Ein weitläufig auftretendes Problem stellt in diesem Zusammenhang Burnout dar. Doch was genau führt zu einem Burnout im Studium? Und wie kommt es zu der ansteigenden psychischen Belastung?

 

Dauerstress als psychische Belastung im Studium

Die psychische Belastung im Studium ist groß. Laut einem Report der Techniker Krankenkasse von 2015 leidet ungefähr die Hälfte der Studierenden an stressbedingter Erschöpfung. Stressauslöser sind vor Allem Prüfungen, der Lernstoff,  die Doppelbelastung von Nebenjob und Studium, die Angst vor schlechten Noten und davor, keinen Job zu finden, ebenso wie finanzielle Ängste. Werden diese Stressoren von jemandem subjektiv als gefährlich eingeordnet, weil beispielsweise der Glaube daran fehlt, sie bewältigen zu können, entsteht Stress. Dieser Stress war bei 27 Prozent dabei schon einmal so hoch, dass sie diesen nicht eigenständig mit Entspannungsstrategien bewältigen konnten. Bei der Suche nach Gründen für diese Entwicklung, wird die Umstellung auf das Bologna-System, also auf den Bachelor- und Masterabschluss, häufig genannt. Das Studium wurde dadurch verschult, der Zeitdruck wurde höher und die Studierenden müssen sich darauf konzentrieren, vorgefertigte Studienleistungen, wie die Thesis, zu erbringen. Viele Studierende sind nur noch darauf fokussiert alle notwendigen Creditpoints einzusammeln. Oder sie zerbrechen unter dem Druck, weil die wahrgenommene psychische Belastung im Studium auf sie zu groß ist und sie diese nicht mehr bewältigen können.

 

Streben nach Anerkennung

Ein weiterer Faktor, der bei der psychischen Belastung im Studium eine Rolle spielt, ist das Streben nach Anerkennung. Dieses Streben ist ein Grundstein bei der Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit. Bekomme ich Anerkennung von meinen Mitmenschen, festigt mich das. Der Glaube an mich selbst wird gestärkt, welcher ein wichtiges Element der Persönlichkeitsentwicklung ist. Hat ein Mensch während seiner Persönlichkeitsentwicklung wenig Anerkennung bekommen, ist sein Bedürfnis nach Anerkennung größer. Er braucht mehr Selbstbestätigung. Das führt dazu, dass sich diese Menschen im Studium mehr unter Druck setzen. Sie wollen mehr leisten und haben hohe Ansprüche an sich. Steigen die Ansprüche an sich selber an, steigt auch das Engagement im Studium. Dieses kann auf Dauer nur mit mehr Energie gehalten werden. Wird das über einen längeren Zeitraum betrieben, droht der Zusammenbruch. Die notwendige Energie, um das hohe Leistungsniveau zu halten, kann nicht mehr aufgebracht werden.

 

Burnout im Studium

Ist die wahrgenommene psychische Belastung im Studium auf sich selbst zu hoch und/oder kann die notwendige Energie für das Halten des Leistungsniveaus nicht mehr aufgebracht werden, kann es zu einem Burnout kommen. Burnout ist längst zur „Modekrankheit“ geworden. Immer mehr Menschen leiden darunter. Die Abgrenzung zu einer Depression ist dabei nicht leicht. Der Krankheitsverlauf ist ähnlich und die zwei Krankheiten können auch verknüpft sein. Selbst Psychotherapeuten und Ärzte tun sich hierbei schwer. Der größte Unterschied zwischen einem Burnout und einer Depression ist wohl die gesellschaftliche Akzeptanz. Während Depressionen immer noch negativ konnotiert sind, da die Betroffenen als schwach und nicht leistungsfähig gesehen werden, ist Burnout gesellschaftsfähig geworden. Burnout war einst eine „Managerkrankheit“. Der Manager leistete so viel, dass er darunter zusammen brach. Dadurch wird Burnout oft mit Engagement, Leistung und Motivation in Verbindung gebracht. Die letztendliche Abgrenzung zwischen Burnout und Depression kann nur ein Arzt oder Therapeut vornehmen. Falls die Sorge besteht, dass du selbst, ein Angehöriger oder Freund gefährdet ist von einem Burnout, sind hier einige mögliche Anzeichen:

  • Müdigkeit und Erschöpfung (Fokussierung auf ein Thema und das Lernen ist nur schwer möglich; Notwendigkeit von mehr Pausen, ohne dabei aber vom Studium abschalten zu können)
  • Verminderte Leistungsfähigkeit (Konzentration lässt nach; Zuhören in Vorlesungen fällt schwer; Schreiben von Hausarbeiten dauert länger), Gegenmaßnahme ist nicht Entschleunigung, sondern mehr lernen, wodurch die Konzentration noch mehr nachlässt
  • Gefühl der inneren Leere (Freude kaum noch wahrnehmbar; Begeisterungsfähigkeit kaum noch vorhanden)
  • Rückzug (keine Energie mehr für Freunde oder Hobbys; gedankliche Fokussierung auf sich selbst und Studium)

Sollten diese Anzeichen zutreffen, sollte reagiert werden. Entschleunigung ist hier das Stichwort. Der auferlegte Leistungsdruck muss sich zuerst klar gemacht werden. Diesen gilt es dann zu verringern. Wichtig ist, dass sich Zeit für Pausen genommen wird. Diese können in Form von Sport sein, aber auch in Form von Freunde treffen oder Aktivitäten draußen planen. Es kann auch hilfreich sein, mit Kommilitonen zu sprechen, um sich zu entlasten. Hilft das alles nicht weiter und kommt ihr oder ein Bekannter nicht alleine aus diesem Zustand raus, sollte professionelle Hilfe aufgesucht werden. Eine erste Anlaufstelle kann die psychosoziale Beratung der Universität oder Hochschule sein. Ist das nicht ausreichend, sollte therapeutische Hilfe gesucht werden. Informationen zu einer Therapie bei Burnout sind hier zu finden.

 

Präventive Maßnahmen

Was kann man tun, damit die psychische Belastung im Studiums gar nicht erst so groß wird? Vor Allem die Planung des Stundenplans spielt hierbei eine große Rolle. Einige Dinge, die dabei beachtet werden sollten sind:

  • Ist genug Zeit für die Vor- und Nachbereitung der Seminare eingeplant?
  • Ist genug Zeit zwischen den Seminaren?
  • Machen mir die Seminare Spaß?
  • Habe ich noch genug Zeit für Hobbys und Freunde?
  • Pausen und den Feierabend fest einplanen!

Die eingeplanten Pausen und der Feierabend sollten dabei genauso ernst genommen werden, wie die Seminare. Die Studienzeit dient nach wie vor der persönlichen Weiterentwicklung, was nicht außer Acht gelassen werden sollte. Der (oft selbstauferlegte) Leistungsdruck sollte sich klar gemacht werden, um besser damit umzugehen. Sollten doch erste Anzeichen eines Burnouts oder eines anderen psychischen Problem auftreten, sollte keine Scheu bestehen, darüber zu reden und sich ggf. therapeutische Unterstützung zu holen. Wird früh genug gehandelt, kann ein totaler Zusammenbruch verhindert werden.

 

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Über den Autor Alina Biermann

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